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Kooperatives Lernen als Chance einer Integration der Erziehung zum und durch Sport

Title: Kooperatives Lernen als Chance einer Integration der Erziehung zum und durch Sport

Examination Thesis , 2012 , 73 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Stefan Hillbrunner (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
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Die Notwendigkeit, kooperatives Lernen in den Unterricht zu integrieren, steht heute nicht mehr in Frage. Ein ständig und immer schneller anwachsendes Wissen und sich ändernde Strukturen in der Wirtschaft und im Zusammenleben der Menschen erfordern Eigenschaften, wie zum Beispiel Kreativität, Eigeninitiative, Kooperationsfähigkeit und selbständiges lebenslanges Lernen. Sie werden auch vom Europäischen Parlament als Voraussetzungen für den Erwerb von Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen formuliert. Die konsequente Einbindung von Formen kooperativen Lernens, die nach Slavin dadurch gekennzeichnet sind, dass „Schüler in kleineren Gruppen arbeiten, um sich beim Lernen des Stoffes gegenseitig zu helfen“ (vgl. Slavin 1989, S. 129) stellt einen Schlüssel dazu dar, denn: Wie kann man von Schülern verlangen selbstständig zu denken, handeln oder zu argumentieren, wenn der Lehrer am meisten redet? Wie kann man von Schülern Kreativität oder Eigeninitiative erwarten, wenn der Lehrer alles vorgibt? Die Inhalte und Möglichkeiten des kooperativen Lernens wurden bereits in vielen Publikationen aufgefasst und diskutiert. Ergebnisse von Studien, wie P.I.S.A. hinterfragen immer wieder aufs Neue die Wege, die im Bildungssystem Deutschlands und Europas beschritten werden. Kooperatives Lernen zeigt eine Möglichkeit, das Klassenzimmer zu einem Spielplatz neuer Ideen zu machen, um Kreativität und Eigeninitiative zu fördern. Bereits vor 100 Jahren beschreibt John Dewey in seinem Glaubensbekenntnis, dass das Wichtigste ist, dem Kind Kontrolle über sich selbst zu geben, um es später zu einem selbstständig denkenden und handelnden Individuum werden zu lassen. Kooperatives Lernen gilt als ein Prozess, der „meist“ konkurrenzfrei abläuft. Die Befreiung von diesem Druck gibt Lehrern eine ganz neue Möglichkeit Wissen zu vermitteln (vgl. Orlick 1984, S. 15). Die Möglichkeiten dadurch zum Sport und durch Sport zu erziehen, sind immens. Orlick schreibt in seinem Kapitel „Kooperation, Kreativität und Wahl“: "Der „Reiz“ des kooperativen Spiels liegt in den verschiedenen Freiräumen, die Gemeinschaftlichkeit, gute Gefühle und gegenseitige Unterstützung fördern.“ (Orlick 1984, S.14) Diese Freiräume zu schaffen, ist die Aufgabe des Lehrkörpers. Lehrer/innen tragen dadurch eine Verantwortung, die weit über das Vermitteln von Unterrichtsinhalten hinaus geht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Begriffserklärungen

2.1.1 Begriffserklärung kooperatives Lernen

2.1.2 Erziehung zum und durch Sport

2.2 Kooperatives Lernen

2.2.1 Basiselemente kooperativen Lernens

2.2.2 Förderung kooperativer Fähigkeiten

2.2.3 Methoden

2.2.3.1 Gruppenturnier

2.2.3.2 Gruppenpuzzle

2.2.3.3 Konstruktive Kontroverse

2.2.3.4 Partner-Check

2.2.3.5 Platzdeckchen

2.2.4 Effektivität

2.2.4.1 Wissenserwerb

2.2.4.2 Soziale, motivationale und emotionale Lernziele

2.2.5 Kooperatives Lernen aus der Sicht von Schülerinnen und Schülern

2.2.6 Probleme der mangelnden Bereitschaft zur Kooperation

3. Die Erfüllung des >> Doppelauftrags << im Sport im Lehrplan Sport des Landes Hessen

4. Angemessen unterrichten: Kooperatives Lernen als Mittel zur Erziehung zum und durch Sport

4.1 Begründung der Eignung des Sports für kooperatives Lernen bei der Umsetzung der Erziehung zum und durch Sport

4.1.1 Kooperatives Lernen im Sportunterricht

4.1.2 Merkmale des Kooperativen Lernens im Sport

4.1.3 Merkmale des Lehrer- und Schülerhandelns

4.2 Praktische Umsetzungsbeispiele Kooperativen Lernens in ausgewählten Bewegungsfeldern des Schulsports unter den verschiedenen pädagogische Perspektiven

