Thematischer Ausgangspunkt dieser Arbeit ist der so genannte „Luxemburger Kompromiss“ vom Januar 1966. Der auf die wesentlichen Aspekte zusammengefasste Inhalt des Kompromisses wird dieser Arbeit vorangestellt, worauf diese Primärquelle mitsamt ihrer Entstehungs- und Wirkungsgeschichte anschliessend in einen historischen Zusammenhang eingeordnet werden soll. Dabei stehen in diesem ersten Teil der Arbeit die Fragen im Vordergrund, welche Entwicklungen eine Kompromissfindung überhaupt erst notwendig gemacht haben, und welche Bedeutung dem Kompromiss für die damalige und auch die weitere Entwicklung des europäischen Integrationsprozesses zukommt.
Im zweiten Teil der vorliegenden Arbeit werden die Ereignisse und Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Luxemburger Kompromiss in einen konkreten Bezug zur Schweiz gestellt. Dabei gilt das Augenmerk – neben der Feststellung der konkreten politischen Auswirkungen auf die Schweiz – insbesondere der damaligen Wahrnehmung, also den Reaktionen der Schweiz auf das politische Geschehen in Europa. Das Bild der schweizerischen Wahrnehmung der Geschichte der europäischen Integration im Kontext des Luxemburger Kompromisses soll dabei anhand von Zitaten aus zwei Schweizer Tageszeitungen rekonstruiert werden. Artikel aus der Neuen Zürcher Zeitung so wie aus der Tribune de Genève sollen einerseits garantieren, dass das möglicherweise divergierende Meinungsspektrum zwischen deutsch- und französischsprachiger Schweiz in seiner Gesamtheit abgedeckt wird, und dass andererseits die Aussagen auch vergleichbar sind – beide Organe weisen ja eine ausgeprägt liberale Tradition auf.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung des Luxemburger Kompromisses im Zusammenhang mit der europäischen Integrationsgeschichte aufzuzeigen und die damaligen Ereignisse und Entwicklungen aus der Perspektive der Wahrnehmung der Schweiz fassbar zu machen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Primärquelle
- Inhalt
- Historischer Kontext
- Die europäische Integration
- Krise und Kompromiss
- Das Europakonzept Frankreichs unter de Gaulle
- Krise und Kompromiss aus der Perspektive der Schweiz
- Ausbruch der Krise
- Verlauf der Krise
- Der Kompromiss
- Fazit
- Quellen- und Literaturverzeichnis
- Quellenverzeichnis
- Literaturverzeichnis
- Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem „Luxemburger Kompromiss“ von Januar 1966 und dessen Bedeutung für die europäische Integration. Sie untersucht die Entstehung und Wirkungsgeschichte des Kompromisses und analysiert die Entwicklungen, die zu seiner Notwendigkeit führten. Im Zentrum steht die Frage, welche Bedeutung der Kompromiss für die damalige und die weitere Entwicklung des europäischen Integrationsprozesses hatte.
- Der „Luxemburger Kompromiss“ als Wendepunkt in der europäischen Integration
- Die Rolle Frankreichs unter de Gaulle in der Krise der europäischen Integration
- Die Wahrnehmung des Kompromisses in der Schweiz und dessen Auswirkungen auf die schweizerische Politik
- Das Verhältnis von Kommission und Ministerrat in der EWG
- Die Bedeutung von Mehrheitsentscheidungen im Ministerrat
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt den thematischen Ausgangspunkt der Arbeit dar und erläutert die Relevanz des Luxemburger Kompromisses für die Geschichte der europäischen Integration.
- Das Kapitel „Primärquelle“ analysiert den Inhalt des Schlusskommuniqués der ausserordentlichen Tagung des Ministerrats vom 29. Januar 1966, das den Luxemburger Kompromiss dokumentiert.
- Der Abschnitt „Historischer Kontext“ beleuchtet die Entwicklungen der europäischen Integration in den 1960er Jahren und die Ursachen der Krise, die zum Luxemburger Kompromiss führte. Es werden die Positionen der verschiedenen Mitgliedstaaten, insbesondere Frankreichs unter de Gaulle, dargestellt.
- Der Abschnitt „Krise und Kompromiss aus der Perspektive der Schweiz“ untersucht die Wahrnehmung des Luxemburger Kompromisses in der Schweiz und dessen konkrete Auswirkungen auf die schweizerische Politik.
Schlüsselwörter
Luxemburger Kompromiss, europäische Integration, Frankreich, de Gaulle, Schweiz, Mehrheitsentscheidungen, Kommission, Ministerrat, EWG, Krise, Kompromiss, Wahrnehmung, Tageszeitungen, Neue Zürcher Zeitung, Tribune de Genève.
Häufig gestellte Fragen
Was war der Luxemburger Kompromiss von 1966?
Es war eine Übereinkunft, die die "Politik des leeren Stuhls" Frankreichs beendete und de facto ein Vetorecht bei wichtigen nationalen Interessen einführte.
Warum kam es zur Krise in der EWG?
Die Krise wurde durch Frankreich unter de Gaulle ausgelöst, der gegen die Einführung von Mehrheitsentscheidungen und die Macht der Kommission protestierte.
Welche Bedeutung hatte der Kompromiss für die europäische Integration?
Er stärkte den Ministerrat gegenüber der Kommission und verzögerte die supranationale Integration zugunsten intergouvernementaler Zusammenarbeit.
Wie wurde der Kompromiss in der Schweiz wahrgenommen?
Die Arbeit analysiert die Wahrnehmung anhand von Artikeln der NZZ und Tribune de Genève, um die Reaktionen der deutsch- und französischsprachigen Schweiz zu vergleichen.
Welche Auswirkungen hatte das Ereignis auf die Schweizer Politik?
Der Kompromiss beeinflusste die schweizerische Sicht auf die europäische Integration und die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit der EWG.
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- Master of Arts David Venetz (Author), 2008, Der Luxemburger Kompromiss, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271471