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Die Einheit des Gut-Seins

Ein Kommentar zu Platons "Protagoras" (328d-330b)

Titel: Die Einheit des Gut-Seins

Hausarbeit , 2014 , 6 Seiten

Autor:in: Dennis Hogger (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Platons Dialog Protagoras in seiner Gesamtheit zu überblicken, ist selbst für erfahrene Platon-Interpreten eine mühevolle Angelegenheit. Einem solchen Vorhaben steht einerseits der stark fragmentierte Aufbau des Werkes entgegen, andererseits die schiere Menge an behandelten Themen – so besteht nicht einmal Konsens darüber, was man als Hauptthema des Dialogs ansehen kann. Dazu gesellt sich das für die Platon-Interpretation fundamentale Problem, ob die in den Dialogen von Sokrates vertretenen Positionen tatsächlich mit der Position von Sokrates und/oder Platon identisch sind.
In dieser Arbeit soll ein wichtiges (jedoch nicht das einzige) Thema, das im Protagoras behandelt wird, besprochen werden. Es ist die Frage nach der Einheit der Tugend bzw. (nach der hier verwendeten Übersetzung von Bernd Manuwald) des Gut-Seins (aretē). Konkret soll hier eine inhaltlich zentrale Stelle ausführlich kommentiert werden, nämlich Prot. 328d-330b. An dieser Stelle wird die Frage nach der Einheit des Gut-Seins erstmals explizit gestellt. Im Anschluss wird aufgezeigt, wie sich das Problem durch den ganzen restlichen Dialog zieht. Zuvor soll jedoch noch ein kurzer Abriss des Geschehens bis zu der kommentierten Stelle gegeben werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ausgangssituation im Protagoras

3. Die Analyse der zentralen Stelle Prot. 328d-330b

4. Argumente im weiteren Dialogverlauf

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Frage nach der Einheit der Tugend, beziehungsweise des Gut-Seins (aretē), im platonischen Dialog Protagoras durch eine detaillierte Analyse der zentralen Textstelle 328d-330b kritisch zu untersuchen und deren Auswirkungen auf den weiteren Argumentationsverlauf darzustellen.

  • Analyse des Begriffs der politikē technē und dessen Ausweitung zu aretē.
  • Untersuchung der ironischen Gesprächsführung des Sokrates gegenüber Protagoras.
  • Dekonstruktion der von Sokrates gestellten sechs Fragen zur Einheit der Tugenden.
  • Darstellung der argumentativen Gegenüberstellung von Tugend-Trennung und Tugend-Einheit.
  • Synthese der sokratischen Argumente gegen eine absolute Trennung der Tugend-Teile.

Auszug aus dem Buch

Die erste Frage ist die fundamentalste. Sie dreht sich darum, ob die einzelnen Tugenden Teile des Gut-Seins sind, oder ob die einzelnen Tugenden nur Synonyme für das Gut-Sein sind. Protagoras wählt die erste Möglichkeit, also geht er von verschiedenen Teilen des Gut-Seins aus.

Sokrates gibt sich mit dieser Feststellung noch nicht zufrieden, und versucht deshalb durch weiteres Fragen die Aussage von Protagoras zu präzisieren. Sokrates stellt bei dieser Frage Protagoras zwei Analogien zur Auswahl. Die erste Option ist, dass das Gut-Sein wie ein Gesicht mit seinen qualitativ unterschiedlichen Teilen (Augen, Nase etc.) angesehen wird. Die zweite Option ist, dass das Gut-Sein mit dem Gold verglichen wird, das zwar auch Teile hat, die sich aber nur quantitativ, also hinsichtlich ihrer „Größe und Kleinheit“ (Prot. 329d) unterscheiden. Protagoras entscheidet sich für die erste Analogie, die qualitative Unterschiede zwischen den Teilen des Gut-Seins impliziert.

Als nächstes fragt Sokrates, ob man beim Besitz einer Tugend zugleich alle anderen Tugenden besitzen muss, oder ob man eine Tugend ohne die anderen besitzen kann. Konkret geht es darum, ob sich die Teile des Gut-Seins isoliert in einem Menschen zeigen können. Protagoras antwortet, dass die Teile des Gut-Seins tatsächlich isoliert vorliegen können, und gibt gleich zwei Beispiele: „[D]enn viele sind tapfer, aber ungerecht, und andererseits sind viel gerecht, weise aber nicht.“ (Prot. 329e).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die thematische Komplexität des Protagoras und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Einheit der Tugend.

2. Die Ausgangssituation im Protagoras: Abriss des Dialoggeschehens vom ersten Treffen mit Protagoras bis zum Beginn der zentralen Untersuchung.

3. Die Analyse der zentralen Stelle Prot. 328d-330b: Detaillierte Untersuchung der sechs von Sokrates gestellten Fragen an Protagoras und deren argumentative Bedeutung.

4. Argumente im weiteren Dialogverlauf: Darstellung der fortführenden Argumente von Sokrates zur Widerlegung einer absoluten Trennung der Tugenden.

5. Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Fazit zur methodischen Notwendigkeit der Textanalyse für Platon-Interpretationen.

Schlüsselwörter

Platon, Protagoras, Sokrates, aretē, Gut-Sein, Einheit der Tugend, politikē technē, Tugendethik, Dialektik, Argumentationsanalyse, Gerechtigkeit, Weisheit, Tapferkeit, Frömmigkeit, Philosophiegeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem platonischen Dialog Protagoras und untersucht speziell die Frage nach der Einheit der Tugend (aretē).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Lehrbarkeit von Tugenden, das Verhältnis von Einzelteilen der Tugend zum Ganzen und die argumentative Struktur des Dialogs.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine detaillierte Kommentierung der zentralen Stelle Prot. 328d-330b, um die Positionen von Sokrates und Protagoras zur Einheit des Gut-Seins zu klären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philologisch-analytische Methode angewandt, die den Text direkt kommentiert und logische Zusammenhänge im Dialogverlauf freilegt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die sechs Fragen des Sokrates sowie die anschließenden Argumentationsgänge im weiteren Dialogverlauf, die das Ziel haben, Protagoras' These der Trennbarkeit der Tugenden zu hinterfragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Platon, Protagoras, Tugendeinheit, aretē und antike Dialektik charakterisieren.

Warum spielt die Analogie des Gesichts für Protagoras eine so große Rolle?

Protagoras wählt das Gesicht als Analogie, um zu verdeutlichen, dass Tugenden qualitative Unterschiede aufweisen, ähnlich wie verschiedene Gesichtsteile, und somit getrennt voneinander existieren können.

Inwiefern ist das Lob des Sokrates gegenüber Protagoras zu verstehen?

Das Lob ist, wie die Analyse zeigt, überwiegend ironisch zu interpretieren, da Sokrates die im weiteren Verlauf unterlegene Argumentationsweise des Sophisten bereits frühzeitig kritisch konterkariert.

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Details

Titel
Die Einheit des Gut-Seins
Untertitel
Ein Kommentar zu Platons "Protagoras" (328d-330b)
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Autor
Dennis Hogger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
6
Katalognummer
V272143
ISBN (eBook)
9783656637684
ISBN (Buch)
9783656637653
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Platon Protagoras Tugend Einheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dennis Hogger (Autor:in), 2014, Die Einheit des Gut-Seins, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272143
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Leseprobe aus  6  Seiten
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