Ein Unternehmen zu führen stellt ein immer größeres Problem dar, da die Unternehmenstätigkeiten immer globaler und internationaler werden und die Märkte immer komplexer und dynamischer. Dies hat sich ich den 90er Jahren in den Unternehmenskrisen die durch die Tagespresse gingen gezeigt, wie z.B. die Krise der Philipp Holzmann AG im Jahre 1999. Aber auch aktuell gehen Meldungen von Unternehmenskrisen durch die Tagespresse, wie die Krise bei der Quelle–Karstadt-Gruppe oder ganz aktuell beim Automobilbauer Rover in Großbritannien. Solche Krisen lassen darauf schließen, dass vom Management ein nicht unwesentliches Risiko für das Unternehmen ausgeht und meistens auf ein schlechtes Management und/oder Managementfehler zurückzuführen ist.
Daher gewinnt das Risikomanagement bei Führungspositionen immer mehr an Bedeutung.
In der nachfolgenden Ausarbeitung möchte ich zunächst ein paar Begriffsdefinitionen zum allgemeinen Verständnis erläutern und danach werde ich dann explizit auf die Managementrisiken und die Risikoinventur eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriff Management
2.1 Institutional orientierte Managementansätze
2.2 Funktional orientierte Managementansätze
3. Begriff Risiko
4. Managementrisiken
4.1 Managementrisiken abgeleitet aus den Hauptfunktionen des Management
4.1.1 Risiken bei der Planung, Entscheidung, Durchsetzung und Kontrolle
4.1.1.1 Risiken im Prozess der Willensbildung
4.1.1.2 Risiken im Prozess der Willensdurchsetzung
4.1.2 Risiken im Prozess der Organisation und Disposition
4.1.3 Risiken im Prozess der Führung
5. Ergebnisse empirischer Untersuchungen
6. Maßnahmen des Risikomanagement zur Bewältigung von Managementrisiken
7. Risikoinventur
8. Zusammenfassung
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Managementrisiken systematisch zu erfassen und darzustellen, um Unternehmen bei der Früherkennung und Bewältigung dieser spezifischen Gefahrenquellen zu unterstützen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Risiken, die unmittelbar aus Managementfehlern oder -entscheidungen resultieren, identifiziert, kategorisiert und in eine Risikoinventur integriert werden können, um die Unternehmensexistenz zu sichern.
- Differenzierung zwischen institutionalen und funktionalen Managementansätzen.
- Systematisierung von Managementrisiken entlang der Hauptfunktionen des Managements (Planung, Entscheidung, Durchsetzung, Kontrolle, Organisation, Führung).
- Analyse der Bedeutung von Risikomanagementsystemen in Anlehnung an das KonTraG.
- Methodik der Risikoinventur unter Verwendung von Frühwarnindikatoren und Risikoklassifizierungen.
- Bedeutung der Risikobewertung zur Steuerung existenzbedrohender unternehmerischer Risiken.
Auszug aus dem Buch
4. Managementrisiken
Aus der Definition des Begriffs Risiko kann eine Definition für Managementrisiken ableitet werden. Als Managementrisiken wird die Möglichkeit bezeichnet, das tatsächliche Ergebnis einer unternehmerischen Aktivität, die vom Management zu verantworten ist und von dem zu erwarteten Ergebnis abweicht. Das Management ist für sämtliche Aktivitäten des Unternehmens verantwortlich, was bedeuten würde, dass alle Risiken die im Unternehmen auftauchen gleichzeitig Managementrisiken wären.
Für eine richtige Definition des Begriffs Managementrisiken können jedoch nur die vom Management unmittelbar zu verantwortenden Aktivitäten sein.
4.1 Managementrisiken abgeleitet aus den Hauptfunktionen des Management
Aus den Hauptfunktionen des Managements lassen sich weitere Managementrisiken ableiten.
