Kaiserin Elisabeth von Österreich. Historische Person, Filmheldin, Musicalfigur


Hausarbeit, 2013

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kaiserin Elisabeth - Die historische Figur

3. Die Sissi-Trilogie von Ernst Marischka
3.1 Elisabeths Biographie als Heimatfilm
3.2 Figurenanalyse: „Sissi“

4. Das Musical Elisabeth
4.1 Das Erfolgsmusical
4.2 Figurenanalyse: „Elisabeth“

5. Zusammenfassende Bewertung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Aus historisch-politischer Sicht ist Kaiserin Elisabeth von Österreich eine durchaus vernach- lässigbare Persönlichkeit. (vgl. Unterreiner 2010: S. 7) Trotzdem gibt es noch heute, über hun- dert Jahre nach ihrem Tod, stets neue mediale Aufarbeitungen ihrer Biographie, die sich mit dem zum Teil tragischen Schicksal der österreichischen Kaiserin befassen. Filme, (Kinder-) Serien, Bücher, Opern, Musicals, fast kein Medium hat den „Sissi“-Stoff noch nicht behandelt. Aus welchem Grund inspiriert ihr Leben so viele Menschen und wird deshalb immer wieder aus anderen Perspektiven betrachtet? Worin besteht die Faszination, die Elisabeth bis heute sowohl auf Autoren verschiedenster Medien als auch auf die Rezipienten ausübt?

Anhand der tatsächlichen Biographie der Kaiserin sowie der Darstellung ihrer Figur in den Sissi-Filmen von Ernst Marischka mit Romy Schneider in der Titelrolle und im Musical Elisabeth1 von Michael Kunze (Buch) und Sylvester Levay (Musik) soll in der vorliegenden Hausarbeit analysiert werden, welche Aspekte aus Elisabeths Leben in dessen medialer Aufarbeitung eine besondere Rolle einnehmen und somit immer wieder zum Leitmotiv werden, zum anderen soll untersucht werden, wie akkurat die beiden Medien Film2und Musical3den Werdegang, das Wesen und den Charakter der Elisabeth darstellen können. Worin finden sich die richtungsweisenden Unterschiede, an welchen Stellen weicht die mediale Darstellung von der Wirklichkeit ab und was könnten die Ursachen dafür sein?

Zur Untersuchung der Figuren werde ich mich zum Teil auf die analyseleitenden Fragen von Jens Eder zur Figurenanalyse beziehen, jedoch aus Platzgründen nicht detailliert auf jede ein- gehen, sondern eher versuchen, anhand dieser Fragen einen prägnanten Gesamtüberblick zu schaffen

2. Kaiserin Elisabeth - Die historische Figur

Bei der Betrachtung der historischen Persönlichkeit „Elisabeth von Österreich“ gibt es mehre- re Möglichkeiten einer Annäherung. Durch ihre frühe Verlobung mit dem Kaiser von Österreich stand Elisabeth bereits im Jugendalter unter ständiger Beobachtung und im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Abgesehen von ihrem wahren Charakter und ihrer wahren Persönlichkeit etablierte sich somit ein teils von der Allgemeinheit, teils von ihr selbst kreiertes Bild der Monarchin, welches zu einer Mystifizierung und letztendlich auch einer Verschleie- rung ihrer wahren Person führte. Auch das nach ihrem Tod entdeckte wirtschaftliche Potenzi- al, das ihre Geschichte in sich birgt, welches auf vielfältige Weise ausgeschöpft wurde, führte zu einer Verzerrung des Charakters der „Sissi“4. Bei der folgenden Beschreibung ihrer biogra- phischen Daten werde ich mich vor allem auf Karin Unterreiners Lektüre „Sisi. Kaiserin Eli- sabeth von Österreich“ beziehen (Details sind im Literaturverzeichnis zu finden).

