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Heinrich Schütz: Italienische Madrigale op. 1

Mit einer Detailanalyse des Madrigal Nr. 18 "Giunto è pur, Lidia"

Titre: Heinrich Schütz: Italienische Madrigale op. 1

Dossier / Travail de Séminaire , 2012 , 18 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Auteur)

Musicologie - Divers
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Heinrich Schütz, der große musikalische Exeget vor J.S. Bach, prägte die Musik seiner komponierenden Zeitgenossen wie kein anderer. Früh bekam er "Bildungsurlaub" von seinem Dienstherrn Markgrafen Moritz von Hessen, der ihm einen vier Jahre währenden Venedig-Aufenthalt (1609 -1613) sponserte. Er ging in die Lehre bei Giovanni Gabrieli und lieferte als quasi "Meisterstück seiner Orgel- und Kompositionsstudien" seine Italienischen Madrigale op. 1 ab und legte sie am 1. Mai 1611 im Druck der staunenden Fachwelt vor.
Schütz versteht es, Worte und sprachliche Gesten in musikalische Rede zu wandeln, die unmittelbar für sich spricht. Dies zeichnet ihn vor allen Kompositionaskollegen seiener Zeit aus und wirkt auf sie prägend.
Das 18. Madrigal wird einer zunächst semantischen Analyse unterzogen. Sodann wird gezeigt, wie Schütz den Text feinsinnig musikalisch ausdeutet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Der Werkzyklus und seine Position im Genre »Madrigal«

1.1 Gegenstand und geschichtlicher Rahmen

1.2 Das italienische »Madrigal«, wesentliche Aspekte

2. Das 18. Madrigal »Giunto è pur Lidia«

2.1 Textanalyse

2.2 Die äußere Form

2.3 Binnenstrukturen und die musikalische Rede

2.3.1 Soggetto 1

2.3.2 Soggetto 2

2.3.3 Soggetto 3

2.3.4 Soggetto 4

2.3.5 Soggetto 5

2.3.6 Soggetto 6

3. Conclusio

4. Anhang

4.1 Die sechs Soggetti des 18. Madrigals

4.2 Die kommentierte Partitur des 18. Madrigals

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert das 18. Madrigal »Giunto è pur, Lidia« aus Heinrich Schütz’ Sammlung »Italienische Madrigale op. 1«, um die kompositorische Akkuratesse und die musikalische Wortausdeutung des jungen Komponisten im Kontext der venezianischen Schule und der aufkommenden »seconda pratica« aufzuzeigen.

  • Historische Einordnung der Italienischen Madrigale op. 1
  • Strukturelle Analyse des Madrigal-Genres und seiner Bedeutung bei Schütz
  • Detaillierte Text- und Formanalyse des 18. Madrigals
  • Untersuchung der musikalischen Figuren und der Wortausdeutung (Soggetti)
  • Reflexion der Beziehung zwischen Musik, Sprache und Affektdarstellung

Auszug aus dem Buch

2.3 Binnenstrukturen und die musikalische Rede

Gemäß den sechs Versen des Marino'schen Madrigals finden sich bei Schütz zugeordnet sechs Soggetti mit deutlich unterschiedenen Charakteristika. Tonal befinden wir uns im äolischen Modus auf a, entsprechend unserer moll-Tonleiter.

Das 1. Soggetto kommt mit ruhigen Notenwerten daher ‒ Brevis, Semibrevis und Minima sind die Werte ‒ und setzt im 2. Sopran ein. Sogleich folgt der 1. Sopran in der Quinte, die durch einen Quartfall des 2. Soprans in die Oktave beantwortet wird. Das Soggetto schreitet in Sekunden aufwärts, ‒ musikalische Figur der Anabasis zur Unterstreichung des erwartungsvollen Gedankens an die Geliebte ‒ die anderen Stimmen folgen kontrapunktisch: eine einzige Aufwärtsbewegung und voller Wohlklang! ‒ Aber dieser Wohlklang klingt durch die Alterationen fis, gis, cis in T. 2, als ob wir im ionischen Modus wären, also unserem Dur. Die erste Kadenz befestigt dieses Jonisch auf a (T. 3), die zweite Kadenz (T. 5) landet durch Modulation auf der Dominante D-Dur.

