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Der majoristische Streit - Ein Beispiel für die innerlutherischen Streitigkeiten zwischen der Confessio Augustana und der Formula Concordiae

Title: Der majoristische Streit - Ein Beispiel für die innerlutherischen Streitigkeiten zwischen der Confessio Augustana und der Formula Concordiae

Seminar Paper , 1999 , 29 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Holger Schmidt (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Summary Excerpt Details

Der Gegenstand dieser Arbeit, der majoristische Streit, entstand nach dem Leipziger Interim zwischen den Lutheranern Georg Major und Nikolaus von Amsdorff. Strittig war dabei die Frage, ob gute Werke zur Seligkeit nötig sind oder nicht.
Ziel dieser Arbeit ist es, den Verlauf des Streites nachzuzeichnen und dabei die theologischen Positionen in der Frage nach dem Zusammenhang von Glauben und Werken gegeneinander abzuwiegen. Formal soll dies in drei Schritten geschehen:
Zunächst sollen die Abschnitte VI und XX der Confessio Augustana (CA) vor ihrem histo-rischen Hintergrund betrachtet werden, da darin die Grundlage beider Streitpositionen liegt.
Dann werden Auszüge aus Schriften der beiden Kontrahenten untersucht, in welchen die jeweilige Position gut ersichtlich ist. Dabei soll vor allem darauf geachtet werden, welche Position der CA näher steht und wo es Differenzen zur CA gibt.
Abschließend soll untersucht werden, inwieweit Artikel IV der Formula Concordiae (FC) eine Lösung des Problems bietet und welcher der Streitpositionen der Vorzug gegeben wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Grundlage des Streites: Die Confessio Augustana (CA VI und XX)

2.1 Das Verständnis von Rechtfertigung zur Zeit der Abfassung der CA

2.2 De nova oboedientia (CA VI)

2.3 De fide et bonis operibus (CA XX)

3. Der Verlauf des Streites: Schriften von Amsdorff und Major

3.1 Die Vorgeschichte des Streites

3.2 Majors Rechtfertigungsschrift auf Amsdorffs Vorwürfe

3.3 Amsdorffs Erwiderung

3.4 Ein Vergleich beider Schriften

3.5 Der weitere Verlauf des Streites bis zur Konkordienformel

4. Der Abschluß des Streites: Die Konkordienformel (FC IV)

5. Der theologische Ertrag des majoristischen Streites

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den majoristischen Streit, der als innerlutherische Auseinandersetzung nach dem Leipziger Interim zwischen Georg Major und Nikolaus von Amsdorff entbrannte. Das primäre Ziel ist es, den Verlauf dieser Kontroverse nachzuzeichnen und die zugrunde liegenden theologischen Positionen zum Verhältnis von Glaube, guten Werken und Seligkeit kritisch gegeneinander abzuwägen.

  • Historische Einordnung der CA-Artikel VI und XX als Grundlage der Streitpunkte.
  • Analyse der konträren Argumentationslinien von Major und Amsdorff.
  • Untersuchung der vermittelnden Rolle der Konkordienformel (FC IV).
  • Bewertung der theologischen Relevanz des Streites für das Verständnis der Rechtfertigungslehre.

Auszug aus dem Buch

3.2 Majors Rechtfertigungsschrift auf Amsdorffs Vorwürfe

Major stand nun unter einem besonderen Druck. Um die Superintendentur in Eisleben zu erhalten, mußte er sich rechtfertigen und jeden der acht vorgeworfenen Punkte entkräften. Dabei mußte er sehr behutsam vorgehen, um nicht irgendwo Anlaß zu Rückfragen zu geben. Wohl auch aus diesem Grunde hat seine Rechtfertigungsschrift einen sehr ruhigen und versöhnlichen Ton. Die Schrift wurde 1552 veröffentlicht und trug den Titel ,,Auff des Ehrenwirdigen herren Niclas von Ambsdorff Schrift, so jtzundt neulich Mense Nouembri Anno 1551 wider Georgen Maior öffentlich im Druck ausgegangen, Antwort."

