Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philosophie - Philosophie du XXe siècle

Richard Feldmans Umgang mit Beispielen in seinem Aufsatz „Epistemological Puzzles about Disagreement“

Titre: Richard Feldmans Umgang mit Beispielen in seinem Aufsatz „Epistemological Puzzles about Disagreement“

Dossier / Travail de Séminaire , 2013 , 20 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Andreas Wiedermann (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XXe siècle
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

In der analytisch betriebenen Erkenntnistheorie ist es eine verbreitete Methode durch Beispiele und Gedankenexperimente Argumente für oder wider bestimmte Standpunkte zu entwickeln. So auch in der gegenwertigen Diskussion um vernünftige Dissense, in der es um die Frage geht, inwiefern zwei oder mehr Personen im epistemischen Sinn darin gerechtfertigt sind oder sein können, sich gegenseitig ausschließende Behauptungen zu vertreten. Anders formuliert: Sind zwei Personen vernünftig, wenn sie auf ihre jeweilige Meinung beharren, obwohl sie voneinander wissen, dass die jeweils andere das Gegenteil behauptet? Ob und wie das möglich ist, da gehen die Meinungen der Erkenntnistheoretiker auseinander. Zur Begründung ihrer Theorien und Begriffe ziehen sie zumeist Beispiele aus allen denkbaren Bereichen heran. Alltägliche Szenen, unterschiedliche Wahrnehmungen, aber auch philosophische Diskurse, religiöserStreit oder politische Auseinandersetzungen werden gleichermaßen benutzt in dieser epistemologischen Suche nach der Rationalität im Dissens.
Mich interessiert in dieser Hausarbeit, inwiefern diese Vorgehensweise zielführend ist oder ob Dissens in verschiedenen Bereichen nicht auch verschieden analysiert werden müsste. Ist ein Streit zwischen zwei Personen darüber, ob gerade Paul oder Petra auf der anderen Straßenseite entlang ging, auf derselben epistemischen Ebene anzusiedeln, wie eine ethische Debatte oder eine politische Diskussion über die Gestaltung gesellschaftlicher Institutionen?
Um das herauszufinden, werde ich mich beispielhaft auf einen Aufsatz von Richard Feldman beziehen, in dem er eine Reihe verschiedener Beispiele für seinen Argumentationsgang ins Feld führt. Die leitende Fragestellung wird dabei stets sein, ob Feldmans Schlussfolgerungen aus den Beispielen zwingend und vor allem ob sie, ohne weitere Gründe anzugeben, verallgemeinerbar sind. Dabei werde ich sowohl einfache als auch komplexe Beispiele aus Feldmans Aufsatz auswählen. Sie sollen miteinander verglichen werden, wenn Feldman sie in einem inhaltlichen Zusammenhang verwendet, aber auch einzeln für sich dahingehen untersucht werden, ob sie Feldmans Argumentation zwingend stützen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Feldmans Skepsis bezüglich vernünftiger Dissense

3. Feldmans Beispiele zur Analyse privater Belege und Startpunkte

3.1.1 Private Belege

3.1.2 Zwischenergebnis: private Belege

3.2.1 Feldmans Startpunkte

3.2.2 Zwischenergebnis: Startpunkte

4. Fazit

5. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Argumentationsweise von Richard Feldman in seinem Aufsatz „Epistemological Puzzles about Disagreement“. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob Feldmans Schlussfolgerungen, dass bei einem Dissens unter „Peers“ stets eine Aussetzung des Urteils gefordert ist, zwingend aus den gewählten Beispielen folgen oder ob eine differenziertere Betrachtung je nach Kontext erforderlich ist.

