Spezialisierte ambulante palliative Versorgung (SAPV) in institutioneller Umsetzung


Hausarbeit, 2014

28 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsangabe

1 Einleitung

2 Definition von spezialisierte ambulante palliative Versorgung
2.1 Gesetzliche Grundlagen
2.2 Inhalte und formale Voraussetzung für die Aufnahme von SAPV – Kunde

3 Kompetenz und Performanz des Palliativ Care Team
3.1 Rolle der Pflegefachkraft
3.2 Rollenerwartung des palliativ Kunden
3.3 Informationsaustausch des Palliativ Care Team
3.4 Erreichbarkeit des Palliativ Care Team
3.5 Methodische Umsetzung der Versorgung durch das Palliativ Care Team

4 Methode der unternehmerischen Umsetzung
4.1 Lerntheorien der betrieblichen Sozialisation
4.2 Führung nach Lean
4.3 Betriebliche Funktion und Ressourcen in Bezug auf Lean

5 Fazit und Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In unserer heutigen Dienstleistungsgesellschaft werden nicht nur alle Formen der wirtschaftlichen, immateriellen, nicht transportierbaren oder nicht lagerbare Güter gezählt – sondern ebenso öffentliche, kommunale Verwaltungen im Dienstleistungssektor. Für diesen tertiär Sektor ist charakteristisch, dass Produktion und Verbrauch der Leistung unmittelbar zusammenfallen. (Schubert et al. 2011,D ) Die Dienstleistungen im ambulanten pflegerischen Sektor erweiterten sich mit der am 1. Januar 1995 durch die Einführung der Pflegeversicherung, welche im Sozialgesetzbuch XI erfasst wurde. Ebenso erweiterten sich Leistungen im Sozialgesetzbuch V. (http://www.bmg.bund.de/pflege/pflegeversicherung/geschichte.html)

Seit 2007 besteht die Möglichkeit für die ambulant pflegerischen Sozialstationen eine Versorgungsvertrag mit den Krankenkassen über die  Ausübung von „ Spezialisierte ambulante palliative Versorgung “ abzuschließen. Dies stellt eine große Herausforderung für die Pflegedienste dar. Neben Zusammenschluss eines Netzwerk, Netzwerkarbeit und Weiterbildung des Pflegepersonal sind weitere Kriterien zur Erfüllung des Zusatzvertrages zu erbringen. Dieser Aufbauprozess ist ein klassisches Beispiel für Sozialisation durch Arbeit, die durch lebenslanges-, informelles –, selbstbestimmtes - und selbstgesteuertes Lernen für alle beteiligten Personen notwendig wird. Das Thema der Hausarbeit ist relevant, da es hierüber wenig Literatur zur Verfügung steht, die Dienstleistungen sich im letzten Lebensabschnitt erweitern, die Handlungskompetenz der Pflegekräfte sich durch neue Qualifikationen erweitern .  Bei  der nachstehenden Hausarbeit handelt es sich im Rahmen des Moduls 3 D Lehrgebiet Lebenslanges Lernen "Betriebliches Lernen und Organisationsentwicklung" im BA Studiengang der Bildungswissenschaft mit dem selbstgewählten Thema: Spezialisierte ambulante palliative Versorgung (SAPV) in institutionalistischer Umsetzung

das selbständig erarbeite wurde. Bei dem Aufbau der Hausarbeit orientiere ich mich an den Vorgaben der Modulbetreuung. In der Bearbeitung dieser Hausarbeit, wird der Bezug  besonders zur betrieblichen Sozialisation in Hinblick auf den informellen Bildungsprozess im Rahmen des lebenslangen Lernen herausgestellt. Im Fokus stehen die Pflegefachkräfte mit der Fragestellung :

„Ob diese in Bezug auf ihre beruflichen Handlungskompetenz in der Lage sind die, Kunden in der spezialisierten ambulanten Pflege optimal zu versorgen?“ Somit erläutere ich in dem nachstehenden Kapitel 2 begriffliche

Grundlagen. Im Kapitel 3 stehen die Begriffe Kompetenz und Performanz des Palliativ Care Team im Vordergrund. Das Kapitel 4 stellt die Methode der unternehmerischen Umsetzung vor und verbindet den Zusammenhang mit lerntheoretischen Theorien. Ein Resümee als Fazit und Ausblick auf spezialisierte ambulante palliative Versorgung (SAPV) in institutionalistischer Umsetzung erfolgt im Kapitel 5, wo die Fragestellung gezielt beantwortet und kritisch betrachtet wird.

