Geschichtspolitik in Deutschland und Frankreich

Eine Analyse der wichtigsten gedächtnispolitischen Debatten


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
24 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

1. Deutsche Kontroverse
1.1. Der „Historikerstreit“ - Die Einzigartigkeit des Holocaust
1.2. Die Goldhagen-Debatte - „Hitlers willige Vollstrecker“
1.3. Die Wehrmachtsausstellung - Der Mythos der „sauberen Wehrmacht“

2. Französische Kontroverse
2.1. Das Vichy-Regime und der Gaullismus - Der Topos der Résistance
2.2. Die Koloniale Vergangenheit - Die „zivilisatorische Mission“
2.3. Der Algerienkrieg - Der „vergessene“ Krieg

3. Ländervergleich und Ausblick
3.1. Eine europäische Perspektive?
3.2. Gemeinsamkeiten und Unterschieden - Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

„Niemals in der Geschichte gab es eine politische Gemeinschaft ohne gemeinsame Er- innerung“1. Die Debatten um die Errichtung eines nationalen Deutschen Denkmals oder eines Denkmals für die Vertriebenen, sowie um das umstrittene Armenien-Gesetz in Frankreich zeigen, wie wichtig und aktuell die Geschichtspolitik sowohl in Deutschland als auch in Frankreich ist. Geschichte und Politik waren immer sehr eng miteinander verflochten: die Vergangenheit ist ein wichtiger Aspekt für das gegenwärtige Selbstverständnis und das zu- künftige Handeln eines Staates. Sie liefert ihm also gleichzeitig Orientierung, Legitimation und Selbstgewissheit2. In der folgenden Arbeit halte ich mich an die kurze und prägnante De- finition vom Zeithistoriker Edgar Wolfrum, wonach Geschichtspolitik die von verschiedenen Akteuren getragene und mit unterschiedlichen Interessen befrachtete politische Nutzung von Geschichte in der Öffentlichkeit ist, um mobilisierende, politisierende oder legitimierende Wirkungen in der politischen Auseinandersetzung zu erzielen. Bei den Akteuren handelt es sich im Allgemeinen um Deutungselite und im Besonderen um politische Eliten3. Die Band- breite geschichtspolitischer Aktionen kann dabei sehr groß sein4. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, die Vergangenheit politisch zu deuten: von der bloßen Geschichtsfälschung über den Versuch einer Multiperspektivität bis zum Mythologisieren und Aufklärung. In mei- ner Untersuchung werden vor allem der mythologisierende und aufklärerische Aspekt von Geschichtspolitik zum Zuge kommen, wobei nach meiner Ansicht die Grenzen zwischen Ge- schichtsfälschung und Mythologisieren fließend sind. Die Multiperspektivität als ein Versuch, fremde Geschichtsbilder zu verstehen, werde ich nicht berücksichtigen. Die bewusste Mani- pulation von Geschichte ist also nur ein Teilaspekt der Geschichtspolitik. Sie bleibt immer ein Risiko, sollte aber in ihrer Bedeutung nicht überschätzt werden5.

Die von mir ausgewählten gedächtnispolitischen Debatten decken keineswegs das ge- samte Spektrum der geschichtspolitischen Kontroverse in Deutschland und Frankreich. Ich habe sie ausgewählt, soweit sie in der Literatur sehr häufig zitiert werden oder mir für einen Ländervergleich besonders geeignet scheinen. Neben dem Gegenstand und dem Verlauf der Kontroversen habe ich einen Schwerpunkt auf die jeweiligen geschichtspolitischen Akteure gesetzt. Der Untersuchungszeitraum beträgt in etwa 25 Jahre und erstreckt sich von den Jahren 1980 bis 2005. Ich werde in der vorliegenden Arbeit sowohl vergleichend als auch analytisch vorgehen. Dabei werden französische und deutsche Literatur herangezogen, die sich zum einen generell mit der Geschichtspolitik, zum anderen speziell mit den verschiedenen Debatten auseinandersetzt. Begleitend werden mehrere allgemeine Darstellungen und Literatur über die französische Kolonialgeschichte verwendet.

