Eine Abhandlung über die verschiedenen medialen Darstellungen der österreichischen Kaiserin anhand des Musicals "Elisabeth" von Michael Kunze und Sylvester Levay sowie der Sissi-Trilogie von Ernst Marischka.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kaiserin Elisabeth - Die historische Figur
3. Die Sissi-Trilogie von Ernst Marischka
3.1 Elisabeths Biographie als Heimatfilm
3.2 Figurenanalyse: „Sissi“
4. Das Musical Elisabeth
4.1 Das Erfolgsmusical
4.2 Figurenanalyse: „Elisabeth“
5. Zusammenfassende Bewertung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Aufarbeitung der historischen Person Kaiserin Elisabeth von Österreich, indem sie die Darstellung ihrer Figur in der Sissi-Trilogie von Ernst Marischka mit jener im Musical Elisabeth von Michael Kunze und Sylvester Levay vergleicht. Ziel ist es, die Unterschiede in der Charakterzeichnung sowie die zugrundeliegenden medialen Intentionen und Auswirkungen auf die Rezeption zu analysieren.
- Historische Biographie der Kaiserin Elisabeth von Österreich
- Analyse der Sissi-Filme als Ausdruck des Heimatfilm-Genres
- Figurenanalyse der Sissi-Rolle in der Marischka-Trilogie
- Inszenierung und Charakterisierung im Musical Elisabeth
- Vergleichende Bewertung beider Medien hinsichtlich ihrer Naturalistik und Vielschichtigkeit
Auszug aus dem Buch
3.2 Figurenanalyse: „Sissi“
Die Figureneinführung der Protagonistin zeigt schon recht deutlich, wie Sissis Charakter angelegt ist. In einem dramatischen, roten Kleid kommt sie auf ihrem Pferd ins Bild geritten, im Hintergrund ist eine malerische Bergkulisse zu sehen und überwältigende Streichermusik umrahmt die Szene. Doch Sissi ist keinesfalls ein kleines, hilfloses Mädchen. Mühelos springt sie mit ihrem Pferd über Hecken und Sträucher, der Zuschauer erkennt, dass dieses Mädchen ein Wirbelwind ist, ungebunden und frei. Sie geht liebevoll mit ihren Tieren und ihrer Familie um, sie kümmert sich und hat für jeden ein Lächeln auf den Lippen. Diese Freundlichkeit jedem Lebewesen gegenüber zieht sich durch die gesamte Trilogie. Besonders im ersten Teil sehen wir sie auch immer wieder in den Bergen oder im Wald, ihre Naturverbundenheit wird damit deutlich zum Ausdruck gebracht.
Ihre Kleidung ist zu Anfang noch recht einfach gehalten, sie trägt u.a. ein Dirndl, womit die eher einfachen Verhältnisse, in denen sie aufgewachsen ist dargestellt werden. Ansonsten ist sie häufig in helle Farben gekleidet und trägt oft Blumen im Haar. Auffällig ist Sissis doch deutlich sichtbares Make-up. Ihr historisches Vorbild legte viel Wert auf Natürlichkeit, die Film-Sissi trägt jedoch auch schon einmal knallroten Lippenstift. Dies ist wohl dem Schönheitsideal der 50er-Jahre zu verdanken, welches besonders in der Ausstattung der Darsteller immer wieder durchscheint. Sissi hat ein sehr herzliches Verhältnis zu ihrem Vater, den sie als ihr Vorbild bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die anhaltende mediale Faszination für Kaiserin Elisabeth und definiert die Forschungsfrage bezüglich der akkuraten Darstellung ihres Wesens in Film und Musical.
2. Kaiserin Elisabeth - Die historische Figur: Dieses Kapitel skizziert das Leben der historischen Kaiserin, von ihrer unbeschwerten Kindheit über ihre Rolle am Wiener Hof bis hin zu ihrer persönlichen Isolation und tragischen Ermordung.
3. Die Sissi-Trilogie von Ernst Marischka: Das Kapitel ordnet die Trilogie als filmisches Kulturgut ein, das als „Heimatfilm“ eine heile Welt konstruierte, um das deutsche Nachkriegspublikum emotional zu entlasten.