(Angemerkt wird das die Gesetzestexten nicht zitiert werden , da es den Rahmen der Hausarbeit sprengen würde. Die im Text verwendeten männlichen Formulierungen (z.B. Teilnehmer der Studie etc.) verstehen sich nicht als wertend geschlechtsspezifisch, sondern als neutrale Formulierungen ,die im Sinne einer vereinfachten Lesbarkeit verwendet werden.)

2. Definition von spezialisierter ambulanter palliativer Versorgung

Der Begriff palliativ stammt aus dem lateinischen, pallium, dass die Bedeutung beinhaltet: lindern, einen Mantel umlegen. Er steht im Zusammenhang mit dem Wortbegriff Care, dass aus dem englischen stammt und sich definiert mit pflegen, sich kümmern und Fürsorgen. Die Grundlage dieser Wortgattung ist die Bezeichnung für die medizinische, pflegerische und soziale Betreuung von Sterbenden. Die Begleitung des Lebens und des Todes, als natürliche Begrenzung des Lebens, ist die Grundlage aller palliativen Versorgungen.

( Baumgartner et al., 2003a, S. 488 ff) Nach WHO 2002 definiert sich Palliativ Care – ich zitiere: ,,Palliative care ist eine Verbesserung der Lebensqualität der Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer Lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen und zwar durch vorbeugen und lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, untadelige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen, sowie deren belastenden Beschwerden, körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“ (Andreae et al., 2006a, S.135f)

Der Kern der therapeutisch- pflegerischen Maßnahmen  sind

auf die Erhöhung der Lebensqualität ausgerichtet. Jede Maßnahme wird auf ihre Notwendigkeit einzelfallgerecht überprüft, um den Sterbenden nicht unnötig zu stören oder zu belasten. Die häusliche Versorgung bietet dem Sterbenden Vorteile wie: Nähe der Bezugspersonen sind konstant, Wünsche können leichter erfüllt werden, hier findet die Unterstützung des Palliativ - Care -Team statt. (Baumgartner et al. 2003b, S. 488ff).

Das Ziel der Arbeit darin, die Lebensqualität der Leistungsnehmer und dessen Angehörigen zu erhöhen. Versorgungsunsicherheiten, die stark belastend sind für den Kunden und deren Angehörigen und zu unnötigen Krankenhausaufenthalt führen könnten, wird durch die Versorgungsart und dessen besonderen Expertisen vermieden. (SAPV, 2007a§ 3, Anlage 6)

2.1 Gesetzliche Grundlagen

Die Grundlage für die Arbeit von der ambulanten und stationären Vollversorgung sind durch §132d SGB V im Vertrag mit §37b, SGB V und §72 SGB XI geregelt.

Der Vertrag steht für die Ergänzung, bereits bestehenden Versorgungsangeboten für Vertragsärzte, Krankenhaus und Pflegedienste, insbesondere der allgemeinen ambulanten Palliativ - medizinischen Versorgung die nicht auf Landesebene einheitlich geregelt ist. Hier wird der ergänzende Vertrag für Nordrhein vorgestellt. Nach Umfang der Versorgung ersetzt der SAPV, die Regelversorgung von SGB V vollständig. Andere mögliche SGB Leistungen werden nicht beeinträchtigt. Das Ziel soll zum Erhalt der Lebensqualität und Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen dienen. Im Vordergrund steht diese zu fördern, zu verbessern und den Hilfebedürftigen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung, oder stationären Pflegeeinrichtung zu ermöglichen. Anstelle eines kurativen Ansatzes, steht hier die Palliativ-medizinische, sowie Palliativ-pflegerischer Zielsetzung, das heißt:  Symptome und Leiden einzelfallgerecht zu lindern, individual Bedürfnisse, Belange und Wünsche der Sterbenden stehen im Mittelpunkt, die durch den Behandlungsplan und oder der Patientenverfügung die zum Ausdruck gebracht wird.