Auf deutscher Seite werden der sog. „Historikerstreit“, die Goldhagen-Debatte und die Wehrmachtsausstellung in einem ersten Kapitel behandelt. In einem zweiten Kapitel werden als besonders repräsentative gedächtnispolitische Debatten für Frankreich die Kontroverse um Vichy sowie der Umgang der „Grande Nation“ mit seiner kolonialen Vergangenheit dargestellt. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf dem Algerienkrieg liegen. Dann werde ich in einem dritten und letzten Teil über den Vergleich beider Ländern hinaus versuchen, einige Thesen bezüglich ihres Umgangs mit der Vergangenheit aufzustellen. Als Ausblick werde ich schließlich der Frage nachgehen, ob man in der EU des 21. Jahrhunderts schon von einer europäischen Geschichtspolitik / Erinnerungskultur sprechen kann.

1. Deutsche Kontroverse

1.1. Der „Historikerstreit“ - Die Einzigartigkeit des Holocaust

Um das Zustandekommen und vor allem die Nachwirkungen des Historikerstreits bes- ser nachvollziehen zu können, müssen wir uns zunächst mal mit der Situation der 70er und 80er Jahre in der Bundesrepublik vertraut machen. Durch die neue Ostpolitik der soziallibera- len Koalition unter Willy Brandt (faktische Anerkennung der DDR) mussten die Legitimitäts- grundlagen der Republik neu bestimmt werden. Dieser „Freiheitsdiskurs“ wurde dann Mitte der 70er Jahre durch einen Identitätsdiskurs überlagert („Tendenzwende“). Gefördert wurde dieser Trend durch die Debatten über die innere Sicherheit (RAF-Terrorismus) und die Ölkri- se von 1972, die eine „verunsicherte Republik“ hinterließen. Zwei Lager verfestigten sich.

Konservative Kreisen6 diagnostizierten eine „deutsche Identitätskriese“ und machten die „lin- ke“ Vergangenheitsbewältigung, die in ihren Augen eine „endgültige“ Aufarbeitung der Ver- gangenheit verhinderte, dafür verantwortlich. Linksliberale Denker wie Jürgen Kocka und Hans Mommsen machten sich ihrerseits für eine Vielfalt konkurrierender Geschichtsdeutun- gen und wissenschaftlicher Pluralität stark. Sie sahen hinter dem Begriff der „Identität“ vor allem den Versuch einer konservativen Konditionierung der jüngeren Generation. Bedeutende Politiker, wie der Bundespräsident Walter Scheel oder der Kanzler Helmut Schmidt, mischten sich bald in die bis dahin vorwiegend wissenschaftlichen Diskussionen ein und machten sie dadurch öffentlichkeitswirksamer7.

Somit ist es wenig überraschend, dass Jürgen Habermas, einer der führenden linkslibe- ralen Denker der Republik, großen Anstoß am geschichtspolitischen Kurs des neuen konser- vativen Kanzlers Helmut Kohl, der die sozialliberale Koalition 1982 ablöste, nahm. Die Bit- burg-Affäre8, die Museumspläne9 und die umstrittene Formulierung Kohls während seines Israel-Besuchs 1984 („Gnade der späten Geburt“10 ) bildeten für den Philosophen11 ein kohä- rentes Bild der neuen Geschichtspolitik. Er sah darin eine „geistig-moralische Wende“, die auf eine „Normalisierung“ der BRD nach 40 Jahren Demokratie hinzielen würde. Diese Er- folgsgeschichte würde die Basis für ein positives Geschichtsbild liefern, das zwangsläufig den negativen Bezugspunkt der NS-Zeit überlagern würde12. Es soll aber hier kurz gesagt werden, dass Kohl zwar eine Normalisierung im Sinne hatte, aber keineswegs eine Revision der jünge- ren deutschen Geschichte anstrebte13. So fühlte sich Habermas in der Defensive und griff Ernst Nolte an, der gewissermaßen das „schwächste“ Glied der konservativen Historiker bil- dete14, die im Gefolge des Kanzlers eine Welle des „Revisionismus“ über das Land heraufbe- schwören wollten. Noltes extreme These, wonach es einen „kausalen Nexus“ zwischen Auschwitz und dem ihm vorausgegangenen GULag gegeben hätte, und das NS-Regime als eine Reaktion auf die bolschewistische Revolution zu werten sei, ist von keinem seriösen Wissenschaftler geteilt worden. Er stellte somit unter anderem die Singularität des Holocaust in Frage15. Es ging Habermas vor allem darum, seine eigene These, die viel weiter als die Deutung der NS-Zeit reichte, vorzustellen. Er machte nämlich Hitler zum alleinigen Bezugs- punkt des bundesrepublikanischen Selbstverständnis: die klassische Vorstellung der deut- schen Nation sollte zu Gunsten eines posttraditionellen „Verfassungspatriotismus“ abge- schworen werden. Auschwitz wurde zum Gründungsmythos der Republik und der Verfas- sungspatriotismus anstelle einer national -gefärbte „Natophilosophie“ als Garant der West- bindung gemacht16.

