Gegenstand der exemplarischen Analysen sind Theodor Fontanes Werk "Effi Briest", Werner Schwabs Drama "Der reizende Reigen nach dem Reigen des reizenden Herrn Arthur Schnitzler" und Rainer Maria Rilkes Gedicht "Der Schwan".
Inhaltsverzeichnis
1 ERZÄHLTEXTANALYSE: EFFI BRIEST
1.1 ZEIT
1.2 MODUS
1.3 STIMME
2 DRAMENANALYSE: DER REIZENDE REIGEN NACH DEM REIGEN DES REIZENDEN HERRN ARTHUR SCHNITZLER
2.1 HANDLUNGSSTRUKTUREN
2.2 KOMPOSITION
2.3 ZEITSTRUKTUREN
2.4 RAUMSTRUKTUREN
2.5 FIGURENKONZEPTION
2.6 SPRACHE
3 GEDICHTANALYSE: DER SCHWAN
3.1 FORMALE ASPEKTE
3.2 RHETORISCHE FIGUREN
3.3 BILDER
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, grundlegende literaturwissenschaftliche Analysemethoden an drei verschiedenen Textgattungen anzuwenden und deren spezifische Strukturmerkmale herauszuarbeiten.
- Analyse narratologischer Konzepte in Fontanes Roman "Effi Briest"
- Untersuchung dramentheoretischer Strukturen in Werner Schwabs "Der reizende Reigen"
- Interpretation formaler und bildlicher Aspekte in Rilkes Gedicht "Der Schwan"
- Anwendung methodischer Grundlagen von Martinez/Scheffel, Pfister und Burdorf
- Vergleichende Betrachtung von Erzählzeit, Raumkonzepten und Figurenkonstellationen
Auszug aus dem Buch
1.1 Zeit
Bei der Analyse von Erzähltexten ist immer das Verhältnis von erzählter Zeit und Erzählzeit zu beschreiben, was durch die chronologische Ordnung in diesem Beispiel sehr viel einfacher erscheint als bei – in zeitlicher Hinsicht – komplexeren Romanen. Da es sich um einen Gesprächsroman handelt, kommen viele Situationen vor, in denen sich erzählte Zeit und Erzählzeit decken, was vor allem für die Dialoge der Figuren zutrifft. Allerdings darf dies keinesfalls als absolut angesehen werden, da auch Zeitsprünge und raffendes Erzählen nachweisbar sind. In diesem Zusammenhang ist schließlich der Beginn des Romans als zeitdehnend zu beschreiben, da relativ ausführlich der Ort des Geschehens und dessen Umgebung beschrieben werden, ohne dass schon wirklich eine Handlung begonnen hätte. Raffende Erzähltechnik kann vor allem nach der Verlobung, nach der Abreise von Innstetten, festgestellt werden, wo viele Tage des Briefeschreibens in nur wenigen Sätzen abgehandelt werden.
Die streng chronologische Ordnung ist in weiterer Hinsicht auch ein wichtiges Indiz für das Vorliegen einer synthetischen Erzählung, was unter anderem auch Martinez / Scheffel betonen. Allerdings erfährt man beispielsweise aus der Figurenrede Effis über die vergangene Liebschaft zwischen Baron von Innstetten und ihrer Mutter, was die Annahme des Vorliegens einer streng befolgten Chronologie relativiert. Es handelt sich hierbei also um eine Analepse aus der Sicht von Effi, die in ihrer Reichweite viele Jahre bis vor Effis Geburt zurückgeht und einen mittelmäßigen Umfang hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1 ERZÄHLTEXTANALYSE: EFFI BRIEST: Diese Analyse untersucht narrative Strukturen wie Zeit, Modus und Stimme in den ersten drei Kapiteln von Theodor Fontanes Roman.
2 DRAMENANALYSE: DER REIZENDE REIGEN NACH DEM REIGEN DES REIZENDEN HERRN ARTHUR SCHNITZLER: Dieses Kapitel analysiert das Drama von Werner Schwab hinsichtlich seiner zyklischen Handlungsstruktur, Raumgestaltung und Figurenkonzeption.
3 GEDICHTANALYSE: DER SCHWAN: Das Kapitel widmet sich der formalen Untersuchung von Rilkes Gedicht, insbesondere der Analyse von Reimschema, Rhetorik und der zentralen Bildlichkeit.
Schlüsselwörter
Literaturwissenschaft, Textanalyse, Erzähltextanalyse, Dramenanalyse, Gedichtanalyse, Fontane, Effi Briest, Werner Schwab, Rilke, Der Schwan, Narratologie, Zeitstrukturen, Figurenkonzeption, Dramentheorie, Rhetorische Figuren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine praxisorientierte Anwendung literaturwissenschaftlicher Analysewerkzeuge auf drei verschiedene Texte aus den Bereichen Epik, Drama und Lyrik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Untersuchung von Erzählzeit, dramatischer Komposition sowie formalen Aspekten und Bildsprache in Gedichten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die methodisch fundierte Untersuchung exemplarischer Werke, um zu zeigen, wie literarische Texte aufgebaut sind und wie sie durch wissenschaftliche Ansätze erschlossen werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf etablierte Standardwerke der Literaturwissenschaft, darunter Martinez/Scheffel für die Narratologie, Pfister für die Dramentheorie und Burdorf für die Lyrikanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils einen spezifischen Text (Fontane, Schwab, Rilke) detailliert unter den für die Gattung relevanten Gesichtspunkten analysieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Literaturwissenschaft, Textanalyse, Narratologie, Gattungsanalyse und Interpretation charakterisieren.
Wie analysiert der Autor die Zeit in "Effi Briest"?
Der Autor untersucht das Verhältnis von erzählter Zeit und Erzählzeit, weist auf Analepsen hin und beschreibt die Bedeutung von Zeitsprüngen im Rahmen der chronologischen Erzählstruktur.
Warum wählt der Autor das Werk von Werner Schwab für die Dramenanalyse aus?
Das Werk dient als Beispiel, um den zyklischen Aufbau eines modernen Dramas und die Funktionen von Requisiten und Raumsymbolik sowie eine offene Figurenkonzeption zu demonstrieren.
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- BA Christoph Lederhilger (Author), 2011, Literaturwissenschaftliche Textanalyse. Fontane, Schwab, Rilke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271263