Er muss allen beteiligten Personen bekannt sein und beachtet werden. (SAPV, 2007b§1, S. 8) Gesondert wird die Versorgung von Kindern und deren Belange durch gesondert benötigte Verträge und Vollmachten auf Antrag geregelt.

2.2 Inhalte und formale Voraussetzung für die Aufnahme von SAPV – Kunden

Die Kriterien und Inhalte für Kunden als Leistungsnehmer und Leistungserbringer, palliativer Pflegedienst werden benannt. Jeder Versicherte hat laut Sozialgesetzbuch ein Anrecht auf eine spezialisierte ambulante Versorgung, welche er vertraglich  unterzeichnet. (bmg, 2008, S.1)

Gemäß § 37b SGB V (SAPV) heißt es Lebensqualität und die Selbstbestimmung Schwerstkranker zu erhalten, zu fördern und zu verbessern. Ein Menschenwürdiges Leben SGB I bis zum Tod in vertrauter häuslicher oder familiären Umgebung zu ermöglichen. Das Würdevolle ohne unerträgliche Schmerzen, oder deren Begleitsymptome, friedliche zu sterben, begleitet das Palliativ - Care -Team, das zu Verfügung steht. Das Kriterium zur Aufnahme ergibt sich aus der Erkrankung, die, nach den allgemein erkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse nicht heilbar ist. Jegliche Behandlungsmaßnahmen können nicht zur Beseitigung führen. Ihre Lebenserwartung ist auf nur wenige Tage, Wochen und Monate bestimmt und die eine aufwändige Versorgung benötigen, die auch ambulant erbracht werden kann.( RGL, 2012a, S. 4ff) Die Voraussetzung zur Ausübung bedarfsgerechter Versorgung nach

SAPV ist es notwendig einen Zusatzvertrag mit den Krankenkassen abzuschließen, da dies nicht Landeseinheitlich ist. Die Leistungen werden intermittierend oder durchgängig als Beratungsleistung, Koordination der Versorgung, additiv unterstützende Teilversorgung oder als vollständige Versorgung verstanden. Die Inhalte des Vertrags und deren Richtlinien sind vorgegeben, in Zielsetzung, Zugangsvoraussetzung, Inhalte und Umfang der Leistung, organisatorisches, Personellen- und Qualitätsmaßstäbe, die nachweislich zu erfüllen sind. (§132.V. §37 b SGB V, 2007c,S.6ff) Nachstehend werden die Voraussetzungen im Rahmen der Hausarbeit für die qualifizierten Pflegefachkräfte dargestellt

3. Kompetenz und Performanz des Palliativ Care Team

Der Ursprung des Begriffs Kompetenz stammt aus dem lateinischen, competenzio, dass die Bedeutung inne hat: zusammenhängend. In verschiedenen Definitionen werden die Merkmale beschrieben, die als Disposition einer Person ein bestimmtes Verhalten und eine Performanz anzeigt. Die Performanz beinhaltet die tatsächliche Umsetzung, zum Beispiel die soziale Handlung und die Kompetenz selbst im Sinne der Handlungsdisposition. (Kalz, 2011, S. 10)