Der „Historikerstreit“, der zwischen 1986 und 1987 mit einer starken Härte und Inten- sität geführt wurde17, war keineswegs nur ein Streit unter Historikern. Er wurde vor allem durch Publizisten, Journalisten und Intellektuelle aller Couleurs in führenden Tages- und Wo- chenzeitungen (u.a. FAZ oder die ZEIT) ausgetragen. Der Politikwissenschaftler Steffen Kai- litz hat alle führenden Protagonisten der Kontroverse interviewt und die politische Deutungs- kultur der damaligen Bundesrepublik anhand des Streites rekonstruiert18. Er hat herausgefun- den, dass die BRD das Modell einer dominanten politischen Kultur aufweist (demokratische Deutungskultur: Links- und Rechtsdemokraten), die mit politischen Subkulturen (Rechts- und Linksextremisten) koexistiert. Die Fronten verliefen dementsprechend zwischen Sozial- und Christdemokraten und nicht zwischen Demokraten und Extremisten. Nach dem „Historiker- streit“ bestimmten vor allem drei Aussagen, ob jemand fortan als „Demokrat“ gelten wollte: die Westbindung, die Anerkennung der Einzigartigkeit des Holocausts und die Verneinung des kausalen Zusammenhangs zwischen Nationalsozialismus und Bolschewismus. Obwohl die Linksdemokraten19 ganz klar als Sieger aus der Auseinandersetzung kamen, konnten sie nicht alles durchsetzen20. Kailitz relativiert die Tragweite des Streites: es war vor allem eine intellektuelle Debatte, die nicht in der Boulevardpresse erschien, und, anders als von den Streitenden erhofft, kaum Einfluss auf die Einstellung der Gesamtbevölkerung ausübte. Nichtdestotrotz hatte sie eine große Wirkung auf die Politiker und somit auf die Geschichts- politik. Die Kontroverse hatte schließlich eine „Agenda-Settings“-Funktion, indem der Holo- caust endlich in den Fokus der wissenschaftlichen Forschung rückte. Bis dahin hatte man sich vor allem mit Fragen nach dem Kriegsbeginn, der Machtergreifung oder dem Kriegsverlauf beschäftigt21.

