Diese Arbeit untersucht die Ausprägung von Akademikerinnen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, dies geschieht im Vergleich zu Akademikern und zu geringer qualifizierten Frauen. Die wichtigsten Theorien zu dieser Fragestellung sind die Segmentationstheorie, die Schwelle des Unternehmergeists und das Castelsche Zonenmodell. Die empirische Analyse beruht auf Daten des Sozioökonomischen Panels und stellt den Personengruppen die Variablen Lohn, Employmentstatus, Be- fristung und Zufriedenheit gegenüber. Dies geschieht über Häufigkeitsverteilungen, Mittelwertvergleiche und Kreuztabellen. Die Hypothese, dass Akademikerinnen öfter als Akademiker in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, bestätigt sich wie die Vermutung, dass hochqualifizierte Frauen unzufriedener in einem prekären Beschäftigungsverhältnis sind als geringer qualifizierte Frauen. Ebenso wird die Hypothese zur höheren Beschäftigungsstabilität von hochqualifizierten Frauen bestätigt, eine Falsifizierung der 4. Hypothese zur Lebenszufriedenheit muss jedoch erfolgen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen mit akademischen Abschlüssen häufiger als Akademiker mit prekären Erwerbs- und Lebenssituationen konfrontiert werden und dass der höchst zu erreichende Abschluss in Deutschland nicht ausreicht, um vor Prekarität geschützt zu sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Erklärungen und Definitionen
2.1 Normalarbeitsverhältnis
2.2 Prekarität und atypische Beschäftigung
2.3 Segmentationstheorie
2.4 Geschlechtersegregation
2.5 Castelsches Zonenmodell
2.6 Die Schwelle des Unternehmergeists
2.7 Befristung
3. Methoden
3.1 Daten und Datenbasis
3.2 Operationalisierung und univariate Auswertung
3.3 Bivariate Analyse
4. Ergebnisse
5. Schlussfolgerungen
6. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Sind Akademikerinnen häufiger von prekärer Beschäftigung betroffen als Akademiker?
Ja, die empirische Analyse bestätigt die Hypothese, dass Frauen mit akademischem Abschluss öfter in prekären Verhältnissen arbeiten als ihre männlichen Kollegen.
Was ist das „Castelsche Zonenmodell“?
Robert Castels Modell unterteilt die Gesellschaft in Zonen der Integration, der Prekarität und der Entkoppelung, um soziale Unsicherheit zu beschreiben.
Welche Datenbasis wurde für die Untersuchung genutzt?
Die Studie basiert auf Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP), einer repräsentativen Langzeitstudie in Deutschland.
Wie wirkt sich Prekarität auf die Lebenszufriedenheit von hochqualifizierten Frauen aus?
Hochqualifizierte Frauen sind in prekären Verhältnissen oft unzufriedener als geringer qualifizierte Frauen, da ihre Erwartungen an den Status und das Einkommen höher sind.
Schützt ein akademischer Abschluss in Deutschland vor Prekarität?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass selbst der höchste Bildungsabschluss kein garantierter Schutz vor prekären Erwerbs- und Lebenssituationen ist.
Was besagt die Segmentationstheorie in diesem Zusammenhang?
Die Segmentationstheorie erklärt, dass der Arbeitsmarkt in Teilmärkte gespalten ist, wobei Frauen oft in den weniger stabilen, schlechter bezahlten Segmenten landen.
- Citar trabajo
- Carina Gante (Autor), 2013, Akademikerinnen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270284