Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne

Funktionen der Metaisierung in Daniel Kehlmanns Roman „Ruhm“

Titre: Funktionen der Metaisierung in Daniel Kehlmanns Roman „Ruhm“

Dossier / Travail , 2010 , 19 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Elena Schefner (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

„Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten“ von Daniel Kehlmann ist ein Musterbeispiel an Metafiktion. Verschachtelungen, Spiegelungen und Überschreitungen logischer Grenzen ziehen sich durch den gesamten Roman und führen immer wieder zu Illusionsbrüchen. Mithilfe unterschiedlichster Formen der Metaisierung erschafft Kehlmann zwei ineinander verwickelte Fiktionsebenen, die nicht eindeutig voneinander zu trennen sind. So ist es am Ende schwierig zu unterscheiden, welche Figuren des Romans in der erzählten Welt real sind und welche lediglich fiktiv. Das Spiel mit Wirklichkeit und Fiktion hinterlässt Verwirrung, schafft aber auch einen großen Interpretationsspielraum.
Daher ist es wichtig, sich im Rahmen dieses Romans mit der Metaisierung auseinanderzusetzen. Dieses Phänomen umfasst in der Literaturwissenschaft ein breites Spektrum an Theorien, die sich jeweils mit unterschiedlichen Merkmalen und Funktionen der Metaisierung befassen. Von der Selbstreflexivität über die Metafiktion bis hin zur Metalepse – es gehen eine Menge, sich teilweise überschneidender, Begrifflichkeiten mit der Metaisierung einher, die es zu klären gilt.
In der vorliegenden Hausarbeit werden die Textpassagen im Roman, die derartige Formen von Metaisierung enthalten, analysiert und hinsichtlich ihrer Funktion definiert. Damit soll aufgezeigt werden, welches Interpretationspotenzial die Metaisierung in „Ruhm“ schafft.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formen der Metaisierung in „Ruhm“

2.1 „Rosalie geht sterben“ und „In Gefahr (2)“

2.1.1 Funktionen der Metafiktion

2.1.2 Funktionen der Metalepse

3. Mögliche Interpretationsansätze

3.1 Das Verhältnis eines Autors zu seinen Figuren oder „eine theologische Geschichte“

3.2 Identität im technischen Zeitalter

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Funktionen der Metaisierung in Daniel Kehlmanns Roman „Ruhm“ und analysiert, wie durch die gezielte Brechung fiktionaler Ebenen neue Interpretationsräume geschaffen werden. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die verschiedenen Formen der Selbstreflexivität, wie Metafiktion und Metalepse, die Wahrnehmung des Lesers beeinflussen und welche Rolle diese bei der Deutung des Gesamtwerkes spielen.

  • Analyse meta-fiktionaler Strukturen und deren Wirkung auf den Illusionscharakter des Romans.
  • Untersuchung der Metalepse als Werkzeug zur Grenzüberschreitung zwischen Erzähler, Figur und Leser.
  • Reflexion des theologischen Verhältnisses zwischen Autor und seinen geschaffenen Charakteren.
  • Deutung der Identitätskonflikte moderner Figuren im Kontext technischer Kommunikationsmittel.
  • Verbindung zwischen literarischer Fiktion und der eigenen Lebenswirklichkeit des Lesers.

Auszug aus dem Buch

2.1 „Rosalie geht sterben“ und „In Gefahr (2)“

Obwohl beide Geschichten metadiegetisch sind, weil sie als fiktive Geschichten des wiederum fiktiven Autors Leo Richter betrachtet werden können, sind sie in ihrem Aufbau dennoch unterschiedlich.

