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Live-Übertragung von öffentlichen Kreistagssitzungen

Rechtliche Probleme und Auswirkungen auf die politische Praxis in Mecklenburg-Vorpommern

Titre: Live-Übertragung von öffentlichen Kreistagssitzungen

Thèse de Bachelor , 2013 , 42 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Stephan Weiher (Auteur)

Droit - Droit public / Autres
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Résumé Extrait Résumé des informations

Live-Videoübertragungen aus Sitzungen kommunaler Vertretungskörperschaften erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Sie bieten den Gemeinden, Städten und Landkreisen die Möglichkeit, ein Zeichen für Transparenz und Service in Zeiten bürgerferner Politikentscheidungen zu setzen. Allerdings werden die rechtlichen Voraussetzungen solcher Übertragungen in Literatur und Praxis insbesondere unter den Aspekten des Persönlichkeitsrechtsschutzes der gefilmten Personen kontrovers diskutiert.

Die vorliegende Bachelor Thesis untersucht anhand der Rechtslage in Mecklenburg- Vorpommern ausgewählte Fragen zur Zulässigkeit des kreiseigenen Live-Streams sowie Möglichkeiten, das Live-Streaming durch kreiseigenes Recht zu regeln. Die rechtlichen Ausführungen können dabei, trotz des ausdrücklichen Bezugs auf die Landkreise, weitestgehend auch auf die Gemeinden und Städte übertragen werden.

Abschließend wird sich in einem kleineren Teil der Arbeit den Auswirkungen einer Einführung entsprechender Angebote auf die kommunalpolitische Sitzungs- und Debattenkultur gewidmet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Technische und rechtliche Grundlagen

2.1 Begriffsbestimmung und Varianten des Streamings

2.2 Rechtliche Grundlagen

2.2.1 Der kommunale Öffentlichkeitsgrundsatz

2.2.2 Kommunalrechtliche Pflicht oder Kür?

3. Rechtliche Probleme kreiseigener Live-Streaming-Angebote

3.1 Funktionsfähigkeit des Kreistages und Mitgliedschaftsrechte der Kreistagsmitglieder

3.2 Vereinbarkeit mit den Grundrechten

3.2.1 Das allgemeine Persönlichkeitsrecht als unbenanntes Freiheitsrecht

3.2.1.1 Das Recht am eigenen Bild

3.2.1.2 Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung

3.2.1.3 Überschneidung der visuellen und informationellen Selbstbestimmung

3.2.2 Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht

3.2.2.1 Kreistagsmitglieder

3.2.2.2 Zuschauer

3.2.3 Rechtfertigung

3.3 Einwilligung

3.3.1 Kunsturheberrecht

3.3.2 Telemedienrecht

3.3.3 Datenschutzrecht

3.4 Technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte

3.5 Regelungen in der Geschäftsordnung

4. Auswirkungen auf die kommunalpolitische Praxis

4.1 Beispiel 1: Die Bundesstadt Bonn

4.2 Beispiel 2: Der Landkreis Vorpommern-Greifswald

4.3 Beurteilung der Beispiele

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht die rechtliche Zulässigkeit von Live-Übertragungen öffentlicher Kreistagssitzungen im Internet unter Berücksichtigung der spezifischen Rechtslage in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei steht die Abwägung zwischen dem Ziel einer gesteigerten Transparenz und Bürgerbeteiligung einerseits und dem Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der gefilmten Personen andererseits im Fokus, um Empfehlungen für eine rechtssichere Umsetzung in der kommunalen Praxis zu erarbeiten.

  • Rechtliche Grundlagen der kommunalen Sitzungsöffentlichkeit
  • Verfassungsrechtliche Anforderungen und Persönlichkeitsrechtsschutz
  • Notwendigkeit und Wirksamkeit der Einwilligung von Mandatsträgern und Zuschauern
  • Einfluss von Live-Streaming auf die kommunalpolitische Debatten- und Sitzungskultur
  • Formulierungsvorschläge für die rechtssichere Gestaltung in der Geschäftsordnung

Auszug aus dem Buch

3.1 Funktionsfähigkeit des Kreistages und Mitgliedschaftsrechte der Kreistagsmitglieder

Rechtsprechung und Literatur haben sich soweit ersichtlich mangels konkreten Anlasses bisher noch nicht zur Zulässigkeit von Live-Übertragungen öffentlicher Gemeindevertreter- bzw. Kreistagssitzungen durch die Kommunen geäußert. Es können jedoch Rechtsprechung und Literatur zu Film- und Tonbandaufnahmen durch die Medien herangezogen werden.

