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Die Blechtrommel und das Motiv des Skatspiels

Titre: Die Blechtrommel und das Motiv des Skatspiels

Dossier / Travail de Séminaire , 2013 , 26 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Die Trommel Oskars in der "Blechtrommel" von Günter Grass kann zweifellos als ein Instrument der Vergegenwärtigung und als ein Mittel der Erinnerung angesehen werden. Doch darin erschöpft sich ihre Bedeutung nicht. Auch als Spielzeug nimmt sie in dem Roman eine zentrale Rolle ein und verweist zugleich auf die Bedeutung des Spiels als solchem in der Welt und Umwelt des Oskar Matzerath.
Spiel und Spielerisches begegnen dem Leser bei der Lektüre der Blechtrommel vielfach, und zwar besonders häufig in der Gestalt des Skatspiels. Wolfgang Iser sieht die Rolle des Spiels im Kontext einer "literarischen Anthropologie" als Überbrückung der Differenz von Seiendem und nicht Nicht-Seiendem:
"Deshalb vermag nur das Spiel die geschiedenen Positionen unter Aufrechterhaltung ihrer Verschiedenheit in die wechselnde Vielfalt möglicher Beziehungen zu bringen. Das Spiel ist die einzige Präsenz, die sich selbst entspringt, weshalb es auch verlischt, wenn es zu Ende gespielt wird."
Die Elemente des Spielerischen weisen demnach auf Differenzen und Brüche des Seienden hin. So etwa die Differenz zwischen Kinder- und Erwachsenenwelt, die Differenzen und Brüche zwischenmenschlicher Beziehungen – zum Beispiel der Ehebruch von Oskars Mutter Agnes – und die Differenz zwischen Gegenwart und unbewältigter Vergangenheit, die etwa in den Bewältigungs- oder besser Nichtbewältigungsritualen des Düsseldorfer „Zwiebelkellers“ deutlich wird.
In dieser Arbeit sollen die Elemente des Ludischen unter besonderer Berücksichtigung des Skatspiels in der „Blechtrommel“ untersucht werden. Im folgenden zweiten Kapitel werden allgemeine Elemente des Spielerischen in der Blechtrommel dargestellt. In diesem Kontext werden auch theoretische Aspekte des Ludischen beleuchtet. Das dritte Kapitel widmet sich dem Skatspiel und greift Handlungsstränge der „Blechtrommel“ auf, in denen der Skat eine besondere Rolle spielt. Dem Kapitel „Das Kartenhaus“ der „Blechtrommel“ ist in dieser Arbeit ein eigener Abschnitt gewidmet, da in ihm das Skatspiel im Zentrum steht. Schließlich soll in der Schlussbetrachtung gezeigt werden, dass das (Skat-)Spiel in der „Blechtrommel“ eine Semiotik repräsentiert, die die Grenzen der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten auslotet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Spiel und Spielerisches in der „Blechtrommel“

3 Das Skatspiel im Handlungsablauf der „Blechtrommel“

4 Das Skatspiel im Kapitel „Das Kartenhaus“

5 Schlussbetrachtung: Die Semiotik des Skatspiels in der „Blechtrommel“

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung des ludischen Elements sowie insbesondere die Funktion des Skatspiels im Roman „Die Blechtrommel“ von Günter Grass, um zu zeigen, wie das Spiel als semiotisches System die Grenzen sprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten auslotet.

  • Analyse des Spielbegriffs und ludischer Elemente im literarischen Kontext
  • Das Skatspiel als Familienritual und Chiffre für soziale Dreierkonstellationen
  • Die Rolle des Spiels bei der Bewältigung von Trauma und Realität
  • Symbolik von Zahlen, Farben und Dingen im Kontext des Kartenspiels
  • Transformation von Oskars Rolle vom Beobachter zum aktiven Mitspieler

Auszug aus dem Buch

Das Skatspiel im Handlungsablauf der „Blechtrommel“

Das Motiv des Skatspiels nimmt in den beiden ersten Büchern der „Blechtrommel“ eine wichtige Rolle ein, während es im dritten Buch, in dem Oskar seinen Werdegang im Düsseldorf der unmittelbaren Nachkriegszeit schildert, keine Bedeutung besitzt. Das erste Buch umfasst die Zeit von Oskars Geburt 1924 bis zur Entfesselung des Zweiten Weltkrieges im Sommer 1939, das zweite Buch reicht bis zum Ende des Krieges und der Vertreibung der deutschen Einwohner Danzigs nach Westdeutschland.