Dass es sich bei „Rosalie geht sterben“ um eine fiktive Geschichte von Leo Richter handelt, weiß der Leser aus der vorherigen Geschichte, in der es heißt, die Geschichte Richters über die Reise einer alten Frau in ein Schweizer Sterbehilfezentrum sei seine berühmteste. Hinzu kommt, dass bereits der erste Satz ihre Fiktionalität hervorhebt. Der intradiegetische und heterodiegetische Erzähler, der in diesem Fall mit Leo Richter gleichzusetzen ist, verrät über Rosalie: „Von all meinen Figuren ist sie die klügste.“ Damit setzt er den narrativen Adressaten darüber in Kenntnis, dass es sich bei der folgenden Geschichte um eine fiktive Geschichte handelt. Nach der Schilderung von Rosalies Situation, beginnt der Erzähler außerdem die Entstehung dieser Geschichte zu reflektieren. Er versichert, dass es den Sterbeverein tatsächlich gibt und er sich diesen nicht ausgedacht habe, betont aber, dass der Mitarbeiter Herr Freytag erfunden ist. In diesem Zusammenhang reflektiert er auch die Art, wie er als Schriftsteller arbeitet. Er stellt klar, dass er keinen Wert auf die akribische Sammlung von Fakten legt, sondern sich vieles einfach ausdenkt. Diese Reflexionen haben einen Illusionsbruch zur Folge, denn die Fiktionalität der Geschichte wird dadurch so sehr hervorgehoben, dass eine mimetische Lesart nicht mehr möglich ist. Der Leser wird vielmehr dazu angeregt, die Fiktionalität der Geschichte zu reflektieren. Wolf bezeichnet derartige Metaformen der Erzählkunst als Metafiktion.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Metaisierung bei Daniel Kehlmann ein und formuliert das Ziel, die Funktionen und das Interpretationspotenzial dieser Phänomene im Roman „Ruhm“ zu analysieren.

2. Formen der Metaisierung in „Ruhm“: Dieses Kapitel definiert Metaisierung als Oberbegriff und untersucht anhand ausgewählter Geschichten, wie Metafiktion und Metalepse die Fiktionalität des Romans betonen.

3. Mögliche Interpretationsansätze: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse angewandt, um das Gottesverhältnis zwischen Autor und Figur sowie die Identitätskrise im digitalen Zeitalter zu deuten.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Metaisierung den Roman in einem Schwebezustand hält und den Leser dazu anregt, die eigene Realität kritisch zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

Metaisierung, Metafiktion, Metalepse, Daniel Kehlmann, Ruhm, Selbstreflexivität, Fiktionalität, Identitätskonflikt, Erzähltheorie, Narratologie, Illusionsbruch, Moderne Literatur, Realität, Virtuelle Welt, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Erscheinungsformen und Funktionen der Metaisierung in Daniel Kehlmanns Roman „Ruhm“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich vor allem auf metafiktionales Erzählen, die Rolle der Metalepse sowie die Identitätskonstruktion in einer durch Technik geprägten Welt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kehlmann durch das Spiel mit Wirklichkeitsebenen den Leser zur Reflexion über die Grenze zwischen Fiktion und Realität anregt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Theorien zur Metaisierung, insbesondere nach Wolf und Genette, um die Textpassagen systematisch hinsichtlich ihrer Funktion zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Geschichten „Rosalie geht sterben“ und „In Gefahr (2)“ sowie die daraus abgeleiteten Interpretationsansätze zu Autorschaft und technischer Identität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Metaisierung, Metafiktion, Metalepse, Fiktionalität, Identitätskonflikt und Selbstreflexivität.

Warum spielt die Geschichte „Rosalie geht sterben“ eine besondere Rolle?

Sie dient als exemplarisches Beispiel für explizite Metaisierung, da die Protagonistin dort aktiv mit ihrem Erfinder kommuniziert und ihre eigene Fiktionalität reflektiert.

Inwiefern beeinflusst Technik die Identität der Figuren im Roman?

Technische Kommunikationsmittel wie Mobiltelefone führen laut der Arbeit dazu, dass Figuren ihre reale Identität zugunsten virtueller oder fremdbestimmter Rollen aufgeben oder verlieren.

Fin de l'extrait de 19 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Funktionen der Metaisierung in Daniel Kehlmanns Roman „Ruhm“
Université
University of Bremen
Note
1,7
Auteur
Elena Schefner (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
19
N° de catalogue
V271602
ISBN (ebook)
9783656634485
ISBN (Livre)
9783656634454
Langue
allemand
mots-clé
Daniel Kehlmann Ruhm Metaisierung Metafiktion Metalepse Selbstreflexivität
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Elena Schefner (Auteur), 2010, Funktionen der Metaisierung in Daniel Kehlmanns Roman „Ruhm“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271602
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint