Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Economics - Micro-economics

Brinkmanship Strategie: Spieltheorie und Kuba-Krise

Glaubwürdigkeit durch das Spiel mit dem Feuer

Title: Brinkmanship Strategie: Spieltheorie und Kuba-Krise

Seminar Paper , 2013 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Vanessa Fritz (Author)

Economics - Micro-economics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Rahmen dieser Arbeit soll die sogenannte „Brinkmanship“ Strategie und die damit verbundene Problematik ihrer Glaubwürdigkeit zunächst theoretisch erläutert und anschließend anhand des Beispiels der Kuba Krise anwendungsorientiert analysiert werden. Ziel dieser Arbeit ist es, die Besonderheiten dieser Strategie herauszustellen und im Folgenden eine kritische Bewertung vor allem in Bezug auf ihre Anwendungsmöglichkeiten vorzunehmen.
Zu Beginn dieser Seminararbeit soll es darum gehen die Frage nach spieltheoretischen Abbildungsmöglichkeiten von Konfliktsituationen zu beantworten. In diesem Abschnitt wird zunächst der amerikanische Ökonom Thomas C. Schelling vorgestellt, um danach auf seine Kritik an der Interpretation von Kriegen als Nullsummenspielen und auf seinen Vorschlag Konflikte als Verhandlungsspiele abzubilden, einzugehen. Anschließend folgt eine kurze Einführung in die Grundlagen des strategischen Denkens, die mit der Definition eines strategischen Zuges endet. In diesem Zusammenhang werden Begriffe wie bedingungsloser und bedingter Zug, sowie Drohung und Versprechen genauer differenziert. Als Einleitung in den ersten Schwerpunkt dieser Seminararbeit, der Herausstellung der Besonderheiten einer Brinkmanship Strategie, wird das sogenannte „Chicken Game“ erläutert, um im nächsten Abschnitt näher auf die eigentliche Strategie und ihre Eigenschaften einzugehen. Im darauf folgenden Abschnitt werden die zuvor beschriebenen theoretischen Grundlagen anhand des Beispiels der Kuba Krise anwendungsorientiert dargelegt. Danach folgt eine Auseinandersetzung mit verschiedenen kritischen Aspekten der Brinkmanship Strategie insbesondere der Problematik der Glaubwürdigkeit, dieser Teil stellt den zweiten Schwerpunkt dieser Seminararbeit dar. In diesem Kontext wird anschließend auf einen Lösungsansatz von Thomas C. Schelling eingegangen, der die Glaubwürdigkeit durch Maßnahmen der Selbstbindung in den Vordergrund stellt. Im Fazit wird der Bezug zum aktuellen politischen Konflikt in Syrien aufgezeigt, um anhand dessen eine persönliche Bewertung vorzunehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Spieltheoretische Interpretation von Konfliktsituationen

2.1 Thomas C. Schelling

2.2 Schellings Nullsummenkritik

3 Strategische Züge

3.1 Bedingungsloser und bedingter Zug

3.2 Drohungen und Versprechen

4 Brinkmanship - Das Spiel mit dem Abgrund

4.1 Einführung in die Problematik durch das sogenannte „Chicken Game“

4.2 Brinkmanship - Die Strategie

5 Anwendungsbeispiel - Kuba Krise

5.1 Historische Einordnung

5.2 Die Kuba Krise als erfolgreiches Beispiel einer Brinkmanship Strategie

6 Brinkmanship - Kritische Auseinandersetzung

6.1 Kritische Aspekte und das zentrale Problem der Glaubwürdigkeit

6.2 Lösungsansatz nach Thomas C. Schelling

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die spieltheoretische „Brinkmanship“-Strategie, bei der ein Akteur durch das bewusste Herbeiführen eines Risikos versucht, einen Gegenspieler zum Einlenken zu bewegen. Das primäre Ziel besteht darin, die theoretischen Besonderheiten dieser Strategie sowie deren Anwendungsmöglichkeiten und Risiken kritisch zu bewerten, wobei die zentrale Forschungsfrage die Glaubwürdigkeit der zugrundeliegenden Drohungen adressiert.