Ihre ersten Lebensjahre verbringt Elisabeth als wohlbehütetes Kind im Kreise ihrer Familie. Sie wächst unbeschwert auf, genießt eine ungezwungene Erziehung fernab vom förmlichen Hofzeremoniell, welches ihrem Vater, zu dem sie eine sehr enge Beziehung hat, komplett zu- wider ist. Ihn bezeichnet sie oft als Vorbild, denn er ist vor allem an seiner persönlichen Selbstverwirklichung interessiert, liebt das Reisen, die Natur und das Reiten. Er regt auch die vielseitige körperliche Ertüchtigung seiner Kinder an, was gerade für Mädchen in dieser Zeit eher ungewöhnlich ist Mit 15 wird Elisabeth mit Kaiser Franz Joseph von Österreich bekannt gemacht, welcher sich sofort in die bescheidene, anmutige, schöne, aber auch im Umgang mit ihm unbefangene Prinzessin verliebt. Schnell wird sie als die künftige Kaiserin von Österreich auserkoren. Sich jedoch ihrer neuen Rolle und Umgebung anzupassen fällt Elisabeth sehr schwer. Am kaiserli- chen Hof herrscht ein striktes Zeremoniell, welchem sie sich nur mit Mühe unterordnen kann. Besonders das plötzliche, ihr geltende öffentliche Interesse verunsichert sie sehr. Erzherzogin Sophie, ihre Schwiegermutter, tritt in dieser prägenden Phase als Schlüsselfigur auf, sie maß- regelt Elisabeth und hält ihr ihre Schwächen vor. Es stellt sich jedoch die Frage, ob nicht auch gerade Sophies Strenge rückblickend übertrieben dargestellt wird, da sich diese in ihren Auf- zeichnungen oft sehr positiv über Elisabeths Natürlichkeit und öffentliche Wirkung äußert. Zu Franz Joseph pflegt sie kurz nach der Hochzeit ein liebevolles Verhältnis, doch aufgrund von politischen Unruhen, fehlt ihm schlicht und einfach die Zeit, sich intensiv um seine neue Frau zu kümmern. Elisabeth fühlt sich aus diesem Grund einsam und im Stich gelassen, insbeson- dere da er auch keinen Widerspruch gegen ihre Behandlung durch Erzherzogin Sophie einlegt.

Elisabeths erstes Kind, Sophie5, sorgt zumindest in der ersten Zeit für ein harmonisches Leben in der kaiserlichen Familie. Jedoch wird sich die Kaiserin langsam ihrer Position als erster Frau im Reich bewusst und beginnt, gegen ihre Schwiegermutter aufzubegehren, insbesonde- re was Kindererziehung und Unterbringung ihrer Kinder betrifft (Elisabeths zweite Tochter Gisela kommt nur ein Jahr später zur Welt). Kurze Zeit später kommt es jedoch zu einem ers- ten Schicksalsschlag in Elisabeths Leben, als ihre Tochter Sophie im Alter von nur zwei Jah- ren an Fieber stirbt. Die junge Kaiserin verzweifelt und gibt sich selbst die Schuld an ihrem Tod. Aus diesem Grund überlässt sie die weitere Erziehung ihrer jüngeren Tochter komplett ihrer Schwiegermutter.

Ein weiteres Jahr später gebärt Elisabeth dann ihren Sohn, Kronprinz Rudolf, dessen Erziehung sie ebenfalls Erzherzogin Sophie überlässt. Die Geburt verläuft nicht ohne Komplikationen und die kränkelnde Elisabeth verbringt aus diesem Grund ihren ersten langfristigen Kuraufenthalt auf Madeira. Diese Zeit ist von Melancholie und baldig auftretendem weiteren Fernweh geprägt. Durch ihre lange Abwesenheit von zwei Jahren kommt es außerdem zu einer Entfremdung ihrer Kinder, was ihr jedoch durchaus entgegen kommt, da sie nicht unbedingt als kinderliebend zu bezeichnen wäre.