Nach der Rechtsprechung des BVerwG sei durch Tonbandaufnahmen in öffentlichen Gemeindevertretersitzungen die Fähigkeit der Gemeindeverwaltung, ihre Aufgaben sachgerecht zu erfüllen, gefährdet. Die Funktionsfähigkeit erfordere auch die ungestörte Ausübung des Rechts der Mitglieder auf freie Rede. Mit der Aufnahme werde jede Nuance der Rede, einschließlich der rhetorischen Fehlleistungen, sprachlichen Unzulänglichkeiten und der Gemütsregungen des Redners, dauerhaft und ständig reproduzierbar konserviert. Durch das Bewusstsein des Tonbandmitschnitts könnten „insbesondere in kleineren und ländlichen Gemeinden“ die Mitglieder ihre Spontanität verlieren. Eine von psychologischen Hemmnissen möglichst unbeeinträchtigte Atmosphäre gehöre aber zu den notwendigen Voraussetzungen eines geordneten Sitzungsbetriebs. Das gründe auf dem in der Gewährleistung der Selbstverwaltung durch Art. 28 Abs. 2 Satz 1 GG verankerten öffentlichen Interesse daran, dass die Willensbildung in der Gemeindevertretung ungezwungen, freimütig und in aller Offenheit verlaufe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der physischen Sitzungsteilnahme und stellt Live-Streaming als bürgerfreundliche Alternative vor, deren rechtliche Zulässigkeit und praktische Auswirkungen im Fokus der Arbeit stehen.

2. Technische und rechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe des Streamings und erörtert den verfassungsrechtlichen Öffentlichkeitsgrundsatz sowie den Informationsauftrag der Landkreise im kommunalen Kontext.

3. Rechtliche Probleme kreiseigener Live-Streaming-Angebote: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Vereinbarkeit der Übertragungen mit der Funktionsfähigkeit des Kreistages und den Grundrechten der Betroffenen, insbesondere unter Aspekten des Persönlichkeitsrechtsschutzes und der Erforderlichkeit von Einwilligungen.

4. Auswirkungen auf die kommunalpolitische Praxis: Anhand praktischer Fallbeispiele aus Bonn und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald wird der Einfluss von Kameraaufzeichnungen auf das Verhalten von Mandatsträgern und die allgemeine Sitzungskultur bewertet.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel resümiert, dass Live-Streaming ein wichtiges Instrument für Transparenz ist, jedoch eine klare gesetzliche oder satzungsrechtliche Grundlage zur Rechtssicherheit erfordert.

Schlüsselwörter

Live-Streaming, Kreistagssitzungen, Kommunalrecht, Persönlichkeitsrecht, Öffentlichkeit, Recht am eigenen Bild, Informationelle Selbstbestimmung, Transparenz, Satzungsautonomie, Mandatsträger, Datenschutz, Einwilligung, Mecklenburg-Vorpommern, Kommunalpolitik, Sitzungskultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Zulässigkeit und den praktischen Auswirkungen von Live-Übertragungen kreiseigener Sitzungen im Internet, insbesondere innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das allgemeine Persönlichkeitsrecht der gefilmten Personen, der kommunale Öffentlichkeitsgrundsatz, die Rolle der Einwilligung sowie die technische und organisatorische Umsetzung solcher Angebote.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, wie der Konflikt zwischen dem Wunsch nach mehr Transparenz in der Kommunalpolitik und dem Schutz der Persönlichkeitsrechte von Sitzungsteilnehmern rechtssicher aufgelöst werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit stützt sich auf eine juristische Analyse der geltenden Gesetzeslage und einschlägiger Rechtsprechung sowie auf eine Auswertung praktischer Fallbeispiele zur Auswirkungen auf die kommunalpolitische Praxis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Funktionsfähigkeit des Kreistages, die Vereinbarkeit mit Grundrechten, die Problematik von Eingriffen in das Persönlichkeitsrecht bei Mandatsträgern und Zuschauern sowie die Notwendigkeit von Rechtsgrundlagen detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Live-Streaming, Kommunalrecht, Persönlichkeitsrecht, Öffentlichkeit, Transparenz, Satzungsautonomie und Einwilligung.

Ist eine pauschale Einwilligung der Zuschauer bei Sitzungsübertragungen ausreichend?

Laut der Arbeit ist eine pauschale Lösung problematisch; empfohlen wird eine vorsorgliche Einwilligung, etwa durch Hinweisschilder und mündliche Bekanntmachungen vor Beginn der Sitzung.

Welche Empfehlung gibt der Autor für die Geschäftsordnung?

Der Autor schlägt einen konkreten Formulierungsvorschlag vor, der die Übertragung regelt, den Ausschluss der Einwohnerfragestunde vorsieht und eine Zeitverzögerung von 30 Sekunden zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten empfiehlt.

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Résumé des informations

Titre
Live-Übertragung von öffentlichen Kreistagssitzungen
Sous-titre
Rechtliche Probleme und Auswirkungen auf die politische Praxis in Mecklenburg-Vorpommern
Université
University of Applied Administrative Sciences Gustrow  (Fachbereich Allgemeine Verwaltung)
Note
1,3
Auteur
Stephan Weiher (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
42
N° de catalogue
V270793
ISBN (ebook)
9783656634973
ISBN (Livre)
9783656634942
Langue
allemand
mots-clé
Persönlichkeitsrecht Streaming Kreistag Gemeinde Gemeindetag Landkreis Datenschutz Videoübertragung Live Übertragung Gemeindevertretung Gemeinderat Stadtrat Kamera Kommunalrecht
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stephan Weiher (Auteur), 2013, Live-Übertragung von öffentlichen Kreistagssitzungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270793
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Extrait de  42  pages
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