Das Studium eines Geographen und seine möglichen Tätigkeitsfelder sind breitge-fächert und verändern sich stets. Dies bedingt ein breites Spektrum an möglichen Spezialisierungen und Karrierewegen. Dementsprechend sieht der Arbeitsmarkt eines Geographen aus und daher ist es wichtig durch Praktika sich in verschiedene Richtungen zu orientieren, um ein Gespür dafür zu entwickeln, was einem nach dem Studium als Beruf liegen könnte.
Eines dieser Tätigkeitsfelder liegt im Fairen Handel, welcher in Deutschland seit den Siebzigern etabliert ist. In diesem Bereich absolvierte ich mein Praktikum vom 13.Juli bis zum 23. August 2009 bei der Vereinigung Trama Textiles in Quetzalten-ango, Guatemala.
Im folgenden Bericht werde ich vorerst die Auswahl der Praktikumsstelle und den Bewerbungsvorgang thematisieren. Daraufhin wird es eine kurze Einführung in den Raum Guatemala geben und das Land unter angewandten Gesichtspunkten vorstellt werden. Dabei werde ich kurz die Topographie, die wichtigsten historischen Bege-benheiten, die guatemaltekische Regierung und die Zusammensetzung der Bevölke-rung, mit einem Schwerpunkt auf die Maya-Völker, erläutern. Im nächsten Kapitel wird die Institution Trama Textiles mit ihrer Geschichte beschrieben, um dann die Bedeutung der Textilkunst für die Frauen und die Organisationsstruktur von Trama Textiles zu erklären.
Im Anschluss werde ich auf die Tätigkeitsbereiche der Freiwilligen und Praktikan-ten (Nicht-Mitglieder) eingehen und dabei insbesondere die Bereiche Kommunika-tion, Marketing, Store Managemant und den Produktverkauf im Fairen Handel her-vorheben, da ich in diesen Bereichen während meines Praktkums tätig war. Inner-halb des Unterkapitels des Produktverlaufs wurde ein kurzer Exkurs zum Thema Fairer Handel verfasst, um einen detaillierteren Einblick in diesen zu geben.
Letztendlich werden noch die möglichen Tätigkeitsfelder im Fairen Handel für Ge-ographen aufgezeigt und ihr breites Spektrum verdeutlicht, ohne dabei besonders auf die spezifischen Tätigkeiten selbst einzugehen.
Abschließend erfolgen ein Fazit und eine persönliche Reflektion des Praktikums
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Auswahl der Praktikumsstelle und Bewerbung
3. Guatemala
3.1 Topographie
3.2 Die wichtigsten historischen Begebenheiten
3.3 Die guatemaltekische Regierung
3.4 Bevölkerung
4. Trama Textiles
4.1 Der Werdegang von der Gründung bis heute
4.2 Die Bedeutung von Textilkunst
4.3 Organisationsstruktur der Mitglieder von Trama Textiles
5. Tätigkeitsbereiche der Freiwilligen und Praktikanten (Nicht-Mitglieder)
5.1 Kommunikation
5.2 Marketing
5.3 Store Management
5.4 Produktverkauf im fairen Handel
Exkurs: Fairer Handel
6. Der Fairer Handel als Tätigkeitsfeld für Geographen
7. Reflexion und Bewertung des Praktikums
8. Literaturverzeichnis
Anhang
Zielsetzung & Themen
Dieser Praktikumsbericht dokumentiert die Erfahrungen einer Geographiestudentin bei der Vereinigung Trama Textiles in Guatemala. Das Hauptziel ist die Untersuchung der organisatorischen Abläufe einer Fair-Trade-Kooperative indigener Weberinnen sowie die Reflexion der dort ausgeübten Tätigkeiten im Bereich Kommunikation, Marketing und Produktverkauf.
- Strukturelle Analyse der Kooperative Trama Textiles und der Lebenssituation indigener Maya-Frauen.
- Einblicke in die praktische Arbeit innerhalb einer internationalen NGO in Zentralamerika.
- Untersuchung des Fairen Handels als komplexes System und dessen Zertifizierungsprozesse.
- Reflexion des Tätigkeitsfeldes "Fairer Handel" für Absolventen der Geographie.
Auszug aus dem Buch
4.1 Der Werdegang von der Gründung bis heute
Im Jahr 1988, nach den schwierigsten Jahren des Bürgerkriegs in Guatemala, wurde die Vorgänger- Vereinigung von Trama Textiles gegründet. Zuerst trug diese den Namen CENAT (Centro Nacional de Artesania Textile), danach Asotrama (Asociación Trama), und seit Jahren heißt die Vereinigung Trama Textiles.
