Religionssoziologische Untersuchung der Jesus Freaks anhand des Begriffes „Populäre Religion“ nach Hubert Knoblauch


Diplomarbeit, 2013
63 Seiten, Note: 1,2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1. Forschungsstand
1.2. Vorgehensweise

2 Populäre Religion
2.1. Religion in der Moderne
2.2. Populäre Religion nach Knoblauch
2.2.1. Populäre Religion und die Medien
2.2.2. Populäre Religion und der wirtschaftliche Markt
2.2.3. Zusammenspiel von Markt und Medien
2.3. Eingrenzung der populären Religion
2.3.1. Populäre Religion und populare Religiösität
2.3.2. Populäre Religion und Pop-Religion
2.3.3. Populäre Religion und Medienfrömmigkeit
2.3.4. Allgemeine Abgrenzung

3 Jesus Freaks
3.1. Wer sind die Jesus Freaks?
3.1.1. Die Anfänge der Bewegung
3.1.2. Arbeit der Jesus Freaks
3.1.3. Festivals - Freakstock und Co
3.1.4. Missionsarbeit
3.1.5. Medienarbeit
3.1.6. Musik
3.1.7. Andere Arbeit und kulturelle Aktivitäten
3.2. Die Jesus Freaks heute

4 Jesus Freaks und die populäre Religion
4.1. Jesus Freaks und die Medien
4.1.1. Freaks.de
4.1.2. Der Kranke Bote
4.1.3. TV-Freaks/ Radio-Freaks
4.2. Jesus Freaks und die Events
4.2.1. Musik
4.2.2. Lobpreis
4.3. Jesus Freaks und der Markt
4.3.1. Freakstyle
4.3.2. Kneipen und Co
4.3.3. Mission
4.4. Jesus Freaks und die Abgrenzung
4.4.1. Inszenierungen und öffentliche Auftritte
4.4.2. Sprache und Kleidung
4.4.3. Taufe und Co

5 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

„ Genauso würdest du auch keinen 200-PS-Porschemotor in eine alte Ente einbauen. Das Teil würde sich bei 180 auf der Autobahn von selbst zerlegen. Diese neue Form zu leben braucht einen neuen Rahmen, in dem sie ausgelebt werden kann, sonst funktioniert das nicht. “ (Matthäus 9,17)

1 Einleitung

„#habemuspapam verboten“ lautet eine Schlagzeile der Süddeutschen Zeitung vom 19.03.2013. Nachdem Papst Benedikt XVI. auf sein Amt als Papst verzichtete und der Stuhl des heiligen Petrus damit vakant wurde, ist die Welt auf der Suche nach einem neuen Papst. Somit versammeln sich in Rom die Kardinäle der römisch- katholischen Kirche, um einen neuen Papst zu wählen. Beim heutigen Konklave sind die Kardinäle zwar nicht mehr in der Sixtinischen Kapelle in Rom eingeschlossen, jedoch gibt es trotzdem strenge Regeln, die sie einhalten müssen. An dem Ort an dem die Kardinäle während des Konklaves wohnen, herrscht ein striktes Verbot, was die Nutzung von Medien angeht. Um die Kardinäle von der Außenwelt abzuschotten, sind Internet, Telefon, Fernsehen, Radio, Post und Zeitungen nicht erlaubt. Da der Papst von heute möglicherweise selbst medial vernetzt ist und sogar über einen Twitter-Account verfügt, musste der Vatikan die Verbote noch einmal genauer festlegen und erteilte den Teilnehmern der Papstwahl ein absolutes Twitter-Verbot. Wie man auf der Internetseite eines katholischen Nachrichtenservices1 nachlesen kann, heißt es: „Von dem Moment an, in dem sie die Sixtinische Kapelle betreten,[sic] um ihre Stimme abzugeben, wird ihnen der Zugang zu ihren Accounts verboten sein, wie auch alle anderen Formen der Kommunikation mit der Welt draußen.“ (o.V. 2013:o.S). Die Angst des Vatikans ist groß, dass die Menschheit nicht wie gewöhnlich durch den weißen Rauch, der aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufsteigt, von der Entscheidung erfährt. Die Befürchtung ist berechtigt, denn: „Mehrere der 117 am Konklave beteiligten Kardinäle verfügen über eigene Twitter-Accounts, neun von ihnen nutzen die Plattform regelmäßig für Mitteilungen und den Austausch mit den Gläubigen.“ (o.V. 2013:o.S.) Es ist also keine Seltenheit, dass internetaffine Kardinäle wie Timothy Dolan aus New York sozial vernetzt sind, täglich zu ihren Smartphones greifen und an ihre Follower unter anderem Bibelverse tweeten, Videos hochladen und Blogs schreiben, die die Menschheit an ihrem religiös ausgerichteten Leben teilnehmen lassen. Dolan war auch derjenige, der am 11. Februar zu den ersten gehörte, die den Rücktritt des Papstes über Online-Netzwerke meldeten (vgl. o.V. 2013:o.S.). Die Frage danach, wie modern Religion und ihre Vertreter sind, und welchen Einfluss gerade neue Medien und Kommunikationsformen auf die Religion an sich, aber auch auf religiöse Rituale haben können, ist die Grundlage der vorliegenden Arbeit. Eine Vielzahl von Autoren hat sich dem Thema der Entwicklung der Religion gewidmet und unzählige Forschungen durchgeführt und Thesen aufgestellt. Das Buch „Populäre Religion - Auf dem Weg in eine spirituelle Gesellschaft“ von Hubert Knoblauch (2009) ist eines der neusten Bücher, die sich mit der Entwicklung von Religion in modernen Gesellschaften beschäftigen. Die Theorie der populären Religion lässt sich in die Reihe von Theorien einordnen, die sich mit der Transformation der Religion beschäftigen und somit der „Säkularisierungsthese“ gegenüberstehen, die davon ausgeht, dass die Religion durch die Modernisierung abstirbt.

