Unsere Gesellschaft befindet sich im Wandel. Wir möchten immer ökologischer und nachhaltiger wirtschaften. So oft wie möglich nutzen wir einen Mehrwegbeutel für unseren Einkauf. Unser Stromverbrauch wird grün und unser Kraftstoff kommt bereits aus nachhaltigen Ressourcen. Wir hoffen, dass wir so die Klimabilanz mit unserem Verhalten beeinflussen können, um die vorausgesagten Umweltkatastrophen vorzeitig abwenden zu können. Es gibt jedoch einen Bereich, dem wir kaum Beachtung schenken, obwohl wir täglich mit ihm in Berührung gelangen: Einwegverpackungen. Einwegverpackungen und damit auch Einwegprodukte stehen für unsere schnelllebige Gesellschaft, die ihr Glück im Konsum zu finden vermag. Sie fordert immer mehr Konsumgüter für sich, um sich zu belohnen oder über die Maße zu leben. All diese Güter müssen verpackt werden, um sie von den verschiedenen Orten zu den Konsumenten zu bringen. Hierbei entsteht auch ein großer Verpackungsaufwand seitens der Industrie. Nicht zuletzt, damit das Produkt dem Käufer gefällt und er dieses und kein anderes Produkt für sich wählt. Während ich mich mit den verschiedenen Verpackungsarten und deren Nachhaltigkeit beschäftigt habe, ist mir ein Thema besonders ins Auge gestochen. Es ist der aktuelle „Coffee-to-Go“-Trend. Jährlich werden 23 Milliarden Pappbecher weltweit weggeworfen, die man nicht recyclen kann. Wir verschwenden endliche Ressourcen, die wir besser schonen sollten. Viele Konsumenten sind sich jedoch nicht bewusst, dass man Pappbecher nicht recyclen kann, da diese mit einer Kunststoffschicht überzogen worden sind, um Wasser abzuweisen. Sie mögen sagen, es ist doch nur ein Becher. Aber nichts verkörpert besser die derzeitige Situation, sowohl der Wirtschaft als auch der Gesellschaft. Es wird produziert, um es nachher wieder wegzuwerfen. To-Go ist ein Trend, der unsere Gesellschaft definitiv nicht nach vorne bringt. Er versetzt uns eher wieder in das Mittelalter, wenn man sich Mülleimer und öffentliche Plätze ansieht. Fast wie in einer Ausstellung wird hier Müll in allen möglichen Farben und Formen präsentiert. Ich habe eine Guerilla-Kampagne für das Studentenwerk Düsseldorf entwickelt, um die Studenten über das Thema aufzuklären. Die eher tristen Kampagnen aus der Vergangenheit möchte ich durch eine humorvolle Variante mit kurzen Videos ablösen. Ich möchte mit dieser Arbeit aufzeigen, dass man auch mit kleinen Veränderungen im Alltag viel für die Umwelt bewegen kann.
Inhaltsverzeichnis
- DAS KONZEPT
- RECHERCHE VERPACKUNG
- Was ist Verpackung?
- Felle, Häute und Tontöpfe
- Einweg
- Auswege aus dem Einweg
- Fazit
- RECHERCHE COFFEE-TO-GO
- Die Kaffeekultur
- Der Kaffeetrinker
- Umwelt-To-Go
- Alternativen
- Fazit
- PROBLEM- UND ZIELDEFINIERUNG
- Zieldefinierung
- Zielgruppe
- Zielgruppenbefragung
- Auftraggeber
- KREATIVE VORARBEIT
- Strategie
- Ideenfindung und -beschreibung
- Zielgruppengeeignete Gestaltung
- RECHERCHE VERPACKUNG
- DIE VISUALISIERUNG
- ENTWURF
- Die Charaktere
- Das Umfeld
- Die Storyboards
- Die Vorarbeit
- UMSETZUNG
- Der Mediaplan
- Print-Medien
- Online-Medien
- ENTWURF
- SCHLUSSWORT
- Weitere Vorgehensweise
- ANHANG
- Quellenverzeichnis
- Eidesstattliche Erklärung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Konsumenten im Rahmen einer Aufklärungskampagne über die vielfältigen Nachteile von Einweg-Pappbechern zu informieren. Primäres Ziel ist es, das Image der traditionellen Porzellantasse wieder aufzuwerten und die Menschen dazu zu bewegen, über ihr Konsumverhalten zu reflektieren, um so einen Beitrag zur Reduzierung von Einwegverpackungsmüll zu leisten.
- Umweltauswirkungen von Einwegverpackungen, insbesondere Plastik und Pappbecher.