Sehr bald beginnt Elisabeth auch ihre legendäre Schönheit sowohl ausgiebig zu pflegen als auch politisch zu nutzen. Ihr lag das ungarische Königreich besonders am Herzen und es gelingt ihr schnell, die Sympathien der Ungarn zu gewinnen. Dies ist allerdings der einzige politische Einfluss den sie hat, sie konzentriert sich sonst eher auf ihre privaten Interessen. Neben dem Reitsport, den sie aufs Extremste ausübt, betreibt sie einen exzessiven Schön- heitskult, aus dem sie ihr gesamtes Selbstwertgefühl zieht. Dazu gehören tägliche Turn- übungen, penible Erhaltung ihrer schlanken Linie6 durch extreme Diäten und besonders ihre Haarpflege. Bis heute ist auch umstritten, ob Elisabeth nicht an einer Essstörung litt7. Ihr Familienleben hingegen pflegt Elisabeth nicht besonders, ihre Hauptbeschäftigung ist rastloses Umherreisen, was Franz Joseph ihr großzügig finanziert, wahrscheinlich weil er sie Zeit seines Lebens innig liebte und ihr jeden Wunsch erfüllen wollte. Zu ihrem Sohn Rudolf hat sie ein sehr ambivalentes Verhältnis, als er jedoch 1889 Selbstmord begeht, markiert dies eine einschneidende Zäsur in ihrem Leben. Von diesem Zeitpunkt an, stilisiert sie sich als „Mater dolorosa“, sie trägt nur noch schwarze Kleidung und meidet jede Form von öffentlichem Auftreten, Schirm und Fächer werden zu ihren ständigen Begleitern, um sich vor neugierigen Blicken zu schützen. Ihre Stimmung ist geprägt von Todessehnsucht und Melancholie. Auch ihr stets präsentes Fernweh kann nicht gestillt werden, obwohl sie jedem Impuls nachgibt und beinahe ständig auf Reisen ist. Sie und der Kaiser entfernen sich emo- tional voneinander, ihr einziger Halt in der Familie ist lediglich ihre jüngste Tochter Marie Valerie. Auch ihre Poesie, mit der sie sich ausgiebig beschäftigt, zeichnet das Bild einer de- pressiven, getriebenen Frau. Ihre Todessehnsucht wird schließlich am 10. September 1898 erfüllt, als sie dem Attentat des italienischen Anarchisten Luigi Lucheni zum Opfer fällt. Das Mitgefühl und die Trauer des österreichischen Volkes gilt vor allem dem Kaiser und weniger Elisabeth selbst, da sie durch ihren exzentrischen und exaltierten Lebensstil vom Volk in einem eher negativen Licht gesehen wird.

3. Die Sissi-Trilogie von Ernst Marischka

3.1 Elisabeths Biographie als Heimatfilm

Die Sissi-Trilogie von Ernst Marischka hat sich in Deutschland inzwischen als filmisches Kulturgut etabliert. Bis heute sind die Filme beliebt und beinahe jedem bekannt, sie wer- den in jedem Jahr zur Weihnachtszeit im Fernsehen wiederholt und haben das Bild der Kaiserin in Deutschland deutlich geprägt. Romy Schneider spielt hier die Rolle ihres Le- bens, das Image der Sissi wurde sie zu ihrem Leidwesen nie wieder los. Die Filme folgen einer typischen Heimat-Liebesfilm-Handlung, die sie aus heutiger Sicht kitschig wirken lassen. Da der erste Film jedoch nur zehn Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges entstand, kann man mutmaßen, dass diese Filme für das angeschlagene deutsche Volk eine beinahe therapeutische Wirkung hatten. Die Auseinandersetzung mit deutsch-öster- reichischer Geschichte wird hier in Watte gepackt, die handelnden Person werden durch- weg in positivem Licht dargestellt und eine zu starke Politisierung der Geschichte wird vermieden. Eine „heile Welt“ wird gezeigt, in die sich die Bevölkerung, die das grausame Antlitz des Krieges sehen musste, für einige Stunden flüchten und vollkommen ohne schlechtes Gewissen die wunderschönen Naturaufnahmen der eigenen Heimat genießen kann.

