Der Kolumbus-Kult in Spanien


Hausarbeit, 2011
27 Seiten, Note: 3.3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gründe für die Kolumbusverehrung in Spanien

3 Kolumbusgedenkstätten in Spanien
3.1 Kolumbusdenkmäler
3.2 Kulturelle Einrichtungen
3.3 Das Kolumbusgrab in Sevilla

4 Das Kolumbusjahr 1992 in Spanien

5 Feier des Kolumbustages in Spanien

6 Schlussbetrachtung

7 Literaturverzeichnis

8 Internetquellenverzeichnis

9 Anhang
9.1 Abbildungsverzeichnis
9.2 Abbildungen

1 Einleitung

In kaum einem Land weltweit findet die Person Christoph Kolumbus und seine Leistungen der Wiederentdeckung des amerikanischen Kontinents für Europa 1492, sowie seine kartografischen Verdienste mehr Anerkennung als in Spanien. Im Zuge der Kolumbusverehrung wird in Spanien seines Geburts- und Todestages gedacht, der Tag seiner Ankunft in Amerika, der 12. Oktober, ist ein Nationalfeiertag und zu seinen Ehren wurden Museen sowie diverse Denkmäler errichtet.

Doch welche Gründe hat diese ausgiebige Verehrung Christoph Kolumbus´ in Spanien?Wie veränderte sich der Kolumbus-Kult in Spanien im Laufe der Jahrhunderte? Inwieweit hat sich der Kolumbus-Kult bis heute erhalten oder gar verändert?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit und werden im Zusammenhang mit der Thematik „Kolumbus-Kult in Spanien“ erörtert.

Christoph Kolumbus wurde vermutlich am 31.10.1451 als Sohn eines Webermeisters in der italienischen Hafenstadt Genua geboren. Er war ein Seefahrer im Auftrag Genuesicher Kaufleute. Den Höhepunkt seiner Kariere stellte seine Tätigkeit für die spanische Krone dar, in deren Auftrag er versuchte im Jahr 1492 einen westlichen Seeweg nach Indien zu finden und dabei unabsichtlich den späteren Kontinent „Amerika“ entdeckte.1

Der erste Teil dieser Arbeit hinterfragt die Gründe der Kolumbusverehrung in Spanien. Hierzu wird untersucht, welche Kolumbusdenkmäler und öffentlichen Einrichtungen es heutzutage in Spanien zu Ehren Christoph Kolumbus es heutzutage in Spanien gibt. Des Weiteren wird der Blickwinkel auf die bekanntesten Kolumbusdenkmäler und Kolumbusmuseen in Spanien gelegt.

Der zweite Teil thematisiert, wie sich der Kolumbus-Kult in Spanien im Laufe der Zeit verändert hat. In diesem Zusammenhang wird betrachtet, wie das Kolumbusjahr 1992 in Spanien gefeiert wurde und wie man den Kolumbustag heutzutage in Spanien feiert.

Abschließend folgt in der Schlussbetrachtung ein Resümee der Ergebnisse und Erkenntnisse bezüglich der im Vorfeld dieser Hausarbeit aufgeworfenen Fragestellungen.

Auf die Thematisierung des Kolumbus-Kultes in anderen Ländern wird im Rahmen dieser Arbeit verzichtet. Dies wäre noch ein interessanntes Untersuchungsfeld für zukünftige Arbeiten. Als Grundlage dieser Hausarbeit dienen u.a. die Monografien zur Kolumbus-Thematik von Alfred Kohler „Columbus und seine Zeit“, Frauke Gerwecke „Christoph Kolumbus“ sowie Zvi Dor-Ner „Kolumbus und das Zeitalter der Entdeckungen“. Des Weiteren wurden einige Online-Artikel und Reiseführer, die sich mit diesem Thema beschäftigen zum Erstellen dieser Hausarbeit herangezogen.

Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit den Gründen für die Kolumbusverehrung in Spanien.

2 Gründe für die Kolumbusverehrung in Spanien

Spanien ist neben Italien, dem Geburtsland von Christoph Kolumbus und den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Kontinent durch dessen Entdeckung Kolumbus berühmt wurde, das Land, in dem weltweit wohl die größte Kolumbusverehrung stattfindet.

Die Gründe, weshalb Christoph Kolumbus nicht nur in Spanien, sondern weltweit große Anerkennung und Wertschätzung findet, sind vielseitig.