3.1 Elisabeths Biographie als Heimatfilm: Es wird analysiert, wie die historische Geschichte zugunsten eines romantisch-verklärten Narrativs reduziert und positiv idealisiert wurde.
3.2 Figurenanalyse: „Sissi“: Hier wird der Charakter der Film-Sissi als unbeschwerter „Wirbelwind“ detailliert beschrieben und mit den Schönheitsidealen der 50er-Jahre in Bezug gesetzt.
4. Das Musical Elisabeth: Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wiener Inszenierung von 2005 und die Einführung der fiktiven Figur des Todes, welche Elisabeths psychische Zustände metaphorisch begleitet.
4.1 Das Erfolgsmusical: Dieses Kapitel erläutert, wie das Musical durch zynische Kommentare des Attentäters Lucheni und eine stärkere biographische Nähe eine kritische Distanz zur Sisi-Figur aufbaut.
4.2 Figurenanalyse: „Elisabeth“: Es wird beleuchtet, wie das Musical die Wandlung der Protagonistin zur selbstbestimmten, aber auch egoistischen Frau durch verschiedene Stadien ihrer Persönlichkeit darstellt.
5. Zusammenfassende Bewertung: Der abschließende Vergleich resümiert, dass das Musical eine vielschichtigere und kritischere Auseinandersetzung mit Elisabeth ermöglicht als die zweidimensionale Darstellung in den Marischka-Filmen.
Schlüsselwörter
Kaiserin Elisabeth, Sissi, Marischka-Trilogie, Musical Elisabeth, Figurenanalyse, historische Person, mediale Aufarbeitung, Heimatfilm, Todessehnsucht, Charakterisierung, Romy Schneider, Michael Kunze, Sylvester Levay, Filmwissenschaft, Darstellung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der medialen Rezeption und Darstellung von Kaiserin Elisabeth von Österreich in zwei populären Formaten: der Sissi-Filmtrilogie der 1950er Jahre und dem Musical Elisabeth.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit thematisiert die Diskrepanz zwischen der historischen Person und ihrer stilisierten Mediensicht, die Analyse von Charakterbildern sowie die Wirkung von Heimatfilmen versus Musical-Inszenierungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu analysieren, wie akkurat die beiden Medien den Charakter und den Werdegang der Elisabeth darstellen und welche Unterschiede in der medialen Aufarbeitung bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Verfasserin nutzt eine auf Jens Eder basierende Figurenanalyse, um die Entwicklung und die mediale Konstruktion der Kaiserin in den jeweiligen Werken methodisch zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert nacheinander die historische Vorlage, die filmische Inszenierung der Marischka-Filme inklusive Figurenanalyse sowie die musikalische und inhaltliche Gestaltung des Musicals Elisabeth.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kaiserin Elisabeth, Sissi, Mediale Aufarbeitung, Heimatfilm, Musical, Figurenanalyse und Charakterdarstellung.
Wie unterscheidet sich die Sissi-Figur im Film von der Musical-Figur?
Während die Film-Sissi als romantische und idealisierte Märchenprinzessin dargestellt wird, zeigt das Musical eine vielschichtigere, melancholische und teils egoistische Frau, die kritischer hinterfragt wird.
Welche Rolle spielt der Tod im Musical Elisabeth?
Der Tod fungiert im Musical als eine zentrale fiktionale Figur, die Elisabeths Todessehnsucht verkörpert und eine metaphorische Liebesgeschichte mit ihr eingeht.
Warum wird im Musical die Figur des Luigi Lucheni eingeführt?
Lucheni dient als zynischer Erzähler, der die Handlung kommentiert, historische Zusammenhänge erklärt und die mediale Stilisierung Elisabeths kritisch hinterfragt.
- Arbeit zitieren
- Farah Caroline Woditschka (Autor:in), 2013, Kaiserin Elisabeth von Österreich. Historische Person, Filmheldin, Musicalfigur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270623