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Die Prozesskostenrechnung. Grundlagen, Verfahrensweisen, Einsatz

Title: Die Prozesskostenrechnung. Grundlagen, Verfahrensweisen, Einsatz

Research Paper (undergraduate) , 2004 , 34 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Marc Schühle (Author)

Business economics - Controlling
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Summary Excerpt Details

Die traditionellen Ansätze des Rechnungswesens gehen auf die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück. Zu dieser Zeit des Industriezeitalters galt das Prinzip der Massenproduktion. Heute, im Jahr 2004, sind fast alle Märkte „Käufermärkte“, d.h. der Kunde bestimmt, welche Eigenschaften ein Produkt haben muss. Die Unternehmen fertigen nicht für einen homogenen Markt, sondern individuell nach Kundenwunsch, was viele Produktvarianten bedeutet. Durch die Veränderung der Kostenstrukturen verloren die existierenden Kostenrechnungssysteme zunehmend an Aussagekraft. Grund dafür ist der gestiegene Anteil der Gemeinkosten an den Herstellungskosten. Dadurch verschärfte sich das Problem der Zurechnung von Kosten auf die Kostenträger. Hinzu kommt eine Verschiebung der Kosten von der Produktion zu den vor- und nachgelagerten Bereichen (z.B. F&E, Produktionsplanung, Logistik, Vertrieb, Kundenservice), auch indirekte Bereiche genannt. Die ausgeprägte Globalisierung und die Neustrukturierung der Märkte haben zu einer enormen Erhöhung der Wettbewerbsintensität geführt. Eine detaillierte Kenntnis der eigenen Produktkosten ist existenziell. Die Produktkosten reichen aber heute allein als Informationsbasis zu Kostensenkungsmaßnahmen nicht aus. Kostenreduktionen können nur dann erfolgreich sein, wenn vorher die Abläufe (Prozesse) im Unternehmen und insbesondere die Kostenzusammenhänge (Kostentreiber) klar erkannt werden. Die Unternehmen sind heute viel stärker auf Prozesse ausgerichtet, das bestands- und aufbauorientierte Denken tritt in den Hintergrund. Anzeichen hierfür ist das Produktionsmanagement (z.B. Just-in-Time, Qualitätsmanagement) und das Finanzmanagement (z.B. Kapitalflussrechnung). Aus oben genannten Gründen entstand eine zunehmende Distanz zwischen Theorie und Praxis. Um diese Distanz überwinden zu können, wurden neue Instrumente entwickelt, wie z.B. die Prozesskostenrechnung 1 , die Wertanalyse oder das Target Costing. Die auf Vorgänge in der Produktion zugeschnittenen Kostenrechnungssysteme, wie z.B. die Deckungsbeitragsrechnung oder die Grenzplankostenrechnung, sind nicht in der Lage, Gemeinkosten indirekter Vorgänge den Produkten verursachungsgerecht zuzuordnen. Die in der Zuschlagskalkulation unterstellte Prämisse der Proportionalität von Gemeinkosten in Bezug zu den Einzelkosten vernachlässigt die bei inhomogener Material-, Produkt-, Auftrags- oder Vertriebsstruktur unterschiedlich hohe spezifische Leistungsinanspruchnahme.

Excerpt


Inhaltsübersicht

1 Grundlagen

1.1 Einführung in die Thematik

1.2 Die Stellung der Prozesskostenrechnung im System der betrieblichen Kostenrechnung

1.3 Die Prozesskostenrechnung

1.3.1 Das Wesen der Prozesskostenrechnung

1.3.2 Ziele der Prozesskostenrechnung

1.3.3 Aufgabenfelder der Prozesskostenrechnung

1.3.4 Abgrenzung zu Activity Based Costing

1.4 Einsatzfelder von ABC und PKR

2 Systematik und Vorgehensweise

2.1 Faktoren der Prozesskostenrechnung

2.1.1 Prozess

2.1.2 Kostentreiber

2.1.3 Prozesskosten

2.2 Vorgehensweise

2.2.1 Auswahl der einzubeziehenden Bereiche und Festlegung des Projektzieles

2.2.2 Tätigkeitsanalyse und Aufstellung einer Prozesshierachie

2.2.3 Bestimmung prozessbezogener Kostentreiber

2.2.4 Ermittlung der Prozesskosten je Teilprozess

2.2.5 Ermittlung der Prozesskostensätze je Teilprozess

2.2.6 Hauptprozessverdichtung

2.2.7 Kalkulation mit Prozesskostensätzen

2.3 Die Funktionen-Prozess-Matrix

3 Einsatzmöglichkeiten der Prozesskostenrechnung

3.1 Prozesskosten in der Kalkulation

3.1.1 Voraussetzung und Wirkung

3.1.2 Kalkulation mit Prozesskosten

3.1.3 Effekte der prozessbezogenen Kalkulation

3.1.4 Variantenkalkulation

3.2 Prozesskosten in der Deckungsbeitragsrechnung

3.3 Prozesskosten als Kostenplanungs- und Steuerungsinstrument

4 Beispiel zur Prozesskostenstellenrechnung

4.1.1 Auswahl der einzubeziehenden Bereiche und Festlegung des Projektzieles

4.1.2 Tätigkeitsanalyse und Aufstellung einer Prozesshierachie

4.1.3 Bestimmung prozessbezogener Kostentreiber

4.1.4 Ermittlung der Prozesskosten je Teilprozess

4.1.5 Ermittlung der Prozesskostensätze je Teilprozess

4.1.6 Hauptprozessverdichtung

4.1.7 Kalkulation mit Prozesskostensätzen

5 Fazit und Weiterentwicklung

6 Anhang

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert die Prozesskostenrechnung (PKR) als Instrument zur verursachungsgerechteren Verrechnung von Gemeinkosten in indirekten Unternehmensbereichen. Das primäre Ziel ist es, den Nutzen der Prozessorientierung für Kalkulations- und Steuerungszwecke aufzuzeigen und durch ein Praxisbeispiel die Auswirkungen gegenüber traditionellen Verfahren zu verdeutlichen.

