Jede Nation hat ihre eigene Kunstgeschichte und somit ganz individuelle Variationen und Standpunkte gesetzt. Die Kunst ist für uns Menschen eine wichtige Bereicherung in unserem Leben, da wir uns an seiner Vielfalt, Ausdruckskraft und Ungebundenheit erfreuen können. Somit liegt es also nahe, dass wir uns die positiven Eigenschaften der Kunst zu nutzen machen können, um für die Menschen eine positivere Ausgangslage in vielerlei Hinsicht zu schaffen. Die Kunst als Mittel und Medium einsetzen um einen Ausgleich der unterschiedlichsten Bedürfnisse zu schaffen, und somit die Kunst zu einer Therapieform anzuerkennen. Die Rede ist von „Kunsttherapie“, eine Therapieform die in Deutschland erst seit den 60er Jahren publik wurde. Es handelt sich um eine Therapie, die in den unterschiedlichsten Bereichen der Förderung und Unterstützung angewendet werden kann.
Ich möchte mein Augenmerk jedoch auf die Kleinkindpädagogik setzen, da ich der Meinung bin, dass unsere Kinder der elementare Grundbaustein zu unserer Zukunft sind. Zudem haben Kinder einen ganz besonderen Bezug zur bildnerischen Darstellung, der für sie eine ganz individuelle Form der Kommunikation darstellt. Da es so viele verschiedene Möglichkeiten, Methoden und Variationen in der Kunsttherapie gibt, setzte ich die Schwerpunkte in dieser Ausarbeitung also in der Kinderpädagogik und in der bildnerischen Darstellung. Wichtig ist mir auch ein chronologischer Aufbau der Innhalte, um die ganzen Zusammenhänge besser Darstellen zu können. Deswegen werde ich den Begriff „Kunsttherapie“ sowie seine geschichtlichen Hintergründe auch näher erläutern. Anschließend werde ich kurz auf die verschiedenen Anwendungsbereiche und Funktionen der Kunsttherapie eingehen, bevor ich dann auf die kindliche Darstellungsform des Malens, auf die kunsttherapeutische Praxis mit Kindern sowie die sozialpädagogischen Aufgabenstellungen in der Kunsttherapie übergehe.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellung der Kunsttherapie
3. Kurzer geschichtlicher Hintergrund zur Kunsttherapie
4. Versuch einer Definition von Kunsttherapie
5. Anwendungsbereiche der Kunsttherapie
6. Die Funktion der Kunsttherapie bei Kindern
7. Die kunsttherapeutische Praxis mit Kindern
8. Die sozialpädagogischen Aufgabenstellungen in der Kunsttherapie
9. Epilog
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Anwendung der Kunsttherapie, mit einem spezifischen Fokus auf die Kleinkindpädagogik. Ziel ist es, die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie bildnerische Ausdrucksformen als Kommunikationsbasis und therapeutisches Medium genutzt werden können, um die Identitätsentwicklung und Selbstbestimmung von Kindern zu fördern.
- Grundlagen und Definition der Kunsttherapie
- Geschichtliche Entwicklung und Anwendungsbereiche
- Die Funktion des Malens als kindliche Ausdrucksform
- Methoden der kunsttherapeutischen Praxis mit Kindern
- Sozialpädagogische Aufgabenstellungen und professionelle Grenzen
Auszug aus dem Buch
7. Die kunsttherapeutische Praxis mit Kindern
Die bildhafte Darstellung ( das Malen ) kann als intensivere Kommunikationsmethode zwischen Kind und dem Therapeuten eingesetzt werden. Kinder können visualisierte Zusammenhänge oft besser verstehen als die sprachliche Ausdrucksform, denn den bildhaften Ausdruck verwenden sie schon im jungen Kleinkindalter. Neben den Schwierigkeiten des passenden Sprachgebrauchs, kommt es öfter vor, dass sie nicht gerne über bestimmte Erlebnisse und Probleme sprechen wollen. Das Malen jedoch, ist wie das Spielen, ein Medium des Kindes, indem sie sich wohl fühlen. Sie können somit ihre Sichtweisen und Erlebnisse besser ausdrücken.
