Managementrisiken. Darstellung und Systematisierung der Risiken zur Erfassung im Rahmen einer Risikoinventur


Hausarbeit, 2005

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Index

1. Einleitung

2. Begriff Management
2.1 Institutional orientierte Managementansätze
2.2 Funktional orientierte Managementansätze

3. Begriff Risiko

4. Managementrisiken
4.1 Managementrisiken abgeleitet aus den Hauptfunktionen des Management
4.1.1 Risiken bei der Planung, Entscheidung, Durchsetzung und Kontrolle
4.1.1.1 Risiken im Prozess der Willensbildung
4.1.1.2 Risiken im Prozess der Willensdurchsetzung
4.1.2 Risiken im Prozess der Organisation und Disposition
4.1.3 Risiken im Prozess der Führung

5. Ergebnisse empirischer Untersuchungen

6. Maßnahmen des Risikomanagement zur Bewältigung von Managementrisiken

7. Risikoinventur

8. Zusammenfassung

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

11. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

Ein Unternehmen zu führen stellt ein immer größeres Problem dar, da die Unternehmenstätigkeiten immer globaler und internationaler werden und die Märkte immer komplexer und dynamischer. Dies hat sich ich den 90er Jahren in den Unternehmenskrisen die durch die Tagespresse gingen gezeigt, wie z.B. die Krise der Philipp Holzmann AG im Jahre 1999. Aber auch aktuell gehen Meldungen von Unternehmenskrisen durch die Tagespresse, wie die Krise bei der Quelle - Karstadt - Gruppe oder ganz aktuell beim Automobilbauer Rover in Großbritannien. Solche Krisen lassen darauf schließen, dass vom Management ein nicht unwesentliches Risiko für das Unternehmen ausgeht und meistens auf ein schlechtes Management und/oder Managementfehler zurückzuführen ist. Daher gewinnt das Risikomanagement bei Führungspositionen immer mehr an Bedeutung. In der nachfolgenden Ausarbeitung möchte ich zunächst ein paar Begriffsdefinitionen zum allgemeinen Verständnis erläutern und danach werde ich dann explizit auf die Managementrisiken und die Risikoinventur eingehen.

2. Begriff Management

Der Begriff Management wird in sehr vielfältig in der Betriebswirtschaft definiert. Management ist die Leitung, Führung eines Unternehmens, die Planung, Grundsatzentscheidungen o.Ä. umfasst.1

Der Begriff des Managements kann sowohl institutional als auch funktional verwendet werden. Diese beiden Ansätze des Management werden ich nachfolgend genauer erklären.

2.1 Institutional orientierte Managementansätze

Bei diesem Managementansatz stehen die Personen, die die Managementaufgaben durchführen und die organisatorische Struktur des Managements im Vordergrund.

Mögliche Managementrisiken sind die, deren Ursachen in der Person des Managers liegen. Solche Risiken bestehen immer dann, wenn Manager das Unternehmen vorsätzlich durch kriminelle Handlungen geschädigt wird, z.B., wenn ein Manager Geld unterschlägt um sich zu bereichern, Verschleierung von Verlusten um das Unternehmen besser darzustellen oder wenn er Bestechungsgelder annimmt.

Aber auch die risikoorientierte Analyse deckt mögliche Risiken im Bereich der Organisation des Managements auf, wie z.B. unzureichende klare Delegation von Verantwortungsbereichen und Kompetenzen, sowie keine klare Abgrenzung des Aufgabengebiets der Geschäftsleitung und des Vorstands.

2.2 Funktional orientierte Managementansätze

Bei diesem Managementansatz geht es nicht um die Personen oder um die Strukturen wie bei den institutional orientierten Managementansätzen, sondern um Aufgaben und Funktionen des Managements. Hier sind die Risiken die fehlerhafte Erfüllung von den ursprünglichen Managementaufgaben bzw. der Nichterfüllung von Pflichten, für die die Unternehmensleistung verantwortlich ist.

