Anhand einer Beispielschule zeigt der Autor auf, inwiefern das Erstellen einer didaktischen Landkarte einer Einzelschule als schulisches Entwicklungsinstrument genutzt werden kann. Im Zentrum der Betrachtung liegt die Unterrichtsentwicklung. Der exemplarische Bericht zeigt auf, wie die didaktische Landkarte erhoben werden kann und welche Entwicklungsempfehlungen bezüglich der Unterrichtsentwicklung für die Beispielschule abgeleitet wurden. Die Erhebung erfolgte anhand einer methodischen Triangulation.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Vorwort zum Hintergrund dieser Arbeit im Kontext der internen Evaluation an einer Beispielschule
1.2 Ausgangslage der 'Externen Evaluation' und daraus resultierende Entwicklungsaufgaben für die Beispielschule
1.3 Fragestellung und Thesen
1.4 Ablauf / Termine
2. Zur Definition von Formen der Unterrichtsgestaltung
2.1 Definition 'geschlossene Unterrichtsformen'
2.2 Definition 'offene Unterrichtsformen'
2.3 Definition 'Didaktische Landkarte'
3. Vorgehensweise – Methodische Triangulation
3.1 Die Bildungsorganisation Beispielschule
3.2 Eingrenzung des Evaluationsfeldes auf die Mittel- und Oberstufe
3.3 Dimensionen, Indikatoren, Codes und zugeordnete Fragestellungen
3.4 Interview mit der Schulleitung (Qualitatives Vorgehen)
3.5 Fragebogen an die Lehrpersonen (Quantitatives Vorgehen)
3.6 Dokumentenanalyse (Qualitatives Vorgehen)
3.7 Software: Grafstat 4 / SPSS 20
4. Ergebnisteil - Die 'didaktische Landkarte' der Beispielschule
4.1 Ergebnisse der Fragebogenauswertung
4.2 Ergebnisse der Interviewauswertung
4.3 Ergebnisse der Dokumentenanalyse
5. Diskussionsteil
5.1 Interpretation der Aussagen zur 'didaktischen Landkarte'
5.1.1 Interpretation der Aussagen der Lehrpersonen
5.1.2 Interpretation der Aussagen der Schulleitung
5.1.3 Interpretation der Aussagen aus der Dokumentenanalyse
5.2 Empfehlungen und Massnahmen für eine Optimierung der Situation
5.3 Vorschlag für Minimalstandards bezüglich der Unterrichtsgestaltung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit hat zum Ziel, eine Bestandsaufnahme der vorherrschenden "didaktischen Landkarte" an einer Beispielschule durchzuführen, um auf dieser Grundlage Entwicklungsempfehlungen für die Unterrichtsgestaltung und Unterrichtsentwicklung abzuleiten, die insbesondere eine Balance zwischen offenen und geschlossenen Unterrichtsformen anstreben.
- Analyse der didaktisch-methodischen Unterrichtspraxis
- Erfassung der Haltungen und Erfahrungen von Lehrpersonen und Schulleitung
- Ermittlung von strukturellen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen
- Methodische Triangulation durch Fragebögen, Interviews und Dokumentenanalyse
- Formulierung von Strategien und Minimalstandards zur Unterrichtsoptimierung
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition 'geschlossene Unterrichtsformen'
Obwohl die Fülle an Unterrichtsformen, die unter den Begriff 'geschlossene Unterrichtsformen' subsumiert werden, nicht so gross ausfällt wie bei den 'offenen Unterrichtsformen', so gilt es doch die einzelnen Formen oder Phasen des 'geschlossenen Unterrichts' zu betrachten.
Die gängigsten Beschreibungen, was denn 'geschlossene Unterrichtsformen' seien, decken die Begriffe 'Frontalunterricht' (Wiechmann 2002), 'Klassenunterricht' (Meyer 2001) und 'direkte Instruktion' (Grell 2002; Wiechmann 2002) ab. Der Frontalunterricht „zielt vor allem auf die Entwicklung von Verständnis und Anwendung im Bereich des Fakten- und Strukturwissens“ (Wiechmann 2011, S. 26). Dabei sind in Form einer Grundstruktur vier Arbeitsphasen zu unterscheiden. Die erste Phase stellt das Darbieten dar, welches entweder problemorientiert oder informierend durchgeführt werden kann. Hierbei wir das Thema der Klasse bekannt gemacht. Der zweite Schritt erfolgt durch das Durcharbeiten, wo das Verständnis des Themas angestrebt wird. In Folge des übenden Wiederholens findet eine Konsolidierung dieses Verständnisses bzw. Wissen statt. Im vierten Schritt erfolgt das problemorientierte Anwenden, indem das Verständnis in eine andere Situation transferiert wird (vgl. ebd., S. 27ff.). Ob es sich beim Frontalunterricht um einen Sammelbegriff für lehrerzentrierte Unterrichtsformen oder um eine Sozialform handelt, ist umstritten. In der Folge dieser Studie wird der Begriff als Sammelbegriff verwendet.