4.2.1 Laufen, skaten, fahren!

4.2.2 Völkerball - ein Klassiker mit Innovationspotential

4.2.3 Von der Individualleistung zum Gemeinschaftswerk

4.2.4 Fit? Na klar!

4.2.5 Bungee - Turnen im Sportunterricht

4.2.6 Le Parkour - do it yourself

5. Beispielprojekte: Kooperatives Lernen in Schulsportprojekten

5.1 Die bewegte Schule

5.2 Waveboard, Xlider und Freeline Skates

5.3 Gemeinsam nach oben

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Integration von kooperativem Lernen in den Sportunterricht als Methode, um sowohl den Bildungsauftrag (Erziehung zum Sport) als auch den erzieherischen Auftrag (Erziehung durch Sport) im Sinne des Doppelauftrags des hessischen Lehrplans zu erfüllen. Es wird analysiert, wie kooperative Lernformen soziale Kompetenzen, Motivation und Lernerfolg im Sport fördern können.

  • Grundlagen und Basiselemente des kooperativen Lernens
  • Methodische Formen wie Gruppenpuzzle, Gruppenturnier und Partner-Check
  • Analyse der Effektivität im Hinblick auf Wissenserwerb und soziale Lernziele
  • Praktische Umsetzungsbeispiele in verschiedenen Bewegungsfeldern
  • Schulsportprojekte zur Förderung eines bewegten Schullebens

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Laufen, skaten, fahren!

Im hier vorgestellten Unterrichtsbeispiel wird eine Variante von kooperativem Lernen in der Leichtathletik vorgestellt. Unter der Pädagogischen Perspektive "Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen" sollen Schüler in kooperativer Form einen Wettbewerb absolvieren, in den sie das Laufen, Inlineskaten und Radfahren (aus den Bewegungsfeldern: Laufen, Springen, Werfen und Fahren, Rollen, Gleiten) integrieren und dabei versuchen als Gruppe möglichst viele Runden zu absolvieren. (Brand & Turbanski 2005, S. 27)

Kooperatives Lernen und Leichtathletik zu verbinden scheint auf den ersten Blick nicht einfach. Bei einer Zielstellung wie: "weiter, höher, schneller" werden die Leistungsunterschiede zwischen den Schülern schnell deutlich. Um allen Schülern gerecht zu werden, muss die Lehrperson alternative Maßstäbe schaffen, damit jeder Schüler seine Leistung wertschätzen kann, individuelle Verantwortung übernimmt und seinen Beitrag für ein gutes Gruppenergebnis leisten kann. Die Leistungen der jeweiligen Schüler unterliegen dennoch einem übergeordneten festgelegten Maßstab, der jedoch für die einzelnen Disziplinen variiert. (Brand & Turbanski 2005, S. 27)

Am Beispiel des Themas Laufen, skaten, fahren! soll dies veranschaulicht werden. Da in dieser Unterrichtseinheit das Laufen, Inlineskaten und Radfahren miteinander kombiniert werden, müssen die Schüler eigene Fahrräder oder Inlineskates mit in die Schule bringen, wenn diese nicht bereits im Sortiment vorhanden sind. Der Vorbereitungsaufwand scheint hier relativ groß und es muss im Vorfeld abgeklärt werden, ob ausreichend Geräte vorhanden sind. Eine längerfristige Planung ist also nötig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit, kooperatives Lernen in den Sportunterricht zu integrieren, um aktuelle Bildungsanforderungen wie Eigeninitiative und Kooperationsfähigkeit zu erfüllen.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert kooperatives Lernen und den Doppelauftrag des Sportunterrichts (Erziehung zum und durch Sport) und erläutert Basiselemente sowie verschiedene Methoden und deren Effektivität.

