1 Einleitung
In kaum einem Land weltweit findet die Person Christoph Kolumbus und seine Leistungen der Wiederentdeckung des amerikanischen Kontinents für Europa 1492, sowie seine kartografischen Verdienste mehr Anerkennung als in Spanien. Im Zuge der Kolumbusverehrung wird in Spanien seines Geburts- und Todestages gedacht, der Tag seiner Ankunft in Amerika, der 12. Oktober, ist ein Nationalfeiertag und zu seinen Ehren wurden Museen sowie diverse Denkmäler errichtet.
Doch welche Gründe hat diese ausgiebige Verehrung Christoph Kolumbus´ in Spanien?Wie veränderte sich der Kolumbus-Kult in Spanien im Laufe der Jahrhunderte? Inwieweit hat sich der Kolumbus-Kult bis heute erhalten oder gar verändert?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit und werden im Zusammenhang mit der Thematik „Kolumbus-Kult in Spanien“ erörtert.
Christoph Kolumbus wurde vermutlich am 31.10.1451 als Sohn eines Webermeisters in der italienischen Hafenstadt Genua geboren. Er war ein Seefahrer im Auftrag Genuesicher Kaufleute. Den Höhepunkt seiner Kariere stellte seine Tätigkeit für die spanische Krone dar, in deren Auftrag er versuchte im Jahr 1492 einen westlichen Seeweg nach Indien zu finden und dabei unabsichtlich den späteren Kontinent „Amerika“ entdeckte.
Der erste Teil dieser Arbeit hinterfragt die Gründe der Kolumbusverehrung in Spanien. Hierzu wird untersucht, welche Kolumbusdenkmäler und öffentlichen Einrichtungen es heutzutage in Spanien zu Ehren Christoph Kolumbus es heutzutage in Spanien gibt. Des Weiteren wird der Blickwinkel auf die bekanntesten Kolumbusdenkmäler und Kolumbusmuseen in Spanien gelegt.
Der zweite Teil thematisiert, wie sich der Kolumbus-Kult in Spanien im Laufe der Zeit verändert hat. In diesem Zusammenhang wird betrachtet, wie das Kolumbusjahr 1992 in Spanien gefeiert wurde und wie man den Kolumbustag heutzutage in Spanien feiert.
Abschließend folgt in der Schlussbetrachtung ein Resümee der Ergebnisse und Erkenntnisse bezüglich der im Vorfeld dieser Hausarbeit aufgeworfenen Fragestellungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Gründe für die Kolumbusverehrung in Spanien
3 Kolumbusgedenkstätten in Spanien
3.1 Kolumbusdenkmäler
3.2 Kulturelle Einrichtungen
3.3 Das Kolumbusgrab in Sevilla
4 Das Kolumbusjahr 1992 in Spanien
5 Feier des Kolumbustages in Spanien
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und die Entwicklung der Verehrung von Christoph Kolumbus in Spanien. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum Kolumbus trotz seiner italienischen Herkunft als nationale Heldenfigur in Spanien gilt, wie sich dieser Kult im Laufe der Zeit gewandelt hat und welche Bedeutung Gedenkstätten sowie offizielle Feierlichkeiten für die Aufrechterhaltung dieses Mythos haben.
- Historische Gründe für die Identifikation Spaniens mit Christoph Kolumbus.
- Analyse bedeutender Kolumbusdenkmäler und Museen in Spanien.
- Bedeutung und Durchführung des Kolumbusjahres 1992.
- Wandel der Wahrnehmung und der offiziellen Feiern zum Kolumbustag.
- Die kontroverse Debatte um die sterblichen Überreste von Kolumbus.
Auszug aus dem Buch
3 Kolumbusgedenkstätten in Spanien
Auch heute 519 Jahre nach der Entdeckung des amerikanischen Kontinentes durch Christoph Kolumbus, ist die Kolumbusverehrung in Spanien noch aktuell. In vielen spanischen Städten kann man sich aktiv auf die Spurensuche nach dem großen Seefahrer und Entdecker begeben. Besonders gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden in Spanien, anlässlich des sich nahenden Jubiläums des 400. Jahrestages der Entdeckung Amerikas, teils gewaltige Monumente zu Ehren des spanischen „Vorzeigeentdeckers“. Neben den vielen Kolumbusdenkmälern, die sich u.a. in den spanischen Großstädten Barcelona und Madrid befinden, gibt es in Spanien auch einige Museen, die die Person und das Leben von Kolumbus thematisieren.