Bei der Instruktion, als Teil dieses Sammelbegriffs, gilt es zwischen der direkten Instruktion und der indirekten Instruktion zu unterscheiden. Während die direkte Instruktion personal erfolgt, so kommt die indirekte Instruktion in schriftlicher Form unter der Funktionserfüllung der Arbeitsanweisung vor. Im Zuge des Methodenstreits und der daraus von einigen Akteuren der Erziehungswissenschaft angestrebten Methodenvielfalt, erfolgte auch eine 'Zerlegung des Frontalunterrichts' in dessen Teilformen wie Darbieten, Vermitteln, Vorzeigen (Vettiger 2003) oder Vortragen, Referieren, Erklären oder Präsentieren (Gasser 2003). Ebenso kann Hans Aebli`s (1998) didaktisches Konzept des PADUA zu diesem Prozess der Differenzierung hinzugezählt werden.
Allen 'geschlossenen Unterrichtsformen' gemeinsam ist neben der Lehrerzentrierung, die Zusprechung einer raschen Vermittlung von Grundlagenwissen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Kontext der Arbeit als Teil einer internen Evaluation und wissenschaftlichen Untersuchung, die aus den Vorgaben einer externen Evaluation resultiert.
2. Zur Definition von Formen der Unterrichtsgestaltung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Begrifflichkeiten zu 'geschlossenen' und 'offenen' Unterrichtsformen sowie das Konzept der 'didaktischen Landkarte' erörtert und für die Studie adaptiert.
3. Vorgehensweise – Methodische Triangulation: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Design der Untersuchung, das auf einer Kombination aus Fragebogen, Experteninterview und Dokumentenanalyse basiert.
4. Ergebnisteil - Die 'didaktische Landkarte' der Beispielschule: Hier werden die empirischen Befunde aus der Befragung, den Interviews und den Dokumenten analysiert und detailliert dargestellt.
5. Diskussionsteil: In diesem Kapitel werden die erhobenen Daten interpretiert und in Form von konkreten Empfehlungen und Standards für die weitere Schulentwicklung diskutiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst den Prozess und die wesentlichen Erkenntnisse der Studie zusammen und verweist auf die abgeleiteten Massnahmen.
Schlüsselwörter
Didaktische Landkarte, Unterrichtsentwicklung, geschlossene Unterrichtsformen, erweiterte Unterrichtsformen, Schulentwicklung, Interne Evaluation, Methodische Triangulation, Selbststeuerung, Individualisierung, Unterrichtsgestaltung, Lehrerzentrierung, Kompetenzförderung, Schulleitung, Methodenvariation, Bildungsqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Unterrichtsgestaltung an einer Beispielschule, um eine sogenannte "didaktische Landkarte" zu erstellen und Empfehlungen zur Unterrichtsentwicklung zu geben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themenfelder umfassen die Anwendung von Unterrichtsformen, das Verhältnis von offenen zu geschlossenen Unterrichtsformen, die Rolle der Schulleitung bei der Schulentwicklung sowie strukturelle Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Bestandsaufnahme der aktuellen Unterrichtsmethoden (didaktische Landkarte), um daraus verbindliche Minimalstandards für die Unterrichtsgestaltung an der Sekundarstufe abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es wird ein methodischer Triangulationsansatz gewählt, der eine quantitative Lehrpersonenbefragung, ein qualitatives Experteninterview mit der Schulleitung und eine Dokumentenanalyse formaler Vorgaben kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Definitionen vor allem die empirischen Ergebnisse aus der Befragung, der Interviewauswertung und der Dokumentenanalyse präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselwörter sind unter anderem Unterrichtsentwicklung, Didaktische Landkarte, erweiterte Unterrichtsformen, Schulentwicklung und Interne Evaluation.
Welche Disparitäten wurden in der Anwendung von Unterrichtsformen festgestellt?
Die Studie identifizierte signifikante Unterschiede in der Anwendungshäufigkeit und Vielfalt der Unterrichtsformen in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht und Funktion der Lehrpersonen sowie einen methodischen Bruch beim Übergang von der Mittel- zur Oberstufe.
Wie bewerten die Lehrpersonen den Arbeitsaufwand von erweiterten Unterrichtsformen?
Die Lehrpersonen schreiben der Vor- und Nachbereitung von erweiterten Unterrichtsformen einen signifikant höheren Arbeitsaufwand zu als bei geschlossenen Formen, was ein zentrales Hindernis für die Implementierung darstellt.
Welche Bedeutung misst die Schulleitung dem Frontalunterricht bei?
Die Schulleitung steht dem Frontalunterricht nicht ablehnend gegenüber, sofern eine gute Interaktion zwischen Lehrkraft und Schülern besteht, betont jedoch die Notwendigkeit einer gewissen Methodenvielfalt zur Vermeidung von Eintönigkeit.
- Citar trabajo
- MA Educational Sciences und MA Educational Sciences Stephan Marti (Autor), 2012, Die didaktische Landkarte der Einzelschule als Entwicklungsinstrument zur Unterrichtsentwicklung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270552