Knoblauch konstatiert, dass die erfolgreichsten heutigen Formen von Religion die einer popularisierten Religion sind. Wenn er von populärer Religion spricht, meint er eine komplette Transformation der Religion und nicht nur einen Teilbereich oder eine Ergänzung, denn:

„Die populäre Religion umfasst unter anderem die erneuerten Formen dessen, was einst Aberglauben hieß, die nun als Ufo-Glaube, Reinkarnationsglaube, als Spiritismus oder als esoterischer Glaube an die magische Kraft von Steinen oder Pyramiden ein breites Interesse genießen. Sie beschränkt sich aber keineswegs auf diese einst abweichenden Formen des Religiösen. Die populäre Religion findet sich ebenso in den Räumen der kirchlichen Religiosität: Das reicht vom Engelsglauben über die Eventisierung der religiösen Zeremonie beim Papstbesuch und bei den Weltjugendtagen bis hin zur Aufnahme der Gegenkultur bei den Jesus Freaks. All diese Beispiele deuten an, in welchem Ausmaß Formen der religiösen Kommunikation von denen der populären Kultur durchdrungen werden.“ (Knoblauch 2008:1)

Es ist dieses Eindringen und dieser Einfluss der populären Kultur auf die religiöse Kommunikation, von denen Knoblauch hier spricht, was bei dem Tweetverbot der Kardinäle beim letzten Konklave sichtbar erscheint und was die vorliegende Arbeit näher beleuchten soll. Wie das Zitat Knoblauchs zeigt, sieht er diese Transformation auch in der Jesus Freaks-Bewegung. Die Jesus Freaks-Bewegung ist eine christliche Gemeindebewegung, die in den neunziger Jahren in Hamburg entstand und sich wie ein Lauffeuer in der Bundesrepublik Deutschland und einigen europäischen Ländern ausgebreitet hat. Die vorliegende Arbeit will untersuchen, inwieweit die Jesus Freaks-Bewegung, die Theorie und Transformation der Religion hin zu einer populären Religion bestätigen. Zusätzlich soll sie beantworten, ob der Begriff der „Populären Religion“ geeignet ist.

1.1. Forschungsstand

Seit vielen Jahren wird geforscht, eine Vielzahl von Leuten beschäftigt sich damit, welchen Einfluss die populäre Kultur auf die Religion nimmt. Im Arbeitskreis „Popkultur und Religion“ sind ForscherInnen miteinander vernetzt und behandeln das Thema theologisch und soziologisch. Das Buch „Popkultur und Religion. Best of...“ von Harald Schroeter-Wittke (2009) gibt einen guten Überblick über aktuelle Themen und Fragestellungen. Da das Buch „Populäre Religion - Auf dem Weg in eine spirituelle Gesellschaft“ eine relative Neuerscheinung ist, war es kaum möglich, Literatur und wissenschaftliche Arbeiten zu finden, die sich mit der Theorie der populären Religion beschäftigen. Einige Autoren erwähnen die Theorie Knoblauchs und geben ihre Grundzüge wieder. Im wesentlichen baut Knoblauchs Theorie auf der Theorie der „Unsichtbaren Religion“ auf, die Thomas Luckmann (1991) aufstellte, denn wie Knoblauch (2009:11) schreibt: „Ich möchte also keine Alternative zur unsichtbaren Religion bieten, sondern die Theorie dort fortsetzen, wo diese erst Ansätze erkennen konnte.“

Literatur und Veröffentlichungen sowie wissenschaftliche Arbeiten über die Jesus Freaks sind nur im begrenzten Umfang verfügbar. Die evangelische Zentrale für Weltanschauungsfragen veröffentlichte einige Artikel über die Bewegung sowie die Autoren Ackermann (1997) und Farin (2005), die den Fokus auf die Thematik des Schnittpunktes von Jugendkultur und Christentum legten. Forschungen oder Veröffentlichungen, welche die Jesus Freaks mit der These der populären Religion verbinden und untersuchen, wurden bisher nicht veröffentlicht.

