Im Jahr 2008 erreichten die Investitionen in den Bereichen der Forschung und Entwicklung (F&E) in Deutschland trotz der Wirtschaftskrise eine neue Rekordmarke. Die Investitionen hierfür beliefen sich auf knapp auf 57 Milliarden Euro (Vgl. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, (2011), S. 1). Jedoch sind etwa 80 Prozent auf die unternehmensinterne Forschung und Entwicklung zurückzuführen. Darüber hinaus stellt die „Hightech Strategie 2020“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die enorme Bedeutung von Innovationen für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland dar (Vgl. BMBF, (2010), S. 5 f.).
Aus unternehmerischer Sicht spielen Innovationen für die Wettbewerbsfähigkeit und damit für die Sicherung der Überlebensfähigkeit eines Unternehmens eine besondere Rolle. Sie stellen den Aufbau und die Erhaltung langfristiger Erfolgspotentiale sicher und haben dadurch einen wesentlichen Einfluss auf den Unternehmenserfolg (Vgl. Cho/Pucik, (2005), S. 570; Bolz, (2008), S. 2; Brockhoff, (2008), S. 226). Deshalb sind für die heutigen Unternehmen klar strukturierte Innovationsprozesse mit einem strategischen Bezug sehr bedeutsam geworden (Vgl. Mikkola, (2001), S. 423). Gerade im Hinblick auf den steigenden Wettbewerbsdruck, die zunehmende Technologiekomplexität, den wachsenden Kostendruck und die immer kürzeren Produktlebenszyklen werden außergewöhnliche Innovationen dringend von Nöten sein. Allerdings haben die meisten Unternehmen nach wie vor keine klare Definition für ihre Technologie- und Innovationsstrategie. Vor allem findet das Portfoliomanagement in Bezug auf Innovationen in der Praxis nur geringfügig Anwendung (Vgl. Cooper/Edgett, (2010), S. 33). Dies ist insofern überraschend, da in Unternehmen mehrere Innovationsaktivitäten parallel verlaufen und sie für ihren Erfolg ...
Struktur der Arbeit
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen des Innovationsportfoliomanagements
2.1 Begriffliche Grundlagen und Merkmale
2.2 Aufgaben und Ziele
3. Rahmenbedingungen für erfolgreiche Innovationsprojekte im Portfolio
3.1 Potentielle Erfolgsindikatoren von Innovationsprojekten
3.2 Erfolgsfaktoren von Innovationsprojekten im Portfolio
3.2.1 Portfoliomanagement
3.2.2 Das Technologie Portfolio Konzept
4. Fallstudie Behr-Hella Thermocontrol GmbH
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, unter welchen Voraussetzungen Innovationsprojekte innerhalb eines Portfolios erfolgreich sind, und beleuchtet hierbei die strategische Gestaltung des Innovationsmanagements sowie die Anwendung geeigneter Bewertungsinstrumente.
- Grundlagen und Definitionen des Innovationsportfoliomanagements
- Identifikation relevanter Erfolgsfaktoren für Innovationsprojekte
- Die Rolle der Portfoliotechnik im Innovationsprozess
- Praktische Anwendung der Portfolioanalyse an einer Fallstudie (BHTC)
Auszug aus dem Buch
3.1 Potentielle Erfolgsindikatoren von Innovationsprojekten
Erfolgreiche Innovationsprojekte sind zunehmend mit der Leistungsfähigkeit des gesamten Unternehmens und damit auch mit dessen Erfolg verknüpft. Jedoch hängt ein erfolgreiches Innovationsprojekt mit einer Vielzahl von potentiellen Erfolgsfaktoren zusammen, die es im Laufe des gesamten Innovationsprozesses zu berücksichtigen gilt. Erfolgsfaktoren sind definiert als „vom Unternehmen gestaltbare Faktoren, welche den Erfolg von Innovationsprojekten beeinflussen“ (Söndgerath Dr., (2001), S. 16). Sie müssen demnach zur Unsicherheitsreduktion und Transparenz im Innovationsprozess beitragen und die Projektselektion unterstützen. Trotz unterschiedlicher Unternehmensspezifika und „Umfeldbedingungen“ gibt es eine Reihe von Erfolgsfaktoren, welche richtungsweisend für die methodische und organisatorische Gestaltung von Innovationsprozessen sind und bei Einhaltung dieser, sich die Erfolgswahrscheinlichkeit von Innovationsprojekten drastisch erhöht.
