Das Leben besteht zu einem großen Teil aus Aufgaben, Anforderungen und Problemen. Um diese Dinge zu bewältigen, benutzt der Mensch sein wichtigstes Hilfsmittel, den Verstand. Normalerweise findet ein problemloser Zugriff auf bereits bekanntes Wissen statt. Routinierte Verhaltensweisen sind zum Teil so stark automatisiert, dass der Rückgriff auf die jeweils notwendigen Lösungsstrategien kaum wahrgenommen wird. Hier sei z.B. auf den korrekten Gebrauch von Messer und Gabel verwiesen. Ihre Anwendung ist ein alltägliches „Problem“, welches in unserem Kulturkreis jeden Tag zu Mahlzeiten unbewusst gelöst, d.h. ausgeführt wird. Zu einem größeren Problem entpuppt sich eine Mahlzeit jedoch, wenn das Wissen, wie diese mit asiatischen Essstäbchen zu sich genommen werden soll, fehlt. Die motorischen Abläufe sind hierzu nicht weit genug entwickelt, stehen im wissenschaftlichen Interesse auch nur an sekundärer Stelle. Primär richtet sich der Fokus auf die Akkumulation von Wissen und die Möglichkeit des Rückgriffs auf dieses Wissen. Häufig passieren Situationen, in denen eine Fragestellung oder Aufgabe hinlänglich bekannt erscheint, dass notwendige Wissen dazu jedoch nicht abrufbereit ist. Dieses „eigentlich“ vorhandene, aber manchmal blockierte Wissen, wird „träges Wissen“ genannt. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, herauszufinden, wie weit dieses „träge Wissen“ die Problemlösefähigkeit der Menschen beeinflusst.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Bausteine des Wissens
- Begriffsbestimmung „Wissen“
- Die Struktur des menschlichen Wissens
- Drei Wissensarten nach Chi
- Bereichsbezogenes Wissen
- Strategisches Wissen
- Metakognitives Wissen
- Problem als Forschungsgegenstand
- Problem: Begriffsbestimmung
- Klassifikation von Problemen
- Problemlösen als Forschungsgegenstand
- Problemlösen: Begriffsbestimmung
- Klassifikation von Problemlösungswissen
- Problemlösen von Experten und Novizen
- Die Entstehung von „trägem Wissen“
- „Träges Wissen“ und Problemlösen: Eine Versuchsreihe
- Theoretischer Hintergrund
- Hypothesen
- Durchführung des Versuchs
- Diskussion der Ergebnisse
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit untersucht den Einfluss von „trägem Wissen“ auf die Problemlösefähigkeit des Menschen. Das Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen „trägem Wissen“ und der Fähigkeit, Probleme effektiv zu lösen, zu beleuchten.
- Definition und Abgrenzung der Begriffe „Wissen“, „Problem“ und „Problemlösefähigkeit“
- Analyse der Struktur und Arten von Wissen, insbesondere im Hinblick auf „träges Wissen“
- Untersuchung der Entstehung von „trägem Wissen“
- Bewertung der Auswirkungen von „trägem Wissen“ auf das Problemlösen
- Einblicke in die Erkenntnisse einer Versuchsreihe zu „trägem Wissen“ und Problemlösen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des „trägen Wissens“ und seiner Relevanz für das Problemlösen ein. Sie erläutert den Zusammenhang zwischen Wissen, Problemen und der menschlichen Fähigkeit, diese zu bewältigen.
- Die Bausteine des Wissens: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Wissen“ und untersucht die Struktur des menschlichen Wissens. Es stellt die drei Wissensarten nach Chi – Bereichsbezogenes Wissen, strategisches Wissen und Metakognitives Wissen – vor.
- Problem als Forschungsgegenstand: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Problem“ und stellt verschiedene Klassifikationen von Problemen vor.
- Problemlösen als Forschungsgegenstand: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Problemlösen“ und betrachtet verschiedene Formen von Problemlösungswissen. Es analysiert die Unterschiede im Problemlöseprozess von Experten und Novizen.
- Die Entstehung von „trägem Wissen“: Dieses Kapitel analysiert die Entstehung von „trägem Wissen“ und erklärt, warum dieses Wissen manchmal nicht verfügbar ist, obwohl es prinzipiell vorhanden ist.
- „Träges Wissen“ und Problemlösen: Eine Versuchsreihe: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer Versuchsreihe von Lind & Friege (2003), die den Zusammenhang zwischen „trägem Wissen“ und der Problemlösefähigkeit untersucht hat. Es betrachtet den theoretischen Hintergrund der Studie, die Hypothesen und die Durchführung des Versuchs.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen „träges Wissen“, „Problemlösen“, „Wissen“, „Problemlösefähigkeit“, „kognitive Prozesse“, „Gedächtnis“, „Informationsverarbeitung“, „Bereichsbezogenes Wissen“, „Strategisches Wissen“, „Metakognitives Wissen“ und „Experten vs. Novizen“.
Häufig gestellte Fragen
Was ist „träges Wissen“?
Träges Wissen bezeichnet Informationen, die ein Mensch zwar gelernt hat und die prinzipiell im Gedächtnis vorhanden sind, die aber in einer konkreten Anwendungssituation nicht abgerufen werden können.
Wie beeinflusst träges Wissen das Problemlösen?
Es blockiert die Problemlösefähigkeit, da relevante Lösungsstrategien trotz Kenntnis nicht aktiviert werden. Dies führt dazu, dass Aufgaben nicht gelöst werden, obwohl das theoretische Wissen vorhanden ist.
Welche drei Wissensarten unterscheidet Chi?
Chi unterscheidet bereichsbezogenes Wissen (Fakten), strategisches Wissen (Methoden) und metakognitives Wissen (Wissen über das eigene Wissen).
Was ist der Unterschied zwischen Experten und Novizen beim Problemlösen?
Experten verfügen über besser strukturiertes Wissen und automatisierte Routinen, während Novizen oft an der Oberflächenstruktur eines Problems hängen bleiben und kein abrufbares Tiefenwissen besitzen.
Warum entsteht träges Wissen überhaupt?
Träges Wissen entsteht oft durch dekontextualisiertes Lernen, bei dem Wissen ohne praktischen Bezug oder ohne Verknüpfung mit Anwendungssituationen erworben wird.
- Quote paper
- Svenja Schäfer (Author), 2004, Träges Wissen und Problemlösen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27025