- Entwicklung und kulturelle Bedeutung des „Coffee-to-Go“-Trends.
- Gesundheitliche Risiken durch schädliche Substanzen in Plastikverpackungen.
- Vorstellung und Analyse von nachhaltigen Alternativen zu Einwegverpackungen.
- Analyse des Konsumentenverhaltens und der Einflussfaktoren auf Kaufentscheidungen.
- Design als Instrument zur Förderung umweltfreundlicher Konsumpraktiken.
Auszug aus dem Buch
PLASTIK
Heute werden laut einer Statistik eine Billion Plastiktüten pro Jahr verwendet. Der Europäer kommt auf rund 200 Tüten pro Jahr. Viele Tüten landen jedoch bereits schon nach einmaligem Gebrauch im Müll oder sogar in der Natur. Gerade die „dünnwandigen Tüten, die neunzig Prozent aller Plastiktüten ausmachen, aber oft nur ein einziges Mal zum Verkauf von Obst und Gemüse verwendet werden"20, macht sie zu einem echten Umweltproblem. Denn der Zerfall einer Plastiktüte kann von 100 bis zu 500 Jahren andauern.21 Es wird geschätzt, dass sich heutzutage bereits 250 Milliarden Plastikteilchen im Meer befinden. Dies entspricht einem Gesamtgewicht von 500 Tonnen.22 Es kommt noch schlimmer, denn die Plastikteilchen werden von den Meerestieren oder Vögeln über die Nahrung aufgenommen. „Bei Untersuchungen von Nordseevögeln fanden Umweltschützer bei 94 Prozent der Tiere Plastik im Magen."23 Dies kann dazu führen, dass die Tiere an den Teilchen qualvoll verenden. Die Tiere, die nicht daran sterben, landen schließlich mitsamt dem Plastik im Bauch wieder auf unserem Esstisch.
Die Plastikteile gelangen auf ganz unterschiedliche Weisen ins Meer. Durch Überschwemmungen von küstennahen Orten oder durch Menschen, die ihren Müll am Strand liegen lassen. Außerdem können Plastikteilchen auch in unserer Kosmetik, wie in Zahnpasta, Peelings oder Duschbädern enthalten sein und so über unser Abwasser wieder ins Meer gelangen. Ebenso können sich Kunststofffasern bei der alltäglichen Wäsche lösen. Auch die Fischindustrie ist mit einem rund 10%-igen Anteil an Plastikteilchen im Meer vertreten, denn wenn die Netze kaputt gehen, treiben sie im Meer herum.24
Die Richtlinie 94/62/EG, die die Verpackung und Verpackungsabfälle in Europa regelt, soll in Zukunft so abgeändert werden, dass jedes europäische Land das Problem mit der Plastiktüte selbst angehen kann. Denn die Europäer pflegen einen ganz unterschiedlichen Umgang mit der Plastiktüte. „Während Kunden in Dänemark im Durchschnitt nur vier Tüten pro Jahr nutzen, schleppen Käufer in Polen und Portugal jährlich rund 450 Plastiktüten Heim. Die deutschen Verbraucher liegen mit 65 Tüten im Jahr im EU-Mittelfeld."25 Grund dafür ist, dass Plastiktüten neben den geringen Kosten auch bei den Verkäufern als Werbemittel sehr beliebt sind. Eine gute Alternative ist der Mehrwegbeutel. Er leistet die gleichen Dienste, kann hunderte Einwegtüten ersetzen und den unnötigen Rohstoff- und Energieverbrauch einsparen. Grundsätzlich sollen jedoch in allen europäischen Staaten vor allem die leichten Wegwerf-Plastiktüten verboten werden, denn sie sind nur für den kurzen Gebrauch gedacht und kaum zur Wiederverwendung benutzbar.
Zusammenfassung der Kapitel
RECHERCHE VERPACKUNG: Dieses Kapitel untersucht die historische Entwicklung und die verschiedenen Formen von Verpackung, von frühen Naturmaterialien bis hin zu modernen Einweg- und Mehrweglösungen, und beleuchtet deren Auswirkungen.
RECHERCHE COFFEE-TO-GO: Hier wird die Kaffeekultur beleuchtet, insbesondere der Aufstieg des "Coffee-to-Go"-Trends und dessen problematische Umweltfolgen durch Einwegbecher.
PROBLEM- UND ZIELDEFINIERUNG: In diesem Abschnitt werden das Kernproblem des Einwegbecherkonsums und die daraus resultierende Ressourcenverschwendung definiert, sowie die Zielsetzung der Arbeit, Konsumenten aufzuklären und Alternativen aufzuzeigen.
