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Bildungsgerechtigkeit und Moral der Effizienz

Auswirkungen von Bildungspolitik auf Wachstum, soziale Verteilung und Gesellschaft

Título: Bildungsgerechtigkeit und Moral der Effizienz

Trabajo , 2011 , 23 Páginas , Calificación: 0,7

Autor:in: Elena Henne (Autor)

Didáctica - Politíca, Educación política
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Bildungspolitik ist ein Thema mit Hang zum Zorn. Heikel, sensibel, egoistisch verwurzelt, eng an Geldressourcen gebunden und einem ständigen Wandel ausgesetzt. Es herrscht ein Wirrwarr von Reformen und die Gefahr die Ressourcen Deutschlands – von Geist und Expertise – zu verlieren. „[M]oderne Gesellschaften [haben] kein naturwüchsig harmonisch[en] Zustand, sondern [sind] das Resultat einer politischen Arbeit […].“ (Opielka (Hrsg.) 2005, 18.) Und die politische Arbeit derzeit zielt auf die Rationalisierung des Bildungssystems. Bildung ist nicht mehr der wechselseitige Austausch von Wissen und auch eigene Talente können meist nicht mehr erforscht und erkundet werden. Der Zeitfaktor oder aber auch die Themenwahl, beide waren einst einer sekundären Rangordnung zuzuordnen und konnten dem Individuum Türen der Erfahrung und Entfaltung eröffnen. Heute sind sie nach eigener Erfahrung unter dem Zwang streng rationalen Gegebenheiten unterzuordnen. Indes ist der Sozialisierungsprozess durch die Fähigkeit des Individuums Neues zu empfangen, es zu wollen und das ihm Fremde auch verarbeiten zu können, nicht mehr gefragt; heute steht Leistungslernen im Vordergrund, um den Standort des Landes zu sichern und im Wettkampf der Nationen zu bestehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Das Bildungsverständnis und die Verankerung von Bildung in unserer Gesellschaft

2. Kritisch-reflexive Betrachtung des Bildungswesen

2.1. Defizite des Schulwesens – Diskutiert anhand von Schulstudien

2.2. Der Besuch des UN-Sonderberichterstatters

3. Das soziale Verteilungssystem

4. Der politische Auftrag an das Bildungswesen

4.1. Die Europa- Strategie

4.2. Aufgabe und Zweck von Bildung

4.3. Kritik der Wirtschaftlichkeit

5. Folgen für Gesellschaft und Bildung – Fazit der Arbeit

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen Bildungspolitik, wirtschaftlichem Wachstum und sozialer Gerechtigkeit in Deutschland. Im Fokus steht dabei die kritische Analyse, ob die aktuelle, stark an ökonomischen Verwertungsinteressen orientierte Bildungspolitik dem Anspruch auf Chancengleichheit und der klassischen Idee der Persönlichkeitsbildung noch gerecht werden kann.

  • Verhältnis von Bildungsgerechtigkeit und Effizienzstreben
  • Einfluss der Europa-Strategie (Lissabon/EU 2020) auf das deutsche Schulsystem
  • Soziale Selektionsmechanismen und deren Auswirkungen auf die Bildungsbiografien
  • Bedeutung der klassischen Bildungsidee vs. funktionalistisches Leistungslernen
  • Rolle des Staates bei der Gewährleistung von Bildungschancen

Auszug aus dem Buch

1 Das Bildungsverständnis und die Verankerung von Bildung in unserer Gesellschaft

Bildung an sich setzt sich aus dem funktionsorientierten Gefüge von Effizienz, Nutzenmaximierung, Operationalität und der Verteilung von Chancen auf dem Arbeitsmarkt und der gesellschaftlichen Stellung zusammen. Seit der Entwicklung hin zu einer global agierenden Welt zeigen Vergleiche über die Ländergrenzen hinaus, dass Bildung einen völkerumfassenden Konkurrenzkampf von Wissen, Ökonomie, Zeit und Geld nach sich zieht.

Nach der klassischen Bildungsidee jedoch soll Bildung „im Ergebnis […] diejenige freie Gleichheit erzeugen, die zur Basis einer freien Entscheidung für etwas Bestimmtes taugt; einer Entscheidung […] von der sich die Gesellschaft dann allerdings mit Recht einen Nutzen erwarten darf.“ Der Geist braucht für seine Entfaltung von Bildung neben den formalen Bildungsmöglichkeiten am Lernort Schule weitere, welche die Freiheit der eigenen Person, also die Entwicklung eines mündigen Menschen betreffen. Wenn aber Bildung nicht durch Freiheit gelehrt wird, so kann sie auch nicht zur Freiheit befähigen. Im engen Gespann von Effizienz und Konkurrenz läuft Bildung in Gefahr, genau diesen Freiheitsanspruch zu verlieren.