Durch das Malen vergrößert sich die Motivation des Kindes für die Therapie. Die Phantasiewelt öffnet eine nicht- verbale Kommunikation zwischen Kind und Therapeuten. Kinder beginnen während des Malens, aus ihren Erlebnissen zu erzählen.
„Es ( das Spielen / Malen ) übernimmt Aufgaben der Lebensbewältigung zu einem Zeitpunkt, da andere Techniken und Möglichkeiten noch nicht zur Verfügung stehen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Kunst als Ausdrucksmittel und Spiegel der Persönlichkeit und begründet den Fokus auf die Kleinkindpädagogik.
2. Darstellung der Kunsttherapie: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Kunsttherapie und erläutert ihr Selbstverständnis als junge Disziplin zwischen Heilung und Bildung.
3. Kurzer geschichtlicher Hintergrund zur Kunsttherapie: Es wird der historische Bogen von den antiken Heilkünsten bis zur modernen psychologischen Sichtweise auf Kunst und Heilung gespannt.
4. Versuch einer Definition von Kunsttherapie: Hier wird der therapeutische Prozess als Mittel zur Selbstheilung und Reflexion ohne Leistungsdruck definiert.
5. Anwendungsbereiche der Kunsttherapie: Das Kapitel bietet eine Übersicht über verschiedene kunsttherapeutische Anwendungsgebiete und setzt den Schwerpunkt auf den kunstpädagogisch-didaktischen Ansatz.
6. Die Funktion der Kunsttherapie bei Kindern: Hier wird analysiert, wie Kinder durch Malen ihre eigene Identität entdecken und spontan Unbewusstes ausdrücken können.
7. Die kunsttherapeutische Praxis mit Kindern: Der Fokus liegt auf der praktischen Anwendung des Malens als Kommunikationsmethode und Ventil für emotionale Blockaden.
8. Die sozialpädagogischen Aufgabenstellungen in der Kunsttherapie: Es wird die Rolle des Sozialpädagogen beleuchtet, der künstlerische Medien zur Förderung einsetzt, dabei jedoch seine fachlichen Grenzen wahren muss.
9. Epilog: Der Abschluss betont, dass das künstlerische Tun auch ohne Therapie wertvoll ist, mahnt aber gleichzeitig zu Vorsicht bei der Interpretation kindlicher Bilder.
Schlüsselwörter
Kunsttherapie, Kleinkindpädagogik, bildnerische Darstellung, Identitätsentwicklung, Selbstbestimmung, kreativer Ausdruck, Sozialpädagogik, Kommunikation, therapeutische Praxis, Malprozess, kindliche Entwicklung, Ressourcenförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Einsatzmöglichkeiten der Kunsttherapie im Kontext der Kinderpädagogik und analysiert, wie künstlerische Gestaltung zur Unterstützung der kindlichen Entwicklung beitragen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen der Kunsttherapie, die kindliche Symbolik im Malen sowie die methodische und sozialpädagogische Begleitung von Kindern.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen der Kunsttherapie als Ausdrucksmittel für Kinder aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie Pädagogen dieses Medium in ihrer Arbeit einsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur und psychologischen Entwicklungsmodellen, um die Praxis der Kunsttherapie wissenschaftlich einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Begriffsdefinition sowie eine detaillierte Betrachtung der praktischen Anwendung bei Kindern im pädagogischen Kontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kunsttherapie, Identitätsentwicklung, Selbstbestimmung, bildnerische Kommunikation und die sozialpädagogische Aufgabenstellung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Pädagogik und Therapie laut Autor wichtig?
Der Autor betont, dass pädagogisches Handeln im „bewussten“ Bereich liegt, während therapeutisches Handeln eine spezielle Zusatzqualifikation erfordert, um tiefsitzende Konflikte des Unbewussten sicher zu bearbeiten.
Welche Rolle spielt die Einbeziehung der Familie?
Die Einbeziehung der Familie ist essenziell, da viele Probleme des Kindes in seinem sozialen Umfeld wurzeln und durch gemeinsames kreatives Tun die Kommunikation innerhalb der Familie wieder gefördert werden kann.
- Arbeit zitieren
- Peter Niemeier (Autor:in), 2003, Kunsttherapie und Kleinkindpädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27063