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Die Verfolgung allgemeinpolitischer Ziele durch Investitionsgarantiesysteme

Titel: Die Verfolgung allgemeinpolitischer Ziele durch Investitionsgarantiesysteme

Bachelorarbeit , 2013 , 55 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Milos Spasic (Autor:in)

Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Bedeutung von Auslandsinvestitionen für die Wirtschaft, insbesondere für die Industrienationen, ist sehr hoch. Gerade die Bundesrepublik Deutschland ist im hohen Maße abhängig von natürlichen Ressourcen. Dementsprechend ist es von hohem Interesse, dass die Industrienationen den Zugang zu Rohstoffen sichern. Der Großteil an Rohstoffen befindet sich jedoch in politisch instabilen Ländern. Die Beschaffung von Rohstoffen ist mit Risiken verbunden. Die Notwendigkeit dieser Rohstoffe einerseits und die politischen Risiken andererseits, führten dazu, dass insbesondere die Regierungen der Industriestaaten Außenwirtschaftsförderungsmaßnahmen geschaffen haben. Ein Instrument der Außenwirtschaftsförderungsmaßnahmen sind die Investitionsgarantien, welche den Investoren Sicherheit bei Investitionen verschaffen sollen. Nationale, wie auch multinationalen Garantien spielen für die Investoren und die Investitionspraxis eine erhebliche Rolle. Da Investitionsgarantien z.T. entwicklungspolitisch oder ökologisch bedenkliche Projekte absichern, stehen sie in der öffentlichen Kritik. Diese Kritik an den Investitionsgarantien ist Gegenstand der Arbeit. Dazu werden zunächst die Risiken für Investoren, als auch negative allgemeinpolitische Auswirkungen von Investitionen im Investitionsland aufgezeigt. Anschließend werden, zum besseren Verständnis, nationale und multinationale Garantiesysteme anhand von drei Beispielen(D, USA, MIGA) dargestellt. Sodann wird untersucht, ob Staaten verpflichtet sind, das Handeln ihrer Unternehmen auch im Ausland zu regulieren , bzw. inwieweit Unternehmen oder internationale Organisationen völkerrechtlich dazu verpflichtet sind und welche Rahmenvereinbarungen dabei herangezogen werden. Schließlich erfolgt eine Bewertung der gegenwärtigen Situation mit Fokus auf das deutsche Garantiesystem.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Allgemeine Einleitung

B. Investitionen und deren Wirkung

I. Risiken von Investitionen im Ausland für Investoren

II. Auswirkungen von Investitionen auf das Gastgeberland

C. Schutzmechanismen

I. Allgemeiner Schutz im Völkerrecht

II. Investitionsgarantiesysteme

1. Nationale Garantiesysteme

a. Die Overseas Private Investment Coproration

aa. Voraussetzungen für die Übernahme einer Garantie

bb. Garantieumfang

cc. Entschädigung

b. Die Investitionsgarantien der Bundesrepublik Deutschland

aa. Voraussetzungen für die Übernahme einer Garantie

bb. Garantieumfang

cc. Entschädigung

2. Multilaterales Garantiesystem

a. Multilateral Investment Guarantee Agency (MIGA)

