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Verhaltenswissenschaftliche und ökonomische Erklärungsansätze des motivationalen Crowding-Out-Effektes - eine Gegenüberstellung

Title: Verhaltenswissenschaftliche und ökonomische Erklärungsansätze des motivationalen Crowding-Out-Effektes - eine Gegenüberstellung

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stella Bertelmann (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

[...] Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dieser vielfach beobachtbaren Verdrängung
der intrinsischen Motivation durch extrinsische Anreize. Ziel ist es, Erklärungsansätze
aus den unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen der Ökonomie und der Psychologie
zusammenzustellen und damit zu einem besseren Gesamtverständnis des Verdrängungseffektes
beizutragen. Aus diesen theoretischen Erkenntnissen können eventuell praktische Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die zu einer Verringerung des meist unerwünschten Effektes führen. Dann könnte er gezielt nur dort eingesetzt werden,
wo er Nutzen stiftet. Dazu ist die Kenntnis der Entstehungsgründe erforderlich.
Für die detaillierte Erläuterung der verschiedenen Interpretationen des Crowding-Out-
Phänomens ist es wichtig, kurz die Entstehungsgründe intrinsischer Motivation zu beleuchten
und so die Möglichkeiten der Einflussnahme durch extrinsische Anreize aufzuzeigen.
Daran anschließend werden Erscheinungsformen des Verdrängungseffektes und Möglichkeiten seines experimentellen Nachweises beschrieben. Zur Systematisierung werden erst die zeitlich früher publizierten verhaltenswissenschaftlichen Erklärungsansätze vorgestellt und anschließend unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Blickwinkel der beiden Wissenschaften, auf die ökonomischen Interpretationsversuche eingegangen. Nach der Gegenüberstellung der verhaltens- und der wirtschaftswissenschaftlichen Ansätze folgt zum Schluss eine Zusammenführung wobei Gemeinsamkeiten und Unterschiede
der präsentierten Ideen herausgearbeitet werden. Eventuelle Parallelen und Integrationsmöglichkeiten
sollen aufgezeigt und mögliche Verbindungen und Überschneidungen betont werden. Auch hier wird, wie in der gesamten Arbeit, ein rein theoretischer Zugang genommen, um die schon vorhandenen Erklärungen darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Intrinsische und extrinsische Motivation in Ökonomie und Psychologie – Entstehung und Nachweis des Crowding-Out-Effektes

3. Verhaltenswissenschaftliche Erklärungsansätze

3.1 Zwang und Kontrollempfindung

3.2 Sinkender Rechtfertigungsdruck und kognitive Dissonanz

3.3 Veränderte Selbstwahrnehmung durch Beeinflussung durch Dritte

3.4 Beeinträchtigung des Flow-Erlebnisses

4. Ökonomische Erklärungsansätze

4.1 Profitabilitäts- und Vertrauenseffekt

4.2 Wertrationalität

5. Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den sogenannten Crowding-Out-Effekt (Verdrängungseffekt), bei dem extrinsische Anreize die bereits vorhandene intrinsische Motivation von Mitarbeitern untergraben können. Ziel ist es, verhaltenswissenschaftliche und ökonomische Erklärungsansätze gegenüberzustellen, um ein besseres Verständnis dieses Phänomens für die Managementpraxis zu entwickeln.

  • Grundlagen intrinsischer und extrinsischer Motivation
  • Psychologische Erklärungsmodelle (z.B. Zwang, kognitive Dissonanz)
  • Ökonomische Ansätze innerhalb der Prinzipal-Agenten-Theorie
  • Vergleich der theoretischen Disziplinen
  • Implikationen für die Gestaltung von Anreizsystemen

Auszug aus dem Buch

Was bedeutet der Crowding-Out-Effekt?

Das Crowding-Out-Phänomen ist dann zu beobachten, wenn die extern gesetzten Anreize Einfluss auf eine oder mehrere Quellen der vorhandenen intrinsischen Motivation nehmen. Kommt es dabei zur Minderung oder Zerstörung der intrinsische Motivation erzeugenden Faktoren, sinkt der Grad an intrinsischer Motivation und wird durch äußerlich erzeugte extrinsische Motivation ersetzt (Frey/Jegen 2000, S. 8-12). Fände diese Substitution nicht statt, würde das Individuum aufgeben und die Tätigkeit nicht weiter ausführen. Eine Motivationsaddition, wie sie lange Zeit von den Ökonomen aus Vereinfachungsgründen angenommen wurde (vgl. Herzberg 1966, S. 56-58; Frey/Osterloh 1997, S. 308-310), ist nach den Erkenntnissen der Forschungen von Deci und anderen nicht mehr zu halten. Sie belegen im Gegenteil einen negativen Zusammenhang, wie ihn auch Sprenger (1992) und Kohn (1993) propagieren.