1.2. Die Goldhagen-Debatte - „Hitlers willige Vollstrecker“

Die nächste Kontroverse begann mit der Veröffentlichung eines Sachbuches vom ame- rikanischen Politologen Daniel Jonah Goldhagen, dessen Vater ehemaliger KZ-Häftling und Historiker war, im Frühling 1996. Goldhagens Anspruch war sehr hoch. Er wollte mit seinem Buch „Hitler’s willing Executioners“ („Hitlers willige Vollstrecker. Ganz gewöhnliche Deut- sche und der Holocaust“) nicht weniger als einen Erklärungsversuch des Holocausts geben22. Zusammenfassend sah er in der Shoa den Höhepunkt eines schon im 19. Jahrhunderts in der deutschen Bevölkerung fest verankerten „eliminatorischen“ Antisemitismus23. Dieser, so sei- ne Vermutung, hätte auf die vollständige Auslöschung der jüdischen Kultur und Bevölkerung gezielt und wäre ein „nationales Projekt“ der Deutschen gewesen24. Der Massenmord wurde nur durch die Komplizenschaft der Gesamtbevölkerung möglich. Am Beispiel der Zusam- mensetzung des Polizeibataillons 101, stellte Goldhagen fest, dass „die meisten Deutschen hätten werden können, was eine ungeheure Zahl ganz gewöhnlicher Deutscher tatsächlich wurde: Hitlers willige Vollstrecker“25. In seiner Studie stehen die Täter (und ihre Gefühle) im Vordergrund26. Es war also ein moralisches Werk, das sich trotz wissenschaftlichem Anspruch vor keiner Emotionalisierung scheute.

Um nicht den Rahmen meiner Untersuchung zu sprengen, werde ich nicht auf die um- fangreiche mediale Kontroverse eingehen, die sein Werk auslöste. Soviel sei gesagt: sie ging über alle führenden Printmedien der Republik, und diese waren sich vor allem in der Hinsicht einig, dass das Buch sehr kritikbedürftig sei27. Die Fachhistoriker ließen den Journalisten und Zeitungsredakteuren zunächst das Feld frei28. Die Hauptkritik an der Publikation war die „These der Kollektivschuld“ der Deutschen29 (für Klundt handelt es sich aber eher um einen „Vermeidungsdiskurs“ der Kritiker, um nicht weiter über den Inhalt des Buches sprechen zu müssen30 ). Denn wie die mittelalterlichen Judenvertreibungen, die russischen Pogrome oder die Dreyfus-Affäre in Frankreich zeigten, lassen sich Ausschreitungen und Ressentiments gegenüber Juden in (fast) jedem europäischen Staat (und fast zu jeder Zeit) feststellen. Au- ßerdem waren die deutschen Juden, verglichen mit denen aus anderen europäischen Staaten, besonders erfolgreich, emanzipiert und patriotisch31. Ein weiterer kritischer Punkt war die methodologisch fragwürdige Herangehensweise Goldhagens. Denn, um sein Bild des „norma- len Deutschen“ zu entwerfen, hat er sich vor allem auf die Prozessakten über die Polizeiba- taillone aus der Zentralen Stelle für die Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen ge- stützt32. Dieser sehr selektive Umgang mit den Quellen wurde ihm mehrmals vorgeworfen33.

Schließlich nahmen Kritiker, wie der Historiker Hans Mommsen, großen Anstoß an der sehr emotionalen Darstellung und dem übersteigerten Anspruch des Werkes34. Aber wahrscheinlich lag es gerade daran, dass Goldhagen zum regelrechten „Liebling“ der deutschen Bevölkerung während seiner Tournee in Deutschland von September bis Okto- ber 1996 wurde. Er füllte die Säle und sein Buch stand monatelang an der Spitze aller Bestsel- lerlisten. Diesen Erfolg erlang er trotz oder vielleicht sogar wegen der geschlossenen Kritik der Fachwelt35. Sicherlich hilfreich war aber auch die Tatsache, dass Goldhagen im Vorwort seiner deutschen Ausgabe die Vorstellung einer Kollektivschuld der Deutschen am Holocaust unmissverständlich ablehnte36. Er traf den Nerv der Zeit, indem er Fragen nach der individu- ellen Verantwortung und der subjektiven Perspektive der Täter stellte. Denn in der bisher ge- führten Debatte um die NS-Vergangenheit gerieten die „gewöhnlichen Deutschen“, ihre Ver- brechen, Motivation und Mentalität aus dem Blickfeld der Forschung37. Unabhängig von ihrer Kritik erkannten viele Historiker, wie Ulrich Herbert, an, dass Goldhagen die richtigen Fragen gestellt hatte38. Obwohl die Kontroverse keinen neuen „Historikerstreit“ auslöste, wie vom Redakteur Volker Ullrich befürchtet, ist die Kluft zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ein Sinnbild für die Grenzen der historischen Fachkommunikation in der Mediengesellschaft. Die deutschen Zeithistoriker mussten feststellen, dass sie im „öffentlichen Gebrauch der His- torie“ den Vortritt verloren haben; das Publikum wählte selber seinen Favoriten39.