1.2. Vorgehensweise

Die vorliegende Arbeit setzt sich in ihrem Hauptteil aus vier Abschnitten zusammen. Im ersten Teil wird ein grober Überblick über Religion in der Moderne gegeben, um die Untersuchung zeitlich einzuordnen. Im zweiten Abschnitt wird der Begriff der „populäre Religion“ aufgeschlüsselt und detailliert beschrieben, welchen Einfluss moderne Kommunikationsformen und das Prinzip eines ökonomischen Marktes auf die Religion haben. Der darauf folgende Abschnitt widmet sich der Jesus Freaks- Bewegung und gibt einen ausführlichen Überblick über die Entstehung und Entwicklung sowie wichtige Einblicke in die Arbeit der Bewegung. Im letzten Abschnitt des Hauptteils soll die Theorie der „populären Religion“ mit der Jesus Freaks-Bewegung zusammengeführt werden und die Thesen Knoblauchs dem gegenübergestellt werden. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden im letzten Kapitel analysiert und die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal gebündelt dargestellt. Alle Bibelzitate entstammen der Volxbibel Neues Testament 2.0, um eine Form der „populären Religion“ zu veranschaulichen.

2 Populäre Religion

Nachdem in der Einleitung die Motivation und die Grundfrage der vorliegenden Arbeit und die Vorgehensweise beschrieben wurden, beschäftigt sich das folgende Kapitel mit dem Begriff der populären Religion. Um die Basis für eine Untersuchung der Jesus Freaks bezüglich der Frage moderner Religionsformen zu schaffen, erscheint es sinnvoll, sich im ersten Teil des folgenden Kapitels einen Einblick in die Religion der Moderne zu verschaffen. Da die Säkularisierungsdebatte ein wesentlicher Teil der aktuellen Diskussion ist, wird sie in diesem Kapitel aufgegriffen. Der zweite Teil des Kapitels widmet sich dem Begriff der populären Religion, der die Grundlage der gesamten Arbeit bildet.

2.1. Religion in der Moderne

Religion ist in aller Munde. Die Papstwahl, politische Debatten über den Bau von Moscheen in Deutschland und die Erlaubnis der Eheschließung homosexueller Paare sind nur einige Beispiele, warum Religion auch in Deutschland wieder aktuell diskutiert wird. Religion ist in den Medien präsent, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Trotzdem kommt es im Bereich der Religion immer wieder zu einem Widerspruch, denn es wird auch stets von einem rapide sinkenden Interesse an den Kirchen, Glaubensinhalten und von einer Vielzahl von Kirchenaustritten berichtet. Diese Inhalte spiegelt die aktuelle Säkularisierungsdebatte wider. Durch das Entstehen des modernen Zeitalters hat sich die Stellung der Religion innerhalb der Gesellschaft verändert. Die Sozial- und Religionswissenschaft hat sich mit dem Thema der Säkularisierung auseinandergesetzt, eine Verbindung von Moderne und Säkularisierung aufgedeckt und festgestellt, dass Religion und die modernen Lebensformen der Gesellschaft unvereinbar seien. Die These der Säkularisierung wurde lange anerkannt und akzeptiert. Unter anderem lieferte Max Weber die Grundsteine für die Säkularisierungsthese (vgl. Bily 1990:82), die auch noch in der aktuellen Debatte Vertreter aufweist. Zusammenfassend kann man sagen: Der Grundgedanke der Säkularisierungsthese ist, dass die Bedeutung von Religion und Kirchen in der modernen Gesellschaft unter anderem durch Industrialisierung, Rationalisierung und Urbanisierung abnimmt und zurückgeht.

Aktuelle Vertreter der Säkularisierungsthese wie Pollack (2003) halten an der These fest: „Ein so schneller Wandel in der Beschreibung der gegenwärtigen religiösen Lage weist auf besondere Unsicherheiten in der wissenschaftlichen Analyse des sozialen Ortes von Religion und Kirche in der heutigen Gesellschaft hin.“ (Pollack 2003:1). Es gibt unzählige Varianten des Modelles der Säkularisierung und genauso viele Wissenschaftler, die sich dazu geäußert haben und unterschiedliche Ansätze verfolgen. Der Begriff Säkularisierung beinhaltet unterschiedliche Verständnismöglichkeiten: die Entkirchlichung, den Sieg der Aufklärung oder den Verlust religiöser Deutungskompetenzen.

Der Gedanke der Säkularisierung stößt bei vielen Wissenschaftlern auf Kritik, ist in der gesamten aktuellen Forschung umstritten und wird oft als überholt angesehen. Die Annahme, dass Religion eher untergeordnet ist oder gar aus der Gesellschaft verschwindet, war jahrzehntelang unumstritten und wurde eher selten hinterfragt. Heute wird die Säkularisierungsthese nur noch von einigen wenigen Wissenschaftlern ganzheitlich vertreten, denn auch damalige Verfechter der These sind zu dem Entschluss gekommen, ihr nur noch teilweise zuzustimmen. Viele Autoren, die zunächst überzeugt an der These festgehalten hatten, stellen sie aktuell in Frage oder haben die Entwicklung neu formuliert (vgl. Habermas 2001 und Berger 1999).

