Auf den Märkten existieren Produkte mit einer enormen Vielfalt. Die Konsumenten kaufen nur die Produkte, die ihre Bedürfnisse befriedigen. Deshalb konzentrieren sich die Hersteller auf die Sachgüter und Dienstleistungen, mit denen sie sich von den Wettbewerbern abheben und somit überlebensfähig sind. Für die Produktion ihrer Sachgüter wird eine Vielzahl an Teilen benötigt. Dies beginnt bei Schmieröl für Produktionsmaschinen und endet bei fertigen Produkten, wie zum Beispiel einer Schraube. Die Unternehmen sind auf ihre Fertigungserzeugnisse spezialisiert, auf denen Entwicklungs- und Fertigungsgedanken basieren. Betriebliches Know-How für Entwicklung und Produktion wird nur bei Gütern eingesetzt, die relevant für das Endprodukt sind. Ein Beispiel sind Schrauben für die Herstellung von Stühlen. Um die eigene Produktion günstig und qualitativ hochwertig zu gestalten, muss auch der Lieferant tadellose Arbeit leisten. Deswegen sollen sich Unternehmen intensiv mit ihren Lieferanten befassen.
Ein weiterer Grund für die Auseinandersetzung mit dem Thema Lieferantenmanagement ist die Reduzierung der Kosten durch den Fremdbezug von benötigten Materialien. Wird für die Fertigung des Produkts ein bestimmter Zusatz, wie zum Beispiel Zucker in Tomaten-Ketchup, nur in geringer Anzahl benötigt, lohnt sich der Kauf. Die eigene Herstellung wäre für die geringe Menge zu teuer und logistisch kaum zu stemmen.
Das Lieferantenmanagement ist kein triviales Thema, da vielen Personen dessen Bedeutung unbekannt ist. Für die Führung eines Unternehmens ist die Prüfung von Fragen bezüglich des Lieferantenmanagements sehr wichtig. Falls sich die Unternehmensleitung mit dem Lieferantenmanagement nicht oder nur ungenügend auseinandersetzt, können hohe Kosten entstehen. Diese gefährden den Fortbestand und die Rentabilität des Unternehmens. Deshalb ist es wichtig, sich mit der Thematik „Lieferantenmanagement“ auseinanderzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziele der Arbeit und Vorgehensweise
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmung Lieferantenmanagement
2.2 Begriffsbestimmung Lieferant
2.2.1 Rolle des Lieferanten
2.2.2 Lieferantentypen
2.2.3 Kooperationen zu den Lieferanten
3. Ziele des Lieferantenmanagements
4. Aufbau des Lieferantenmanagements
5. Anpassung des Lieferantenmanagements auf die Lieferantentypen
6. Zusammenfassung und zukünftige Entwicklung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die grundlegenden Ziele und den Aufbau eines effizienten Lieferantenmanagements darzustellen und dessen praktische Anwendung durch eine differenzierte Betrachtung verschiedener Lieferantentypen zu verdeutlichen. Dabei liegt der Fokus auf der Kostenreduzierung, der Sicherung von Qualität und Innovation sowie der strategischen Steuerung der Lieferantenbasis.
- Grundlagen und Begriffsbestimmungen des Lieferantenmanagements
- Klassifizierung von Lieferantentypen und deren Rollen
- Strategische und operative Ziele der Lieferantenbeziehung
- Prozessschritte im Lieferantenmanagement von der Identifizierung bis zum Ausphasen
- Methoden der Segmentierung, wie die ABC-Analyse und die Matrix der Materialarten
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Kooperationen zu den Lieferanten
Es bestehen verschiedene Kooperationen des Unternehmens zu den Lieferanten. Diese können kurz und unbedeutend oder eng und langfristig sein. Die Kooperationsart wird von den Faktoren „strategische Bedeutung der Teile und Baugruppen“ sowie vom „Anbietermarkt“ beeinflusst.
Über die Lieferung strategisch unbedeutsamer Teile und Baugruppen kann ein Unternehmen bedenkenlos Verträge mit kurzer Laufzeit, wie zum Beispiel ein Jahr, mit Teilelieferanten schließen.