Was die Menschen seit jeher an der Person Christoph Kolumbus fasziniert hat, ist womöglich die Tatsache, dass Kolumbus durch seinen Irrtum, den Osten im Westen zu suchen, mit der Entdeckung des späteren Kontinentes „Amerika“ etwas ganz Neues, Unerwartetes zutage förderte.2 Der Zufallstreffer der Entdeckung dieses für Europa in Vergessenheit geratenen Kontinentes machte Christoph Kolumbus nicht nur in Spanien zu einem „Mythos“.3 Der amerikanische Kontinent war zwar bereits rund 500 Jahre vor Kolumbus durch Leif Erikkson entdeckt worden, doch die Entdeckungsreisen von Kolumbus führten erst zu einer stabilen Kolonisierung und beständigen Besiedlung durch Menschen anderer Kontinente.4

Mit seiner bedeutenden Reise sorgte Kolumbus ebenfalls für einen Wendepunkt der Geschichte, denn mit ihr verhalf er seiner Epoche aus ihrer Aussichtslosigkeit.5

Auch die Tatsache, dass er sein Projekt trotz aller gegenteiliger Meinungen und Anfechtungen der Experten, sowie dem Spott zum Trotz verfolgt und durchgesetzt hat, fasziniert die Leute heute noch an dieser Person.6 Insbesondere sein großer Entdeckerdrang und sein Mut, in unbekannte und unerschlossene Gewässer zu segeln, rufen Bewunderung hervor.7

Trotz seiner italienischen Herkunft ist Christoph Kolumbus in Spanien lange Zeit als nationaler Held angesehen worden, da ihm 1492 im Auftrag der spanischen Krone die Entdeckung „Amerikas“ gelang. Aus diesem Grund war die spanische Regierung im Rahmen vergangener Gedächtnisfeiern zu Ehren von Christoph Kolumbus stets darum bemüht, bei den Feierlichkeiten eine übergeordnete Rolle gegenüber Italien und den Verei-

nigten Staaten von Amerika einzunehmen.8 Um ein positives Bild von Kolumbus zu wahren, versuchte Spanien, den großen Seefahrer aus den Missetaten, welche die spanischen Konquistadoren an der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas verübt haben, herauszuhalten.9 Es erfolgte demnach lange Zeit eine weitesgehend unreflektierte Heldenverehrung bezüglich Christoph Kolumbus in Spanien. Dabei beruft man sich darauf, dass Kolumbus, im Vergleich zu den Konquistadoren, im Wesentlichen loyal und auftragsbezogen gehandelt habe. Diese Ansicht vertreten ebenso die lateinamerikanischen Länder.10

Hierbei gerät jedoch die Tatsache in den Hintergrund, dass Kolumbus zweifellos in die Anfänge der Kolonisierung involviert war.11 Durch seine Entdeckung und Erschließung des späteren Amerikanischen Kontinentes ermöglichte Kolumbus die spätere Ausbeutung, Ausrottung und Versklavung der indigenen Bevölkerung, die im Laufe der Zeit insbesondere unter den spanischen Konquistadoren Hernán Cortés und Francisco Pizarro stattfand.

Ferner lassen Nachforschungen aus den Schriften seines Bordbuches daran zweifeln, dass Kolumbus nur aus reinem Entdeckerdrang gehandelt habe. Seine wahren Beweggründe bezogen sich wahrscheinlich auf die Erschließung neuer Goldquellen für die spanische Krone und die Missionierung der einheimischen Bevölkerung des eroberten Landes.12

Seinem Ruhm und seinem hohen Ansehen als bedeutende Entdecker-Persönlickeit in Spanien taten diese späteren, kritischen Erkenntnisse der Forschung allerdings keinen Abbruch.13

3 Kolumbusgedenkstätten in Spanien

Auch heute 519 Jahre nach der Entdeckung des amerikanischen Kontinentes durch Christoph Kolumbus, ist die Kolumbusverehrung in Spanien noch aktuell. In vielen spanischen Städten kann man sich aktiv auf die Spurensuche nach dem großen Seefahrer und Entdecker begeben. Besonders gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden in Spanien, anlässlich des sich nahenden Jubiläums des 400. Jahrestages der Entdeckung Amerikas, teils gewaltige Monumente zu Ehren des spanischen „Vorzeigeentdeckers“. Neben den vielen Kolumbusdenkmälern, die sich u.a. in den spanischen Großstädten Barcelona und Madrid befinden, gibt es in Spanien auch einige Museen, die die Person und das Leben von Kolumbus thematisieren.

