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Philosophie des Kubismus in Arnold Gehlens "Zeit-Bilder"

Titel: Philosophie des Kubismus in Arnold Gehlens "Zeit-Bilder"

Studienarbeit , 2013 , 20 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Norman Franz (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit meiner vorliegenden Arbeit möchte ich versuchen, die Philosophie des Kubismus in Arnold Gehlens Werk Zeit-Bilder erklärend darzustellen und einen Ein- und Überblick zu schaffen. Enden werde ich mit einem kritischen Resümee.
(...)
Gehlen selbst hat sein Werk als soziologisches bezeichnet. Dennoch wird beim Lesen von Zeit-Bilder, neben der Kunstheorie, auch der philosophische Gehalt deutlich. Besonders Gehlens Philosophie des Kubismus enthält sehr interessante Standpunkte, die ein Nachgehen erwünschen. Der philosophische Grund des Buches wird von Gehlen selbst gleich in den ersten Sätzen seines Werkes deutlich (Gehlen, 1986, 7): „Wir wollen an die Malerei denkend, in der Absicht auf Erkenntnis herangehen."
Wissenschaftliche Erkenntnis und technische Neuerungen als integrale Momente der menschlichen Welt spielen in der Kultur-theorie Gehlens eine große Rolle. Kulturentwicklung wird von ihm in einem Prozess der Handlungserweiterung in Entlastungs-leistungen beschrieben, durch die der Mensch immer effizientere Möglichkeiten technisch vermittelter Lebensführung in die Hand bekommt. Gehlen sieht dabei einen Komplex von Kreisprozessen vorgängig, in denen das Handeln des Menschen dessen Bewusstsein verändert, das seinerseits die Handlungen neu bestimmt (vgl. Gehlen, 1956, 22).
(...)
Über die so entstandene beständige Neubestimmungen und experimentelle Erprobung von Form und Gehalt ähnelt sich die moderne Kunst in ihrer Prozesshaftigkeit den anderen Wissen-schaften an. Gehlen sagt dazu (1986, 16): „Mit der Technik und den neuen Naturwissenschaften teilt sie die Verselbstständigung der Mittel und Effekte, das Sichbewegen am Erfolg, die Vorurteilslosig-keit der Selbstabschichtung von den Traditionen und die moralische Neutralität des Produktes.“
Neben vielen Irrungen ist in dieser Situation, als angemessene Kunstform, eine peinture conceptuelle hervor getreten, welche sowohl Geltung wie gestalterische Ausformung ohne Rückbezug auf bestehende Traditionen aus sich selbst zu schöpfen in der Lage ist. So auch der Kubismus, dessen Philosophie ich folgend versuchen werde darzustellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. Erkenntnis und Form

3. Konnotation und Wiedererkennen

4. Ursprünge und Probleme

4.1 Form, Farbe, Licht

4.2 Analytischer Kubismus

4.3 Kuben

5. Philosophie des Kubismus

5.1 Introvertierte Kunst

5.2 Das kubistische Formprinzip

5.3 Neue Definition des Bildes

5.4 Juan Gris

6. Resümee

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Philosophie des Kubismus basierend auf Arnold Gehlens Werk "Zeit-Bilder". Ziel ist es, die kunsttheoretischen und philosophischen Hintergründe dieser Kunstrichtung darzustellen und zu erläutern, wie der Kubismus als eine Form der bewussten Konstruktion Wirklichkeit reflektiert und neu definiert.

  • Die Analyse von Erkenntnis und Form in der modernen Malerei
  • Die philosophische Bedeutung des Kubismus im industriellen Zeitalter
  • Die Rolle des Künstlers als Schöpfer einer neuen Wirklichkeit
  • Die Verbindung zwischen neukantianischer Philosophie und kubistischer Ästhetik
  • Die Entwicklung vom analytischen Kubismus zum synthetischen Kubismus

Auszug aus dem Buch

4.2 Analytischer Kubismus

Picasso selbst war es, der aus dieser Problematik heraus eine Lösung fand, indem er den Analytischen Kubismus erfand. Dieser verzichtete vollkommen auf die Wiedergabe der Erscheinungswelt, also „der Gegenstände als gesehener und nur gesehener von einem Standpunkt aus" (ebd. 81). Er wollte nicht die dauernde Qualität der Dingwirklichkeit wiedergeben, nicht also nur das Erscheinende. Jede Nachahmung des standhaftpunkt bloß Gesehenen entfiel dadurch, wodurch auch der Zwang entstand etwas Neues zu finden, mit dem man das Wesentliche überzeugend darstellen konnte. Dieser Entschluss Picassos brach mit der Tradition der gesamten Malerei seit Giotto.

