Die ununterbrochene Stammreihe derer von Berlepsch besteht nun seit 944 Jahren, und im Laufe der Zeit kam es zu Veränderungen des Familienwappens, welches seinen Ursprung in alten Siegeln findet.
Hier setzt das Thema der vorliegenden Ausarbeitung an. Wie kam es zu der Veränderung vom Sparren- zum Sittichwappen, und was genau soll das Sittichwappen, so wie es heute geführt wird, darstellen bzw. aussagen? Welchen Ursprung haben die Sittiche? Beziehen sie sich wirklich auf den ersten Namensträger „Sittich“ 1431? Um dies zu untersuchen ist die Arbeit in sechs Themenbausteine unterteilt. Zunächst werden in einem kurzen Exkurs die Geschichte der Heraldik und des Heroldswesens beleuchtet, um zu analysieren was die Wappenkunde ausmacht. Anschließend wird ein Überblick über alle Bestandteile eines Vollwappens gegeben um später das Sparren- sowie das Sittichwappen untersuchen zu können. Darauf folgend wird der Ursprung des Adelsgeschlechtes derer von Berlepsch betrachtet, um die anschließende Einordnung der Sparren- und Sittichlinie im historischen Kontext zu ermöglichen. Abschließend werden diese Linien der Familie und ihre zugehörigen Wappen untersucht und es wird ein kurzer Blick auf die Geschichte der Sittiche geworfen, um dann in einem Resümee die gewonnen Erkenntnisse zusammenfassen zu können. Bedauerlicherweise kann nicht zusätzlich auf den Punkt der Siegelkunde eingegangen werden, da dies den Rahmen dieser Ausarbeitung sprengen würde.
Der Forschungsstand zu diesem Thema ist etwas schwierig. Es gibt zwar eine große Auswahl an Literatur und Webseiten von und über von Berlepsch, doch über die Entstehungsgeschichte der Wappen ist nichts übermittelt. Hier ist einzig ein Aufsatz von Joachim Jünemann zu akzentuieren, welcher auf der Suche nach Antworten helfen wird. Die Quellenlage zu Berlepsch ist vielfältiger, es sind viele Urkunden, Dokumente und Siegel in verschiedenen Archiven wie z.B. Dresden, Marburg, Hübenthal etc. erhalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ein kurzer Exkurs in die Geschichte der Heraldik
3. Das Heroldwesen
4. Bestandteile eines Vollwappens
4.1 Der Schild, seine Form und Inhalte
4.2 Der Helm und die Helmzier
4.3 Die Prunkstücke
5. Ursprung und Wurzel des Adelsgeschlechtes derer von Berlepsch
6. Die Sparrenlinie bis 1392 und ihr zugehöriges Wappen
6.1 Die Sparrenlinie
6.2 Das Sparrenwappen
7. Die Sittichlinie und ihr zugehöriges Wappen
7.1 Die Sittichlinie
7.2 Das Sittichwappen
8. Zur Geschichte der Wappen
9. Schlussbetrachtung
10. Quellen- und Literaturverzeichnis
10.1 Quellen
10.2 Literatur
10.3 Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die symbolische Bedeutung des Familienwappens derer von Berlepsch. Im Fokus steht die Transformation vom ursprünglichen Sparrenwappen hin zum heutigen Sittichwappen sowie die Analyse der heraldischen Bestandteile im historischen Kontext.
- Grundlagen der allgemeinen Heraldik und des Heroldswesens
- Struktur und Bedeutung der Bestandteile eines Vollwappens
- Historische Herkunft und Entwicklung des Adelsgeschlechts von Berlepsch
- Vergleichende Analyse der Sparren- und Sittichlinie
- Symbolik und Bedeutung der Wappenmotive sowie der heraldischen Farben
Auszug aus dem Buch
4.2 Der Helm und die Helmzier
„Dem Helm ist die Entstehung der Heraldik zu verdanken, denn erst, als er so geschlossen wurde, daß das Gesicht verdeckt war, bedurfte es eines die Person kenntlich machenden Zeichens. Schon deswegen sollte man auf ihn nicht verzichten, wenn man ein Wappen gestaltet.“ Als Verteidigungswaffe hat der Helm im Laufe der Zeit eine waffentechnische Entwicklung durchgemacht. Diese Entwicklung führte von den im 12. Jahrhundert getragenen beckenförmigen Hauben über die Topfhelme im 13. Jahrhundert, den Kübelhelmen im 14. Jahrhundert, Birnen- bzw. Stechhelmen im 15. und 16. Jahrhundert bis hin zu den modernen Stahlhelmen. Von den genannten Helmformen haben nur die in der Heraldik Einzug gehalten, die als Turnierhelme Verwendung fanden, nämlich der Topfhelm, der Kübelhelm, der Stechhelm sowie der Bügelhelm. Der heraldische Helm ist konstant stahlfarben, bei Fürsten und Königen auch golden. Bis auf einige nationale Ausnahmen wie z.B. Spanien, Frankreich oder Italien, hat er immer Helmdecken und trägt immer eine Helmzier. Die Größe des Helms muss in anständigem Verhältnis zum Schild stehen, anhand der Geschichte ist aber zu sehen dass es kein regelmäßiges Größenverhältnis gab.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Legende und die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Wappenentwicklung der Familie von Berlepsch.
2. Ein kurzer Exkurs in die Geschichte der Heraldik: Erläuterung der theoretischen und praktischen Grundlagen der Wappenkunde sowie ihrer historischen Entstehung.
3. Das Heroldwesen: Darstellung der Rolle und Aufgaben der Herolde im Kontext mittelalterlicher Turniere.
4. Bestandteile eines Vollwappens: Definition und Erläuterung der einzelnen Elemente eines vollständigen Wappens, inklusive Schild, Helm und Prunkstücken.
5. Ursprung und Wurzel des Adelsgeschlechtes derer von Berlepsch: Betrachtung der historischen Herkunft und frühen Besitztümer des Adelsgeschlechts.
6. Die Sparrenlinie bis 1392 und ihr zugehöriges Wappen: Analyse der Sparrenlinie unter Arnold von Berlepsch und des historischen Sparrenwappens.
7. Die Sittichlinie und ihr zugehöriges Wappen: Untersuchung des Übergangs zur Sittichlinie und der symbolischen Bedeutung des Sittichwappens.
8. Zur Geschichte der Wappen: Reflexion über Legenden und symbolische Interpretationen der Wappenmotive.
9. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bilanz der gewonnenen Erkenntnisse zur Familienheraldik und Ausblick auf weiterführende Forschungen.
10. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Heraldik, Wappenkunde, Familie von Berlepsch, Sparrenwappen, Sittichwappen, Vollwappen, Heroldswesen, Adelsgeschlecht, Schild, Helmzier, Prunkstücke, Siegelkunde, Familiengeschichte, Symbolik, Turnierwesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der wappenkundlichen Historie des Adelsgeschlechts von Berlepsch und analysiert die Veränderungen von den ersten Siegeln bis zum heutigen Familienwappen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Felder sind die historische Herkunft der Familie, die allgemeinen Regeln der Heraldik sowie die spezifische Bedeutung von heraldischen Elementen wie Schildfiguren, Helmzier und Prunkstücken.
Welches Ziel verfolgt die Ausarbeitung?
Das primäre Ziel ist es, die Gründe für den Wandel vom Sparren- zum Sittichwappen zu ergründen und die Aussagekraft der heutigen Wappendarstellung zu deuten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse historischer Sekundärliteratur, dokumentarischer Aufsätze sowie die Auswertung von Siegelbelegen und bildlichen Quellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine heraldische Einführung und eine spezifische genealogische sowie wappengeschichtliche Untersuchung der Linien von Berlepsch.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Heraldik, Berlepsch, Familiengeschichte, Wappensymbolik, Siegelkunde und Adelskultur sind die bestimmenden Begriffe.
Warum tauchen Sittiche im Wappen auf, obwohl diese Vögel ursprünglich nicht aus der Region stammen?
Die Arbeit diskutiert, dass dies vermutlich auf eine symbolische oder religiöse Bedeutung in der mittelalterlichen Symbolsprache zurückzuführen ist, etwa als Attribut der Jungfrau Maria.
Welche Bedeutung haben die Sparren im Wappen derer von Berlepsch?
Die Sparren werden als heraldische Darstellung für Haus, Burg oder einen befestigten Platz in einer Flussbiegung gedeutet und unterstreichen die altfreie Herkunft der Familie.
Wie sicher ist die Datierung der Wappenentwicklung?
Der Autor betont, dass exakte Entstehungsdaten mangels direkter schriftlicher Belege schwierig sind und sich die Forschung primär auf interpretative Vermutungen und Siegelvergleiche stützt.
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- Nina Lutz (Autor), 2014, Sparren und Sittiche in den Wappen derer von Berlepsch, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270641