3.2 Figurenanalyse: „Sissi“

Die Figureneinführung der Protagonistin zeigt schon recht deutlich, wie Sissis Charakter angelegt ist. In einem dramatischen, roten Kleid kommt sie auf ihrem Pferd ins Bild gerit- ten, im Hintergrund ist eine malerische Bergkulisse zu sehen und überwältigende Streichermusik umrahmt die Szene. Doch Sissi ist keinesfalls ein kleines, hilfloses Mäd- chen. Mühelos springt sie mit ihrem Pferd über Hecken und Sträucher, der Zuschauer erkennt, dass dieses Mädchen ein Wirbelwind ist, ungebunden und frei. Sie geht liebevoll mit ihren Tieren und ihrer Familie um, sie kümmert sich und hat für jeden ein Lächeln auf den Lippen. Diese Freundlichkeit jedem Lebewesen gegenüber zieht sich durch die gesamte Trilogie. Besonders im ersten Teil sehen wir sie auch immer wieder in den Ber- gen oder im Wald, ihre Naturverbundenheit wird damit deutlich zum Ausdruck gebracht. Ihre Kleidung ist zu Anfang noch recht einfach gehalten, sie trägt u.a. ein Dirndl, womit die eher einfachen Verhältnisse, in denen sie aufgewachsen ist dargestellt werden. An- sonsten ist sie häufig in helle Farben gekleidet und trägt oft Blumen im Haar. Auffällig ist Sissis doch deutlich sichtbares Make-up. Ihr historisches Vorbild legte viel Wert auf Na- türlichkeit, die Film-Sissi trägt jedoch auch schon einmal knallroten Lippenstift. Dies ist wohl dem Schönheitsideal der 50er-Jahre zu verdanken, welches besonders in der Aus- stattung der Darsteller immer wieder durchscheint. Sissi hat ein sehr herzliches Verhältnis zu ihrem Vater, den sie als ihr Vorbild bezeichnet. Sie sagt schon recht früh im Film ihr eigenes Schicksal voraus: „ Plötzlich, da packt‘s ihn und dann muss er reisen. Ich glaub‘, ich werd auch einmal so werden wie er“ (SISSI. A 1955) Sissi entspricht kaum dem zeitgenössischen Bild einer Prinzessin, sie macht sich schmutzig, ist tollpat- schig, vielleicht sogar etwas burschikos, dabei jedoch immer unheimlich charmant und zieht dadurch die Sympathien sowohl der Zuschauer als auch der anderen han- delnden Personen im Film auf sich. Das Treffen mit Franz Joseph wird im Film an- ders dargestellt, als es sich tatsächlich zugetragen hat, legt aber den Grundstein für die Liebesgeschichte zwischen den beiden, die im Mittelpunkt des Filmes steht. Als Franz Joseph ihr jedoch seine Liebe gesteht, ändert sich ihr vorerst unbefangener Umgangston, denn sie quält ihr schlechtes Gewissen ihrer Schwester gegenüber. Die- se Dreiecksbeziehung ist Gegenstand der gesamten restlichen Handlung, da Sissi hin- und hergerissen ist zwischen der Liebe zum Kaiser und ihrem Schuldgefühl ih- rer Schwester gegenüber, denn sie hat das Gefühl, Franz Joseph Helene wegzuneh- men. Erst mit Helenes Segen kann sie unbeschwert die Ehe mit Franz eingehen.

Der zweite Teil der Trilogie handelt vor allem von Sissis schwierigen ersten Ehejahren. Wieder spielt Romy Schneider die junge Kaiserin, sie scheint diese jedoch etwas gereifter zu darzustellen. Trotzdem leidet Sissi noch sehr unter dem Regime ihrer Schwiegermutter und dem strengen spanischen Hofzeremoniell, dem sie sich nur mit Mühe unterordnen kann, obwohl sie hart daran arbeitet, niemanden am Hof zu enttäuschen. „Das Gefühl der Heimat kann ihr der Wiener Hof und besonders Erzherzogin Sophie nicht geben.“ (Pölzl 2008: S.89) Auch wenn Sissi glücklich in ihrer Ehe ist, vermisst sie es doch, Zeit mit ih- rem Mann zu verbringen, der seinen kaiserlichen Pflichten nachkommen muss. Erst als sie von ihrer Schwangerschaft erfährt, blüht Sissi förmlich auf. Liebevoll kümmert sie sich um ihr Kind, sie wird als besonders kinderlieb dargestellt, was jedoch keineswegs den historischen Tatsachen entspricht. Als ihr ihre Tochter weggenommen wird, flüchtet sie ins elterliche Haus nach Possenhofen, anstatt sich zu wehren. Nachdem sie ihr Kind wiedererhält, kann sie sich nun der Politik widmen und beschäftigt sich intensiv mit Un- garn, welchem sie sich sofort verbunden fühlt. Besonders das einfache Volk fasziniert sie, umgekehrt ist dieses aber auch von der Kaiserin hingerissen. Mit Verstand und Charme schafft sie es, die politischen Spannungen zu überwinden und ist am Schluss von den Ge- sängen des Volkes bei ihrer Krönung zur Königin von Ungarn gerührt.

Der letzte Teil der Sissi-Trilogie reisst nur in Ansätzen Elisabeths lange Reisen an. Aus gesundheitlichen Gründen muss sie ins Ausland, in ein anderes Klima. Die Trennung von ihrer Familie stürzt sie in Depressionen, jedoch bleibt ihr immer die Hoffnung, dass sich noch alles zum Guten wendet. Von der schweren Melancholie ihres historischen Vorbil- des fehlt hier jede Spur. Nach ihrer Genesung muss sie aus politischen Gründen an einer repräsentativen Reise nach Italien teilnehmen. Die Italiener versuchen sie und den Kaiser durch verschiedene Aktionen zu brüskieren, Sissi jedoch bleibt stolz und erhaben und kann letztendlich durch den hemmungslosen Ausdruck ihrer Liebe zu ihrer Tochter die Herzen des italienischen Volkes für sich gewinnen. Damit endet auch die Trilogie und es wird ein Happy End inszeniert, welches, wenn man die tatsächliche Geschichte der Kai- serin kennt, doch wie eine Farce wirkt.