In den Achtzigern war die Situation in Guatemala in vielen Familien traumatisch, da aufgrund des Bürgerkriegs viele Männer, Großväter, Väter, Brüder und Söhne verschwunden waren. Die Verbliebenen, vor allem die Witwen, mussten nun lernen ohne diese zu überleben und ihre Familien und Dorfgemeinschaften zu unterstützen. Während dieser schwierigen Zeiten trafen Holländer im guatemaltekischen Hochland ein und trafen dort auf eine Gruppe von Weberinnen. Mit diesen Frauen wurde CENAT gegründet, um ihnen in ihrer neuen Situation zu helfen. In der Vereinigung mit dem Namen CENAT ging es vor allem um die Befähigung der Frauen Waren für den internationalen Handel herzustellen. Es wurden noch keine Waren international verkauft und die entstehenden Kosten wurden durch Spenden getragen.
1994 wurde CENAT in Asotrama umbenannt, denn jetzt sollten kommerzielle Tätigkeiten aufgenommen werden. Asotrama wurde in zwei Abteilungen eingeteilt. Eine hatte weiterhin Lehrcharakter, wohingegen die andere für die Produzierung von Textilien für den Handel verantwortlich war. Diese kommerzielle Abteilung wurde von ausländischen Angestellten der Fabrik geleitet, in der Gegenstände für die Produzierung von Textilien hergestellt worden sind.
Durch die Organisierungsform und Struktur von Asotrama, wurde den webenden Frauen ihr Mitspracherecht beschnitten, sodass sie am 14. Juni 2004 Trama Textiles gründeten und sich von jeglichen ausländischen Angestellten trennten. Jetzt sind die einzigen angestellten Mitarbeiter die Präsidentin, die Vize-Präsidentin und der Buchhalter. Deren Aufgaben und Pflichten werden in dem Kapitel 4.3 näher erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die Motivation für das Auslandspraktikum im Kontext des Geographiestudiums und gibt einen Überblick über den inhaltlichen Aufbau des Berichts.
2. Auswahl der Praktikumsstelle und Bewerbung: Beschreibt den Prozess der Suche und Bewerbung für eine NGO in Guatemala während eines Erasmus-Aufenthaltes.
3. Guatemala: Bietet eine geographische und historische Einführung in das Land unter Berücksichtigung von Topographie, Regierung und Bevölkerung.
4. Trama Textiles: Porträtiert die Vereinigung, ihre Geschichte, die Bedeutung der traditionellen Textilkunst und die interne Organisationsstruktur.
5. Tätigkeitsbereiche der Freiwilligen und Praktikanten (Nicht-Mitglieder): Detaillierte Schilderung der Arbeitsfelder wie Kommunikation und Marketing sowie ein Exkurs zum theoretischen Hintergrund des Fairen Handels.
6. Der Fairer Handel als Tätigkeitsfeld für Geographen: Analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen für Geographen, beruflich im Bereich des Fairen Handels tätig zu werden.
7. Reflexion und Bewertung des Praktikums: Eine kritische Auseinandersetzung mit der fachlichen und persönlichen Erfahrung sowie eine Einschätzung der internen Defizite der Organisation.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Literatur.
Anhang: Enthält ergänzende Materialien wie Kartenprojekte und Informationsblätter.
Schlüsselwörter
Fairer Handel, Trama Textiles, Guatemala, Maya-Kultur, Indigene Weberinnen, Textilkunst, Entwicklungszusammenarbeit, Geographie, NGO, Marketing, Kommunikation, Zertifizierung, Empowerment, Gürteltechnik, soziale Strukturen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Praktikumsbericht über die Tätigkeit bei der Kooperative Trama Textiles in Guatemala, die sich für fairen Handel und die Unterstützung indigener Maya-Weberinnen einsetzt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Faire Handel, die sozio-ökonomische Situation in Guatemala, der Erhalt indigener Kulturtechniken sowie die praktische Projektarbeit in einer NGO.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Dokumentation und Reflexion der eigenen Praktikumstätigkeit sowie die Analyse, wie eine solche Kooperative strukturiert ist und arbeitet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um einen Praktikumsbericht, der auf teilnehmender Beobachtung, eigener Recherche zur Landes- und Organisationskunde sowie der praktischen Mitarbeit in der Kommunikation und im Marketing basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine geographische Einordnung Guatemalas, die Geschichte von Trama Textiles, eine detaillierte Beschreibung der Arbeitsbereiche der Praktikanten und einen Exkurs in die Theorie des Fairen Handels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Fairer Handel, Trama Textiles, Guatemala, Maya-Kultur, Indigene Weberinnen, NGO, Geographie und soziale Nachhaltigkeit.
Warum spielt das Thema der Zertifizierung für Trama Textiles eine wichtige Rolle?
Die Zertifizierung durch Organisationen wie IFAT LA ist entscheidend, um den Zugang zum internationalen Markt zu erleichtern und neue Kunden zu gewinnen, die Wert auf offizielle Siegel legen.
Welche spezifischen Defizite identifiziert die Autorin in der Organisation?
Die Autorin kritisiert insbesondere mangelnde Transparenz, Machtinteressen, finanzielle Probleme sowie Defizite im Bereich der internen Kommunikation und des Marketings.
- Citation du texte
- M. Sc. Alice Neht (Auteur), 2010, TRAMA TEXTILES. Ein Praktikumsbericht über den fairen Handel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271816