Jedoch durch die große Anzahl von Erfolgsfaktoren wird deutlich, dass es sich beim Innovationserfolg um ein vielschichtiges Konstrukt handelt, welches aus einer Reihe verschiedener Perspektiven betrachtet werden muss. Die Autoren Liu und Walker unterstützen diese These mit der folgenden Aussage:
„Project success is a topic which is frequently discussed and yet rarely agreed upon. The concept of project success has remained ambiguously defined. It is a concept which can mean so much to so many different people because of varying perceptions, and leads to disagreements about whether a project is successful or not.“ (Liu, A. M. M. und Walker, A., (1998), S. 209-219)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Innovationsinvestitionen ein und erläutert die Problemstellung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Grundlagen des Innovationsportfoliomanagements: Hier werden die zentralen Begriffe, wie Innovation und Innovationsprojekt, definiert und die grundlegenden Aufgaben sowie Ziele des Managements im Kontext von Portfolios erläutert.
3. Rahmenbedingungen für erfolgreiche Innovationsprojekte im Portfolio: Dieses Kapitel analysiert die Erfolgsfaktoren von Projekten und beschreibt den Nutzen der Portfoliotechnik sowie spezifischer Instrumente wie dem Technologie Portfolio Konzept.
4. Fallstudie Behr-Hella Thermocontrol GmbH: Anhand eines konkreten Praxisbeispiels wird die Anwendung der Nutzwert- und Interdependenzanalyse zur Evaluierung von Innovationsprojekten demonstriert.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Notwendigkeit einer strategischen Portfolioanalyse zur Quantifizierung von Risiken und Chancen sowie die Bedeutung einer stetigen Überwachung im Innovationsprozess.
Schlüsselwörter
Innovationsmanagement, Portfoliomanagement, Innovationsprojekt, Technologie Portfolio, Erfolgsfaktoren, Innovationsstrategie, Nutzwertanalyse, Interdependenzanalyse, Projektbewertung, Ressourcenallokation, Markterfolg, Wettbewerbsfähigkeit, Innovationsprozess, Stage-Gate-Prozess, BHTC.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Unternehmen ihre Innovationsprojekte in einem Portfolio erfolgreich steuern und bewerten können, um langfristige Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen des Innovationsportfoliomanagements, der Identifikation von Erfolgsfaktoren, der Anwendung von Portfolio-Techniken und der praktischen Fallstudie bei der BHTC.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Einflussgrößen entscheidend für den Projekterfolg sind und wie ein strukturiertes Portfoliomanagement bei der Auswahl und Priorisierung von Innovationen unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Literaturanalyse zu Erfolgsfaktoren durchgeführt, kombiniert mit der Anwendung von Instrumenten wie dem Stage-Gate-Prozess und dem MIIET für die Fallstudie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Erfolgsindikatoren in verschiedenen Phasen und verknüpft diese mit der Portfolio-Technik, um sie anschließend auf die Praxis der Behr-Hella Thermocontrol GmbH anzuwenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Innovationsportfolio, Erfolgsfaktoren, Nutzwertanalyse, Strategiekonformität und Ressourcenallokation.
Wie unterscheidet sich die frühe Phase von der Umsetzungsphase bei Innovationsprojekten?
In der frühen Phase steht die schnelle Identifikation von Chancen und die Ideengenerierung im Fokus, während in der Umsetzungsphase die konsequente Ausrichtung an der Unternehmensstrategie sowie die Ressourcen- und Kostenkontrolle dominieren.
Welchen Nutzen bietet das Technologie Portfolio Konzept konkret?
Es hilft Unternehmen, die Technologieattraktivität gegenüber der Ressourcenstärke abzuwägen und somit strategisch zu entscheiden, welche Innovationen investitionswürdig sind.
Warum spielt die Interdependenzanalyse eine Rolle?
Sie ermöglicht es, Synergien zwischen verschiedenen Projekten zu identifizieren, da Innovationsprojekte oft um gleiche Ressourcen konkurrieren oder sich gegenseitig beeinflussen können.
- Arbeit zitieren
- Karsten Arndt (Autor:in), Alex Baun (Autor:in), Songül Güler (Autor:in), 2013, Wann sind Innovationsprojekte im Portfolio erfolgreich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270698