„Es gibt gesetzlich normierte Pflichten, zu denen die Sorgfaltspflicht (§ 93 Abs. 1 AktG und § 43 Abs. 1 GmbHG) und eine Menge Einzelpflichten, wie z.B. die Pflicht zur Kapitalerhaltung § 57 AktG und §§ 30-32 GmbHG, Konkursantragspflicht § 92 Abs. 2 AktG und § 64 Abs. 1 GmbHG, etc. gehören.“2

In diesem Fall ergeben sich die Risiken zwar auch aus der Person des einzelnen Managers, aber es sind keine vorsätzlich schädigenden oder kriminellen Handlungen, die vom Manager ausgehen. Bei dieser Art von Risiken handelt es ich um Risiken, die sich aufgrund von sachlichen Ausführungen der Aufgaben des Managements ergeben können. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich die Haftung speziell des Vorstands bzw. der Geschäftsleitung nicht nur auf vorsätzlich kriminelle Handlungen bezieht. Eine unterlassene Handlung oder Fahrlässigkeit können auch einen Haftungsanspruch begründen, wenn sie eine Verletzung der Sorgfaltspflicht (§ 93 Abs. 1 AktG und § 43 Abs. 1 GmbHG) darstellen. Die Sorgfaltspflicht besagt, § 93 Abs. 1 AktG. „Die Vorstandsmitglieder haben bei ihrer Geschäftsführung die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters anzuwenden.“3, § 43 Abs. 1 GmbHG, „Die Geschäftsführer haben in den Angelegenheiten der Gesellschaft die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anzuwenden.4

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Begriff Risiko

Als Risiko wird alles das bezeichnet, was ein Unternehmen an der Erreichung seiner Ziele hindert. Da ein Unternehmen aber durch die Aktivitäten am Markt vielen Risiken ausgesetzt ist, ist jede Entscheidung, die das Unternehmen trifft mit einem gewissen Risiko verbunden, da die Auswirkungen dieser Entscheidungen im Voraus nicht zu erkennen sind. Risiko lässt sich in strategisches Risiko (ist das Risiko, grundsätzlich etwas Falsches zu tun) und in operatives Risiko (ist das Risiko, etwas grundsätzlich Richtiges falsch zu machen) einteilen. „Risiko ist ein Wagnis, eine Gefahr, z.B. die mit jeder wirtschaftlichen Unternehmung verbundene Verlustgefahr.“5

Mit den Risiken sind aber auch Chancen verbunden, denn im Unternehmen sind Chancen definiert als Möglichkeit, etwas Bestimmtes zu erreichen, wobei die Aussichten auf Erfolg bestehen. „Keine unternehmerische Chance ohne Risiko!“6

Daher ist es die Aufgabe der Unternehmensleitung und des Risikomanagement, die Risiken und Chancen zu überwachen und zu versuchen durch Frühwarnsysteme solche Risiken früh zu erkennen oder erst gar nicht entstehen zu lassen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Managementrisiken

Aus der Definition des Begriffs Risiko kann eine Definition für Managementrisiken ableitet werden. Als Managementrisiken wird die Möglichkeit bezeichnet, das tatsächliche Ergebnis einer unternehmerischen Aktivität, die vom Management zu verantworten ist und von dem zu erwarteten Ergebnis abweicht. Das Management ist für sämtliche Aktivitäten des Unternehmens verantwortlich, was bedeuten würde, dass alle Risiken die im Unternehmen auftauchen gleichzeitig Managementrisiken wären.

Für eine richtige Definition des Begriffs Managementrisiken können jedoch nur die vom Management unmittelbar zu verantwortenden Aktivitäten sein.7

4.1 Managementrisiken abgeleitet aus den Hauptfunktionen des Management

Aus den Hauptfunktionen des Managements lassen sich weitere Managementrisiken ableiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Die Teilphasen des Managementprozess lassen sich in die Phasen der Willensbildung (Zielbildung, Problemanalyse, Prognose, Alternativensuche, Bewertung, Entscheidung) und in die Phasen der Willensdurchsetzung (Durchsetzung, Kontrolle, Abweichungsanalyse) aufteilen.“8

4.1.1 Risiken bei der Planung, Entscheidung/Durchsetzung & Kontrolle

Aus den Hauptfunktionen lassen sich, wie oben erwähnt, weitere Managementrisiken ableiten und die Risiken bei der Planung, Entscheidung/Durchsetzung und Kontrolle lassen sich wiederum in die Risiken der Willensbildung und der Willensdurchsetzung einteilen.