Lehmann (2004) greift die für ihn vier bekanntesten Varianten der aktuellen Diskussion zum Modell der Säkularisierung auf und teilt sie wie folgt ein:

„Das ist 1. Die Vorstellung von Säkularisierung als dem Nachlassen des Wissens von Religion sowie der Ausübung von Religion in modernen westlichen Gesellschaften (Stichwort Verweltlichung). Das ist 2. Die Säkularisierung des kulturellen und geistigen Lebens als Folge der wissenschaftlichen Fortschritte speziell auf den Gebieten der Naturwissenschaften, der Medizin und der Technik (Stichworte: Rationalisierung, Entzauberung, Verwissenschaftlichung). Das ist 3. Säkularisierung als Beschreibung der Tatsache, daß die etablierten Kirchen seit der Aufklärung das Monopol bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen verloren haben (Stichwort: Entkirchlichung). Und das ist 4. Schließlich das Verständnis von Säkularisierung als einer sehr allgemeinen und grundlegenden Transformation der Kultur, die sich von einer transzendenten Orientierung an rein innerweltlichen Werten, Normen und Praktiken entwickelt hat (Stichworte: Privatisierung, Individualisierung, Ausdifferenzierung).“ (Lehmann 2004:57)

Den größten Nachteil des Begriffes Säkularisierung sieht Lehmann (2004:58f.) darin, dass dieser „die Vorstellung von einer irreversiblen Entwicklung, eines nicht variablen Prozesses der Modernisierung impliziert“. Dies bedeute, dass die Gesellschaften, die von Säkularisierung betroffen sind, sich in einer Einbahnstraße befinden und sich zunehmend von Religion abwenden und keine Möglichkeit der Umkehr haben. Daraus resultiert laut Lehmann (2004:59): „Das Konzept ,Säkularisierung‘ beinhaltet somit eine eher naive Vorstellung von kultureller sowie auch politischer und sozialer Modernisierung.“

Aus verschiedenen Richtungen stammend gibt es unterschiedliche Einwände gegen die Säkularisierungsthese. Eine für die vorliegende Arbeit interessante Gegenthese ist das Argument eines neuen Paradigmas eines ökonomischen Marktes, der sich zwar in erster Linie auf den religiösen Markt der USA (vgl. Mastiaux 2008), aber mittlerweile auch schon auf den europäischen Kontinent bezieht. Da Knoblauchs These der populären Religion einen Vergleich zum ökonomischen Marktprinzip herstellt, soll dieser Einwand gegen die Säkularisierungsthese nicht unerwähnt bleiben. Eine weitere, vor allem in Europa und deshalb für die vorliegende Arbeit relevante These der Individualisierung von Religion beschreibt den Aufschwung außerkirchlicher Religiosität, der mit einem Rückzug der Religion in das Private einhergeht. Den Grundstein für die Individualisierungsthese legte Luckmann (vgl. 1991), indem er eine Unterscheidung von Religion und Kirche in den Vordergrund stellt. Er führt an, dass das mangelnde Interesse an Kirche nicht gleichbedeutend mit einem mangelnden Interesse an Religion sei. Viele neue Thesen widersprechen der Säkularisierungsthese, so auch Knoblauchs These der populären Religion, die in vielen Zügen auf den Forschungen Luckmanns basiert.

Wenn man einen Blick in die aktuellen Diskussionen wirft, stellt man fest, dass die Charakteristik der Entwicklung von Religion in der Gesellschaft anders beschrieben wird und eher nicht von Säkularisierung die Rede ist. Heute spricht man von „desecularization“ = „Entsäkularisierung“ (Berger 1999) oder einer „Wiederkehr der Götter“ (Graf 2004), wie der Titel eines Buches geeignet widerspiegelt.

Wie zuvor beschrieben gibt es unzählige Meinungen, was das Schicksal der Kirche und der Religion angeht. Dass sich die Kirche in einer großen Krise befindet, hört man in Deutschland nicht selten und wird in den Medien diskutiert, allerdings gibt es auch Beobachtungen, dass zahlreiche Menschen eigene Formen von Religiosität entwickeln:

„…einerseits Formen, die im Umkreis christlicher praxis pietatis aufgefunden und individuell ausgestaltet werden und sich mehr oder weniger deutlich als Spuren des Christlichen identifizieren lassen, andererseits aber auch Formen, die aus esoterischen Quellen und Fantasien gewonnen werden, okkultistischen Neigungen entsprechen oder aus religiösen ,Vermischungen‘ hervorgehen.“ (Preul 2003:9)

Verbindet man beide Beobachtungen, entsteht eine neue, dritte Meinung, die der Individualisierungsthese Luckmanns entspricht (vgl. Preul 2003:9).

