Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Anzahl der Venture-Capital-Finanzierungen auf dem deutschen Markt.
Meist noch vor der gesellschaftsrechtlichen Unternehmensgründung benötigen junge Unternehmen große Anfangsinvestitionen, um die eigene Marktfähigkeit herstellen oder ihre Geschäftsidee verwirklichen zu können. Als Gründer jedoch sind die eigenen finanziellen Mittel gering und die Position gegenüber Fremdkapitalgebern schwach.
Deshalb erließ das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Mai 2013 eine Richtlinie, um Investoren einen Zuschuss zur Bereitstellung von Wagniskapital zu gewähren. Ziel ist die Förderung der StartUp-Finanzierung, vornehmlich durch Business Angel. Es soll die Bereitschaft privater Investoren gefördert werden, sich in Jungunternehmen einzubringen, sowohl finanziell als auch in beratender Funktion.
Auch neue Finanzierungswege lassen die Anzahl erfolgreich finanzierter Start-Ups steigen. Zu nennen ist hier z. B. das crowd funding.
Eine Anschlussfinanzierung, aufbauend auf die erste Finanzierungsphase, erhalten hingegen weit weniger Unternehmen. Der Anschlussfinanzierung erfolgreicher StartUps durch sog. Venture Capital-Gesellschaften (VCGen) schenken weder die erlassene Richtlinie, noch die modernen Möglichkeiten der Frühphasenfinanzierung Beachtung, obwohl gerade diese Gesellschaften über beachtliches Kapital verfügen.
Die entstehende Situation, in Fachkreisen Finanzierungslücke genannt, wird in der vorliegenden Arbeit gleichermaßen als Funding Gap bezeichnet. Sie befasst sich eingehend mit der These, dass die geringe Anzahl an Venture Capital-Finanzierungen der Grund für die niedrige Quote erfolgreicher Anschlussfinanzierungen in Deutschland ist und hierdurch das Funding Gap entsteht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 FAS AG/ Carchadoron Capital GmbH Unternehmensportfolio
1.2 Problemstellung
1.2.1 Ziel der Arbeit
1.2.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Wachstumsunternehmen
2.1.1 Definition StartUp
2.1.2 Gründungstheorien im Vergleich
2.1.3 Phasenspezifische Unternehmensentwicklung
2.2 Unternehmensfinanzierung
2.2.1 Außenfinanzierung vs. Innenfinanzierung
2.2.2 Systematisierung der Beteiligungsinvestoren
2.2.2.1 Business Angel
2.2.2.2 Venture Capital-Gesellschaften
2.2.2.3 Schwarmfinanzierung
2.2.3 Phasenspezifische Finanzierung
2.2.4 Existenz einer Finanzierungslücke
3 Empirische Untersuchung
3.1 Systematik der Untersuchung
3.1.1 Gegenstand der Untersuchung
3.1.2 Vorgang der Untersuchung
3.2 Auswertung des StartUp Fragebogens
3.2.1 Fragenkatalog
3.2.2 Auswertung der Antworten
3.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.3 Analyse des Business Angel Fragebogens
3.3.1 Fragenkatalog
3.3.2 Auswertung der Antworten
3.3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.4 Analyse des Venture Capital Fragebogens
3.4.1 Fragenkatalog
3.4.2 Auswertung der Antworten
3.4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.5 Abschlussanalyse
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, das Vorhandensein einer Finanzierungslücke (Funding Gap) bei deutschen Wachstumsunternehmen zu lokalisieren und deren Ursachen zu untersuchen. Anhand einer empirischen Analyse mittels Fragebögen bei Start-ups, Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften sollen die Anforderungen an eine erfolgreiche Anschlussfinanzierung identifiziert und bewertet werden.
- Analyse der Rahmenbedingungen für die Gründungs- und Wachstumsfinanzierung in Deutschland.
- Systematische Untersuchung der Rollen von Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften.
- Empirische Auswertung der Finanzierungspräferenzen und -hindernisse durch eine Befragung relevanter Marktteilnehmer.
- Identifikation der Hauptgründe für das Scheitern von Investitionen und Anschlussfinanzierungen.
- Diskussion über die Existenz und die Ursachen eines Finanzierungsengpasses bei jungen Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definition StartUp
Der Begriff des StartUp stellt einen in die deutsche Sprache übernommenen Anglizismus dar. Abgeleitet wird er vom englischen „to start up“ und bedeutet übersetzt, „in Gang setzen“ oder „etwas aufziehen“.