aa.Voraussetzungen für die Übernahme einer Garantie

bb. Garantieumfang

cc. Entschädigung

3. Zwischenfazit

D. Verpflichtung von Staaten zum Schutz von Menschenrechten im Völkerrecht

I. Allgemeiner Menschenrechtsschutz

II. Schutzpflicht aus dem Pakt über bürgerliche und politische Rechte

III. Schutzpflicht aus dem Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPwskR)

IV. Kooperationspflicht zur Verwirklichung von Gemeinwohlbelangen

V. Staatenverantwortlichkeit für Menschenrechtsverletzungen nach dem Verbot der Beihilfe

VI. Zwischenfazit

E. Die Verantwortung der MIGA als internationale Organisation für Menschenrechtsverletzungen

I. Bindung aufgrund der Stellung in der UN-Familie

II. Bindung durch Völkergewohnheitsrecht

F. Die Verpflichtung von Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten

I. Verpflichtung von Unternehmen im Völkerrecht

II. Steuerungsmöglichkeiten des Heimatstaates

III. Verpflichtung von Unternehmen bei Investitionsgarantien

1. Umweltstandards

a. Deutschland

b. Amerika

c. MIGA

2. Menschenrechte

a. Deutschland

b. Amerika

c. MIGA

3. Zwischenfazit

G. Internationale Rahmenvereinbarungen

I. Berner Union „Guiding Principles“

II. Die OECD Leitsätze für multinationale Unternehmen

III. „Safeguard Policies“ der Weltbank

IV. Die IFC „Performance Standards“

V. Die „Common Approaches“ der OECD

VI. Zwischenfazit

H. Neue Entwicklungen

I. Guiding principles: „Protect, respect and remedy“

1. Protect

2. Respect

3. Access to remedies

II. Zwischenfazit

I. Fazit

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Investitionsgarantiesystemen bei der Verfolgung allgemeiner menschenrechtlicher Ziele und der Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen im Ausland. Dabei wird analysiert, inwieweit staatliche Garantiesysteme – am Beispiel Deutschlands, der USA (OPIC) und der MIGA – als Instrumente genutzt werden können, um Unternehmen zur Einhaltung internationaler Standards zu verpflichten und menschenrechtliche Schutzpflichten extraterritorial wahrzunehmen.

  • Analyse der menschenrechtlichen Schutzpflichten von Staaten bei der Vergabe von Investitionsgarantien.
  • Vergleich nationaler und multilateraler Garantiesysteme hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Auflagen.
  • Untersuchung der völkerrechtlichen Bindung internationaler Organisationen wie der MIGA.
  • Bewertung von Rahmenvereinbarungen (OECD-Leitsätze, Safeguard Policies) als Steuerungsinstrumente für Unternehmen.
  • Erarbeitung von Lösungsvorschlägen zur besseren Verzahnung von Investitionsförderung und Menschenrechtsschutz.

Auszug aus dem Buch

I. Risiken von Investitionen im Ausland für Investoren

Bei Investitionen von Unternehmen im Ausland müssen die Investoren überlegen, wie ihr Auslandsprojekt wirksam geschützt werden kann. Der Großteil an wichtigen Rohstoffen liegt in Entwicklungsländern, die politisch instabil sind und keine mit dem europäischen Standard vergleichbaren Rechtssysteme besitzen. Diese Rahmenbedingungen sind Grund dafür, dass es bei Investitionen immer wieder zu direkten und indirekten Maßnahmen durch den Gaststaat kommt. Direkte Maßnahmen sind z.B. Enteignungen, sowie die zwangsweise Übertragung von Anteilen an Einheimische oder eine Staatsagentur, während Abgabenerhöhungen, Veränderung von Zöllen und Kapitaltransfervorschriften als indirekte Maßnahmen bezeichnet werden. Zu den Risiken, die direkt vom Gastgeberstaat ausgehen, kommen auch Risiken durch Terror, Kriege und Revolutionen. Diese oft unkalkulierbaren politischen Risiken schrecken Unternehmen häufig von Investitionen ab.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Allgemeine Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die hohe Bedeutung von Rohstoffzugängen für Industrienationen und identifiziert Investitionsgarantien als wichtiges Instrument, das jedoch hinsichtlich seiner negativen Auswirkungen auf Menschenrechte kritisch zu hinterfragen ist.

B. Investitionen und deren Wirkung: Hier werden die Risiken für Investoren in politisch instabilen Ländern sowie die teilweise prekären Auswirkungen ausländischer Direktinvestitionen auf die Menschenrechtssituation im Gastgeberland dargelegt.

C. Schutzmechanismen: Es erfolgt eine detaillierte Analyse nationaler (Deutschland, USA/OPIC) und multilateraler (MIGA) Garantiesysteme, wobei deren Aufbau, Voraussetzungen für Garantien und Entschädigungsmechanismen gegenübergestellt werden.

D. Verpflichtung von Staaten zum Schutz von Menschenrechten im Völkerrecht: Dieses Kapitel erörtert die staatliche Schutzpflicht für Menschenrechte sowie die Frage der extraterritorialen Anwendung und der staatlichen Verantwortlichkeit bei Beihilfe zu Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen.