Viele Aussagen Luckmanns und seine Theorie findet man daher in neueren Studien wieder. Dadurch scheint sich seine These zu bestätigen, dass die traditionellen Kirchen an Bedeutung verlieren, es aber zu einem gleichzeitigen Aufkommen individueller, mehr oder weniger vermischter, nicht traditioneller Religionen und Religiosität kommt. Den Schwerpunkt, den Luckmann setzt, nämlich das Verschwinden der Religion in das Private des Individuums, stellt die These allerdings vor ein Problem des wissenschaftlichen Arbeitens: „Denn während man kirchliche Organisationen und etablierte Kirchen auf der Basis der Materialien studieren kann, […] ist es schwierig, die Dimension privater Religiosität adäquat zu erfassen.“ (Lehmann 2004:59)

Lehmann (2004:60) stellt den Gedanken der „Transformation des Religiösen“ in den Vordergrund und nimmt der Religion dadurch die Bedrohung durch jenen Zerfall, den die Säkularisierung beinhaltet. Einen Nachteil sieht er allerdings darin, „daß die Vorstellung der Transformation des Religiösen keinen klaren Begriff von Religion mehr impliziert […], sondern von höchst unterschiedlichen, vielleicht sogar diffusen Einstellungen und Verhaltensweisen“ redet (Lehmann 2004:61). Auch Knoblauch (2009:39) spricht von einer „Transformation der Religion“ und macht diese unter anderem an den sogenannten „Baby Boomern“2 fest, fügt aber hinzu: „Auch wenn man die Verantwortung für die Veränderung der Religion wohl nicht nur bei den Baby-Boomern suchen kann, bestehen wenig Zweifel daran, dass sich das Verhältnis der Gesellschaft zur Religion im Laufe der Zeit geändert hat, in der die Baby- Boomer aktiv waren.“ (Knoblauch 2009:39). Knoblauch spricht von grundlegenden Veränderungen, die unvereinbare Entwicklungen vereint: „Die privatisierte Religion steht nun neben der ,öffentlichen Religion‘, die Individualisierung neben ihrer zunehmenden institutionellen Bedeutung und die Säkularisierung scheint gleichzeitig mit der Entsäkularisierung zuzutreffen.“ (Knoblauch 2009:40) Diesen vermeintlichen Widerspruch löst Knoblauch auf, indem er die Handlung der Kommunikation in die Entwicklung mit einbringt und ihr eine wichtige Funktion zuweist denn:

„Mit der Veränderung der Kommunikationsformen wird nämlich das Private nun selbst öffentlich, die spezialisierten Institutionen gewinnen zwar an Gewicht, wenden sich aber an ihre Mitglieder wie an individuelle Nachfrager, und das Nachlassen der kirchlichen Religiosität (das die Säkularisierungstheorie behauptet) wird durch eine neue Form der Religion konterkariert, die eben nicht traditionell mit Kirchlichkeit verknüpft ist (wie die Vertreter der Desäkularisierung betonen).“ (Knoblauch 2009:40)

Genau deswegen gibt es auch eine ansteigende Zahl an Mitgliedern und Interessenten innerhalb des organisierten westlichen Christentums, wie charismatische Bewegungen innerhalb der Katholischen Kirche und andere Bewegungen, die einem protestantischen Muster folgen, zeigen (vgl. Knoblauch 2009:40).

2.2. Populäre Religion nach Knoblauch

Knoblauch spricht von einer populären Religion, die zwei wesentliche Bedeutungen hat, und erklärt diese wie folgt:

„ ,Populäre Religion‘ kann in einem doppelten Sinne verstanden werden. Religion ist in dem Sinne wieder populär geworden, als sie in den unterschiedlichsten Kreisen und Diskursen ,hoffähig‘, akzeptiert und sogar chic ist. Populäre Religion meint jedoch nicht (nur), dass die Religion, die wir schon immer kannten, nun populär ist, sondern auch, dass es sich um eine neue Form der Religion handelt, die sich durch ihre Popularität, ihren populärkulturellen Grundzug auszeichnet.“ (Knoblauch 2009:194)

Um sich dem Begriff der populären Religion zu nähern, ist es sinnvoll, zunächst einen kurzen Überblick über den Begriff der populären Kultur zu geben, um zu verstehen, wie Knoblauch den Zusammenhang von populärer Religion und populärer Kultur wahrnimmt.