Die meisten Gedenkstätten zu Ehren von Christoph Kolumbus befinden sich allerdings in den spanischen Städten, die einen direkten Bezug zu seinem Leben haben. Hierzu zählen insbesondere die beiden Städte Huelva und Valladolid. Das liegt darin begründet, dass die Umgebung um Huelva der Ausgangspunkt der Entdeckungsreisen von Kolumbus gewesen ist. In der Stadt Valladolid verstarb Kolumbus im Jahr 1506. Diese beiden Städte zeichnen sich durch einige Kolumbus-Attraktionen aus, die insbesondere touristische Zielgruppen ansprechen sollen.

So gibt es in Huelva neben einem gewaltigen, steinernen Kolumbus-Monument u.a. auch ein Kolumbusmuseum, in dem sich Nachbauten der drei Schiffe befinden, mit denen Christoph Kolumbus seine berühmte erste Entdeckungsreise startete.14

Insbesondere das kleine Örtchen Palos de la Frontera, das östlich von Huelva liegt, hebt sich in seiner Kolumbustradition besonders heraus, da es als die „Wiege der Entdeckung Amerikas“ bezeichnet wird. Palos de la Frontera war der Hafen, der als Ausgangspunkt der berühmten ersten Reise von Christoph Kolumbus zum „neuen“ Kontinent gilt.15

Das in Valladolid ansässige Kolumbusmuseum wurde zum Gedenken an seinen 500. Todestag aufwendig renoviert und neu eröffnet.

Aber auch Sevilla, die Stadt, in der sich seit dem Jahr 1898 höchstwahrscheinlich die sterblichen Überreste von Christoph Kolumbus befinden,16 weist verschiedene Gedenkstätten, wie den Kolumbussarkophag in der Kathedrale von Sevilla und ein Kolumbusdenkmal auf.

In Folgenden wird ausführlich auf die Entstehungsgeschichte und das heutige Erscheinungsbild der Kolumbusdenkmäler und kulturellen Einrichtungen, die sich mit Christoph Kolumbus befassen, eingegangen.

[...]


1 Vgl. http://www.nationalgeographic.de/entdecker/christoph-kolumbus, aufgerufen am 7.03.2011 um 13:30 Uhr.

2 Vgl. Kohler, Alfred: Columbus und seine Zeit, München 2006, S. 18.

3 Dor-Ner, Zvi: Kolumbus und das Zeitalter der Entdeckungen, Köln 1991, S. 36.

4 Vgl. http://www.spanien-netz.com/168/Beruehmte-Spanier/Seefahrer-Spanien.html, aufgerufem am 24.02.2011 um 11:10 Uhr.

5 Vgl. Bucher, Corina: Christoph Kolumbus. Korsar und Kreuzfahrer, Darmstadt 2006, S. 239.

6 Vgl. Kohler, Alfred: Columbus und seine Zeit, S. 18.

7 Vgl. http://www.spanien-netz.com/168/Beruehmte-Spanier/Seefahrer-Spanien.html, aufgerufem am 24.02.2011 um 11:10 Uhr.

8 Vgl. Gewecke, Frauke: Christoph Kolumbus, Frankfurt am Main 2006, S. 125.

9 Vgl. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13687243.html, aufgerufen am 3.02.2011 um 22:30 Uhr.

10 Vgl. Kohler, Alfred: Columbus und seine Zeit, S. 21.

11 Vgl. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13687243.html, aufgerufen am 3.02.2011 um 22:30 Uhr.

12 Vgl. Kolumbus, Christoph: Bordbuch. Aufzeichnungen seiner ersten Entdeckungsfahrt nach Amerika 1492-1493, aus dem italienischen von Anton Zahorsky, mit einem Nachwort von Bettina L. Haase, München 2006, S. 307 und 314.

13 Vgl. http://www.spanien-netz.com/168/Beruehmte-Spanier/Seefahrer-Spanien.html, aufgerufem am 24.02.2011 um 11:10 Uhr.

14 Vgl. Freund, Karsten und Gerth, Roland (Hg.): Andalusien, 1. Auflage, Köln 2008,  S.46.

15 Vgl. http://www.spain.info/de_DE/ven/otros-destinos/palos_de_la_frontera.html, aufgerufen am 5.03.2011 um 16:34 Uhr.

16 Vgl. http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~E61A12C51FB6E4A 9DBF04A947EC636CF9~ATpl~Ecommon~Scontent.html, aufgerufen am 5.03.2011 um 11:24 Uhr.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Der Kolumbus-Kult in Spanien
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
3.3
Autor
Jahr
2011
Seiten
27
Katalognummer
V270306
ISBN (eBook)
9783656616566
ISBN (Buch)
9783656616535
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kolumbus-kult, spanien
Arbeit zitieren
Manfred Pientka (Autor), 2011, Der Kolumbus-Kult in Spanien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270306

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