„Dem Kostenmanagement kommt insbesondere in der Analyse und Gestaltung von Kosten eine besondere Bedeutung zu“ (Stoffer, 2009, S. 3). Denn durch aktives Kostenmanagement entlang der Wertschöpfungskette eines Unternehmens kann Kunden- und Gewinnorientierung sowie Wettbewerbsfähigkeit sichergestellt werden. So ist es für Unternehmen der heutigen Zeit unumgänglich ein effizientes Kostenmanagement durchzuführen.
Auch das Fixkostenmanagement als Bestandteil des Kostenmanagements gilt als wichtiges Standbein. Denn ein wesentlicher Teil der Herstellkosten in einem Unternehmen sind fix, somit kann eine Produktionsmengenreduzierung nicht mehr zu einer signifikanten Einsparung von variablen Kosten führen. Laut Schmalbach verhindert es die Zunahme von Fixkosten, flexibel am Markt produzieren bzw. agieren zu können und dies führt zu Ertragsrückgängen, die die Existenz des Unternehmens gefährden können (Monauni, 2011, S. 1). Deshalb ist es für Unternehmen unumgänglich geworden, die Fixkostenpositionen im Unternehmen zu überwachen und möglichst gering zu halten.
Wie diese Ergebnisse des Vortrages von Eugen Schmalbach schon damals aufzeigte, sind Fixkosten ein wesentlicher und essenzieller Bestandteil eines Unternehmens. Das unkontrollierte Ansteigen von Fixkosten erschwert Unternehmen wettbewerbsfähig und flexibel am Markt anzubieten bzw. zu sein. Das Fixkostenmanagement liefert somit einen erheblichen Beitrag um die Kostenposition in einem Unternehmen zu optimieren (TCW, 2012, S. o.S.).
Besonders für anlagenintensive Unternehmen, wie die Agrana AG, mit welcher sich die vorliegende Arbeit beschäftigt, ist es notwendig, Fixkostenmanagement zu betreiben, um Kosten zu optimieren. So meint auch Robl (2013), der Leiter der Controllingabteilung in der Agrana Tulln AG, dass „Fixkosten so hoch wie nötig und so gering wie möglich gehalten werden“.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung und Aufbau
1.2 Ausgangssituation und Hintergrund
2 Unternehmensprofil - Agrana Beteiligungs AG
2.1 Geschäftsfelder
2.1.1 Zucker
2.1.2 Stärke
2.1.3 Frucht
2.2 Vision und Strategie
2.3 Differenzierung zu Mitbewerbern
3 Theorieteil - Fixkostenmanagement
3.1 Einleitung
3.2 Definition Fixkosten
3.3 Unterteilung Fixkosten
3.3.1 Absolute Fixkosten
3.3.2 Sprungfixe Kosten
3.4 Fixkostenarten
3.4.1 Unterteilung nach Produkten
3.4.2 Unterteilung nach Zahlungswirksamkeit
3.4.3 Unterteilung nach zeitlicher Bindungsdauer
3.5 Fixkostenkontrollarten
3.5.1 Auslastungsanalyse
3.5.2 Kostenabweichungsanalyse
3.5.3 Zeitstrukturanalyse
3.6 Kostenoptimierung
3.6.1 Auslastungsfixkosten
3.6.2 Make or Buy
3.6.3 Outsourcing
3.6.4 Synergetische Ergänzungen
3.6.5 Strategische Allianzen
4 Kostenmanagement anhand der Agrana AG
4.1 Preisbildung
4.1.1 Verkaufspreis
4.1.2 Einkaufspreis
4.1.3 Beispiel zur Ergebnisrechnung
4.2 Fixkostenmanagement der AGRANA AG
4.2.1 Anwendung des Fixkostenmanagements
4.2.2 Beispiel Rationalisierungsmaßnahme Werkschließung Hohenau
5 Exkurs: Kostenmanagement Zulieferer
6 Conclusio
6.1.1 Zusammenfassung
6.1.2 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Projektarbeit ist die Untersuchung der Bedeutung und praktischen Anwendung des Fixkostenmanagements in der Agrana AG, wobei insbesondere der Vergleich zwischen theoretischen Grundlagen und der tatsächlichen Unternehmenspraxis im Fokus steht. Die Arbeit leitet daraus Handlungsempfehlungen für ein effizientes Kostenmanagement unter Berücksichtigung marktbezogener Rahmenbedingungen ab.
- Grundlagen und Definitionen des Fixkostenmanagements
- Methoden der Fixkostenkontrolle und Kostenoptimierung
- Analyse der Kostenstrukturen und Preisbildungsmechanismen bei der Agrana AG
- Auswirkungen von Rationalisierungsmaßnahmen und Standortentscheidungen
- Kostenrechnung in der Logistik anhand eines Zulieferer-Fallbeispiels
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Verkaufspreis
Der Verkaufspreis im Rahmen der Zuckerproduktion wird klassisch durch Angebot und Nachfrage gesteuert. Somit ist es für die Agrana nicht möglich die Absatzpreise für den Zucker nicht nach entstandenen Kosten zu kalkulieren. Der Preis wird durch den Markt für Zucker bestimmt. So bleibt für die Preisbildung, abgesehen von Nischenmärkten, kaum ein Spielraum. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund des Drucks die Wettbewerbsfähigkeit beizubehalten zu sehen. Demnach sind die Umsätze der Agrana AG von dem Weltmarktniveau für den Preis von Zucker abhängig, welches letztendlich durch den Ernteertrag des Zuckers bestimmt wird. So führt eine weltweite Zuckerknappheit zu hohen Preisen.