Von vornherein bezeichnet er Amsdorff als ,,mein lieber Herr Gevatter und Vater, welchen ich nu vber dreissig Jar als für meinen lieben Vater und Praeceptor stetz gehalten vnd auch ferner halten wil". Die Vorwürfe Amsdorffs stellt er als ein Mißverständnis dar und führt sie auf einen wohl falschen Bericht zurück. Gerne will er Amsdorffs Zorn ,,als ein Son seinem Vater weichen vnd solche schwachheit dulden vnd leiden vnd nicht widerumb lestern vnd schelten". Major wiederholt kurz die Vorwürfe Amsdorffs und bemüht sich im Folgenden um Richtigstellung, ,,denn nichts schentlicheres noch ergerlicheres in der Christlichen gemein geschehen kann, denn so die Lerer, so ander Leut vnterrichten vnd ein gut Exempel geben sollen, selber vnter einander zancken, sich schenden vnd lestern."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den majoristischen Streit als Konflikt um die Notwendigkeit guter Werke zur Seligkeit und skizziert das methodische Vorgehen der Untersuchung.

2. Die Grundlage des Streites: Die Confessio Augustana (CA VI und XX): Dieses Kapitel analysiert das scholastische Rechtfertigungsverständnis und untersucht, wie die Artikel VI und XX der Confessio Augustana dieses aufgreifen oder transformieren.

3. Der Verlauf des Streites: Schriften von Amsdorff und Major: Hier werden die historischen Hintergründe und die publizistischen Auseinandersetzungen zwischen Amsdorff und Major detailliert dargestellt und verglichen.

4. Der Abschluß des Streites: Die Konkordienformel (FC IV): Das Kapitel beleuchtet, wie die Konkordienformel den Streit formal beendet und versucht, die gegensätzlichen Positionen in einem Bekenntnisrahmen zu vereinen.

5. Der theologische Ertrag des majoristischen Streites: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die bleibende Bedeutung des Streites für die lutherische Theologie und die Spannung zwischen Rechtfertigung und dem Leben im Gehorsam.

Schlüsselwörter

Majoristischer Streit, Georg Major, Nikolaus von Amsdorff, Confessio Augustana, Rechtfertigungslehre, gute Werke, Seligkeit, Konkordienformel, Philipp Melanchton, sola fide, meritum, Leipziger Interim, Gnesiolutheraner, Philippisten, Rechtfertigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die innerlutherische Kontroverse zwischen Georg Major und Nikolaus von Amsdorff über das Verhältnis von Glauben und guten Werken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Rechtfertigungslehre, die Rolle der guten Werke nach der Rechtfertigung und die Frage, ob diese für die Seligkeit notwendig sind.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Verlauf des Streites historisch nachzuzeichnen und die theologischen Positionen der Kontrahenten sowie deren Einordnung durch die Konkordienformel zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kirchengeschichtliche Analyse, die primär auf der Auswertung von Primärquellen (Schriften der Kontrahenten, Konkordienformel) und deren historischer Kontextualisierung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der CA-Grundlagen, die detaillierte Darstellung des Streits zwischen Amsdorff und Major anhand ihrer Schriften sowie die anschließende Analyse der Lösung durch die Konkordienformel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie "Rechtfertigungslehre", "sola fide", "majoristischer Streit", "Confessio Augustana" und "gute Werke" geprägt.

Wie bewertet der Autor Majors Position in der Schrift von 1552?

Der Autor stellt fest, dass Majors Position zwar nicht im Widerspruch zur Confessio Augustana steht, jedoch aufgrund missverständlicher Formulierungen zur Gefahr von Fehlinterpretationen führt.

Wie reagierte die Konkordienformel auf die gegensätzlichen Positionen?

Die Konkordienformel lehnte die Extrempositionen beider Kontrahenten ab, würdigte jedoch das jeweils korrekte Grundanliegen und führte die theologischen Aussagen zu einer präziseren, konfessionell verbindlichen Lehre zusammen.

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Details

Title
Der majoristische Streit - Ein Beispiel für die innerlutherischen Streitigkeiten zwischen der Confessio Augustana und der Formula Concordiae
College
University of Tubingen  (Evangelische Theologie)
Course
Proseminar: Einführung in die Geschichte des Konfessionellen Zeitalters
Grade
sehr gut
Author
Holger Schmidt (Author)
Publication Year
1999
Pages
29
Catalog Number
V2711
ISBN (eBook)
9783638116381
Language
German
Tags
Streit Beispiel Streitigkeiten Confessio Augustana Formula Concordiae Proseminar Einführung Geschichte Konfessionellen Zeitalters
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Holger Schmidt (Author), 1999, Der majoristische Streit - Ein Beispiel für die innerlutherischen Streitigkeiten zwischen der Confessio Augustana und der Formula Concordiae, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2711
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