E. Die Verantwortung der MIGA als internationale Organisation für Menschenrechtsverletzungen: Hier wird untersucht, ob und inwieweit die MIGA aufgrund ihrer Stellung in der UN-Familie oder durch Völkergewohnheitsrecht an menschenrechtliche Standards gebunden ist.

F. Die Verpflichtung von Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten: Das Kapitel behandelt die völkerrechtliche Position von Unternehmen, Möglichkeiten des Heimatstaates zur Regulierung sowie die Integration von Umwelt- und Menschenrechtsstandards in die Vergabepraxis von Garantien.

G. Internationale Rahmenvereinbarungen: Es werden Instrumente wie die OECD-Leitsätze, die „Safeguard Policies“ der Weltbank und die „Performance Standards“ der IFC hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Garantievergabe geprüft.

H. Neue Entwicklungen: Hier wird das UN-Konzept „Protect, respect and remedy“ nach John Ruggie analysiert, insbesondere die drei Säulen der staatlichen Schutzpflicht, der unternehmerischen Verantwortung und des Zugangs zu Rechtsbehelfen.

I. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass eine stärkere Verknüpfung von Investitionsgarantien mit verbindlichen Menschenrechtsstandards notwendig ist, um die Verantwortung von Staaten und Unternehmen bei Auslandsprojekten effektiv zu wahren.

Schlüsselwörter

Investitionsgarantien, Menschenrechte, Völkerrecht, Staatenverantwortlichkeit, MIGA, OPIC, Umweltschutz, extraterritoriale Schutzpflicht, multinationale Unternehmen, OECD-Leitsätze, Investitionsschutz, soziale Nachhaltigkeit, Beihilfe, Rohstoffförderung, Unternehmensverantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der staatlichen Förderung von Auslands-Investitionen durch Garantiesysteme und der gleichzeitigen Verpflichtung, dabei Menschenrechte und Umweltstandards im Gastland zu schützen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Völkerrecht, der Staatenverantwortlichkeit, der Struktur von Garantiesystemen (national/multilateral) sowie der Frage, wie Unternehmen völkerrechtlich zur Einhaltung von Menschenrechten verpflichtet werden können.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Garantiesysteme so ausgestaltet werden können, dass sie nicht nur wirtschaftliche Interessen sichern, sondern auch effektiv zur Einhaltung von Menschenrechtsstandards durch die unterstützten Unternehmen beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, die völkerrechtliche Verträge, nationale Gesetze, Richtlinien internationaler Organisationen sowie die einschlägige Fachliteratur und Rechtsprechung auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Garantiesysteme, eine völkerrechtliche Untersuchung der staatlichen Schutzpflichten und eine Analyse von internationalen Rahmenvereinbarungen und neuen Konzepten wie dem Ruggie-Framework.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Investitionsgarantien, Menschenrechte, Völkerrecht, Staatenverantwortlichkeit, extraterritoriale Schutzpflicht, Corporate Social Responsibility und internationale Rahmenvereinbarungen.

Wie unterscheidet sich das deutsche Garantiesystem von dem der amerikanischen OPIC?

Die OPIC ist eine institutionell verankerte Behörde mit expliziten Richtlinien für soziale und ökologische Aspekte, während das deutsche System stärker durch Mandatare (PwC/EulerHermes) abgewickelt wird und die menschenrechtliche Prüfung teilweise weniger direkt erfolgt.

Welche Rolle spielen die „Performance Standards“ der IFC für Garantiesysteme?

Diese Standards dienen als international anerkannte Richtlinien für soziale und ökologische Nachhaltigkeit, an denen sich viele Garantiesysteme, einschließlich der MIGA, bei der Risikoprüfung ihrer Projekte orientieren.

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Verfolgung allgemeinpolitischer Ziele durch Investitionsgarantiesysteme
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,5
Autor
Milos Spasic (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
55
Katalognummer
V271919
ISBN (eBook)
9783656649205
ISBN (Buch)
9783656649212
Sprache
Deutsch
Schlagworte
MIGA Investitionsgarantien Hermes Investitionsrecht FDI OECD Leitsätze Guiding Principles respect protect remedy sustainability Schutzpflichten Menschenrechtsverletzungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Milos Spasic (Autor:in), 2013, Die Verfolgung allgemeinpolitischer Ziele durch Investitionsgarantiesysteme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271919
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Leseprobe aus  55  Seiten
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