Bildung und Gesellschaft stehen im engem Kontext, sie vertreten im Ursprung dieselben Normen und wollen die Zukunft in ihrem gegenseitigen Interesse gestalten. Ein Konflikt entsteht aber dann, wenn die Zielinteressen konträr verlaufen. Wenn Bildung einem ökonomischen Weg hin zu Effizienz und Rationalität folgt, nach dessen Auffassung Fehler nicht mehr toleriert werden können, dann folgt die Gesellschaft kapitalistischen Zwängen und gestaltet sich neu. Die Gesellschaft wird ihren Anspruch der Freiheit und Entfaltung, dem Bedürfnis nach Persönlichkeitsbildung und Gerechtigkeit wegen marktorientierten Ansprüchen verlieren und sich den bildungspolitischen Zielen fügen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Bildungsverständnis und die Verankerung von Bildung in unserer Gesellschaft: Dieses Kapitel erläutert den Wandel des Bildungsbegriffs von einer klassischen Idee der Freiheit hin zu einer rein funktionsorientierten Ressource im globalen Konkurrenzkampf.

2. Kritisch-reflexive Betrachtung des Bildungswesen: Hier erfolgt eine Analyse der Schwächen des Schulsystems anhand internationaler Vergleichsstudien wie PISA sowie des Berichts des UN-Sonderberichterstatters zu Menschenrechten und Bildungszugang.

3. Das soziale Verteilungssystem: Das Kapitel untersucht, wie soziale Ungleichheit durch das Bildungssystem reproduziert und legitimiert wird, wobei besonders der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Kompetenzerwerb hervorgehoben wird.

4. Der politische Auftrag an das Bildungswesen: Diese Sektion analysiert europäische Strategien wie die Lissabon-Strategie und kritisiert die zunehmende Ökonomisierung von Bildung, die den Menschen primär als "Humankapital" betrachtet.

5. Folgen für Gesellschaft und Bildung – Fazit der Arbeit: Das abschließende Kapitel fasst die Konsequenzen der aktuellen Entwicklung zusammen und stellt die Frage, ob eine Rückbesinnung auf die Humboldt’sche Bildungsidee als Alternative zur Standortmaximierung möglich ist.

Schlüsselwörter

Bildungspolitik, Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit, Ökonomisierung, PISA-Studien, Humankapital, soziale Herkunft, Meritokratie, Leistungsstandards, Bildungssystem, Lissabon-Strategie, Selektion, Menschenrechte, Schulerfolg, Standortwettbewerb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen aktueller bildungspolitischer Maßnahmen auf die Gesellschaft, den sozialen Zusammenhalt und die individuelle Entwicklung von Schülern in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Diskrepanz zwischen wirtschaftlicher Effizienz und Bildungsgerechtigkeit, der Einfluss internationaler Strategien auf nationale Strukturen und die Rolle der Schule bei der sozialen Selektion.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Verflechtungen zwischen dem ökonomischen Wettbewerbsdruck und dem Bildungsauftrag kritisch zu hinterfragen und bewusst zu machen, wie sich ein rein wirtschaftlich orientierter Bildungsbegriff auf das Individuum auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung internationaler Vergleichsstudien (PISA, IGLU) sowie der kritischen Auseinandersetzung mit bildungspolitischen Grundlagentexten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Defizite des Schulwesens, die Bedeutung der sozialen Herkunft für den Bildungserfolg, die Auswirkungen der EU-Europa-Strategie sowie die Kritik von Erziehungswissenschaftlern an der technokratischen Umsteuerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Bildungsgerechtigkeit, Meritokratie, Humankapital, Selektion und Ökonomisierung.

Welche Rolle spielt der UN-Sonderberichterstatter in der Analyse?

Der Besuch von Verner Muñoz-Villalobos dient als Beispiel dafür, wie das deutsche Bildungssystem aufgrund menschenrechtlicher Aspekte kritisiert wurde, wobei der Fokus auf dem Zugang zu Bildung für benachteiligte Gruppen lag.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des "Standortwettbewerbs"?

Die Autorin bewertet diesen kritisch, da sie argumentiert, dass durch die Fixierung auf ökonomische Kennzahlen und "Marktfähigkeit" die eigentliche Aufgabe der Persönlichkeitsbildung und der Förderung sozialer Gerechtigkeit verloren geht.

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Detalles

Título
Bildungsgerechtigkeit und Moral der Effizienz
Subtítulo
Auswirkungen von Bildungspolitik auf Wachstum, soziale Verteilung und Gesellschaft
Universidad
University of Kassel
Curso
Didaktik politischer Bildung
Calificación
0,7
Autor
Elena Henne (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
23
No. de catálogo
V270958
ISBN (Ebook)
9783656626930
ISBN (Libro)
9783656626862
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bildung Bildungsgerechtigkeit EU 2020 Lissabon; Chancengleichheit Bildungspolitik Politikdidaktik Politik Wachstum soziale Verteilung Gerechtigkeit PISA Selektion Chancen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Elena Henne (Autor), 2011, Bildungsgerechtigkeit und Moral der Effizienz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270958
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