Einen ersten experimentellen Nachweis des Verdrängungseffektes lieferten Deci (1975, S. 132-145) und Deci/Ryan (1986). Als Maßstab der intrinsischen Motivation galt dabei eine so genannte „free choice period“. Der Versuchsaufbau bestand aus mindestens zwei Gruppen von Versuchspersonen, einer Treatmentgruppe und einer Kontrollgruppe. Alle Teilnehmer wurden gebeten, eine interessante Aufgabe zu lösen. Hierzu war eine bestimmte Zeit angesetzt. Die Teilnehmer aus der Treatmentgruppe bekamen extrinsische Anreize wie einen Stücklohn, einen Erfolgslohn oder auch nur eine fixe Teilnahmeprämie - je nachdem was getestet werden sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Motivationsverdrängung und Zielsetzung der theoretischen Gegenüberstellung.

2. Intrinsische und extrinsische Motivation in Ökonomie und Psychologie – Entstehung und Nachweis des Crowding-Out-Effektes: Definition der Motivationsarten und Erläuterung der experimentellen Nachweise des Verdrängungseffektes.

3. Verhaltenswissenschaftliche Erklärungsansätze: Detaillierte Betrachtung psychologischer Faktoren wie Kontrollempfindung, kognitive Dissonanz, soziale Wahrnehmung und Flow-Erlebnisse.

3.1 Zwang und Kontrollempfindung: Erläuterung, wie extrinsische Anreize als kontrollierend wahrgenommen werden und das Autonomiebedürfnis untergraben.

3.2 Sinkender Rechtfertigungsdruck und kognitive Dissonanz: Beschreibung der Overjustification-Hypothese und des Einflusses externer Anreize auf das Selbstbild.

3.3 Veränderte Selbstwahrnehmung durch Beeinflussung durch Dritte: Analyse, wie die Wahrnehmung durch externe Beobachter die eigene Einschätzung der Motivation verändert.

3.4 Beeinträchtigung des Flow-Erlebnisses: Darstellung der negativen Auswirkungen externer Bestätigung auf die Freude an herausfordernden Tätigkeiten.

4. Ökonomische Erklärungsansätze: Einordnung des Crowding-Out-Effektes in das Modell der Prinzipal-Agenten-Theorie.

4.1 Profitabilitäts- und Vertrauenseffekt: Analyse der Signalfunktion von Anreizen bei Bénabou und Tirole.

4.2 Wertrationalität: Erläuterung von Sliwkas Modell zur Normenkonformität und dem Einfluss von Anreizen auf die Vertragstreue.

5. Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Synthese der Disziplinen und Diskussion über die Komplementarität der Erklärungsansätze.

Schlüsselwörter

Crowding-Out-Effekt, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Verdrängungseffekt, Prinzipal-Agenten-Theorie, Anreizsysteme, Motivationsverdrängung, Leistungslohn, Wertrationalität, kognitive Dissonanz, Selbstbestimmung, Flow-Erlebnis, Verhaltenswissenschaft, Ökonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen des Crowding-Out-Effektes, bei dem extrinsische Motivationsversuche, wie z.B. monetäre Anreize, die bestehende intrinsische Motivation eines Mitarbeiters verdrängen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von intrinsischer und extrinsischer Motivation sowie die Untersuchung, wie verhaltenswissenschaftliche und ökonomische Modelle diesen Effekt erklären.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine fundierte Gegenüberstellung der Disziplinen, um ein Gesamtverständnis des Effektes zu ermöglichen und daraus Handlungsempfehlungen für das Personalmanagement abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer rein theoretischen Literaturanalyse, bei der aktuelle Forschungsansätze aus Psychologie und Ökonomie systematisch verglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte psychologische Analyse (z.B. Selbstbestimmung, Flow) und eine ökonomische Analyse, die Konzepte wie die Prinzipal-Agenten-Theorie und Signalisierungsmodelle zur Erklärung der Anomalie nutzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Crowding-Out-Effekt, intrinsische Motivation, Anreizsysteme, Prinzipal-Agenten-Theorie und Motivationsverdrängung charakterisiert.

Wie unterscheiden sich Ökonomie und Psychologie in diesem Kontext?

Während die Psychologie Verhalten über individuelle Präferenzen und kognitive Prozesse erklärt, konzentriert sich die Ökonomie auf die Änderung von Rahmenbedingungen und Restriktionen bei gegebenen Präferenzstrukturen.

Kann man den Crowding-Out-Effekt vermeiden?

Ja, laut der Arbeit kann die Kenntnis der Entstehungsgründe dabei helfen, Anreizsysteme gezielter einzusetzen, sodass sie dort, wo sie kontraproduktiv wirken, vermieden werden können.

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Details

Title
Verhaltenswissenschaftliche und ökonomische Erklärungsansätze des motivationalen Crowding-Out-Effektes - eine Gegenüberstellung
College
TU Bergakademie Freiberg  (Fakultät für WIWI)
Course
Seminar Monetäre Vergütungs- und Anreizsysteme für Fach- und Führungskräfte
Grade
2,0
Author
Stella Bertelmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V27204
ISBN (eBook)
9783638293143
Language
German
Tags
Verhaltenswissenschaftliche Erklärungsansätze Crowding-Out-Effektes Gegenüberstellung Seminar Monetäre Vergütungs- Anreizsysteme Fach- Führungskräfte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stella Bertelmann (Author), 2004, Verhaltenswissenschaftliche und ökonomische Erklärungsansätze des motivationalen Crowding-Out-Effektes - eine Gegenüberstellung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27204
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