Insoweit kann man ein StartUp-Unternehmen als neu gegründetes, junges und am Markt noch nicht etabliertes Unternehmen bezeichnen, welches erst vor kurzer Zeit die Geschäftstätigkeit aufgenommen hat. Darüber hinaus sollte man auch den Entwicklungsstatus in Betracht ziehen. Als StartUps werden also nur Unternehmen in der Gründungs- oder Wachstumsphase bezeichnet. Dies entspricht dem sog. prozessorientierten Vorgehen der Entrepreneurial Finance. Hierbei wird nicht auf das Alter der jeweiligen Unternehmen, sondern ausschließlich auf den individuellen Entwicklungsstand abgestellt, da sich vor allem Hightech-StartUps der Zeitraum von Unternehmensgründung/ -idee bis zur Marktetablierung sehr lange gestalten kann. Hingegen sind bspw. Unternehmensgründungen im Einzelhandel recht schnell etabliert, obwohl sie ebenso auf eine geringe Unternehmensvergangenheit zurückblicken.
Deshalb können Unternehmen mit einer Bestandsdauer von nur einem oder auch von bis zu acht Jahren, als StartUp bezeichnet werden. Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den einzelnen Unternehmensphasen von StartUps erfolgt im Unterkapitel 2.1.3.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Unternehmensportfolio der FAS AG vor und führt in die Problemstellung der Finanzierungslücke bei deutschen Wachstumsunternehmen ein, wobei das Ziel und der Aufbau der Arbeit definiert werden.
2 Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Start-up, Gründungstheorien und Unternehmenslebenszyklen definiert sowie die verschiedenen Arten der Unternehmensfinanzierung und Investorengruppen (Business Angels, Venture Capital, Schwarmfinanzierung) theoretisch fundiert.
3 Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt die Methodik der durchgeführten Fragebogenanalyse für Start-ups, Business Angels sowie Venture-Capital-Gesellschaften und präsentiert die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, bewertet die Existenz einer Finanzierungslücke und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Beteiligungsmarktes.
Schlüsselwörter
Finanzierungslücke, Funding Gap, Start-up, Venture Capital, Business Angel, Unternehmensfinanzierung, Eigenkapital, Anschlussfinanzierung, Gründungsphase, Wachstumsphase, Schwarmfinanzierung, Investoren, Exit-Quote, Risikokapital, Unternehmensentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Situation der Finanzierung von deutschen Wachstumsunternehmen und untersucht, ob eine systematische Finanzierungslücke bei Anschlussfinanzierungen besteht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Definition und Phasen von Start-ups, die verschiedenen Formen der Unternehmensfinanzierung (Innen- vs. Außenfinanzierung) sowie die Rolle von Beteiligungsinvestoren wie Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein eventuell vorhandenes „Funding Gap“ in Deutschland zu lokalisieren und die Ursachen für Schwierigkeiten bei Anschlussfinanzierungen zu erforschen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine empirische Methode: Es wurden drei spezifische Online-Fragebögen an Start-ups, Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften versandt, um deren Erfahrungen, Erwartungen und das tatsächliche Investitionsverhalten zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Herleitung die empirischen Daten ausgewertet, um Muster in der Finanzierungsstruktur, den Erwartungen der Investoren und den Gründen für Investitionsentscheidungen oder das Scheitern von Finanzierungen aufzuzeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Finanzierungslücke, Venture Capital, Business Angel, Start-up, Anschlussfinanzierung und Wachstumsunternehmen sind die Kernbegriffe, die den Inhalt prägen.
Welche Rolle spielt die „Schwarmfinanzierung“ in der Untersuchung?
Die Schwarmfinanzierung (Crowd Funding/Investing) wird als alternative Finanzierungsform theoretisch eingeordnet und in der Untersuchung darauf geprüft, ob sie eine relevante Rolle für die Anschlussfinanzierung junger Unternehmen spielt.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich des „Funding Gaps“?
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass in der Praxis kein „Funding Gap“ durch generelle Unterinvestition seitens Venture-Capital-Gesellschaften existiert, sondern dass Finanzierungsprobleme eher durch ein komplexes Zusammenspiel von Managementfaktoren, Marktreife und unternehmerischer Strategie entstehen.
- Citation du texte
- Jan Ludwig (Auteur), 2014, The Funding Gap. Eine Analyse der Ursachen zur Entstehung einer Finanzierungslücke bei deutschen Wachstumsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271901