Internetseite der Zentrale: http://www.zentrale-stelle.de/servlet/PB/menu/1193356/index.html?ROOT=1193201 (letzte Aufruf: 05.05.2012 um 14:38).

[...]


1 Siehe Wolfrum, Edgar: Geschichtspolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Der Weg zur bundesrepublikanischen Erinnerung 1948 - 1990. Darmstadt 1999, S. 17.

2 Vgl. Jeismann, Karl-Ernst: „Identität“ statt „Emanzipation“? Zum Geschichtsbewusstsein in der Bundesrepublik. In: Aus Politik und Zeitgeschichte B 20-21. 1986, S. 3-16 (4).

3 Vgl. Wolfrum, Edgar: Geschichte als Politikum- Geschichtspolitik. Internationale Forschungen zum 19. und 20. Jahrhundert. In: Neue Politische Literatur, Jg. 41 (1996), S. 377.

4 Vom Gesetzentwurf über eine Rede bis zu einer Straßenumbenennung oder das Entwerfen eines Schulbuches.

5 Vgl. Wolfrum: Geschichtspolitik, S. 19.

6 Um nur einige zu nennen: Hermann Lübbe, Erich Kosthorst oder Hellmut Diwald.

7 Vgl. Wolfrum: Geschichtspolitik, S. 270-271, 303-308. Vgl. Ders., Geschichte als Waffe. Vom Kaiserreich bis zur Wiedervereinigung. Göttingen 2001, S. 113-114.

8 Siehe Fischer, Torben (Hg.): Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945. Bielefeld 2007, S. 227-229.

9 Ebd. S. 262-264.

10 Ebd. S. 226-227.

11 Und viele andere linksliberale Denker wie Hans Mommsen, der darin ein Großteil der Historie in der Bundesrepublik auf „Wendekurs“ sah. Vgl. Wolfrum: Geschichtspolitik, S. 337.

12 Vgl. Fischer: Lexikon, S. 226.

13 Vgl. Wolfrum: Geschichtspolitik, S. 333, 338-339.

14 Unter anderen Andreas Hillgruber und Michael Stürmer

15 Einzig die Forderung nach einer Historisierung der NS-Zeit, wie auch von Martin Broszat formuliert, stieß auf eine fruchtbare wissenschaftliche Diskussion. Siehe Fischer: Lexikon, S. 235-238.

16 Vgl. Seebacher, Brigitte: Viel Lärm um Nichts. Der Streit um das Selbstverständnis der Bundesrepublik - Ursachen und Folgen. In: Bitzegeio, Ursula (Hg.): Solidargemeinschaft und Erinnerungskultur im 20. Jahrhundert. Beiträge zu Gewerkschaften, Nationalsozialismus und Geschichtspolitik. Bonn 2009, S. 404-405.

17 Die persönliche Betroffenheit der Teilnehmer kann nicht genug unterstrichen werden. Es handelte sich im Wesentlichen um die Generation der „Flakhelfer und Hitlerjungen“, die sich „über ihre eigene Vergangenheit“ stritten. Vgl. Crueger, Hans-Christian: Geschichte als politische Wissenschaft - Der Historikerstreit. In: Kailitz, Steffen: Die Gegenwart der Vergangenheit. Der „Historikerstreit“ und die deutsche Geschichtspolitik. Wiesba- den 2008, S. 44.

18 Vgl. Kailitz, Steffen: Die Politische Deutungskultur der Bundesrepublik Deutschland im Spiegel des „Historikerstreits“. In: Ders. (Hg.): Gegenwart der Vergangenheit, S. 14-38.

19 „Schützenhilfe“ bekam Habermas im Wesentlichen von Hans Mommsen, Kurt Pätzold, Heinrich August Winkler, Eberhard Jäckel, Jürgen Kocka und Saul Friedländer, wobei einige seine Kritik nur teilweise teilten.

