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Andy Warhol's Mona Lisa

Serialität und Reproduktion in der Kunst

Title: Andy Warhol's Mona Lisa

Seminar Paper , 2013 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sophia Reinhard (Author)

Art - History of Art
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In den 50er Jahren findet sich in England um Richard Hamilton eine Gruppe von Künstlern Designern und Architekten zusammen, die wirtschaftliche Entwicklungen und die Auswirkung der neuen Massenmedien diskutiert. Sie lenken ihren Blick wieder auf die Wahrnehmung der Wirklichkeit und setzen sich mit dieser künstlerisch auseinander.
Nur ein paar Jahre später zeigt sich diese Entwicklung auch in Amerika. Es bildet sich eine völlig neue Kunstrichtung heraus, die sich konsequent von den Abstrakten Expressionisten, die damals den Kunstmarkt dominieren, abgrenzt.
Mit der Vorstellung von einem autonomen Bild, lehnen die Vertreter des abstrakten Expressionismus, jegliche Gegenständlichkeit und Bezüge zur Wirklichkeit ab. Hauptvertreter wie Jackson Pollock, Mark Rothko oder Barnett Newman, in der Tradition der europäischen Expressionisten stehend, thematisieren Emotionen, Gefühle, das Innere, aber auf keinen Fall wirtschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklungen.
Mit Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fand in Amerika ein klarer Umschwung statt, der viele gesellschaftliche Aspekte veränderte. Unter Präsident Dwight D. Eisenhower entstand eine Konsumgesellschaft, die durch den wirtschaftlichen Boom der USA nach dem Zweiten Weltkrieg einen damals unvergleichlichen Wohlstand erlebte. „America was the most powerful and also richest country in the world, and everyone knew it. The depression and the war were over.” Der gesellschaftliche Wandel und das neue Lebensgefühl der amerikanischen Bevölkerung veränderten auch die Kunst. Die abstrakten Expressionisten, die bisher international als die bedeutendste Avantgarde verstanden wurden, wurden von einer neuen Generation, den Pop-Art Künstlern, abgelöst. Als deren bekannteste Vertreter können unter anderem Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder aber auch Jasper Johns genannt werden.

Im Folgenden werde ich mich auf den Werbegrafiker und Künstler Andy Warhol konzentrieren, in dessen Werk seit den 60er Jahren zwei Aspekte, die mit dieser neuen amerikanischen Massengesellschaft aufkommen, konsequent integriert werden: Reproduktion und Serialität.(...) Ich möchte auf Warhols Bildfindung und dessen Ausarbeitung näher eingehen, auch im Zusammenhang mit der ausschließlichen Verwendung der Siebdrucktechnik, und an Hand dessen zeigen, dass Warhol eine Symbiose zwischen den damaligen gesellschaftlichen Entwicklungen und seiner Kunst geschaffen hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Andy Warhol – Eine kurze Biographie

III. Thirty Are Better Than One (1962)

1. Mona Lisa in Amerika

2. Mona Lisa Variationen

3. Warhols neuartige Umsetzung

3.1. Beschreibung und Formale Analyse

3.2. Gestaltungsmittel

3.3. Thematik und Einordnung in das OEuvre Andy Warhols

IV. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk "Thirty Are Better Than One" (1962) von Andy Warhol, um zu analysieren, wie der Künstler die Phänomene Serialität und technische Reproduktion in den Kontext der amerikanischen Massengesellschaft der 1960er Jahre einbettet und dadurch den Status des Kunstwerks sowie den Begriff der Berühmtheit dekonstruiert.

  • Die Entstehung der Pop-Art im Kontext der US-Konsumgesellschaft
  • Die Biografie von Andy Warhol und sein Aufstieg zum Star-Künstler
  • Die Bedeutung der Mona Lisa als politisches und kulturelles Symbol in den USA
  • Die Analyse der Siebdrucktechnik als Mittel zur Serialisierung
  • Das Konzept der "Meta-Paraphrase" im Werk Warhols

Auszug aus dem Buch

3.2. Gestaltungsmittel

„ I want to be a mashine“, einer der wohl bekanntesten Aussagen Andy Warhols, die auch seine Arbeitsweise in künstlerischer Hinsicht passend umschreibt. In jungen Jahren studiert er Gebrauchsgrafik und macht sich danach als Werbegrafiker einen großen Namen. Die damit verbundenen Erfahrungen und kennen gelernten Techniken beeinflussen ab 1960 seine künstlerische Tätigkeit.