Nachfolgend möchte ich diese beiden Risikokategorien darstellen.

4.1.1.1 Risiken im Prozess der Willensbildung

Zunächst können Risiken im Prozess der Willensbildung (Entscheidungsfindungsprozess) entstehen, wie z.B. durch folgende Sachverhalte:

- Wenn vom Management Ziele falsch definiert werden Wenn vom Management nicht ausreichend fundierte Problemanalysen durchgeführt wurden
- Wenn bei der Alternativensuche von einem zu engen Suchfeld ausgegangen wird
- Wenn Prognosen, auf falsche Voraussetzungen des Managements aufbauen
- Wenn falsch gewichtete Kriterien den Bewertungen vom Management zugrunde gelegt werden

Alle die hier aufgeführten Risiken führen zu Fehlentscheidungen und das kann zu Folge haben, dass das Unternehmen dadurch in eine Krise gelangt, die vom Management hervorgerufen wurde.

4.1.1.2 Risiken im Prozess der Willensdurchsetzung

Neben den Risiken in der Phase der Willensbildung, können auch Risiken des Managements in den Phasen der Willensdurchsetzung entstehen, da zu den Aufgaben des Managements nicht nur die Entscheidungsfindung, sondern auch die Durchführung der Entscheidung gehört. Es stellt ein genauso großes Risiko dar, wenn das Management es nicht schafft, die getroffenen Entscheidungen durchzusetzen, als wenn ein Risiko von einer Fehlentscheidung ausgeht. Auch wenn das Management es versäumt eine wirkungsvolle Kontrolle oder Abweichungskontrolle durchzuführen, oder ein internes Überwachungssystem zu installieren, dann stellt dies genauso ein Risiko für das Unternehmen dar.

In diesem Fall würden wichtige Feedbackinformationen und gefährliche Entwicklungen nicht wahrgenommen und es würden keine Korrekturen vorgenommen, um ein Risiko zu mindern bzw. zu vermeiden.

[...]


1 Vgl. Das Fremdwörterbuch, Duden, 7. Auflage, 2001

2 Vgl. W. Lück, Managementrisiken, in Praxis des Risikomanagement von Diedrich Dörner, Peter Horvath, Henning Kagermann, Schäffer- Poeschel - Verlag , 2000, Seite 318

3 Vgl. § 93 Abs. 1 AktG, Beck Texte, 36. Auflage, 2003

4 Vgl. § 43 Abs. 1 GmbH, Beck Texte, 36. Auflage, 2003

5 Vgl. Der Brockhaus, 9. Auflage

6 Vgl. W. Lück, Managementrisiken, in Praxis des Risikomanagement von Diedrich Dörner, Peter Horvath, Henning Kagermann, Schäffer- Poeschel - Verlag, 2000, Seite 316

7 Vgl. Managementrisiken, in Praxis des Risikomanagement von Diedrich Dörner, Peter Horvath, Henning Kagermann, Schäffer- Poeschel - Verlag , 2000, Seite 317

8 Vgl. W. Lück, Managementrisiken, in Praxis des Risikomanagement von Diedrich Dörner, Peter Horvath, Henning Kagermann, Schäffer- Poeschel - Verlag , 2000, Seite 318

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Managementrisiken. Darstellung und Systematisierung der Risiken zur Erfassung im Rahmen einer Risikoinventur
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Meschede
Veranstaltung
Risikomanagement
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V271174
ISBN (eBook)
9783656627746
ISBN (Buch)
9783656627777
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
managementrisiken, darstellung, systematisierung, risiken, erfassung, rahmen, risikoinventur
Arbeit zitieren
Diplomkauffrau Sabine Wittek (Autor), 2005, Managementrisiken. Darstellung und Systematisierung der Risiken zur Erfassung im Rahmen einer Risikoinventur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271174

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