Unter „populärer Kultur“ versteht man die Gesamtheit von Ideen, Perspektiven, Verhaltensweisen, Bildern, Vorstellungen und anderen Phänomenen, die in einer bestimmten Kultur, speziell in der westlichen Welt, den Mainstream ausmachen. Der Begriff wird seit dem frühen bis mittleren 20. Jahrhundert verwendet. Er geht einher mit der Modernisierung, der rasanten Verbreitung von Massenmedien und dem Einfluss des Massenkonsums auf das tägliche Leben der Gesellschaft (vgl. Hügel 2003/ Hecken 2007). Auch wenn die populäre Kultur seit über 40 Jahren als ein eigener und anerkannter Forschungsgegenstand existiert, ist das einzige worüber sich Forscher und Teilnehmer der populären Kultur nach Hügel (2003:1) einig sind, dass die populäre Kultur Spaß macht und den Menschen vergnügt. Es gibt daher Theorien und Einführungen in die populäre Kultur, jedoch keine einheitliche Theorie, die festlegt, was populäre Kultur ist. Knoblauch definiert sie wie folgt:

„Die Populärkultur verbindet die verschiedenen Glieder der hochgradig arbeitsteiligen Gesellschaft. Sie bietet das Gros des gemeinsamen Wissens, das die ausdifferenzierten Systeme überbrückt, und stellt die Formen für die Kommunikation über sie hinweg bereit.[…].Die Populärkultur wird zum wichtigsten Bindeglied zwischen den funktionalen Systemen, und sie ist deswegen auch das Medium, in dem die Religion kursiert, die die Leute interessiert.“ (Knoblauch 2009:237)

Knoblauch hat mit seinem Buch einen neuen Begriff geprägt, den der „Populären Religion“. Umfassend erklärt er, wie sich Religion im Laufe der Zeit verändert. Ein wichtiger Aspekt seiner Untersuchung beschreibt, wie die populäre Religion sich neuer Formen der Kommunikation bedient, nämlich jener der medialen Kommunikation, wie es auch die populäre Kultur tut. Des Weiteren beschreibt er, dass die populäre Religion dieselben charakteristischen Züge wie die populäre Kultur aufweist. Genau wie die populäre Kultur basiert auch die populäre Religion auf zwei maßgeblichen Quellen. Das sind zum einen die Medien, zum anderen der wirtschaftliche Markt. Durch das Zusammenspiel dieser Quellen entsteht eine Kombination, die eine neue Kultur erzeugt, in der auch die Religion aufgegriffen wird. Die Religion findet dadurch neue Formen, die Knoblauch „Populäre Religion“ nennt.

