Im Zusammenhang mit den Diskussionen um den Vereinstatus des ADAC sind profitorientierte Vereine wieder ins Gerede gekommen.
Auch die Ereignisse um den Vereinsmanager Uli Hoeneß habe die engen Verflechtungen aufgezeigt.
Die vorliegende Arbeit vergleicht den ADAC mit dem FC Bayern und zeigt auf, warum das Dilemma beim ADAC aufgrund von mangelnder Kontrollinstanzen so entstehen konnte.
Die Vereinsorganisation beim FC Bayern München mit einer strikten Trennung zwischen Verein und Aktiengesellschaft dürfte als ideale Lösung angesehen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vereine
2.1 Rechtliche Grundlagen
2.2 Gemeinnützige Vereine
2.3 Gewinnorientierte Vereine
3. Profitorientierung und Erfolgsmaximierung
3.1 Erfolgsorientierung
3.2 Profitorientierung
3.3 Widersprüche zwischen Profit- und Erfolgsmaximierung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob und inwieweit Vereine gewinnorientiert arbeiten dürfen, und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen der Rechtsform des Vereins und dem ökonomischen Streben nach Erfolg. Dabei steht die Analyse der unterschiedlichen Zielfunktionen sowie die kritische Betrachtung der Organisationsstrukturen im Fokus, insbesondere anhand der Fallbeispiele ADAC e.V. und FC Bayern München.
- Rechtliche Grundlagen und Typologie von Vereinen (Idealvereine vs. wirtschaftliche Vereine)
- Abgrenzung und Definition von Profit- und Erfolgsorientierung
- Die Rolle von Corporate Social Responsibility in Vereinsstrukturen
- Kritische Analyse von Kontrollmechanismen und Führungseliten in Großvereinen
- Vergleich zwischen der Konzernstruktur im Sport und der Verbandsstruktur in Automobilclubs
Auszug aus dem Buch
3.2 Profitorientierung
Profit und Erfolg kann man auf den ersten Blick gleichsetzen. Im Zusammenhang mit Vereinen wird aber auch von Non-Profit-Organisationen (NPO), also gemeinnützigen Organisationen auf der einen Seite und von wirtschaftlich orientierten Vereinen auf der anderen Seite gesprochen, die eine Gewinnerzielungsabsicht verfolgen.
John Ruskin (1819-1900), ein Volkswirtschaftler aus dem 19. Jahrhundert sprach von rücksichtslosem Gewinnstreben, das dem momentanen Bedürfnis der Massen nachgibt, das zum Verderben des Geschmacks der Allgemeinheit führt und damit zu öffentlicher Verschwendung ermutigt.21
Das Wort Profit stammt also eher aus den Zeiten des Klassenkampfes, der mit Marx und Engels das 19. Jahrhundert prägte und auch zu wirtschaftlichen Revolutionen führte. Walter Eucken (1891-1950) kann als Ur-Vater der sozialen Marktwirtschaft angesehen werden, auf dessen Erkenntnissen der Fürther Ludwig Erhard (1897-1977) aufbaute. Diese bestimmen die heutigen Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft, die eine möglichst gerechte Verteilung des erwirtschafteten Wohlstands anstrebt. Aus seiner Kritik der Laissez-faire-Politik, die zu einer ungerechten Verteilung führte, entstand das Grundmuster der sozialen Marktwirtschaft, welche die Wirtschaftspolitik nach 1948 in Deutschland prägte.22
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik ein, ob Vereine durch ihre speziellen Rechte und Strukturen eine Sonderstellung einnehmen und ob sie profitabel wirtschaften dürfen.
2. Vereine: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen für Idealvereine sowie wirtschaftlich tätige Vereine und zeigt die Anforderungen an die Gemeinnützigkeit auf.
3. Profitorientierung und Erfolgsmaximierung: Hier werden ökonomische Prinzipien auf Vereine angewendet und die gesellschaftliche sowie unternehmerische Sicht auf Gewinnstreben diskutiert.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass jedes Unternehmen zwar wirtschaftlich erfolgreich sein muss, Vereine jedoch durch ihre emotionale Bindung und Struktur eine besondere Verantwortung gegenüber ihren Mitgliedern tragen.
Schlüsselwörter
Vereine, e.V., Gemeinnützigkeit, Profitorientierung, Erfolgsmaximierung, ADAC, FC Bayern München, Wirtschaftsrecht, Satzung, Mitgliederversammlung, Corporate Social Responsibility, Unternehmensführung, Gewinnmaximierung, Haftung, Vereinsrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Rechtsform des Vereins und der Notwendigkeit bzw. dem Streben nach wirtschaftlichem Erfolg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen rechtliche Vereinsgrundlagen, die Definition von wirtschaftlicher Betätigung, die Rolle von Kontrollinstanzen und die ethische Bewertung von Gewinnstreben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Zielfunktionen von Vereinen zu analysieren und zu klären, wie der Konflikt zwischen "Profit" und "Erfolg" in dieser speziellen Rechtsform gelöst werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse unter Einbeziehung rechtlicher Grundlagen sowie eine Fallstudienanalyse anhand aktueller Beispiele aus der Vereinslandschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und eine detaillierte Diskussion über Profit- und Erfolgsmaximierung aus der Sicht des Vereins.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Vereinsrecht, Gemeinnützigkeit, Profitorientierung, CSR und Unternehmensführung.
Inwiefern unterscheidet sich die Struktur des FC Bayern München von der des ADAC?
Der FC Bayern München hat eine strikte organisatorische Trennung zwischen dem gemeinnützigen Verein und der wirtschaftlich agierenden AG vollzogen, während der ADAC eine undurchsichtigere Konzernstruktur aufweist.
Warum ist das Vertrauen der Mitglieder für Vereine so essenziell?
Im Gegensatz zu reinen Wirtschaftsunternehmen identifizieren sich Mitglieder emotional mit einem Verein. Bei Missbrauch dieses Vertrauens, wie beim ADAC, droht ein erheblicher Reputationsschaden und Austrittswellen.
- Arbeit zitieren
- Dr. Benno Bulitta (Autor:in), 2014, Die Zielfunktion von Vereinen: Profit- oder Erfolgsmaximierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271164