  • Spieltheoretische Grundlagen und strategische Züge
  • Die Mechanismen der Brinkmanship-Strategie
  • Analyse der Kuba-Krise als Fallbeispiel
  • Kritische Reflexion der Glaubwürdigkeitsproblematik
  • Diskussion von Lösungsansätzen durch Selbstbindung

Auszug aus dem Buch

4.2 Brinkmanship - Die Strategie

Die Brinkmanship Strategie stellt die Anwendung eines bedingten strategischen Zuges dar, bei dem anders als beim klassischen „Chicken Game“ die Spielzüge nacheinander (sequentiell) und nicht simultan erfolgen. Der Gegenspieler wird mit einer Drohung in Verbindung mit einem gewissen Risiko konfrontiert, dass ein für beide Seiten ungünstiges Ereignis eintritt. Das Hauptelement dieser Strategie ist die absichtliche Herbeiführung eines Risikos, durch welches der Gegenspieler in seinem Handeln so beeinflusst werden soll, dass es zu einem Einlenken kommt. Sinnbildlich ist es das Ziel dieser Strategie zusammen mit dem Gegenspieler bis zum Rand des Abgrunds zu gehen wodurch der Gegenspieler aus Angst vor dem gemeinsamen Absturz zum Nachgeben gebracht werden soll.

Die drei zentralen Eigenschaften einer Brinkmanship Strategie sind die Unsicherheit, das absichtlich herbeigeführte Risiko und schließlich die Kontrolle dieses Risikos. Die Unsicherheit ist das entscheidende Element im Bezug auf die Glaubwürdigkeit der Strategie. Denn eine Drohung unter Sicherheit wäre aufgrund der drastischen Konsequenzen (auch für den drohenden Spieler) nicht glaubwürdig und würde somit jegliche Wirkung verlieren. Eine weitere wichtige Eigenschaft ist der Mechanismus des absichtlich herbeigeführten Risikos, denn dieser verdeckt die Grenze, ab der eine Drohung umgesetzt wird und demnach ein für beide Parteien ungünstiges Ereignis eintritt. Dixit und Nalebuff beschrieben diese Eigenschaft wie folgt: „Brinkmanship verdeckt absichtlich den Abhang um eine Situation zu schaffen, die ein wenig außer Kontrolle ist.“ Die Kontrolle des Risikos ist damit auch der letzte entscheidende Punkt. Die Fähigkeit jemanden mit einer hohen Wahrscheinlichkeit einer Strafe auszusetzen, kann ausreichen, eine Drohung wirksam zu machen, wenn die Strafe gravierend genug ist. Dabei handelt es sich um eine Art „strategische Rationalität einer irrationalen Handlung“. Außerdem können die Rahmenbedingungen des Spiels durch die Abgabe von Kontrolle so verändert werden, dass das Risiko auf ein Niveau steigt, welches die Situation für den Gegenspieler noch unerträglicher macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Brinkmanship-Strategie theoretisch zu erläutern und an der Kuba-Krise anwendungsorientiert zu untersuchen.

2 Spieltheoretische Interpretation von Konfliktsituationen: Führt in die spieltheoretische Analyse nicht kooperativer Spiele ein und thematisiert Thomas C. Schellings Kritik an der Interpretation von Konflikten als Nullsummenspiele.

3 Strategische Züge: Erläutert die Grundlagen strategischer Interaktion, insbesondere die Differenzierung zwischen bedingten und bedingungslosen Zügen sowie Drohungen und Versprechen.

4 Brinkmanship - Das Spiel mit dem Abgrund: Führt in das Konzept der Brinkmanship-Strategie ein, illustriert dieses durch das „Chicken Game“ und definiert die Kerneigenschaften Risiko, Unsicherheit und Kontrolle.

5 Anwendungsbeispiel - Kuba Krise: Analysiert die Kuba-Krise als erfolgreiches historisches Beispiel für die Anwendung von Brinkmanship durch US-Präsident John F. Kennedy.