Zuletzt gab es eine Zuckerknappheit im Jahr 2011, was den Preis der Zuckerrübe auf 1000 Euro pro Tonne anstiegen ließ. Der Verkaufspreis für Zucker lag bis zur Zuckerknappheit im Frühjahr 2011 bei € 500,- pro Tonne Zucker. Diese Knappheit entstand, weil man im Rahmen der EU-Quotenregelung Verkaufsquoten an die EU zurückgab und somit weniger Zucker am EU-Markt absetzte. Gleichzeitig sollte dies den Zuckerimport aus dem Weltmarkt erhöhen. Durch den Verkauf der Quoten erhielt man Schließungsprämien. Diese Schließungsprämie ist eine Sozialprämie die als Ersatz dafür von Brüssel bezahlt wird, weil man durch den geringeren Absatz der durch die Rückgabe von Quoten an die EU entsteht Fabriken schließen muss, Mitarbeiter entlassen muss etc. Damals wurde der Absatz planmäßig um 6 Millionen Tonnen Zucker reduziert und die Schließungsprämien wurden bezahlt. Jedoch kam es zu keinen Importen weswegen der Zuckerpreis von € 500,- pro Tonne auf € 1.000,- pro Tonne explodierte. In der Kampagne 2012/13 hat sich der Zuckerpreis auf etwa € 750,- pro Tonne Zucker eingependelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung begründet die Notwendigkeit eines aktiven Kostenmanagements zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und legt die Zielsetzung sowie die Forschungsfragen der Arbeit dar.
2 Unternehmensprofil - Agrana Beteiligungs AG: Hier werden die Geschäftsfelder, die Vision und die Marktpositionierung der Agrana AG sowie deren Bedeutung als internationaler Veredler agrarischer Rohstoffe beschrieben.
3 Theorieteil - Fixkostenmanagement: Dieses Kapitel erläutert theoretische Konzepte zur Definition, Unterteilung, Kontrolle und Optimierung von Fixkosten sowie Verfahrensweisen zur Steigerung der unternehmerischen Flexibilität.
4 Kostenmanagement anhand der Agrana AG: In diesem Kapitel wird das theoretische Wissen am Fallbeispiel der Agrana AG angewandt, wobei Themen wie Preisbildung, Kosteneinflussfaktoren und spezifische Rationalisierungsmaßnahmen analysiert werden.
5 Exkurs: Kostenmanagement Zulieferer: Ein detaillierter Einblick in die Kostenstruktur eines Transportunternehmens, das für die Agrana AG als Zulieferer tätig ist, wird hier praxisnah dargestellt.
6 Conclusio: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammenfassend reflektiert und in einem Fazit bewertet, wobei auch ein Ausblick auf zukünftige Herausforderungen gegeben wird.
Schlüsselwörter
Fixkostenmanagement, Kostenoptimierung, Agrana AG, Zuckerindustrie, Kostenkontrolle, Kosteneffizienz, Rationalisierung, Preisbildung, Logistikkosten, Unternehmensstrategie, Anlagenintensität, Kostenremanenz, Wettbewerbsfähigkeit, Ergebnisrechnung, Investitionstätigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption und praktischen Umsetzung von Fixkostenmanagement in einem anlagenintensiven Unternehmen, konkret am Beispiel der Agrana Beteiligungs AG.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung von Fixkostenarten und Kontrollinstrumenten sowie deren Anwendung auf reale Unternehmensdaten, einschließlich der Analyse von Preisbildungsmechanismen und Investitionsentscheidungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist der Abgleich von theoretischen Modellen des Fixkostenmanagements mit der operativen Praxis der Agrana AG, um Optimierungspotenziale aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es wurde eine praxisorientierte Projektarbeit erstellt, die auf einer fundierten Literaturrecherche sowie auf Experteninterviews und der Auswertung realer Unternehmensdaten (Zahlenmaterial der Agrana AG) basiert.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt die verschiedenen Arten und Kontrollmöglichkeiten von Fixkosten, die spezifischen Herausforderungen bei der Agrana AG sowie die Auswirkungen von Rationalisierungsmaßnahmen wie Werkschließungen auf die Kostenstruktur.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Fixkostenmanagement, Kostenoptimierung, Agrana AG und Wettbewerbsfähigkeit geprägt.
Wie reagiert die Agrana AG auf ihre eingeschränkte Preisgestaltungsmacht?
Da die Agrana AG wenig Spielraum bei der Kalkulation ihrer Verkaufspreise hat (da diese vom Weltmarkt bestimmt werden), fokussiert sie sich auf die effiziente Gestaltung der Produktions- und Fixkosten sowie auf strategische Investitionen.
Warum spielt die Kostenremanenz für die Agrana AG eine Rolle?
Die Kostenremanenz verdeutlicht, dass Fixkosten bei Beschäftigungsrückgängen nicht sofort proportional abgebaut werden können, was die operative Steuerung des Unternehmens erschwert und langfristige Planung erfordert.
Welchen Einfluss haben Rationalisierungsmaßnahmen auf die Wettbewerbsfähigkeit?
Durch die Konzentration der Standorte und die Nutzung von Skaleneffekten konnte die Agrana AG ihre standortspezifischen Fixkosten reduzieren und somit ihre wirtschaftliche Position verbessern.
Welche Bedeutung haben die Informationen des Zulieferers für die Arbeit?
Der Exkurs zu den Zuliefererdaten dient dazu, die Kostenstrukturen innerhalb der Logistik (Rübentransport) zu veranschaulichen und einen Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Partnerunternehmen zu ermöglichen.
- Quote paper
- BA Philipp Schreyer (Author), 2012, Fixkostenmanagement in Kooperation mit der AGRANA Beteiligungs AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272037