Zum ersten Mal erwähnt Oskar das Skatspiel im Kontext der komplizierten Dreierbeziehung seiner Mutter Agnes, ihrem Mann Alfred Matzerath und Jan Bronski, ihrem Cousin. Oskar beschreibt als Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt im Düsseldorf der 50er-Jahre eine Fotografie aus dem Familienalbum. „Sie spielten Skat. Das heißt, sie halten die Karten wie wohlorganisierte Fächer, blicken aber nicht, ein Spiel ausreizen wollend, auf ihre Trümpfe, sondern in den Fotoapparat.“ Hierbei macht Oskars Mutter, „Mama“, eine vielsagende Gebärde:

Sie hat eine Karte gezogen, zeigt sie der Linse des Fotoapparates, aber nicht ihren Mitspielern. Wie leicht durch eine einzige Geste, durch das bloße Aufzeigen der Skatkarte Herz Dame, ein gerade noch unaufdringliches Symbol beschworen werden kann; denn wer schwüre nicht auf Herz Dame!

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Trommel und des spielerischen Motivs in Grass' Roman ein und skizziert die methodische Ausrichtung der Untersuchung.

2 Spiel und Spielerisches in der „Blechtrommel“: Dieses Kapitel beleuchtet allgemeine ludische Elemente und theoretische Aspekte des Spiels im Roman, wie etwa das musikalische und mimetische Spiel.

3 Das Skatspiel im Handlungsablauf der „Blechtrommel“: Hier wird das Skatspiel als zentrales Familienritual und Symbol der Dreierkonstellationen sowie dessen Funktion als Fluchtmöglichkeit und Therapieansatz analysiert.

4 Das Skatspiel im Kapitel „Das Kartenhaus“: Der Fokus liegt auf der dramatischen Szene der Verteidigung der Polnischen Post, in der das Skatspiel eine existenzielle Bedeutung für die Protagonisten gewinnt.

5 Schlussbetrachtung: Die Semiotik des Skatspiels in der „Blechtrommel“: Die abschließende Betrachtung resümiert, dass das Spiel keine Lösungsansätze für gesellschaftliche Konflikte bietet, sondern die Grenzen sprachlicher Darstellung und die semiotischen Ambivalenzen des Romans aufzeigt.

Schlüsselwörter

Die Blechtrommel, Günter Grass, Skatspiel, Ludisches, Dreierbeziehung, Symbolik, Identität, Trauma, Polnische Post, Semiotik, Spieltheorie, Literaturanalyse, Erwachsenwerden, Schuld, Ritual.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Facetten des Spielmotivs und insbesondere die Rolle des Skatspiels in Günter Grass' Roman „Die Blechtrommel“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben der literarischen Bedeutung von Spiel und Ludik stehen familiäre Dreierkonstellationen, historische Ereignisse wie der Überfall auf die Polnische Post und die psychologische Entwicklung Oskars im Zentrum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Skatspiel als semiotisches System fungiert, das die Grenzen der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten innerhalb des Romans hinterfragt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte (unter anderem von Johan Huizinga, Roger Caillois und Sigmund Freud) auf die narrative Struktur des Romans anwendet.

Welche Aspekte des Romans werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung allgemeiner Spielelemente, die detaillierte Betrachtung des Skatspiels als Ritual und als Fluchtmöglichkeit sowie die Analyse der dramatischen Zuspitzung im Kapitel „Das Kartenhaus“.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Symbolik, Dreierbeziehung, Identität, Trauma, Polnische Post, Semiotik und Ritual definieren.

Welche besondere Bedeutung kommt dem Kartenspiel „Herz Dame“ zu?

„Herz Dame“ fungiert als zentrales symbolisches Motiv, das sowohl die Erotik und das Verhältnis der Mutter Agnes zu ihren Männern repräsentiert, als auch den Stabilisierungsprozess und dessen Scheitern verdeutlicht.

Wie deutet die Arbeit den Vater-Sohn-Konflikt durch das Spiel?

Das Skatspiel ermöglicht Oskar eine symbolische Distanzierung und Neuordnung der familiären Rollen, die schließlich in der Verdrängung des Vaters Alfred und der Inzestproblematik mit Maria kulminiert.

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Résumé des informations

Titre
Die Blechtrommel und das Motiv des Skatspiels
Université
University of Bayreuth
Note
1,7
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
26
N° de catalogue
V270967
ISBN (ebook)
9783656630135
ISBN (Livre)
9783656630128
Langue
allemand
mots-clé
blechtrommel motiv skatspiels
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2013, Die Blechtrommel und das Motiv des Skatspiels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270967
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Extrait de  26  pages
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