Am 13. Juni diesen Jahres jährte sich der Todestag Ludwig II. von Bayern zum 125. Mal. Um seinen rätselhaften Tod am Starnberger See ranken sich bis heute viele Mythen. 125 Jahre nach seinem Tod beschäftigt sich diese Hausarbeit mit dem Thema „Die Selbstdarstellung Ludwig II. von Bayern“.
Ludwig II. war von 1864 bis 1886 König Bayerns. Er war der bekannteste deutsche König des 19. Jahrhunderts.
Noch bis heute hat Ludwig II. von Bayern seine Faszination nicht verloren. In welchem Zusammenhang dies mit seiner Selbstdarstellung zu Lebzeiten steht, wird im Laufe dieser Arbeit näher betrachtet. Welche Art der Darstellung favorisierte Ludwig II. von Bayern, die ihn in Form von Skulpturen, Fotografien oder Porträts abbilden? Welche Vorbilder inspirierten ihn zu seiner Art der Selbstdarstellung? In wieweit lässt sich eine Entwicklung und Veränderung seiner Selbstdarstellungsart im Laufe seiner Regierungszeit erkennen?
Diese grundlegenden Fragen und Aspekte werden im Laufe dieser Arbeit erörtert. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der allgemeinen Selbstdarstellungsweise Ludwigs II. in Form von Porträts, Skulpturen und Fotografien. Hierbei soll insbesondere der Frage nachgegangen werden, welche ikonografischen Erkennungsmerkmale Ludwig II. nutzte, um seinen Status als bayrischer König hervorzuheben.
Im zweiten Kapitel dieser Arbeit liegt der Fokus darauf, mögliche Vorbilder Ludwigs II. von Bayern ausfindig zu machen, die ihn in seiner Selbstdarstellungsweise inspiriert haben könnten. Das darauf folgende Kapitel zieht einen Vergleich zwischen der Art der Selbstdarstellung Ludwigs II. und der der französischen Bourbonenkönige.
Das letzte Kapitel thematisiert die Entwicklung der Selbstdarstellungsweise Ludwigs II. während seiner Regierungszeit als König von Bayern.
Die in dieser Arbeit erörterten Fragen bezüglich der Darstellungsweise Ludwigs II. beziehen sich direkt auf bestimmte Porträts, Skulpturen und Fotografien, die sich im Anhang dieser Arbeit befinden und auf die im Laufe des Textes konkret verwiesen wird.
Im Anschluss an die Analyse der Aspekte, denen in dieser Arbeit nachgegangen wird, folgt ein Resümee der Erkenntnisse, die einen direkten Bezug zu den im Vorfeld dieser Arbeit aufgeworfenen Fragen haben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Selbstdarstellung Ludwigs II.
3 Die Vorbilder Ludwigs II.
4 Die Selbstdarstellung Ludwigs II. und der französischen Bourbonenkönige im Vergleich
5 Die Entwicklung der Selbstdarstellungsweise Ludwigs II.
6 Schlussbetrachtung
7 Anhang
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die visuelle Selbstdarstellung von König Ludwig II. von Bayern zwischen 1864 und 1886. Ziel ist es, die bevorzugten künstlerischen Ausdrucksformen des Monarchen zu analysieren, seine historischen Vorbilder zu identifizieren und die zeitliche Entwicklung sowie Veränderung seiner Selbstpräsentation durch Malerei, Skulptur und Fotografie aufzuzeigen.
- Methodische Analyse von Herrscherporträts und deren ikonografische Symbolik.
- Untersuchung des Einflusses der französischen Bourbonenkönige auf Ludwig II.
- Vergleich der Selbstdarstellung mittels traditioneller Malerei und neuer Fotografie.
- Dokumentation der stilistischen Entwicklung vom jungen König zum zurückgezogenen Herrscher.
Auszug aus dem Buch
Die Selbstdarstellung Ludwigs II.
Während der Regierungszeit Ludwigs II. als König von Bayern in den Jahren 1864 bis 1886 gab es drei Möglichkeiten der Darstellung, um die Herrscherposition künstlerisch festzuhalten. Dazu zählten die Porträtmalerei, die Anfertigung von Skulpturen und die Porträtfotografie.
Ludwig II. von Bayern favorisierte, wie schon viele Herrscher vor ihm, meist die Ganzfigurenporträts. Diese Art des Herrscherporträts in der Malerei wurde Mitte des 16. Jahrhunderts insbesondere durch den venezianischen Künstler Tizian geprägt. Mit dem Bildnis Karls V. (vgl. Abb. 2), setzte Tizian Standards für die Schaffung eines ganzfigurigen Herrscherporträts in der Malerei.