21

20 die „Sonderwegthese“, die Skepsis bezüglich der deutschen Wiedervereinigung, die Gleichsetzung von Anti- faschismus und Antikapitalismus sowie die Tabuisierung der Totalitarismus-Definition.

22 Vgl. Krach, Klaus Große: Die Zankende Zunft. Historische Kontroversen in Deutschland nach 1945. Göttingen 2005, S. 141-142.

23 Eine kritische Überprüfung dieses Konzepts findet sich in Blaschke, Olaf: Die Elimination wissenschaftlicher Unterscheidungsfähigkeit. Goldhagens Begriff des „eliminatorischen Antisemitismus“ - eine Überprüfung. In: Heil, Johannes (Hg.): Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit. Der Streit um Daniel J. Goldhagen. Frankfurt am Main 1998, S. 63-93.

24 Ebd. S. 143.

25 Zitiert nach Krach: Zankende Zunft, S. 144.

26 Vgl. Klundt, Michael: Geschichtspolitik. Die Kontroversen um Goldhagen, die Wehrmachtsausstellung und das „Schwarzbuch des Kommunismus“. Köln 2000, S. 18-20.

27 Ebd. 30-35.

28 Vgl. Krach: Zankende Zunft, S. 147-155.

29 Ebd. S. 147.

30 Vgl. Klundt: Geschichtspolitik, S. 21-22.

31 Um ein detaillierte Einblick bemühen sich: Katz, Jacob. Aus dem Ghetto in die bürgerliche Gesellschaft. Jüdische Emanzipation 1770-1870. Frankfurt am Main 1988, Lässig, Simone. Jüdische Wege ins Bürgertum. Kulturelles Kapital und sozialer Aufstieg im 19. Jahrhundert. Göttingen 2004 oder De Moll, Frederick. Bildung als Medium der jüdischen Emanzipation. Eine Untersuchung des jüdischen Bildungsverständnisses zwischen Aufklärung und Tradition, Stuttgart 2009.

32 Aufgabe der Zentralen Stelle ist es, das gesamte erreichbare ermittlungsrelevante Material über nationalsozia- listische Verbrechen weltweit zu sammeln, zu sichten und auszuwerten. Hauptziel ist es dabei, nach Ort, Zeit und Täterkreis begrenzte Tatkomplexe herauszuarbeiten und noch verfolgbare Beschuldigte festzustellen. Siehe

33 Vgl. Krach: Zankende Zunft, S. 145-146: Ruth Bettina Birn und Norman Finkelstein. Für Eberhard Jäckel war das Werk „einfach ein schlechtes Buch“, vgl. Ebd. S. 150. Frau Birn Analyse Goldhagens Quellen findet sich in Birn, Ruth Bettina: Nachgelesen. Goldhagen und seine Quellen. In: Heil: Geschichtswissenschaft und Öffent- lichkeit, S. 38-63.

34

35 Ebd. S. 152-154.

36 Ebd. S. 152.

37 Vgl. Heil: Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit, S. 250. Vgl. Seibel, Wolfgang: Staatsstruktur und Massenmord. Was kann eine historisch-vergleichende Institutionenanalyse zur Erforschung des Holocaust beitragen? In: Berding, Helmut (Hg.): Geschichte und Gesellschaft, 24. Jg (1998) Heft 4. S. 539-570.

38 Vgl. Klundt: Geschichtspolitik, S. 37-38.

39 Vgl. Krach: Zankende Zunft, S. 155.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Geschichtspolitik in Deutschland und Frankreich
Untertitel
Eine Analyse der wichtigsten gedächtnispolitischen Debatten
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V271142
ISBN (eBook)
9783656629948
ISBN (Buch)
9783656629931
Dateigröße
718 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschichtspolitik, deutschland, frankreich, eine, analyse, debatten
Arbeit zitieren
B.A. Mohamet Traore (Autor), 2012, Geschichtspolitik in Deutschland und Frankreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271142

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