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Kommunikation in Form von Litigation-PR während juristischer Auseinandersetzungen

Die Bewahrung der eigenen Reputation

Title: Kommunikation in Form von Litigation-PR während juristischer Auseinandersetzungen

Bachelor Thesis , 2013 , 79 Pages

Autor:in: Jessica Buchaly (Author)

Communications - Public Relations, Advertising, Marketing, Social Media
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Das mediale Interesse und die mediale Begleitung von Gerichtsverfahren oder der bereits im Vorfeld stattfindenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Vermehrt wird in der Presse von juristischen Auseinandersetzungen und Verfehlungen von Organisationen, deren Führungskräften, Politikern oder anderen Prominenten berichtet. Im Gedächtnis der Menschen bleiben die Ereignisse haften. Beispielhaft sind der medienwirksam begleitete Mannesmann-Prozess in Verbindung mit dem Victory-Zeichen von Josef Ackermann oder der Deutsche Telekom-Prozess sowie der Prozess um Jörg Kachelmann. Im Vordergrund stehen nicht mehr nur die Gerichtsprozesse an sich, sondern auch die rechtlichen Auseinandersetzungen im Vorfeld. Beispielhaft ist der jüngste Steuerhinterziehungsfall der Deutschen Bank in Verbindung mit der öffentlichen Razzia. Die einhergehende Aufmerksamkeit der Medien und damit der Öffentlichkeit hat mitunter weitreichende negative Folgen für die in der Rechtsstreitigkeit involvierten Personen. Denn die juristische Auseinandersetzung wird auf zwei Schauplätzen ausgetragen. Zum einen im Gerichtssaal selbst und zum anderen im Court of public opinion – dem Gerichtssaal der öffentlichen Meinung. Dem Angeklagten kann von dem Gericht frei gesprochen werden und somit „sieghaft“ aus dem Prozess hervorgehen. Doch damit einhergehend ist nicht der Sieg und damit die Anerkennung in der Öffentlichkeit. Diese bildet sich durch die mediale Gerichtsberichterstattung eine eigene Meinung und spricht ein eigenes Urteil, welches konträr zu dem Gerichtsurteil stehen kann. Die Folge ist die Zerstörung der Reputation des Angeklagten. Eine rein juristische Lösung reicht nicht mehr aus. Die kommunikative Begleitung wird zu einem essentiellen Einflussfaktor für juristische Auseinandersetzungen, um die negative Publizität mit einer Gegenreaktion und Veröffentlichung der eigenen Sicht der Dinge kompensieren zu können.
Kann die Reputation des Angeklagten bzw. des Reputationsträgers mit Hilfe von strategischer Rechtskommunikation - Litigation-PR – bewahrt werden? Die Konzentration auf die rechtliche Lösung der juristischen Auseinandersetzung kann nicht nur als einziges Ziel im Fokus stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Reputation – Grundlagen

2.1. Image und Reputation

2.2. Definition Reputation

2.3. Reputation und Vertrauen

2.4. Reputation und deren Wirkung

2.5. Reputation – Gefährdung durch Rechtsstreitigkeiten

2.5.1. Die Medialisierung der Justiz

2.5.2. Nachrichtenfaktoren gerichtlicher Auseinandersetzungen

2.6. Fazit

III. Litigation-PR

3.1. Ursprünge

3.2. Definition und Beschreibung

3.2.1 Public Relations - Öffentlichkeitsarbeit

3.2.2 Litigation-PR

3.3. Ziele

3.3.1. Litigation-PR und das Reputationsmanagement

3.3.2. Litigation-PR in Abgrenzung zum Krisenmanagement

3.4. Einsatzgebiete und Funktion

3.4.1. Einsatzgebiet: Zivilprozesse

3.4.2. Einsatzgebiet: Strafprozesse

3.5. Fazit

IV. Schutz der Reputation durch Litigation-PR

4.1. Rechtliche Grundregeln

4.1.1. Pressekodex – Regeln zur Gerichtsberichterstattung

4.1.2. Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs.1 GG)

4.1.2.1. Beleidigung

4.1.2.2. Üble Nachrede

4.1.2.3. Verleumdung

4.1.3. Informationsinteresse der Öffentlichkeit

4.2. Kommunikative Handlungsstrategien für Litigation-PR

4.2.1. Die Zusammenarbeit mit den Medien

4.2.1.1. Der richtige Zeitpunkt der Litigation-PR

4.2.3.2. Macht der Bilder, Kompetenz, Erscheinungsbild

4.2.3.3. Kein Kommentar

4.2.3.4. Wahrheitsgehalt einer Information und Transparenz

4.2.2. Fazit

4.3. Die Media-Checkliste

4.4. Das CIR-System

4.4.1. Erster Schritt: Control

4.4.2. Zweiter Schritt: Information

4.4.3. Dritter Schritt: Response

4.5 Fazit

V. Bewertung und Ausblick der neuen Kommunikationsdisziplin für den Reputationsschutz

Zielsetzung & Themen

Die Bachelor-Thesis analysiert, wie die Reputation von Akteuren während juristischer Auseinandersetzungen durch strategische Rechtskommunikation (Litigation-PR) gewahrt und geschützt werden kann. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob Litigation-PR als spezialisierte Kommunikationsdisziplin geeignet ist, den durch mediale Berichterstattung gefährdeten Ruf eines Reputationsträgers effektiv zu verteidigen.