Die meisten Gedenkstätten zu Ehren von Christoph Kolumbus befinden sich allerdings in den spanischen Städten, die einen direkten Bezug zu seinem Leben haben. Hierzu zählen insbesondere die beiden Städte Huelva und Valladolid. Das liegt darin begründet, dass die Umgebung um Huelva der Ausgangspunkt der Entdeckungsreisen von Kolumbus gewesen ist. In der Stadt Valladolid verstarb Kolumbus im Jahr 1506. Diese beiden Städte zeichnen sich durch einige Kolumbus-Attraktionen aus, die insbesondere touristische Zielgruppen ansprechen sollen.
So gibt es in Huelva neben einem gewaltigen, steinernen Kolumbus-Monument u.a. auch ein Kolumbusmuseum, in dem sich Nachbauten der drei Schiffe befinden, mit denen Christoph Kolumbus seine berühmte erste Entdeckungsreise startete. Insbesondere das kleine Örtchen Palos de la Frontera, das östlich von Huelva liegt, hebt sich in seiner Kolumbustradition besonders heraus, da es als die „Wiege der Entdeckung Amerikas“ bezeichnet wird. Palos de la Frontera war der Hafen, der als Ausgangspunkt der berühmten ersten Reise von Christoph Kolumbus zum „neuen“ Kontinent gilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Thematik und der Forschungsfragen bezüglich der anhaltenden Verehrung von Christoph Kolumbus als zentraler Figur der spanischen Geschichte.
2 Gründe für die Kolumbusverehrung in Spanien: Untersuchung der historischen und gesellschaftlichen Beweggründe, warum Kolumbus in Spanien trotz kritischerer Sichtweisen der modernen Forschung weiterhin als nationaler Held glorifiziert wird.
3 Kolumbusgedenkstätten in Spanien: Überblick über monumentale Denkmäler und museale Einrichtungen, die das Leben und Wirken von Kolumbus in den Fokus rücken.
4 Das Kolumbusjahr 1992 in Spanien: Darstellung der Feierlichkeiten anlässlich des 500. Jahrestages der Entdeckung Amerikas und deren Bedeutung für das Image der Nation.
5 Feier des Kolumbustages in Spanien: Analyse der Entwicklung und Bedeutung des 12. Oktobers als Nationalfeiertag und seiner Transformation in der modernen spanischen Gesellschaft.
6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse hinsichtlich der Präsenz des Kolumbus-Kults in der heutigen spanischen Erinnerungskultur.
Schlüsselwörter
Christoph Kolumbus, Spanien, Kolumbus-Kult, Entdeckung Amerikas, Kolumbusdenkmäler, 1492, Kolumbusjahr 1992, Kolumbustag, Erinnerungskultur, Huelva, Valladolid, Sevilla, Kolumbusgrab, Seefahrer, Nationalheld.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kulturellen Bedeutung und der anhaltenden Verehrung von Christoph Kolumbus in Spanien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historischen Hintergründe der Heldenverehrung, die Rolle von Gedenkstätten sowie der Wandel der offiziellen Gedenkveranstaltungen wie des Kolumbusjahres und des Nationalfeiertages.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu ergründen, warum Kolumbus in Spanien als Identifikationsfigur dient und wie sich dieser Status im Laufe der Jahrzehnte bis heute verändert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine auf Monografien, Fachliteratur und Online-Quellen basierende historische Analyse der spanischen Erinnerungskultur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Verehrungsgründe, eine Vorstellung wichtiger Gedenkstätten sowie eine Analyse der historischen Jubiläumsfeiern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kolumbus-Kult, Entdeckung Amerikas, Gedenkstätten und Erinnerungskultur.
Welche Orte sind für das Verständnis des Kolumbus-Kults in Spanien besonders wichtig?
Besonders die Städte Huelva (als Ausgangspunkt der Entdeckungsreisen), Valladolid (als Sterbeort) und Sevilla (als Aufbewahrungsort des Sarkophags) sind essenziell.
Ist der Aufenthaltsort der sterblichen Überreste von Kolumbus geklärt?
Nein, es existiert eine andauernde wissenschaftliche Diskrepanz zwischen Sevilla und Santo Domingo, auch wenn DNA-Analysen in Sevilla authentische Gebeine bestätigten.
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- Manfred Pientka (Autor), 2011, Der Kolumbus-Kult in Spanien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270306