Picassos neuer Stil entstand also aus dem Entschluss, die Wiedergabe der Außenhaut, der Körperoberfläche, überhaupt preiszugeben, eben um jene wesentlichen Eigenschaften der Dinge in einer anderen Sprache aussagen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Vorhaben ein, Arnold Gehlens kunstphilosophische Perspektive auf den Kubismus innerhalb seines Werkes "Zeit-Bilder" zu beleuchten.

2. Erkenntnis und Form: Dieses Kapitel erörtert die grundlegenden Begriffe der Erkenntnis und der Form, wobei besonders die Rolle der Wahrnehmung und der Bildunterschrift hervorgehoben wird.

3. Konnotation und Wiedererkennen: Es wird analysiert, wie moderne Malerei durch die Verschiebung von Form und Gegenstand ein Vorwissen beim Betrachter voraussetzt, das Gehlen als Konnotation bezeichnet.

4. Ursprünge und Probleme: Die historischen Anfänge des Kubismus durch Picasso und Braque sowie die technischen Herausforderungen bei der Darstellung von Form, Farbe und Licht werden diskutiert.

5. Philosophie des Kubismus: Dieses zentrale Kapitel setzt den Kubismus in Beziehung zur idealistischen und neukantianischen Philosophie und untersucht die neue Definition des Bildes sowie das Werk von Juan Gris.

6. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Zusammenfassung der Kerngedanken, die den Kubismus als eine Form der reflektierten, konzeptuellen Kunst im 20. Jahrhundert charakterisieren.

Schlüsselwörter

Arnold Gehlen, Kubismus, Zeit-Bilder, Philosophie, Kunsttheorie, analytischer Kubismus, Wahrnehmung, Erkenntnis, Form, Konnotation, Wirklichkeit, Malerei, Picasso, Braque, Juan Gris

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophischen Hintergründe des Kubismus, wie sie von Arnold Gehlen in seinem Buch "Zeit-Bilder" analysiert wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der modernen Kunst, der Beziehung zwischen Betrachter und Bild, philosophischen Konstruktionsweisen der Wirklichkeit und der Rolle der Technik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Philosophie des Kubismus zu schaffen und Gehlens Standpunkt zur Transformation der Malerei im 20. Jahrhundert darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer hermeneutischen Interpretation und kunstphilosophischen Analyse der Primärquelle "Zeit-Bilder" von Arnold Gehlen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Wahrnehmungsmechanismen, die historischen Ursprünge des Kubismus und dessen Einbettung in neukantianische Denkstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind unter anderem Arnold Gehlen, Kubismus, Erkenntnis, Form, Konstruktion und Reflexionskunst.

Warum spielt die neukantianische Philosophie eine so wichtige Rolle für Gehlens Verständnis des Kubismus?

Gehlen interpretiert den Kubismus als eine Kunstform, die – analog zur neukantianischen Erkenntnistheorie – die Welt nicht abbildet, sondern als Konstruktion des Geistes begreift.

Welche Rolle nimmt der Künstler nach Gehlens Auffassung im Kubismus ein?

Der Künstler agiert nicht mehr als bloßer Nachahmer der sichtbaren Welt, sondern wird zum „Demiurgen“, der das Kunstwerk als eigenständige, begriffliche Schöpfung erschafft.

Was bedeutet der Begriff „Konnotation“ im Kontext dieser Arbeit?

Konnotation bezeichnet das sekundäre Vorwissen des Betrachters, das notwendig ist, um abstrakte Bilder zu verstehen, da das primäre, rein optische Wiedererkennen des Motivs im Kubismus entfällt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Philosophie des Kubismus in Arnold Gehlens "Zeit-Bilder"
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,0
Autor
Norman Franz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V271333
ISBN (eBook)
9783656628422
ISBN (Buch)
9783656628415
Sprache
Deutsch
Schlagworte
philosophie kubismus arnold gehlens zeit-bilder
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Norman Franz (Autor:in), 2013, Philosophie des Kubismus in Arnold Gehlens "Zeit-Bilder", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271333
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Leseprobe aus  20  Seiten
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