  • Grundlagen von Reputation und deren Schutz
  • Die Rolle der Medien und das "Court of Public Opinion"
  • Einsatzbereiche und Ziele der Litigation-PR
  • Methodische Instrumente (Media-Checkliste und CIR-System)
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Fallbeispiele

Auszug aus dem Buch

2.5.2. Nachrichtenfaktoren gerichtlicher Auseinandersetzungen

In der Literatur werden die Auswahlkriterien der Journalisten als Nachrichtenfaktoren bezeichnet. Erfüllt ein Ereignis mehrere Nachrichtenfaktoren, erhöht sich der Nachrichtenwert. Nach La Roche sind Prominenz, Nähe, Gefühl, Fortschritt, Folgenschwere, Konflikt, Kampf, Dramatik, Kuriosität und Sex die Indikatoren für das Wecken menschlicher Neigungen und Interessen.

Auf rechtliche Verfahren treffen oftmals gleich mehrere der genannten Indikatoren zu, so dass das Medieninteresse und damit die Publikationswürdigkeit sehr hoch sind. Wenn Verstöße/Vergehen gegen das Recht und konventionelle Normen publiziert werden, dann werden bei dem Betroffenem und „bei denjenigen, die diesen Verstoß en Detail seziert und vorgeführt bekommen“ Emotionen provoziert. Verschiedene Formen wie Wut, Angst, Mitleid, Ärger, Besorgnis, Neid, Abscheu, Empörung, aber auch Faszination werden bei den Medienkonsumenten hervorgerufen. Dieses Emotionsspiel macht die Berichterstattung über juristische Auseinandersetzungen für Journalisten interessant.

Beispielhaft ist der Mannesmann-Prozess, in welchem Josef Ackermann, Mitglied des Aufsichtsratsausschusses für Vorstandsangelegenheiten der früheren Mannesmann AG, zusammen mit anderen Managern wegen Untreue angeklagt war, weil er dem Mannesmann-Management 58 Millionen Euro Abfindungen gewährte. Dies ereignete sich im Zusammenhang mit der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone. Der erste Prozess 2004 endete mit einem Freispruch für alle Angeklagten, wogegen Revision eingelegt wurde. Der zweite Prozess wurde 2006 gegen eine Geldauflage eingestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das wachsende mediale Interesse an juristischen Auseinandersetzungen und die damit verbundene Gefahr für die Reputation des Angeklagten, die auf zwei Schauplätzen ausgetragen wird.

II. Reputation – Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Reputation, grenzt ihn vom Image ab und erläutert dessen Bedeutung im ökonomischen Sinne sowie die Risiken durch Rechtsstreitigkeiten.

III. Litigation-PR: Hier werden Ursprünge und Definition der Litigation-PR dargelegt, ihre Ziele erläutert sowie eine Abgrenzung zum Krisenmanagement vorgenommen.

IV. Schutz der Reputation durch Litigation-PR: Das Hauptkapitel analysiert rechtliche Grundregeln, kommunikative Handlungsstrategien, die Media-Checkliste und das CIR-System als Instrumente zur Reputationssicherung.

V. Bewertung und Ausblick der neuen Kommunikationsdisziplin für den Reputationsschutz: Abschließende Zusammenfassung der Erkenntnisse und Einordnung der Bedeutung von Litigation-PR für die künftige Etablierung in Deutschland.

Schlüsselwörter

Litigation-PR, Reputation, Reputationsmanagement, Krisenkommunikation, Rechtskommunikation, Medienberichterstattung, Court of Public Opinion, Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Nachrichtenfaktoren, CIR-System, Zivilprozesse, Strafprozesse, Persönlichkeitsrecht, Unternehmenskommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die kommunikative Begleitung von juristischen Auseinandersetzungen, bekannt als Litigation-PR, mit dem Ziel, die Reputation von beteiligten Unternehmen oder Personen zu schützen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Reputation, die Mechanismen der medialen Gerichtsberichterstattung sowie strategische Handlungsoptionen zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Kontext rechtlicher Verfahren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, rechtliche Grundregeln und kommunikative Strategien zu analysieren, um zu bewerten, wie die Reputation durch Litigation-PR vor, während und nach Prozessen bewahrt werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die durch Fallbeispiele (wie den Mannesmann-Prozess oder den Schneider-Fall) und die Anwendung von Modellen wie der Media-Checkliste und dem CIR-System illustriert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den rechtlichen Grundlagen (Persönlichkeitsrecht, Pressekodex) konkrete Strategien wie das CIR-System und der Umgang mit Medienvertretern als Frühwarn- und Steuerungsinstrumente detailliert untersucht.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Litigation-PR, Reputation, Vertrauen, Court of Public Opinion, Medienberichterstattung und strategische Kommunikation.

Warum ist das "Court of Public Opinion" so entscheidend?

Das Gericht der öffentlichen Meinung urteilt unabhängig vom rechtlichen Ausgang. Ein juristischer Freispruch bedeutet nicht zwangsläufig das Ende des medialen Reputationsschadens, weshalb die Litigation-PR hier ansetzen muss.

Was genau beschreibt das CIR-System von Haggerty?

Das CIR-System steht für Control, Information und Response. Es ist ein prozessorientiertes Modell zur Sicherung von Kontaktpunkten, zum Informationsmanagement und zur Planung gezielter kommunikativer Reaktionen.

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Details

Title
Kommunikation in Form von Litigation-PR während juristischer Auseinandersetzungen
Subtitle
Die Bewahrung der eigenen Reputation
College
University of Applied Sciences Berlin
Author
Jessica Buchaly (Author)
Publication Year
2013
Pages
79
Catalog Number
V272047
ISBN (eBook)
9783656641810
ISBN (Book)
9783656641803
Language
German
Tags
kommunikation form litigation-pr auseinandersetzungen bewahrung reputation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jessica Buchaly (Author), 2013, Kommunikation in Form von Litigation-PR während juristischer Auseinandersetzungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272047
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