Die Hauptfunktionen des Managements lauten:
Planung, Entscheidung/Durchsetzung & Kontrolle (prozessuale Dimension)
Organisation & Disposition (strukturelle Dimension)
Führung (personelle Dimension)
„Die Teilphasen des Managementprozess lassen sich in die Phasen der Willensbildung (Zielbildung, Problemanalyse, Prognose, Alternativensuche, Bewertung, Entscheidung) und in die Phasen der Willensdurchsetzung (Durchsetzung, Kontrolle, Abweichungsanalyse) aufteilen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die steigende Bedeutung des Risikomanagements angesichts zunehmender Unternehmenskrisen, die häufig auf Managementfehler zurückzuführen sind.
2. Begriff Management: Es werden institutional und funktional orientierte Managementansätze unterschieden, um die personellen sowie aufgabenbezogenen Ursachen von Managementrisiken zu analysieren.
3. Begriff Risiko: Risiko wird als Hindernis für die Zielerreichung definiert und in strategische sowie operative Risiken unterteilt, wobei auch der Chancen-Aspekt berücksichtigt wird.
4. Managementrisiken: Dieses Kapitel systematisiert Risiken entlang der Hauptfunktionen des Managements, unterteilt in Willensbildung, Willensdurchsetzung, Organisation, Disposition und Führung.
5. Ergebnisse empirischer Untersuchungen: Hier werden Studien präsentiert, die belegen, dass Mängel in der Unternehmensführung und Führungsinstrumente zentrale Insolvenzursachen sind.
6. Maßnahmen des Risikomanagement zur Bewältigung von Managementrisiken: Es wird die Notwendigkeit erläutert, Maßnahmen zur Risikoidentifikation, -analyse, -bewertung und -steuerung festzulegen, um Verluste zu begrenzen.
7. Risikoinventur: Das Kapitel beschreibt die Risikoinventur als zentrales Instrument zur Erfassung von Gefahrenquellen und Führungsmängeln, unterstützt durch Frühwarnsysteme.
8. Zusammenfassung: Die Kernaussagen zur Definition, Kategorisierung und präventiven Erfassung von Managementrisiken werden zusammengefasst.
9. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Empfehlung an Unternehmen, ein effizientes Risikomanagement und regelmäßige Risikoinventuren zu etablieren, um existenzielle Krisen zu vermeiden.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Managementrisiken, Risikoinventur, Unternehmenskrisen, Führung, Planung, Entscheidungsprozess, Willensbildung, Willensdurchsetzung, Frühwarnsystem, KonTraG, Risikobewertung, Risikosteuerung, Insolvenzursachen, Betriebswirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Definition, Systematisierung und Erfassung von Risiken, die unmittelbar aus der Tätigkeit und den Entscheidungen des Managements in einem Unternehmen entstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung des Managementbegriffs, die Ableitung von Risiken aus Managementfunktionen, die Rolle empirischer Studien zur Insolvenzprävention sowie Methoden der Risikoinventur.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein System darzustellen, mit dem Unternehmen Managementrisiken identifizieren und durch eine strukturierte Risikoinventur bewerten können, um drohende Krisen frühzeitig abzuwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse und bezieht sich auf gesetzliche Rahmenbedingungen wie das KonTraG, um Managementrisiken logisch zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Risikokategorien (Willensbildung, Führung etc.), die Einordnung durch empirische Studien und die Erläuterung konkreter Maßnahmen wie Risikoinventur und Frühwarnsysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Risikomanagement, Managementrisiken, Risikoinventur, Frühwarnsystem, Führungsmängel und Unternehmenskrisen.
Warum ist die Bewertung von Managementrisiken laut Autorin so schwierig?
Die Bewertung ist komplex, da Managementrisiken oft immaterielle Schäden verursachen, zu Opportunitätskosten führen und sich selten auf wiederholbare Prozesse stützen, was die Nutzung von Erfahrungswerten erschwert.
Welche Rolle spielen Frühindikatoren bei der Risikoinventur?
Frühindikatoren, wie ein Managementwechsel oder das Ignorieren negativer Meldungen, dienen als Warnsignale, um Risiken rechtzeitig zu identifizieren, bevor sie sich zu einer existenzbedrohenden Krise entwickeln.
- Arbeit zitieren
- Diplomkauffrau Sabine Wittek (Autor:in), 2005, Managementrisiken. Darstellung und Systematisierung der Risiken zur Erfassung im Rahmen einer Risikoinventur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271174