„Bei strategisch bedeutsamen Teilen, Baugruppen, Systemen und Modulen, die das Unternehmen von Produktionsspezialisten, Entwicklungspartnern und Wertschöpfungspartner bezieht, ist die Kooperation enger und langfristiger anzulegen.“ Bei Wertschöpfungspartnern erfolgt dies, zum Beispiel durch eine kapitalmäßige Beteiligung des beziehenden Unternehmens an seinem Partner (wie in Japans Autoindustrie üblich) oder durch die gemeinsame Bildung eines Joint Ventures. Eine weitere Möglichkeit bietet die örtliche Ansiedlung des Partners in unmittelbarer Nähe zum beziehenden Unternehmen (z. B. in Zulieferparks).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Marktsituation, die Notwendigkeit von Fremdbezug zur Kostenoptimierung und definiert das Ziel, den Prozess des Lieferantenmanagements praxisnah zu erläutern.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Lieferantenmanagement und Lieferanten, differenziert zwischen verschiedenen Rollen und Typen von Zulieferern und erläutert die Intensität von Kooperationen.
3. Ziele des Lieferantenmanagements: Hier werden strategische und operative Ziele gegenübergestellt, wobei die Optimierung der Lieferantenbasis, Risikominimierung und Nachhaltigkeit (am Beispiel BMW) im Fokus stehen.
4. Aufbau des Lieferantenmanagements: Es wird der Prozesszyklus des Lieferantenmanagements beschrieben, der von der Identifizierung und Qualifizierung über die Bewertung und Klassifizierung bis hin zum Ausphasen reicht.
5. Anpassung des Lieferantenmanagements auf die Lieferantentypen: Dieses Kapitel erläutert die praktische Segmentierung mittels ABC-Analyse und stellt eine Matrix vor, um Materialien nach Komplexität und Einkaufsvolumen in vier Quadranten einzuteilen.
6. Zusammenfassung und zukünftige Entwicklung: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der Bedeutung des Lieferantenmanagements als kritischer Erfolgsfaktor für Unternehmen im Wettbewerb ab.
Schlüsselwörter
Lieferantenmanagement, Lieferantentypen, Beschaffung, Lieferantenbewertung, Lieferantenintegration, Lieferantenbasis, Risikomanagement, Kostensenkung, Strategische Partnerschaft, Nachhaltigkeit, Prozessmanagement, ABC-Analyse, Wertschöpfungspartner, Fertigungstiefe, Global Sourcing
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Lieferantenmanagement als strategisches Instrument, um durch eine systematische Gestaltung und Steuerung der Lieferantenbeziehungen die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu sichern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Lieferantenrollen, die Klassifizierung von Lieferantentypen, die Formulierung strategischer sowie operativer Ziele und die praktische Prozessgestaltung des Lieferantenmanagements.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung des grundsätzlichen Aufbaus eines Lieferantenmanagement-Prozesses und die Vertiefung der Thematik durch Beispiele, insbesondere hinsichtlich der Anpassung auf verschiedene Lieferantentypen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die durch eine fundierte Literaturrecherche und die Analyse von Praxisbeispielen (wie BMW und Siemens) methodisch gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, die Prozessschritte des Managements sowie die praktische Umsetzung durch Segmentierungsmethoden wie die ABC-Analyse und eine Matrix der Materialarten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Lieferantenmanagement, Lieferantenbewertung, Lieferantenintegration, Kostenmanagement und strategische Lieferantensegmentierung.
Wie unterscheidet sich ein strategischer Lieferant von einem Standardlieferanten?
Der strategische Lieferant zeichnet sich durch eine geringe Anbieterzahl, eine hohe Anzahl benötigter Güter und ein hohes Qualitätsbedürfnis aus, während der Standardlieferant bei hoher Anbieterzahl primär über den Preis definiert wird.
Warum ist das "Ausphasen" eines Lieferanten ein relevanter Prozessschritt?
Das Ausphasen ermöglicht eine strukturierte Beendigung von Geschäftsbeziehungen, etwa bei negativer Leistungsbewertung oder Identifikation besserer Alternativen, um strategische Risiken zu minimieren.
- Citation du texte
- Sophie Weber (Auteur), 2014, Lieferantenmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270953