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Zur Siedlungsentwicklung von Wurtensiedlungen

Am Beispiel der Feddersen Wierde

Titel: Zur Siedlungsentwicklung von Wurtensiedlungen

Hausarbeit , 2013 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marianne Kupetz (Autor:in)

Archäologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Arbeitsgebiet „Wurtenbau im Nordseegebiet“ ist ein bereits sehr gut publiziertes und diskutiertes Thema. In den Fokus der Betrachtungen rückten die Wurtensiedlungen erst durch Albert Bantelmann und Werner Haarnagel von der damaligen Niedersächsischen Landesstelle für Marschen- und Wurtenforschung in Wilhelmshaven. Das 1938 gegründete Institut beschäftigt sich mit der Landschaftsentwicklung und Siedlungsgeschichte im Gebiet der südlichen und östlichen Nordsee. Im Vordergrund stehen dabei besonders die bäuerliche Wirtschaftsweise und soziale Struktur der Siedlungen in der Marsch und Geest. Die Zusammenarbeit verschiedener Wissenschaftsbereiche wie Quartärgeologie, Siedlungsarchäologie, historische Geographie und Archäobotanik hat sich in der Vergangenheit bewährt, was die Auswertungen der Grabungen auf der Feddersen Wierde in sechs bisher publizierten Bänden2 belegen.
Die Siedlung ist mit ihrem Aufbau und ihrer Geschichte kein Einzelfall im norddeutschen Marschgebiet. Es gibt mehrere vergleichbare Nachbarsiedlungen der römischen Kaiser- und Völkerwanderungszeit wie Flögeln, Tofting, Hessens, Fallward oder Niens, die ganz ähnliche bauliche Strukturen aufweisen und z. T. gleiche Bevölkerungsschwankungen zeigen.
Alle diese Siedlungen liegen in einem Raum, der aufgrund vielfältiger geologischer und klimatischer Prozesse ständigen Veränderungen unterworfen war und noch heute ist. Eine Anpassung an diese Umstände war für die Menschen auf der Marsch nicht nur möglich, sondern lebensnotwendig, wie im Kapitel über die Wurtenentstehung nachfolgend beschrieben wird.
Die vorliegende Hausarbeit kann in ihrem vorgegebenen Rahmen unmöglich alle untersuchten Bereiche auf der Feddersen Wierde erfassen. Daher wird sich vornehmlich auf die Siedlungsentwicklung und die Sozialstruktur beschränkt, sowie ein vom Grabungsleiter Werner Haarnagel deklariertes „Herrenhofmodell“ diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die geologischen und klimatischen Veränderungen im Nordseeküstengebiet vor und während der Siedlungsentwicklung

3. Gründe und Faktoren für den Wurtenbau

4. Die Wurt Feddersen Wierde

1. Siedlungsperiode 1

2. Siedlungsperiode 2

3. Siedlungsperiode 3

4. Siedlungsperiode 4

5. Siedlungsperiode 5

6. Siedlungsperioden 6-8

5. Diskussion des Herrenhofmodells auf der Feddersen Wierde und Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Siedlungsentwicklung von Wurtensiedlungen anhand des prominenten Fallbeispiels Feddersen Wierde. Ziel ist es, die Anpassungsstrategien der Bewohner an die sich wandelnden geologischen und klimatischen Bedingungen der Nordseeküste zu analysieren und kritisch die von Werner Haarnagel aufgestellte Hypothese des „Herrenhofmodells“ zu diskutieren.

  • Geologische und klimatische Rahmenbedingungen an der Nordseeküste
  • Entwicklung und Techniken des Wurtenbaus als Schutzmaßnahme
  • Detaillierte Analyse der baulichen Siedlungsphasen auf der Feddersen Wierde
  • Kritische Auseinandersetzung mit soziologischen Interpretationen archäologischer Befunde

Auszug aus dem Buch

4.1. Siedlungsperiode 1

Die Siedlung Feddersen Wierde war zunächst, wie im 1. Jhd. v. Chr. im Gebiet üblich, als Flachsiedlung auf einem Uferwall in der Marsch angelegt worden. Auf diesem errichteten die Siedler ebenerdige Hofstellen, die in Reihen nach West-Ost bis Nord-West-Südost zueinander standen. Zunächst waren dies etwa 20 m lange, dreischiffige Wohnstallhäuser. Als Bauholz wurden massive Eichenpfosten verwendet, die Wände mit Flechtwerk abgedeckt und mit Lehm versiegelt.