KREATIVE VORARBEIT: Dieses Kapitel skizziert die strategische Ausrichtung der Kampagne, die Ideenfindung und die Gestaltungskonzepte, um die Zielgruppe der Studenten humorvoll anzusprechen.
DIE VISUALISIERUNG: Hier werden die visuellen Elemente der Kampagne vorgestellt, inklusive Charakterdesign, Umfeldgestaltung und Storyboards der geplanten Video-Serie.
UMSETZUNG: Das Kapitel befasst sich mit dem Mediaplan und den Kosten der Kampagne, wobei der Fokus auf Online-Medien und ergänzenden Printmaterialien liegt.
SCHLUSSWORT: Das Schlusswort reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und formuliert einen Ausblick auf weitere Vorgehensweisen und Wünsche bezüglich eines nachhaltigeren Konsumverhaltens.
Schlüsselwörter
Verpackung, Einwegverpackung, Coffee-to-Go, Nachhaltigkeit, Umweltverschmutzung, Plastikmüll, Recycling, Konsumverhalten, Design, Kaffeekultur, Ressourcenverschwendung, Kampagne, Abfallvermeidung, Konsumentenaufklärung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit befasst sich mit dem Konzept und Entwurf zur Vermeidung von Einwegverpackungen, insbesondere im Kontext des "Coffee-to-Go"-Trends, um Konsumenten für nachhaltigere Alternativen zu sensibilisieren und ein Bewusstsein für Umweltschutz zu schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Problematik von Einwegverpackungen, die Kaffeekultur und der "Coffee-to-Go"-Konsum, die Identifizierung und Förderung von Mehrweg-Alternativen sowie die Gestaltung einer aufklärenden Kampagne und deren visueller Umsetzung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Konsumenten durch eine Aufklärungskampagne über die Nachteile von Pappbechern zu informieren und das Image von Porzellangeschirr als nachhaltige Alternative aufzuwerten. Die implizite Forschungsfrage ist, wie man Konsumenten dazu bringen kann, ihren Konsum zu reflektieren und umweltfreundlichere Entscheidungen zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Recherche zu den Themen Verpackung und Coffee-to-Go, ergänzt durch eine Zielgruppenbefragung zur Analyse des Konsumverhaltens und entwickelt daraus einen Design-Entwurf für eine mediale Kampagne.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Recherche zu Verpackungen (Geschichte, Problematik von Plastik), die Kaffeekultur und den "Coffee-to-Go"-Trend (Umweltauswirkungen, Alternativen), die Problem- und Zieldefinierung sowie die kreative Vorarbeit für die Kampagne einschließlich Strategie und Gestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Einwegverpackung, Coffee-to-Go, Nachhaltigkeit, Umweltverschmutzung, Plastikmüll, Recycling, Konsumverhalten, Design, Kaffeekultur, Ressourcenverschwendung, Kampagne, Abfallvermeidung und Konsumentenaufklärung.
Wie wird versucht, die Zielgruppe der Studenten zu erreichen?
Die Kampagne zielt darauf ab, Studenten durch eine humorvolle und sarkastische Videoserie in Online-Medien wie Facebook und YouTube zu erreichen, die eine „Battle of Cups“ zwischen Tasse und Einwegbecher darstellt, ergänzt durch Printmedien mit QR-Codes.
Welche Rolle spielen Gesundheitsaspekte in der Argumentation gegen Einwegverpackungen?
Die Arbeit betont, dass Einwegverpackungen, insbesondere aus Plastik, schädliche Substanzen wie Bisphenol-A enthalten können, die negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, von Allergien bis hin zu potenziell krebserregenden Wirkungen.
Welche konkreten Alternativen zum Coffee-to-Go-Becher werden vorgeschlagen oder untersucht?
Es werden Biokunststoffe, Palmenblätter und essbare Lebensmittelverpackungen als innovative Alternativen untersucht, aber auch der einfache Mehrwegbecher aus Porzellan oder die Thermoskanne als beste und praktikabelste Lösungen hervorgehoben.
Was ist der "Cup-Cycle" und wie funktioniert er?
Der "Cup-Cycle" ist ein Mehrwegsystem für Coffee-to-Go-Becher an Universitäten, bei dem Becher nach Gebrauch in Sammelboxen zurückgegeben werden können, ohne Pfand. Ziel ist es, die Rücklaufquote zu maximieren und somit Müll zu vermeiden, auch wenn die Becher optisch weniger ansprechend sind.
- Citar trabajo
- Franziska Lehmann (Autor), 2014, Coffee-to-Go. Ein Trend, den die Welt nicht braucht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271156