Warhol nutzt für Thirty Are Better Than One die Siebdrucktechnik, die er ab 1962 ausschließlich verwendet und eines seiner Markenzeichen wird. Bei diesem Verfahren wird durch ein Gewebe, das auf einen Rahmen gespannt ist, Farbe auf die Leinwand oder ähnliches zu bedruckendes Material aufgetragen. Warhol arbeitet mit fotographischen Vorlagen. Diese werden von ihm bearbeitet bis er daraus eine Schablone geformt hat, die als endgültige Vorlage für sein Werk dienen wird. Die Druckform wird anschließend auf dem Gewebe befestigt, danach die Farbe aufgetragen und mit einer so genannten Rakel durch die offenen Stellen in der Schablone auf die Leinwand gestrichen. Der Siebdruck lässt dem Künstler, obwohl es ein technisches Verfahren ist, sehr viel Spielraum, um seine eigene Handschrift im Bild zu manifestieren. Verschiedene Szenarien sind denkbar: Menge der verwendeten Farbe, Häufigkeit der Reinigung des Druckgewebes, Überlappung der einzelnen Drucke. Warhol nutzt diese Möglichkeiten, um bewusst Ungenauigkeiten und Fehler zu provozieren und auf diese Art und Weise sein Bild gestalten zu können. Er vereint Technik und Handwerk, und bleibt somit der aktiv gestaltende Künstler (die Maschine), dessen Werke man an seiner persönlichen Handschrift erkennen kann. Der Siebdruck ist wie bereits erwähnt keine Technik, die sich Werktreue als oberstes Primat setzt, sondern sie ermöglicht besonders viele Reproduktionen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel verortet die Entstehung der Pop-Art in den USA und führt in Warhols zentrale Thematiken der Serialität und Reproduktion anhand seines Werkes "Thirty Are Better Than One" ein.

II. Andy Warhol – Eine kurze Biographie: Die biografische Skizze beleuchtet Warhols Herkunft, seine Ausbildung als Werbegrafiker und den Weg zu seinem Durchbruch als Künstler der Pop-Art.

III. Thirty Are Better Than One (1962): Dieser Hauptteil analysiert das konkrete Bild, die kunsthistorische Rezeption der Mona Lisa sowie Warhols spezifische, serielle Vorgehensweise und deren Einordnung in sein Gesamtwerk.

IV. Schlussbemerkung: Hier wird festgehalten, dass Warhols Werk keine Kritik am Original darstellt, sondern als "Meta-Paraphrase" die Natur der Massenreproduktion in der modernen Gesellschaft thematisiert.

Schlüsselwörter

Andy Warhol, Mona Lisa, Pop-Art, Serialität, Reproduktion, Siebdruck, Massengesellschaft, Konsumgesellschaft, Thirty Are Better Than One, Bildende Kunst, Werbegrafik, Metaparaphrase, Kunstgeschichte, USA, Industrialisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Werk "Thirty Are Better Than One" von Andy Warhol und untersucht, wie der Künstler darin gesellschaftliche Entwicklungen wie Serialität und technische Reproduzierbarkeit verarbeitet.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Schnittstellen zwischen Kunst und Konsumgesellschaft, die Rolle der Technik bei der Bildproduktion sowie die Transformation ikonischer Kunstwerke in moderne Massenmedienprodukte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Warhol durch die bewusste Anwendung serieller Techniken eine Symbiose zwischen Zeitgeist und künstlerischem Ausdruck herstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die kunsthistorische Werkanalyse, eingebettet in einen theoretischen Kontext zur Reproduzierbarkeit von Kunst und zur Biografik des Künstlers.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der historischen Mona-Lisa-Rezeption, eine formale Analyse des Werks sowie eine Einordnung in Warhols Gesamtkonzept der Star-Porträts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Serialität, Reproduktion, Pop-Art, Siebdrucktechnik, Massengesellschaft und die "Meta-Paraphrase".

Wie unterscheidet sich Warhols Umgang mit dem Motiv von dem früherer Künstler?

Im Gegensatz zu Künstlern wie Malewitsch oder Duchamp, die das Original teilweise verfremdeten, nutzt Warhol die Reproduktion als zentrales Gestaltungsmittel, um das "Bild an sich" und dessen Verlust an Aura zu thematisieren.

Warum spielt die Siebdrucktechnik eine so entscheidende Rolle für Warhol?

Sie ermöglichte Warhol, technisierte Ungenauigkeiten und Wiederholungen zu provozieren, wodurch er seinen Anspruch, wie eine "Maschine" zu arbeiten, manifestierte und gleichzeitig eine eigene künstlerische Handschrift bewahrte.

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Details

Title
Andy Warhol's Mona Lisa
Subtitle
Serialität und Reproduktion in der Kunst
College
University of Bamberg  (Institut für Neuere und Neueste Kunstgeschichte)
Course
Amerikanische Malerei in den 50er und 60er Jahren
Grade
2,3
Author
Sophia Reinhard (Author)
Publication Year
2013
Pages
16
Catalog Number
V270441
ISBN (eBook)
9783656618263
ISBN (Book)
9783656618232
Language
German
Tags
andy warhol mona lisa serialität reproduktion kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophia Reinhard (Author), 2013, Andy Warhol's Mona Lisa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270441
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