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Rechtspopulismus und rechtspopulistische Kommunikation in der Schweiz. Christoph Blocher und die Schweizer Volkspartei (SVP)

Title: Rechtspopulismus und rechtspopulistische Kommunikation in der Schweiz. Christoph Blocher und die Schweizer Volkspartei (SVP)

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christoph Herold (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Bei den Nationalratswahlen am 24.10.1999 erreichte die Schweizer Volkspartei (SVP) mit 22.5% das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte und avancierte zur wählerstärksten Partei der Schweiz mit einem Stimmenzugewinn von über 7% im Vergleich zur letzten Wahl. Vor allem mit ihren kommunikativen Strategien hat die SVP die im nationalkonservatien Wertemuster verhafteten Protestwähler mobilisiert. In der internationalen Presse wurde dieser Wahlerfolg als Erfolg des Rechtspopulisten Christoph Blocher ausgewiesen und mit dem Wahlsieg Haiders in Österreich verglichen.

Ziel dieser Arbeit ist zu zeigen, dass sich die SVP unter der Führung Christoph Blochers von einer Partei der bürgerlichen Mitte zu einer rechtspopulistischen Partei gewandelt hat, die sowohl programmatisch als auch strategisch die Strukturmerkmale dieses Parteientyps erfüllt. Zunächst werden in einer Akteursanalyse vor allem die kommunikativen Strategien der SVP im Allgemeinen und die politische Kommunikation Christoph Blochers im Besonderen untersucht. Bei der folgenden Kontextanalyse werden die Gelegenheitsstrukturen des politischen Systems der Schweiz analysiert. Ist der politische Diskurs in einem direktdemokratischen System besonders anfällig für rechtspopulistische Kommunikationsstrategien?

Obwohl selbst Regierungspartei, ist es der SVP gelungen, sich als Opposition zur herrschenden "classe politique" zu definieren und sich als Reformkraft im Konkordanzmodell auszuweisen. Diese Oppostionspolitik gegen die Konsenspolitik der Allparteienkoalition betreibt sie aus dem Parlament, vor allem aber über eine effektive Nutzung der direktdemokratischen Elemente des politischen Systems der Schweiz. Sie lanciert Volksinitiativen, erzwingt fakultative Referenden und hat mit der AUNS eine der schlagkräftigsten Basisbewegungen als Bündnisorganisation.

Mit ihren für die Schweiz neuen kommunikativen Strategien wie dem effektiven Agenda-Building und einem ausgefeilten Politikmarketing hat sie den parteipolitischen Wettbewerb in der Schweiz verschärft. Mit ihren kommunikativen Mitteln der Simplifizierung, Emotionalisierung und Personalisierung hat die SVP den politischen Diskurs in der Schweiz verändert und sich am besten an die neuen Selektionskriterien einer sich im Strukturwandel befindlichen Medienlandschaft angepasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

1. Akteursanalyse

1.1 Die Schweizer Volkspartei (SVP)

1.1.1 Die (Erfolgs-) Geschichte der SVP

1.1.2 Parteiorganisation

1.1.3 Die Wählerschaft der SVP

1.1.4 Die ideologische und programmatische Ausrichtung der SVP

1.1.5 Kommunikative Strategien der SVP

1.2 Christoph Blocher

1.2.1 Biographische Notiz

1.2.2 Kommunikative Strategien

2. Kontextanalyse

2.1 Gelegenheitsstrukturen des politischen Systems

2.1.1 Rechtspopulismus und rechtspopulistische Kommunikation in der direkten Demokratie

2.1.2 Besonderheiten des politischen Systems der Schweiz

2.1.3 Das Mediensystem der Schweiz und der Rechtspopulismus

2.2 Sozio- kultureller Kontext

Fazit und Schlußbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Transformationsprozess der Schweizer Volkspartei (SVP) von einer bürgerlichen Mitte-Partei hin zu einer rechtspopulistischen Kraft unter der Führung von Christoph Blocher, mit einem besonderen Fokus auf den kommunikativen Strategien und den systemischen Rahmenbedingungen der Schweiz.

  • Die Entwicklung der SVP zur rechtspopulistischen Partei und deren ideologische Ausrichtung.
  • Die Rolle von Christoph Blocher als charismatische Führerfigur und seine Kommunikationsstrategien.
  • Der Einfluss der direkten Demokratie auf rechtspopulistische Agitation und Mobilisierung.
  • Das soziologische Profil der SVP-Wählerschaft und die Bedeutung des nationalkonservativen Protests.
  • Die Auswirkungen der SVP-Strategien auf das Mediensystem und den politischen Diskurs.

Auszug aus dem Buch

1.1.5 Kommunikative Strategien der SVP

Rechtspopulistische Parteien bedienen sich eines Bündels von Strategien, mit denen sie eine möglichst große Wählerschaft erreichen wollen. Ziel dieser Strategien ist es, mit dem Wähler in ein Kommunikationsverhältnis zu treten. Dies soll mit folgenden Konzepten erreicht werden. Die Themen der Partei berücksichtigen die Ängste und Sorgen der Wähler. Themen der Bevölkerungsagenda werden zu Wahlkampfthemen der Partei. Die Partei solidarisiert sich mit dem Volk gegen die herrschende „classe politique“ und inszeniert durch Oppositionspolitik den Protest im Volk. Komplexe politische Sachverhalte werden zu medien- und wahlkampfgerechten Themen reduziert und emotionalisiert. Der Tabubruch mit Regeln der politischen Kultur wird bewußt in Kauf genommen, um die Resonanz der Massenmedien zu finden. Skandale führen zur Medienpräsenz. Desweiteren wird ein moderner medialer Wahlkampf geführt, der mit Anzeigen, Internetauftritten, spektakulären Plakaten und Auftritten in politischen Talkshows besticht. Ein besonderes Merkmal rechtspopulistischer Parteien ist es auch, Themen mit Personen zu verknüpfen die medial wirkungsvoll sind und das psychologische und sprachliche Repertoire der politischen Rhetorik beherrschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Akteursanalyse: Dieses Kapitel untersucht die historische Entwicklung, die Organisationsstruktur, die Wählerschaft sowie die ideologische Programmatik der SVP und analysiert die zentrale Rolle von Christoph Blocher.

2. Kontextanalyse: Dieser Abschnitt beleuchtet die systemischen Gelegenheitsstrukturen der Schweiz, wie das direktdemokratische System und die Medienlandschaft, und ordnet die Partei in den sozio-kulturellen Kontext ein.

Schlüsselwörter

SVP, Rechtspopulismus, Christoph Blocher, Schweiz, direkte Demokratie, politische Kommunikation, nationalkonservativer Protest, Wahlerfolg, Agenda-Setting, Medienpräsenz, Parteiorganisation, Wählerverhalten, Globalisierung, politische Rhetorik, Konkordanzmodell.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Wandel der Schweizer Volkspartei (SVP) von einer bürgerlichen Mitte-Partei zu einer rechtspopulistischen Partei in den späten 1990er Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Parteistrategie, die Rolle von Christoph Blocher, der Einfluss der direkten Demokratie und der nationalkonservative Protest gegen die Globalisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die SVP ideologisch und strategisch gewandelt hat und inwiefern sie die Strukturmerkmale rechtspopulistischer Parteien erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Ansätze der politischen Kommunikationsforschung, insbesondere das Agenda-Building und Agenda-Setting, sowie eine Analyse von Wahldaten und Parteiprogrammen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Akteursanalyse der SVP und Christoph Blochers sowie eine Kontextanalyse des schweizerischen politischen Systems.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rechtspopulismus, SVP, Christoph Blocher, direkte Demokratie, Agenda-Setting und nationalkonservativer Protest.

Wie beeinflusst die direkte Demokratie die Strategie der SVP?

Die Arbeit zeigt, dass die SVP durch die systematische Nutzung von Volksinitiativen und Referenden den politischen Diskurs beeinflusst und sich als außerparlamentarische Opposition zur „classe politique“ inszeniert.

Welche Bedeutung hat Christoph Blocher für den Erfolg der Partei?

Blocher fungiert als charismatische Führerfigur, deren Medienpräsenz und Rhetorik maßgeblich dazu beitragen, die widersprüchlichen Politikelemente der Partei zu binden und den Wähler mobilisieren.

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Details

Title
Rechtspopulismus und rechtspopulistische Kommunikation in der Schweiz. Christoph Blocher und die Schweizer Volkspartei (SVP)
College
University of Heidelberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Rechtspopulismus in Europa
Grade
1,3
Author
Christoph Herold (Author)
Publication Year
2003
Pages
30
Catalog Number
V27118
ISBN (eBook)
9783638292450
ISBN (Book)
9783638643702
Language
German
Tags
Rechtspopulismus Kommunikation Schweiz Christoph Blocher Schweizer Volkspartei Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Herold (Author), 2003, Rechtspopulismus und rechtspopulistische Kommunikation in der Schweiz. Christoph Blocher und die Schweizer Volkspartei (SVP), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27118
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