Bei allem leuchtenden Wohlklang ‒ Lydia ist gekommen ‒ bleibt der eigentliche Modus also noch ungesagt. Wird aber der Modus infrage gestellt, so folglich auch der zugehörige Text. Man könnte behaupten, dass wir es zu Beginn mit einem Euphemismus zu tun haben, der in Form der uneigentlichen Rede als Metalepsis hinter großem Wohlklang ein kommendes Elend zu verbergen sucht. Und in der Tat: bereits die 3. Ausrufung des Namens »Lydia« bringt klanglich die erste Eintrübung in T. 5 durch ein nicht alteriertes g im Alto, dass nach aeolisch (a-moll) führt. Es folgt eine abwärts geführte diatonische Figur im 2. Sopran auf aeolisch d (-moll) (T. 6) mit nachfolgender Kadenz wieder auf ionisch A(-Dur). Die abwärts geführten Figuren ‒ die Catabasis ‒ in allen Stimmen beim dritten »Lydia« (T. 5f) verheißen nichts Gutes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Werkzyklus und seine Position im Genre »Madrigal«: Dieses Kapitel verortet das op. 1 von Schütz historisch und beschreibt die Bedeutung des Madrigal-Genres sowie die ästhetischen Einflüsse von Giovanni Gabrieli.

2. Das 18. Madrigal »Giunto è pur Lidia«: Hier wird der Fokus auf eine detaillierte Textanalyse, formale Untersuchung und die musiktheoretische Analyse der einzelnen Soggetti dieses spezifischen Madrigals gelegt.

3. Conclusio: Die Ergebnisse der Detailanalyse werden zusammengefasst und das künstlerische Vermögen von Schütz in den Kontext seiner musikalischen Tonsprache eingeordnet.

4. Anhang: Dieser Abschnitt enthält das Notenmaterial der sechs Soggetti sowie die vollständige kommentierte Partitur des analysierten Madrigals.

Schlüsselwörter

Heinrich Schütz, Italienische Madrigale, Madrigal, Venedig, Giovanni Gabrieli, Wortausdeutung, Soggetto, Musiktheorie, Renaissance, Musikgeschichte, Musikalischer Affekt, Analyse, Seconda Pratica, Barockmusik, Musikwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des 18. Madrigals von Heinrich Schütz aus seinem op. 1, um die kompositorische Meisterschaft des Autors aufzuzeigen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Schütz’schen Madrigale, die musikalische Struktur des Madrigals und die detaillierte Untersuchung der Wortausdeutung durch musikalische Figuren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die stilistischen Merkmale und die kompositorische Akkuratesse nachzuweisen, mit der Schütz den Text in musikalische Ausdrucksmittel übersetzt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Methode der detaillierten musikalischen Analyse (Partitur-Analyse) unter Einbeziehung zeitgenössischer musiktheoretischer Konzepte wie der Figurenlehre.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der Textanalyse des Gedichts von Marino und der kleinteiligen Untersuchung der sechs Soggetti, aus denen das Madrigal aufgebaut ist.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Schütz, Madrigal, Wortausdeutung, musikalische Figuren und Analyse charakterisieren.

Warum ist die Wahl des 18. Madrigals für die Untersuchung bedeutsam?

Es dient als exemplarisches Beispiel, um die hohe Ausdruckskraft und das filigrane kompositorische Handwerk von Schütz bereits in seinem Frühwerk zu demonstrieren.

Welche Rolle spielt die »Metalepsis« in der Analyse des ersten Soggetto?

Die Metalepsis wird als rhetorische Figur gedeutet, durch die der vordergründige Wohlklang der Musik ein dahinter liegendes, kommendes Elend verbirgt.

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Résumé des informations

Titre
Heinrich Schütz: Italienische Madrigale op. 1
Sous-titre
Mit einer Detailanalyse des Madrigal Nr. 18 "Giunto è pur, Lidia"
Université
University of Cologne  (Musikwissenschaftliches Institut)
Note
1,3
Auteur
Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
18
N° de catalogue
V270347
ISBN (ebook)
9783656617150
ISBN (Livre)
9783656617143
Langue
allemand
mots-clé
Heinrich Schütz Gabrieli Figurenlehre Soggetto Venedig Gardano Madrigal
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Auteur), 2012, Heinrich Schütz: Italienische Madrigale op. 1, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270347
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