Diese ersten Siedlungsphasen gliederte Haarnagel in 1a–1d (Ende 1. Jhd. v. Chr. – Ende 1. Jhd. n. Chr.). Auf dem Brandungswall wurden fünf selbstständige, bäuerliche Wirtschaftsbetriebe errichtet, deren Hausgrößen sich mit 20 x 5,50 m etwa ähnelten und die ihren Besitz mit Gräben und Zäunen abgrenzten und somit „Rechtsgrenzen“ schufen. Zu jedem Wohnstallhaus gehörte außerdem noch ein Speicherbau. Laut Haarnagel zeigt diese Hausgröße, dass ein reicher Tierbestand vorgelegen haben musste, denn sonst wären die Dimensionen der Häuser als reine Wohnhäuser für eine Erstbesiedlung zu groß gewesen. Zudem stellte er die These auf, dass es sich bei den ersten Siedlern um unabhängige, gleichberechtigte und im Besitz kaum zu unterscheidende Bauern gehandelt haben musste, die nicht als eine Familie, sondern als Gruppe das Land für sich beanspruchten. Erklärt wird dieser Gedanke mit den fünf ungefähr gleichgroßen Gehöften mit jeweiligem Speicherbau. In der auf 1a folgenden Periode 1b wird die Siedlung um drei Gehöfte erweitert. Zudem konnte in dieser Phase ein Fething, also eine Trankstelle für Vieh, mit umliegenden Tiertrittspuren, ausgemacht werden. Ein Zaun begrenzte dieses Gelände, was Haarnagel vermuten ließ, dass es sich hierbei um einen Viehauftriebsplatz gehandelt haben könnte. Auf der Berechnungsgrundlage „Tiergröße x Boxenbreite“ schätzte Haarnagel eine ungefähre Tieranzahl von 100 (Phase 1a) – 226 (Phase 1d).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Forschungsfeld der Wurtensiedlungen und Vorstellung der Feddersen Wierde als zentrales Untersuchungsobjekt.

2. Die geologischen und klimatischen Veränderungen im Nordseeküstengebiet vor und während der Siedlungsentwicklung: Darstellung der naturräumlichen Bedingungen und der Küstendynamik, die den Siedlungsdruck beeinflussten.

3. Gründe und Faktoren für den Wurtenbau: Erläuterung der bautechnischen Notwendigkeiten des Wurtenbaus zum Schutz vor Sturmfluten und Vernässung.

4. Die Wurt Feddersen Wierde: Chronologische Aufarbeitung der archäologischen Befunde über acht Siedlungsperioden hinweg.

5. Diskussion des Herrenhofmodells auf der Feddersen Wierde und Fazit: Kritische Reflexion der soziologischen Thesen Haarnagels im Lichte aktuellerer Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Feddersen Wierde, Wurtenbau, Siedlungsarchäologie, Nordseeküste, Herrenhofmodell, Werner Haarnagel, Marschbesiedlung, Frühmittelalter, Römische Kaiserzeit, Wirtschaftsstruktur, Hallenhaus, Küstenarchäologie, Siedlungsgeografie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Siedlungsgeschichte von Wurtensiedlungen an der Nordseeküste, wobei der Schwerpunkt auf der bekannten Wurt Feddersen Wierde liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die geologische Anpassung an den Meeresspiegelanstieg, die bauliche Entwicklung des Wurtenbaus und die kritische Analyse soziologischer Modelle zur Siedlungsstruktur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Dokumentation der Siedlungsentwicklung sowie die fachwissenschaftliche Überprüfung der Interpretation von Werner Haarnagel bezüglich der sozialen Hierarchien in der Siedlung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine archäologische Literatur- und Befundanalyse, die auf den Grabungsergebnissen von Werner Haarnagel und der Diskussion durch spätere Forscher wie Burmeister und Wendowski-Schünemann basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Analyse der acht Siedlungsperioden und eine anschließende kritische Diskussion der sozio-ökonomischen Thesen zum sogenannten „Herrenhofmodell“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Feddersen Wierde, Wurtenbau, Marschbesiedlung, Siedlungsarchäologie und die kritische Diskussion archäologischer Modelle.

Was ist das „Herrenhofmodell“ von Haarnagel?

Haarnagel interpretierte bestimmte große Hofanlagen als Sitz von Häuptlingsfamilien, die durch Wohlstand und Handel eine übergeordnete soziale Stellung in der Dorfgemeinschaft innehatten.

Warum wird das Herrenhofmodell heute angezweifelt?

Kritiker führen an, dass Haarnagels Annahmen über sozialen Status basierend auf Hausgröße und Tierbestand methodisch nicht ausreichend belegt sind und die archäologischen Daten auch anders interpretiert werden können.

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Details

Titel
Zur Siedlungsentwicklung von Wurtensiedlungen
Untertitel
Am Beispiel der Feddersen Wierde
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Autor
Marianne Kupetz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
21
Katalognummer
V270432
ISBN (eBook)
9783656617778
ISBN (Buch)
9783656617815
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wurten Feddersen Wierde Archäologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marianne Kupetz (Autor:in), 2013, Zur Siedlungsentwicklung von Wurtensiedlungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270432
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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