2.2.1. Populäre Religion und die Medien

Wir leben in einer Mediengesellschaft, das ist keine neue Aussage. Diese Mediengesellschaft ist allerdings nicht nur als ein bestimmter Teil der Gesellschaft zu verstehen, dies würde man eher als eine Medienlandschaft bezeichnen. Vielmehr ist die moderne Gesellschaft eine Mediengesellschaft. Gäbe es die elektronischen Medien nicht, wäre in der modernen Gesellschaft nahezu alles anders und würde grundverschieden funktionieren (vgl. Preul 2003: 47). Diesen Einfluss der Medien in der Gesellschaft findet man auch in der Religion wieder, denn Medien spielten in den Religionen schon immer eine große Rolle. Dies liegt durchaus daran, dass die Religion erst durch die Kommunikation sozial sichtbar wird (vgl. Knoblauch 2009: 210). Preul (2003: 151) fügt hinzu: „Religion ist nicht nur eine Angelegenheit individueller Frömmigkeit, sie ist auch Gegenstand gegenseitiger Mitteilung. Jede konkrete Gestalt persönlicher Religiosität entsteht nur im Zusammenhang religiöser Kommunikation, und sie drängt selber zur Fortsetzung solcher Kommunikation.“ Der folgende Abschnitt, betrachtet wie sich die Medien im Laufe der Zeit entwickelt haben. Den Einfluss auf die Religion und den Wandel der Medien beschreibt Knoblauch ausführlich (2009:211ff.), beginnend mit der Erklärung, dass in einfachen Gesellschaften lediglich mündlich kommuniziert wurde. Diese Face-to-face- Kommunikation ist zwar auch heute noch ein wichtiger Teil, doch waren die Menschen damals durch ihr alleiniges Auftreten eingeschränkt. Eine große Veränderung brachte die Verbreitung der Schriftlichkeit mit sich. Durch die Verschriftlichung von Worten entstand die Möglichkeit, untersuchender zu fungieren. Der Mensch bekam die Möglichkeit, sich dauerhaft logisch und argumentativ auseinanderzusetzen. Ein unumstrittener Kernpunkt im Medienwandel ist die Vertiefung der Handschriftlichkeit in die Druckschrift und die damit einhergehende Druck- und Medienindustrie. Welchen enormen Wandel selbst die Religion dadurch erlebte, wird anhand des Beispiels der Reformation deutlich. Das individuelle Studieren der Bibel setzte den Buchdruck voraus, der sich durch die Drucktechnik entwickelte und es möglich machte, Bibeln massenhaft zu Verfügung zu stellen. Die indirekte Folge dieser enormen Entwicklung war gerade für die römisch-katholische Kirche deutlich spürbar. Man war nicht mehr von religiösen Institutionen abhängig. Die Institution verlor also nicht nur an Bedeutung, sondern sie selbst verlor auch an Einfluss gegenüber dem, was geschrieben und vervielfältigt wurde. Eine Kontrolle über Schreiber und Kopisten, war in der sich schnell entwickelnden Druck- und Medienindustrie undenkbar. Anfangs versuchte die Kirche noch, das Gedruckte durch Zensur zu kontrollieren, doch dadurch wurde der Handel mit verbotenen Büchern erst belebt. Aufgrund des beachtlichen Wachstums entstanden neue Geflechte und Zentren, auf die die Kirche keinen Einfluss mehr nehmen konnte. Die Religion und in diesem Fall die Kirche befand sich daher zwangsläufig auf einem medialen Markt der „Massenkommunikation“. Das Aufkommen der Druckerpresse war also auch für die Kirche ein Meilenstein, der sich heute, wie Hubert Knoblauch schreibt, weiterentwickelt und zunehmend weitläufiger, globaler und moderner wird. Daiber (1995: 81) fügt hinzu, dass diese Marktorientierung der Kirchen auch in ihrer Natur begründet ist und mit ihrem Selbstverständnis zusammenhängt, „kirchliche Kommunikation ist grundsätzlich nicht nur Kommunikation unter Gleichzeitigen, sondern zugleich Kommunikation mit den früheren Zeugen des christlichen Wirklichkeitsverständnisses.“ (Preul 2003:154f.). Die Kirche ist wortgebunden und hat zum Ziel, dieses Wort, nämlich das Evangelium zu verkünden. Vor allem die evangelische Kirche definiert sich über diese Aufgabe. Die modernen Medien bieten hierfür eine geeignete Möglichkeit. Die Religion ist gezwungen, auf populäre Mechanismen zurückzugreifen. Der Inhalt, den beispielweise die Kirchen in die Gesellschaft hinaustragen wollen, ist nicht anders vermittelbar. Die sich entwickelnde Offenheit den Mechanismen der populären Kultur gegenüber veranschaulicht Knoblauch (Knoblauch 2009:194) anhand eines einfachen Beispiels, das sich vor 20 Jahren in Deutschland abspielte. Das bundesweit bekannte wöchentliche Nachrichtenmagazin „Stern“ beauftragte diverse Werbeagenturen, Werbekampagnen für die Kirche zu konzipieren. Diese Entwürfe wurden daraufhin in einer Ausgabe des Sterns abgebildet. Das Nutzen von Mitteln der Wirtschaftswerbung im Zusammenhang mit der Kirche stieß bei den meisten Menschen auf Unverständnis und wurde von den Kirchen sogar als Schandtat empfunden. Die Mittel der Werbung werde dem Tiefgründigen der Kirchen nicht gerecht. Doch schon zehn Jahre danach wurde eine erste Werbekampagne von den Kirchen selbst ins Leben gerufen, die die Austrittswelle der Kirchenmitglieder stoppen sollte. Mittlerweile sind Werbung und Kirche selbstverständlich miteinander verknüpft, so dass nicht nur die Kirche sich der Werbung bedient, sondern auch Kirchengebäude selbst Träger von Werbung für wirtschaftliche Zwecke werden (vgl. Knoblauch 2009:194).

Das Internet ist ein komplexes Informationsgeflecht, das sich heute über den gesamten Globus erstreckt und somit für die populäre Religion eine unverzichtbare Kommunikationsform darstellt, „…die Ausbreitung des Internets als Kommunikationsmittel hat nachhaltige Auswirkungen im Bereich des Religiösen. Gerade kleinere und eher an den Rändern angesiedelte Religionsgemeinschaften haben sich sehr schnell und effizient der Möglichkeiten des Mediums bedient. Das Internet gibt dem einzelnen die Möglichkeit, sich Informationen in bisher nicht für möglich gehaltenem Ausmaß zu beschaffen.“ (Famos 2005:36). Knoblauch (2009: 216) äußert dazu: „Als Thema der Kommunikation spielt die Religion im Internet eine bedeutende Rolle. 2004 waren schon 82 Millionen Amerikaner im Netz, um sich mit Religion zu beschäftigen - eine Zahl, die seither deutlich gestiegen sein dürfte.“ Des Weiteren fügt Knoblauch (2009:216) hinzu: „Die Zahl der christlichen Webseiten stieg von 1999 bis 2004 von 610.000 auf 9,1 Millionen; die Zahl der kirchlichen Webseiten von 7 auf 65 Millionen.“

Jeder interessierte User kann sich im Internet frei bewegen und hat die Möglichkeit, anhand weniger Klicks Einblick in verschiedene Religionen und unterschiedlichste Gemeinschaften zu bekommen. Er kann sich somit ein eigenes Potpourri des Glaubens herstellen und das Internet als große religiöse Community nutzen, was eine reale Gemeinschaft ersetzt.