Das Bild stammt aus dem Jahr 1548. Karls V. wird in diesem Ölgemälde Tizians auf dem Thron sitzend als müder, alter Mann dargestellt. Charakteristisch für die Darstellung Ludwigs II. als junger Herrscher in der Porträtmalerei ist die Kleidung. So zeigen ihn einige Porträts als jungen Herrschers in Generalsuniform, sowie in der Tracht des Großmeisters der Adelsgemeinschaft vom heiligen Georg. Die für die Darstellung Ludwigs II. ausgewählte Kleidung der Generalsuniform könnte darauf zurückgeführt werden, dass er sich gerne als moderner Herrscher präsentieren wollte (vgl. Abb. 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Selbstdarstellung Ludwigs II. und Darlegung der zentralen Forschungsfragen zur Ikonografie und Entwicklung während seiner Regierungszeit.
2 Die Selbstdarstellung Ludwigs II.: Analyse der drei bevorzugten Darstellungsformen (Porträtmalerei, Skulptur, Fotografie) sowie der Rolle von Generalsuniform und Adelsornaten als Herrschaftsinsignien.
3 Die Vorbilder Ludwigs II.: Untersuchung der geistigen Nachfolge des französischen absolutistischen Königtums, insbesondere die Verehrung von Ludwig XIV. und XVI. sowie der Einfluss Napoleons III.
4 Die Selbstdarstellung Ludwigs II. und der französischen Bourbonenkönige im Vergleich: Detaillierter Abgleich von Haltung, Kleidung und ikonografischen Symbolen in den Porträts von Ludwig II. gegenüber den französischen Königen.
5 Die Entwicklung der Selbstdarstellungsweise Ludwigs II.: Betrachtung des Wandels der äußeren Erscheinung und der Selbstdarstellung, von der jugendlichen Inszenierung als idealer König bis hin zum Rückzug aus der Öffentlichkeit.
6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit zur Rolle von Ludwig II. als „König zur falschen Zeit“, dessen Vorliebe für den Absolutismus im Widerspruch zur Zeitgenossenschaft stand.
7 Anhang: Auflistung der verwendeten Literaturquellen und das Abbildungsverzeichnis der analysierten Werke.
Schlüsselwörter
Ludwig II. von Bayern, Selbstdarstellung, Herrscherporträt, Bourbonenkönige, Ikonografie, Generalsuniform, Großmeisterornat, St.-Georg-Ritterorden, Fotografie, Regierungszeit, Kunstgeschichte, Monarchenbild, Symbolik, absolutistisches Königtum, Repräsentation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die visuelle Selbstdarstellung des bayerischen Königs Ludwig II. und wie dieser sich im Laufe seiner Regierungszeit durch verschiedene Medien inszenierte.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die künstlerische Darstellung des Königs, der Einfluss historischer Vorbilder und der Wandel seiner Selbstdarstellung unter Berücksichtigung von Malerei und Fotografie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, welche ikonografischen Merkmale Ludwig II. nutzte, um seinen Status als König zu untermauern und inwiefern er sich dabei an absolutistischen Herrschern orientierte.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine kunsthistorische Analyse, den Vergleich von Herrscherporträts sowie die Auswertung zeitgenössischer Dokumente und Sekundärliteratur.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Darstellungsformen, den Vergleich mit den französischen Bourbonen und die zeitliche Entwicklung der Selbstpräsentation bis zum Lebensende des Königs.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Schlagworte sind Ludwig II. von Bayern, Herrscherikonografie, Selbstdarstellung, absolutistisches Königtum und Porträtfotografie.
Inwieweit spielte die Fotografie eine Rolle für das Image des Königs?
Die Fotografie ermöglichte es Ludwig II., sich seinen Untertanen als junger, dynamischer Herrscher zu präsentieren und seine Popularität beim Volk zu steigern.
Wie lässt sich die Diskrepanz zwischen der Inszenierung als absolutistischer Herrscher und der Realität seiner Zeit beschreiben?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Ludwig II. ein „König zur falschen Zeit“ war, da seine bewusste Nachahmung absolutistischer Posen in der Moderne des 19. Jahrhunderts zunehmend anachronistisch wirkte.
- Arbeit zitieren
- Manfred Pientka (Autor:in), 2011, Die Selbstdarstellung Ludwig II. von Bayern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271297