4. Das Musical Elisabeth

4.1 Das Erfolgsmusical

Das Musical „Elisabeth“, geschrieben von Michael Kunze und Sylvester Levay und 1992 im Theater an der Wien uraufgeführt gilt als das erfolgreichste deutschsprachige Musical weltweit. Überall auf der Welt gibt es verschiedene Inszenierungen8und Konzepte, sich dem Musicalstoff anzunehmen. Ich möchte mich hier auf die Wiener Inszenierung aus dem Jahre 2005 des Opernregisseurs Harry Kupfer konzentrieren, welcher auch die Ur- aufführung als Regisseur leitete und sein Konzept für die Version 2005 nur wenig verän- derte.

Im Mittelpunkt des Musicals steht nicht wie bei den meisten medialen Annäherungen an den Sisi-Stoff die Liebesgeschichte zwischen Elisabeth und Franz Joseph, sondern es wird eine fiktionale Figur eingeführt: der Tod, in Gestalt eines gutaussehenden, blonden jungen Mannes, welcher eine faszinierende Wirkung auf Elisabeth hat und umgekehrt. Es kommt zu einer Liebesgeschichte zwischen diesen beiden, womit die ständige Präsenz des Todes in Elisabeths Leben und ihre später sehr starke Todessehnsucht überdeutlich wird. Das Geschehen auf der Bühne wird komplett erzählt und zynisch kommentiert von Elisabeths Attentäter Luigi Lucheni, welcher außerdem die politischen Zusammenhänge erklärt und auch die gesamte mediale Aufarbeitung der Sisi-Geschichte kritisch hinterfragt.9Auch wenn durch diese beiden Figuren die Handlung stark abstrahiert wird, halten sich Autoren und Regisseur doch sehr an die biographische Vorlage. (vgl. Pölzl 2008, S. 70ff). Es werden tatsächliche historische Zitate verwendet und die Kostüme ori- entieren sich häufig an der auf Gemälden abgebildeten Originalkleidung. Durch die ge- samte Inszenierung zieht sich eine deutliche Symbolik und Metaphorik (wie zum Bei- spiel die schwere Kette, die Franz Joseph seiner jungen Braut zur Verlobung schenkt oder die überdimensional große Feile, Luchenis Mordinstrument, welche einen bespielbaren Teil der Kulisse darstellt)

[...]


1In der Wiener Inszenierung von Harry Kupfer aus dem Jahr 2005, von der es einen offiziellen DVD-Mitschnitt gibt.

2dessen Möglichkeiten einer naturalistischen Darstellung zwar breit gefächert, teils jedoch genrebedingt eingeschränkt sind

3das sich durch seine musikalischen Einschübe zwangsläufig immer einer Stilisierung unterzieht

4Die korrekte Schreibweise ihres Spitznamens ist eigentlich „Sisi“, wird jedoch

vermutlich aufgrund des Titels der populären Marischka-Filme seltener verwendet.

5In der Biographie findet sich übrigens kein Hinweis darauf, dass Elisabeth mit dem Namen ihrer Tochter nicht einverstanden war.

6Was zu dieser Zeit eigentlich gar nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprach.

7In diesem Zusammenhang wird oft Anorexia nervosa und Orthorexia nervosa er- wähnt.

8Besonders hervorzuheben ist hier eine japanische Inszenierung in der jede Rolle von Frauen gespielt wird.

9siehe das Lied „Kitsch“, eine klare Anspielung auf die Marischka-Filme

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Kaiserin Elisabeth von Österreich. Historische Person, Filmheldin, Musicalfigur
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V270623
ISBN (eBook)
9783656619598
ISBN (Buch)
9783656619581
Dateigröße
400 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kaiserin, elisabeth, österreich, historische, person, filmheldin, musicalfigur
Arbeit zitieren
Farah Caroline Woditschka (Autor), 2013, Kaiserin Elisabeth von Österreich. Historische Person, Filmheldin, Musicalfigur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270623

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