„Zweifellos dient das Internet nach wie vor auch als Medium für die etablierten Kirchen, die darin ihre Vorstellungen verbreiten. Daneben entstanden vereinzelt auch neue Organisationen, wie etwa eine katholische Internetdiözese, oder virtuelle und von Avataren begehbare Kirchen, von denen manche ausschließlich virtuell existieren, wie die von Henderson begründete protestantische Church of Cyberspace.“ (Knoblauch 2009:217)

Der User hat durch die Präsenz der Religion im Internet die Wahl, direkten Kontakt aufzunehmen oder sich anonym zu informieren. Die Informationen und Dienste sind offen zugänglich. Auch werden im Internet User eingeladen, religiöse Rituale und Praktiken auszuüben oder sich solchen zu nähern. Ein Vorteil des Internets ist, dass sich jeder User öffentlich selbst darstellen kann. Durch die einfache Zugänglichkeit des Internets hat selbst ein „Laie“ die Möglichkeit, einen Blog zu erstellen und seine religiösen Ansichten zu präsentieren.

2.2.2. Populäre Religion und der wirtschaftliche Markt

Knoblauch beschreibt (2009:229-232), wie durch die Entwicklung der Medien und die Religion, die diese Medien für sich nutzt, eine Art wirtschaftlicher Markt entsteht. Dieser Markt der Religion funktioniert nach wirtschaftlichen Prinzipien, wie es auch in der populären Kultur der Fall ist. Die einzelnen Organisationen der Religion können nach Knoblauch als Anbieter auf dem freien Markt der Religion gesehen werden. Es findet also ein Wettbewerb zwischen den großen Kirchen, einzelnen Sekten und anderen Denominationen wie kleineren und randständigeren religiösen Gemeinschaften statt. Dieser Markt blüht, laut Knoblauch, vor allen Dingen in den Vereinigten Staaten von Amerika, doch entwickle sich dieser zunehmend auch auf dem europäischen Kontinent zunehmend. Die Medien sind der wesentliche Träger in dieser Entwicklung, also auch in der religiösen Entwicklung. Das Angebot auf dem religiösen Markt beinhaltet nicht nur weltliche Waren, sondern - und das ist das Besondere am religiösen Markt - auch „übernatürliche Waren“, die auf dieser Welt nicht erhältlich sind. Einige Beispiele von „übernatürlichen Waren“, die die Religionen versprechen, sind zum Beispiel das Heil auf Erden oder Erlösung. Der religiöse Markt funktioniert demnach so: Besondere ideelle und spirituelle Güter werden von der Religion angeboten, der Anhänger oder Interessierte zahlt durch das Erbringen finanzieller Unterstützung, aktiver Teilnahme an Veranstaltungen, Zeitaufwand und Einsatz in der Organisationen. Wie in der Wirtschaft bestätigt die Nachfrage das Angebot, denn:

„Dieses Marktmodell ist die Voraussetzung für eine Annahme, die man beinahe als eine Übersetzung des Neoliberalismus auf religiöse Verhältnisse ansehen könnte: Wo Konkurrenz herrscht, dort blüht das Geschäft. Deswegen fördere ein freier Markt das religiöse Leben, während es durch Monopolisierung eingeschläfert werde.“ (Knoblauch 2009:231)

Nach der Beschreibung Knoblauchs sind die unterschiedlichen Religionen und Gemeinschaften die Anbieter von „geistlichen Waren“ auf dem religiösen, werden aber auch selbst zur Ware auf dem freien Markt der Religionen.

Auch Graf (2004) spricht von einem religiösen Markt in der modernen Gesellschaft und erklärt die große Nachfrage nach religiösen Angeboten anhand der Situation, in der sich die Welt befindet. Er beschreibt, dass durch das Chaos und die Unübersichtlichkeit in der heutigen Welt ein erhöhter Bedarf an Ordnung besteht, die man in der Religion finden kann. Wunder (2005:172) schreibt, „…dennoch ist es fraglich, ob Religion allein anhand von Kategorien beschrieben werden kann, die aus der Ökonomie entlehnt wurden. […] weil es hier eben nicht nur um bloßen Kommerz mit monetärer Gewinnerzielungsabsicht geht.“

[...]


1 Siehe http://www.catholicnews.com/data/stories/cns/1300682.htm

2 Baby Boomer ist die Generation, die zwischen Mitte der 1950er Jahre bis zum Einsetzen des „Pillenknicks“ in den 60ern geboren wurden.

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Details

Titel
Religionssoziologische Untersuchung der Jesus Freaks anhand des Begriffes „Populäre Religion“ nach Hubert Knoblauch
Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Note
1,2
Autor
Jahr
2013
Seiten
63
Katalognummer
V271867
ISBN (eBook)
9783656641827
ISBN (Buch)
9783656641797
Dateigröße
655 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jesus Freaks, Populäre Religion, Subkultur, Freikirche, Christen, Säkularisierung, Hubert Knoblauch, Megachurch
Arbeit zitieren
Helke Beyersdorf (Autor), 2013, Religionssoziologische Untersuchung der Jesus Freaks anhand des Begriffes „Populäre Religion“ nach Hubert Knoblauch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271867

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