6 Brinkmanship - Kritische Auseinandersetzung: Beleuchtet kritische Aspekte, primär das Glaubwürdigkeitsdilemma der Strategie, und diskutiert Schellings Ansatz der Selbstbindung als Lösungsmöglichkeit.

7 Fazit: Bewertet die Anwendbarkeit der Strategie kritisch anhand aktueller Beispiele und mahnt einen besonnenen Einsatz aufgrund der Unberechenbarkeit an.

Schlüsselwörter

Brinkmanship, Spieltheorie, Konfliktlösung, Glaubwürdigkeit, Strategische Züge, Selbstbindung, Kuba-Krise, Rationalität, Chicken Game, Risiko, Abschreckung, Verhandlungsspiel, Nicht kooperative Spiele, Unsicherheit, Außenpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der spieltheoretischen Brinkmanship-Strategie („Spiel mit dem Feuer“), einem Instrument zur Konfliktlösung, bei dem absichtlich ein Risiko herbeigeführt wird, um den Gegenspieler zum Einlenken zu bewegen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die spieltheoretischen Grundlagen, die Definition strategischer Züge, die Funktionsweise der Brinkmanship-Strategie sowie die kritische Problematik der Glaubwürdigkeit von Drohungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen Merkmale der Brinkmanship-Strategie theoretisch herauszuarbeiten und ihre Anwendungsmöglichkeiten sowie die damit verbundenen Risiken anhand von Fallbeispielen kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine spieltheoretische Analyse angewandt, die durch historische Fallbeispiele und eine literaturgestützte kritische Auseinandersetzung mit ökonomischen und politischen Theorien ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in strategische Züge, die Analyse des „Chicken Games“, die detaillierte Untersuchung der Kuba-Krise als Fallbeispiel sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Glaubwürdigkeit und dem Konzept der Selbstbindung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Brinkmanship, Spieltheorie, Glaubwürdigkeit, strategische Züge, Selbstbindung und Abschreckung sind die zentralen Begriffe, die das inhaltliche Spektrum der Arbeit definieren.

Warum ist die „Glaubwürdigkeit“ das zentrale Problem der Strategie?

Da eine Brinkmanship-Drohung für beide Seiten ein Desaster bedeuten kann, ist sie für den Gegenspieler rational kaum glaubhaft. Das Problem ist, wie man glaubhaft vermittelt, dass man bereit ist, das Desaster in Kauf zu nehmen.

Was ist das Ziel der „Selbstbindung“ nach Thomas C. Schelling?

Durch Maßnahmen der Selbstbindung wird die eigene Handlungsfreiheit bewusst eingeschränkt, um die Drohung glaubwürdiger zu machen, da der drohende Akteur durch diese Bindung keine Möglichkeit mehr hat, seine Drohung einfach zurückzunehmen.

Inwiefern illustriert die Kuba-Krise das Konzept?

John F. Kennedy setzte durch die Seeblockade ein kontrolliertes Risiko, das die Sowjetunion vor die Wahl stellte, entweder einzulenken oder eine unkontrollierbare Eskalation zu riskieren, was schließlich zum Abzug der Raketen führte.

Warum ist Brinkmanship in der Syrienkrise laut der Arbeit weniger erfolgreich?

Die Arbeit argumentiert, dass hier das Modell an seine Grenzen stößt, da äußere Faktoren wie Finanzlage, begrenzte Militärressourcen und der „Abnutzungseffekt“ einer Drohung die Glaubwürdigkeit und Durchsetzbarkeit stark einschränkten.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Brinkmanship Strategie: Spieltheorie und Kuba-Krise
Subtitle
Glaubwürdigkeit durch das Spiel mit dem Feuer
College
Ruhr-University of Bochum
Course
Seminar Intermediate Microeconomics
Grade
1,3
Author
Vanessa Fritz (Author)
Publication Year
2013
Pages
21
Catalog Number
V270164
ISBN (eBook)
9783656615552
ISBN (Book)
9783656615569
Language
German
Tags
brinkmanship strategie spieltheorie kuba-krise glaubwürdigkeit spiel feuer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vanessa Fritz (Author), 2013, Brinkmanship Strategie: Spieltheorie und Kuba-Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270164
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint