Aktuelle Social TV Angebote auf dem deutschen Fernsehmarkt


Hausarbeit, 2013
28 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung

2 Fernsehnutzung im Wandel
2.1 Digitalisierung des TV
2.2 Technologien

3 Social Media
3.1 Definition
3.2 Geschäftsmodelle

4 Social TV
4.1 Definition
4.2 Geschäftsmodelle
4.2.1 Webbasiertes Social TV
4.2.2 Applikationen für Smartphones und Tablet-PCs
4.2.3 Set-Top-Boxen und TV-Integrierte Social TV Anwendungen

5 Bewertung Social TV
5.1 Zukunftschancen bestehender Angebote
5.2 Mögliches neues Modell

6 Fazit

7 Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Digitalisierung der TV-Branche

Abbildung 2: Behandelte Social TV Formate

Abbildung 3: Fernsehnutzung in Deutschland

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

Die Entstehung des Social TV liegt nur wenige Jahre zurück, wohingegen das Prinzip, sozial fernzusehen schon lange existiert (vgl. Gugel, 2013). Die Neuerung dabei ist vielmehr, dass dem Nutzer durch neue Technologien ermöglicht wird, mit oder über den TV Inhalt zu interagieren. In der Vergangenheit fand die Interaktion über einen TV Beitrag beispielsweise in der Kantine am Tag nach der Ausstrahlung statt. Heute kann hingegen bereits während der Ausstrahlung über zahlreiche Wege interagiert werden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff Social TV und beschreibt dessen gesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Kontext am deutschen Markt. Beginnend wird die Digitalisierung der TV Branche näher beleuchtet, da sie als Auslöser und Grundlage der veränderten TV Nutzung gilt. Es werden unterschiedliche Social TV Konzepte vorgestellt und aufgezeigt, wie diese versuchen, sich am Markt zu etablieren. Die Entwicklung am deutschen Markt ist im Vergleich zu anderen, beispielsweise dem Amerikanischen, schwächer ausgeprägt. Das Wachstum in Deutschland ist dennoch vielversprechend und zeigt wie wichtig das „Fernsehen 2.0“ ist.

2 Fernsehnutzung im Wandel

2.1 Digitalisierung des TV

Das Fernsehen wurde Jahrzehnte lang als „das Lagerfeuer des Medienzeitalters“ (Neon Magazin, 2013) tituliert, bei dem Familien zusammenkommen und über das die Bevölkerung spricht. Das analoge Fernsehen kommuniziert aber einseitig und ermöglichte ausschließlich das Übertragen von Bild und Ton, welche durch geeignete Endgeräte empfangen werden konnten. Auch beim digitalen Fernsehen ist diese Struktur enthalten. Zudem bietet es auch die Möglichkeit in umgekehrter Richtung zu kommunizieren. Das ermöglicht Sendern zahlreiche neue Möglichkeiten ihr Programm zu gestalten, da sie nun einen Rückkanal zur Verfügung haben, über den Nutzer Informationen und Befehle schicken können. Der Erfolgsmarsch des digitalen Fernsehens zeichnet sich auch in Messungen der Landesmedienanstalten ab (Abb. 1). So „nutzen heute 30,6 Mio. TV-Haushalte digitales Fernsehen, was einer Digitalisierungsquote von 80,5% entspricht“ (Landesmedienanstalten und privater Rundfunk in Deutschland, 2012/2013, Seite 22). Anhand dieser Daten lässt sich einfach ableiten, in welcher Geschwindigkeit die Digitalisierung in deutschen Haushalten voranschreitet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Jahrbuch, Landesmedienanstalten, 2012/2013, S.45)

Abbildung 1: Digitalisierung der TV-Branche

Diese Entwicklung ist auf die Vorteile zurückzuführen, die jeder Empfänger durch den digitalen Empfang erfährt. Nicht nur die Interaktionsmöglichkeiten sind gegeben. Digital bietet Zugriff auf ein umfangreicheres Angebot an Sendern und sendet in besserer Qualität.

Bereits am vierten April im Jahre 2012 kam es zur Analogabschaltung des Satelliten-TVs. Es hatten sich bundesweit alle Sender für die Abschaltung des analogen Signals entschieden, da das digitale Fernsehen weit mehr bietet und sie ihre Unternehmensplanung danach richten wollen. Auch die Analogabschaltung für das Kabelfernsehen ist schon seit Längerem im Gespräch der Kabelfernsehunternehmen, ein genauer Plan für dieses Vorhaben liegt aber bislang nicht vor.

2.2 Technologien

Die Digitalisierung gilt als Revolution der Fernsehbranche, wodurch völlig neue Technologien entstanden. Sender nutzen diese bereits heute und beziehen sie erfolgreich in ihr Leistungsangebot mit ein.

Kleinere Zusatzdienste sind beispielsweise der optimierte Teletext. Dieser lässt sich optisch wie technisch ansprechender gestalten, und kann durch Befehle des Benutzers komplexer genutzt werden. In den meisten Fällen bieten Sender zusätzlich einen elektronischen Programmführer an, mit dessen Hilfe der Konsument schnell und einfach das Programm des jeweiligen Senders überblicken kann. Auch diese EPGs sind Errungenschaften der digitalen Technik.

Allerdings kann bei diesen kleinen Features [1] nicht von neuen Technologien gesprochen werden. Zu einer solchen Klassifizierung bedarf es weit mehr an Möglichkeiten, die die Interaktion der Zuschauer fordert. In Betracht diese Aspekte, werden im Folgenden die geläufigsten „neuen Technologien“ definiert.

Web TV ist wohl die bekannteste Art des neuen Fernsehens und wird als ernst zu nehmendes Konkurrenzkonzept zum kostenpflichtigen IPTV gesehen. Die Vorteile sind überzeugend, denn Inhalte stehen per Internet, zu jeder Zeit und an jedem Ort zur Verfügung. Außerdem zieht es das Interesse der „User“[2] auf sich, da die Nutzung kostenlos ist. Bekannte Beispiele des Web TV sind YouTube, MyVideo, Clipfish sowie die Mediatheken der Sender.

Auch das IPTV steht im Zusammenhang mit dem „World Wide Web“. Dabei übernimmt das Internet ausschließlich die Funktion des Datentransfers. Bei diesem Verfahren werden Informationen in Form von Bild, Ton, Video und Text über IP-basierte Netze übertragen (vgl. digitalfernsehen.de, 2010). Diese Technologie ermöglicht auch den Empfang der eigentlichen TV-Inhalte an mobilen Endgeräten. Dieser Service wird beispielsweise von der Telekom angeboten. Auf dem deutschen Markt entstand so das Geschäftsmodell „Entertain“ der Telekom, vergleichbar mit „A1 Kabel TV“, welches dieselbe Funktion in Österreich erfüllt.

HbbTV beschreibt einen anerkannten technologischen Standard, der dem Programmanbieter ermöglicht, zusätzliche Informationen an den Zuschauer zu übertragen. Diese Zusatzinformationen können über Wege des Internets oder auch des normalen Fernsehsignals bezogen werden. Der Grundgedanke hinter HbbTV, ist das Verbinden des digitalen Fernsehens und des Internets, sodass die Stärken beiden Massenmedien optimal ausgenutzt werden (vgl. hbbtv-infos.de, 2013). Zur einheitlichen Anwendung hat sich der „Red Button“[3] markenübergreifend durchgesetzt, der dem Nutzer ermöglicht, per Klick, auf HTML-Seiten zuzugreifen und diese einfach auf dem TV-Bildschirm wiederzugeben. Auf diese Weise lässt sich die Angebotspalette der Programmanbieter um ein Vielfaches vergrößern. Sie binden nun Social Networks [4], Spiele (Apps), Online Abstimmungen aber auch Video-on-Demand [5] als Zusatzdienste zum eigentlichen Programm an. Im Zusammenhang mit den genannten Features lässt sich das Hbb-fähige Fernsehgerät eines jeden Nutzers auf seine individuellen Vorlieben personalisieren und schafft so eine engere Kundenbindung aus Sicht des Senders.

3 Social Media

3.1 Definition

Der Begriff Social Media ist nicht wörtlich zu verstehen, da im deutschen sozial in einem anderen Kontext steht wie beispielsweise in den USA. Social Media im Allgemeinen hat nur bedingt etwas mit dem deutschen Begriff sozial zu tun. Viel mehr zielt er auf die Interaktion und Kommunikation der Nutzer durch digitale Kanäle ab. Social Media ist ein Schlagwort unter dem man laut A. Kaplan und M. Haenlein „eine Gruppe von Internetanwendungen, die auf den technologischen und ideologischen Grundlagen des Web 2.0 aufbauen und die Herstellung und den Austausch von User Generated Content ermöglichen” (Kaplan und Haenlein, 2010, S. 61) versteht. Gerade der von Nutzern selbst geschaffene Inhalt „User Generated Content“[6] und die Möglichkeit sich auf solchen Plattformen mitzuteilen, als auch Informationen zu erhalten, macht Social Media aus. Dabei können alle Arten von Inhalten geteilt oder verschickt werden. Ein aussagekräftiges Beispiel ist Facebook. Auf dieser Plattform werden der Interaktion keine Grenzen gesetzt. Es können Informationen in Form von Text, Bild, Audio, Video und Links verbreitet werden und trägt so zur Demokratisierung von Information und Wissen bei, da Benutzer sowohl als Konsument, als auch als Produzent agieren können (vgl. Dr. Ulbricht, 2012).

Die ursprünglichen Strukturen der medialen Kommunikation „one to many“ sind unter anderem auch durch soziale Netzwerke aufgebrochen worden, auf solchen Plattformen wird „many to many“ kommuniziert.

3.2 Geschäftsmodelle

Die oben genannten Eigenschaften der Social Media bilden die Grundlage vieler Unternehmen und Netzwerke der heutigen Zeit. Sie machen sich die menschlichen Bedürfnisse wie, Kommunikation, Mitteilung und Anerkennung zunutze. Die Platzhirsche im Bereich Social Media sind Facebook, YouTube, Twitter und Google+, dessen Zuwachs in den letzten Jahren unglaubliche Ausmaße annahm. Das Bekannteste und Weitverbreitetste ist Facebook, was unteranderen Aspekten auf den „Social Graph“ zurückzuführen ist. Dieser beschreibt die Suchfunktion auf Facebook, welche passende Antworten auf Fragen der User geben soll. Diese Funktion greift auf alle, als „öffentlich“ markierten Daten anderer Nutzer weltweit zu und blendet sie als Antwort in die Ergebnisliste ein. Der Social Graph schafft also eine engere Verbindung der User (vgl. stern.de, 2013). Laut einer Befragung sind 61 Prozent der Internetnutzer, Mitglieder bei Facebook, wohingegen nur 37 Prozent bei YouTube, 16 Prozent bei Google + und nur 12 Prozent bei Twitter angemeldet sind (vgl. Kozuruba, 2012). Außerdem setzt sich Facebook durch sein virales Marketing von der Konkurrenz ab. Diese Form des Marketings beschreibt die exponentielle Verbreitung von Werbeinformationen zwischen den Nutzern. Viele Unternehmen erkannten das Potential des Social Networks und nutzen es als Werbeplattform. Aufgrund der marktführenden Mitgliederzahl und deren starken Interaktion verbreiten sich Informationen rasend schnell und mit weltweiter Reichweite. Das macht es für Unternehmen so attraktiv, Werbung auf dieser Plattform zu schalten. Im Falle Twitter beschränkt sich die Vernetzung auf „Micro Blogging“[7], das Einfache teilen von Informationen. Es lassen sich im Vergleich zu Facebook keine komplexen Nutzerprofile erstellen und die Interaktion mit anderen Usern findet auf eingeschränkter Basis statt. Nichtsdestotrotz befindet sich Twitter im Aufschwung. Wenn auch auf dem deutschen Markt die Nutzerzahlen verhältnismäßig gering sind, belaufen sich diese bereits auf „[…] 825.000 Twitteraccounts, die aktiv in deutscher Sprache twittern“ (Buggisch C., 2013).

[...]


[1] dt. (sinngemäße) Übersetzung: Eigenschaften

[2] dt. (sinngemäße) Übersetzung: Nutzer

[3] dt. (sinngemäße) Übersetzung: Roter Knopf

[4] dt. (sinngemäße) Übersetzung: Soziales Netzwerk

[5] dt. (sinngemäße) Übersetzung: Video auf Abruf

[6] dt. (sinngemäße) Übersetzung: Vom Nutzer generierter Inhalt

[7] dt. (sinngemäße) Übersetzung: Mitteilen kurzer Nachrichten

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Aktuelle Social TV Angebote auf dem deutschen Fernsehmarkt
Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Note
1,3
Autoren
Jahr
2013
Seiten
28
Katalognummer
V270655
ISBN (eBook)
9783656622345
ISBN (Buch)
9783656622307
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Social TV, Fernsehen, TV, Social Media, Internet, Second Screen, Tablet-PC, Smartphone, App, Applikation, Facebook, Twitter, Digitalisierung, Video-on-Demand, Check-in, Nutzer, User, Stream
Arbeit zitieren
Philipp Siegel (Autor)Mario Ziebruch (Autor), 2013, Aktuelle Social TV Angebote auf dem deutschen Fernsehmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270655

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