  • Grundlagen und Einordnung der Prozesskostenrechnung
  • Systematik und Vorgehensweise bei der Einführung der PKR
  • Einsatzmöglichkeiten in Kalkulation und Deckungsbeitragsrechnung
  • Analyse des Allokations-, Komplexitäts- und Degressionseffekts
  • Praktische Implementierung anhand eines Fallbeispiels

Auszug aus dem Buch

2.2.6 Hauptprozessverdichtung

Teilprozesse mit gleichen Maßgrößen bzw. Kostentreibern werden zu Hauptprozessen verdichtet. Anschließend kann für jeden Hauptprozess der Prozesskostensatz ermittelt werden.

Das Beispiel aus Abbildung 5 zeigt die Kostenstellen „Vertrieb“ und „Buchhaltung“. Die Teilprozesse „Bestellung abwickeln“ und „Rechnung erstellen“ haben den gleichen Kostentreiber „Anzahl Aufträge“, sie können somit zum Hauptprozess 1 „Aufträge bearbeiten“ zusammengefasst werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Grundlagen: Es wird die historische Entwicklung und die Notwendigkeit der Prozesskostenrechnung aufgrund veränderter Kostenstrukturen und steigender Wettbewerbsintensität dargelegt.

2 Systematik und Vorgehensweise: Dieses Kapitel beschreibt die methodischen Schritte der PKR, angefangen bei der Tätigkeitsanalyse bis hin zur Kalkulation mit Prozesskostensätzen.

3 Einsatzmöglichkeiten der Prozesskostenrechnung: Hier werden die Anwendungsgebiete wie Kalkulation, Deckungsbeitragsrechnung sowie Kostenplanung und -steuerung detailliert erörtert.

4 Beispiel zur Prozesskostenstellenrechnung: Anhand eines Fallbeispiels bei der MOS AG wird die praktische Umsetzung der PKR Schritt für Schritt simuliert und mit der traditionellen Rechnung verglichen.

5 Fazit und Weiterentwicklung: Das Kapitel reflektiert kritisch die Anwendung der PKR und diskutiert deren langfristige strategische Bedeutung sowie Weiterentwicklungen wie das Time-Driven Activity-Based Costing.

Schlüsselwörter

Prozesskostenrechnung, Gemeinkosten, Kostentreiber, Teilprozess, Hauptprozess, Kalkulation, Zuschlagskalkulation, Leistungsverrechnung, Prozessorientierung, Vollkostenrechnung, Kostenmanagement, Unternehmensprozesse, Variantenkalkulation, Deckungsbeitragsrechnung, Prozesshierarchie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen, die systematische Vorgehensweise und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Prozesskostenrechnung als modernes Instrument im Controlling.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die prozessorientierte Kostenerfassung, die Abgrenzung zu anderen Kostenrechnungssystemen wie dem Activity Based Costing sowie die praktische Anwendung der Methode zur Verbesserung der Kalkulationsgenauigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin aufzuzeigen, wie durch die Prozesskostenrechnung Gemeinkosten verursachungsgerechter auf Produkte und Leistungen verteilt werden können, um eine bessere Entscheidungsgrundlage für das Management zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung mit einer methodisch strukturierten Fallstudie (MOS AG), um die praktische Anwendung und die Auswirkungen der Prozesskostenrechnung zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Systematik der Prozesskostenrechnung sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Einsatzbereichen wie der Kalkulation, Deckungsbeitragsrechnung und dem Kostenmanagement.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Prozesskostenrechnung, Kostentreiber, Gemeinkostenmanagement und prozessorientierte Kalkulation geprägt.

Welche spezifischen Vorteile bietet die Prozesskostenrechnung laut dem Autor bei der Kalkulation?

Die PKR ermöglicht eine genauere Zuordnung indirekter Kosten, wodurch Verzerrungen durch pauschale Zuschlagssätze vermieden werden und Unternehmen fundiertere Entscheidungen hinsichtlich ihrer Produkt- und Preisstrategie treffen können.

Was ist das Ergebnis des Praxisbeispiels der MOS AG?

Das Beispiel zeigt, dass die traditionelle Rechnung die Kosten für bestimmte Produkte falsch abbildet; durch die PKR konnte der Controller den Verlust beim Produkt E55 transparent machen und Verbesserungspotenziale aufzeigen.

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Details

Title
Die Prozesskostenrechnung. Grundlagen, Verfahrensweisen, Einsatz
College
Pforzheim University  (Wirtschaftsingenieurwesen)
Course
Controlling 4
Grade
1,5
Author
Marc Schühle (Author)
Publication Year
2004
Pages
34
Catalog Number
V27116
ISBN (eBook)
9783638292436
Language
German
Tags
Prozesskostenrechnung Grundlagen Verfahrensweisen Einsatz Controlling
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Schühle (Author), 2004, Die Prozesskostenrechnung. Grundlagen, Verfahrensweisen, Einsatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27116
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