3. Die Erfüllung des >> Doppelauftrags << im Sport im Lehrplan Sport des Landes Hessen: Das Kapitel verortet das Konzept des erziehenden Sportunterrichts im hessischen Lehrplan und betont die Bedeutung der pädagogischen Perspektiven.

4. Angemessen unterrichten: Kooperatives Lernen als Mittel zur Erziehung zum und durch Sport: Hier werden die Eignung des Sports für kooperatives Lernen sowie Anforderungen an Lehrer- und Schülerhandeln beschrieben und konkrete Praxisbeispiele in verschiedenen Bewegungsfeldern dargestellt.

5. Beispielprojekte: Kooperatives Lernen in Schulsportprojekten: Dieses Kapitel beleuchtet Ansätze wie die "Bewegte Schule" und spezifische Projekte (z.B. Klettern), die über den reinen Sportunterricht hinausgehen.

6. Resümee: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass kooperatives Lernen ein großes Potenzial zur Persönlichkeitsentwicklung im Sport bietet und Lehrer als sensible Begleiter der Lernprozesse fungieren sollten.

Schlüsselwörter

Kooperatives Lernen, Sportunterricht, Doppelauftrag, Erziehung zum Sport, Erziehung durch Sport, Gruppenarbeit, soziale Kompetenz, Pädagogische Perspektiven, Teamfähigkeit, Schulsport, Lehrplan Hessen, Bewegungsfelder, Motivation, Reflexion, Persönlichkeitsentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie kooperative Lernformen im Sportunterricht eingesetzt werden können, um den Bildungs- und Erziehungsauftrag des Schulsports effektiv umzusetzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung kooperativen Lernens, dessen Bedeutung für den Doppelauftrag des Sportunterrichts und die praktische Anwendung in verschiedenen sportlichen Bewegungsfeldern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Beitrag kooperativer Methoden zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung und zur Vermittlung von Schlüsselkompetenzen durch Sport aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse aktueller pädagogischer Literatur und der Darstellung erprobter Praxisbeispiele aus dem Schulalltag.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen, die Verankerung im Lehrplan Sport des Landes Hessen sowie eine detaillierte Ausarbeitung praktischer Unterrichtsbeispiele und Projekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kooperatives Lernen, Sportunterricht, Doppelauftrag, soziale Kompetenzen, pädagogische Perspektiven und Persönlichkeitsentwicklung sind die Kernbegriffe.

Wie wird sichergestellt, dass Schüler bei kooperativen Übungen nicht frustriert sind?

Durch die Einteilung heterogener Gruppen, das Festlegen von klaren Regeln und die Rolle des Lehrers als Berater, der individuell unterstützt und Anforderungen anpasst.

Warum ist die Reflexion so wichtig bei kooperativen Lernformen?

Die Reflexion ermöglicht es den Schülern, ihre Gruppenarbeitsprozesse zu bewerten, Fehler zu korrigieren und soziale Interaktionen bewusst zu gestalten, was den Lernerfolg nachhaltig sichert.

Welche Rolle spielt die "Bewegte Schule" in diesem Kontext?

Die "Bewegte Schule" erweitert das kooperative Lernen über den klassischen Sportunterricht hinaus in den Schulalltag und in außerunterrichtliche Projekte, um das Wohlbefinden und die Bewegungskultur zu stärken.

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Details

Title
Kooperatives Lernen als Chance einer Integration der Erziehung zum und durch Sport
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Sportinstitut)
Grade
1,5
Author
Stefan Hillbrunner (Author)
Publication Year
2012
Pages
73
Catalog Number
V271952
ISBN (eBook)
9783656630982
ISBN (Book)
9783656630975
Language
German
Tags
Kooperation Kooperatives Lernen Erziehung zum Sport Erziehung durch Sport Integration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Hillbrunner (Author), 2012, Kooperatives Lernen als Chance einer Integration der Erziehung zum und durch Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271952
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