Kompetenz wird als Fähigkeit, Kenntnisse, Methoden, Wissen, Einstellungen und Werte verstanden, deren Erwerb, Entwicklung und Verwendung sich auf die ganze Lebenszeit des Menschen bezieht. Der Kompetenzbegriff umfasst Qualifikationen, die in seinem Subjektbezug elementare bildungstheoretische Ziele und Inhalte aufnimmt. Die berufliche Kompetenz definiert sich besonders auf die Fähigkeiten, Fertigkeiten, Wissensbestände und Einstellungen die  das umfassende fachliche und soziale Handeln der Arbeitnehmer in seiner berufsförmigen organisierten Arbeit ermöglicht. (Dehnbostel, 2010a, S. 32) Palliativ - Care verfügt über ein interdisziplinäres Konzept.(Andreae et al., 2006b, S. 140) Als Palliativ - Care - Team sind Arzt mit Zusatzausbildung ( palliativ Medizin, QPA), Pflegepersonal (Altenpfleger, Krankenschwester mit Zusatzausbildung Palliativ) und Hospiz, die vertraglich im Netzwerk eingebunden sind. Graph. Darstellung des Netzwerk im Anhang)Regelmäßige Schulungen finden jährlich statt mit Stundenvorgabe, welche im Versorgungsvertrag angeordnet sind. (§7 persönliche Voraussetzungen 2007d, S. 14 und §4 Nachweis der Voraussetzung, S. 17) Im Rahmen der Hausarbeit wird die Kompetenz und Performanz aller Mitglieder des Palliativ Care Team erläutert, die für jeden in seinem Bereich eingebunden sind. Im Rahmen der Modernisierungsschübe unterscheiden sich in der Arbeitswelt, beruf-fachlich und normative Qualifikationen, die während vorberuflichen und beruflichen in Sozialisation erlernt wurden. Sie bündeln sich in so genannte Schlüsselqualifikationen. Der Kompetenzbegriff beschränkt sich auf die formalen Aspekte, im Zusammenhang mit Aus- und Weiterbildung. Die Debatte, der Schlüsselqualifikationen,

die sich als Kompetenz etablierte und als breit gefasstes Potenzial menschlichen Fähigkeiten gilt, dem Handeln in konkreten Situationen zu Grunde lie-

gen.(Georg et. al.,  2010a, S. 15) Von der KMK wird die Handlungskompetenz als: ich zitiere: ,, Fähigkeit des Einzelnen, sich im beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen, sachgerecht, durchdacht, sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten.“ (Heinz, 2010a, S. 96) Die Schlüsselqualifikation beinhaltet Basisqualifikation, horizontal erweiterte Qualifikation (Aufnahme und konstruktive Verarbeitung von Informationen), Breitenqualifikation (berufsübergreifend), Vintage (Wachstumsfaktoren im Sinne von Bildungsprozessen), die auf drei Pfeilern aufgelistet ist. Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz. (Heinz, 2010b, S. 96 ff) Die gemeinsame Grundlage des Palliativ – Care - Team, steht die sozialen Kompetenz im Vordergrund, die darin besteht, in der Tätigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten. ,,Teamarbeit“ (Heinz, 2010c, S. 102) Im Anhang eine Veranschaulichung.

Die Schlüsselqualifikation steht als Basisregel des Handelns im Arbeitsprozess und gelten als zentrale-, psychosoziale- und kognitive Voraussetzung. (Heinz, 2010b, S. 99) Die Arbeit in der SAPV verläuft in Schnittstellen- und intensiver Teamarbeit, die zum Teil fachübergreifen verläuft. Verdeutlicht wird dies nachstehend im Text, anhand der Tätigkeit der Palliativfachpflegekraft.

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Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Spezialisierte ambulante palliative Versorgung (SAPV) in institutioneller Umsetzung
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Lehrgebiet Lebenslanges Lernen "Betriebliches Lernen und Organisationsentwicklung")
Note
2,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
28
Katalognummer
V270448
ISBN (eBook)
9783656618652
ISBN (Buch)
9783656618621
Dateigröße
410 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
spezialisierte, versorgung, sapv, umsetzung
Arbeit zitieren
Martina Landwehr (Autor), 2014, Spezialisierte ambulante palliative Versorgung (SAPV) in institutioneller Umsetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270448

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