  • Analyse der Konzepte „private Belege“ und „Startpunkte“ in der Erkenntnistheorie.
  • Kritische Würdigung von Gedankenexperimenten als methodisches Instrument.
  • Untersuchung der Anwendbarkeit epistemologischer Prinzipien auf ethische und politische Fragestellungen.
  • Hinterfragung der Verallgemeinerbarkeit von Feldmans skeptischer Position.
  • Diskussion über das Wesen von „Peers“ und „vernünftigem Dissens“.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Private Belege

Private Belege könnten auch Intuitionen genannt werden. Sie bezeichnen Belege, die nur einem Peer vollständig zur Verfügung stehen können und nicht mit anderen zu teilen sind. Sollte es solche Belege geben, wären sie eine mögliche Rechtfertigung dafür, dass selbst nach Offenlegung aller mitteilbaren Belege zwei Peers ihre sich gegenseitig ausschließenden Überzeugungen aufrechterhalten. Eine vollständige Offenlegung aller Belege wäre gar nicht möglich, weil ein Teil der Belege rein privater Natur wäre. Da beide Peers wüssten, dass es solche Belege gibt, könnten sie sich ihre Vernünftigkeit wechselseitig anerkennen, auch wenn sie zu keinem Konsens gelangen.

Im Folgenden geht es nicht um die Frage, ob es solche privaten Belege wirklich gibt, sondern vielmehr darum, ob die Analysen der beiden Beispiele, die Feldman in diesem Abschnitt benutzt, und ihr Zusammenspiel geeignet sind, diesen Ansatz zu verwerfen, wie er es tut.

Das erste Beispiel wird in dem betreffenden Kapitel zunächst benutzt, um eine Ahnung davon zu bekommen, was private Belege sein könnten. Feldman zitiert hier ein Beispiel aus der Ethik von Gideon Rosen:

„If, after reflecting on the rational tenability of an ethos that prizes cruelty, cruelty continues to strike me as self-evidently reprehensible, then my conviction that it is reprehensible has a powerful and cogent ground, despite my recognition that others who lack this ground may be justified in thinking otherwise.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik vernünftiger Dissense in der analytischen Erkenntnistheorie ein und stellt die zentrale Fragestellung zur Methodik von Richard Feldman vor.

2. Feldmans Skepsis bezüglich vernünftiger Dissense: Dieses Kapitel erläutert Feldmans skeptische Position, nach der ein Dissens zwischen Peers im Idealfall zur Suspendierung des Urteils führen sollte.

3. Feldmans Beispiele zur Analyse privater Belege und Startpunkte: Hier werden die beiden von Feldman untersuchten Ansätze anhand von Beispielen analysiert und auf ihre argumentative Stärke geprüft.

3.1.1 Private Belege: Analyse der Definition und Rolle von privaten Belegen (Intuitionen) in Feldmans Beispielen.

3.1.2 Zwischenergebnis: private Belege: Kritische Reflexion darüber, ob das gewählte Beispiel zur Widerlegung privater Belege als epistemischer Rechtfertigungsgrund ausreicht.

3.2.1 Feldmans Startpunkte: Untersuchung von „general views“ als Ursache für Dissense zwischen Peers anhand eines Beispiels aus der Politik.

3.2.2 Zwischenergebnis: Startpunkte: Hinterfragung der Schlussfolgerung, dass Startpunkte keine Grundlage für vernünftigen Dissens bieten, unter Berücksichtigung eines partikularistischen Politikverständnisses.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass Feldmans Beispiele bei näherer Betrachtung durchaus Raum für alternative Deutungen bieten und seine Verallgemeinerung einer tieferen Begründung bedarf.

5. Literatur: Verzeichnis der zitierten Quelle.

Schlüsselwörter

Erkenntnistheorie, vernünftiger Dissens, Richard Feldman, private Belege, Startpunkte, Peers, epistemische Rechtfertigung, Urteilssuspendierung, analytische Philosophie, Gedankenexperimente, Intuition, politische Philosophie, ethischer Dissens, Rationalität, epistemische Pflicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit der erkenntnistheoretischen Position von Richard Feldman zum Thema „vernünftiger Dissens“ auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Argumentationsstrategien, der Rolle privater Belege (Intuitionen) und den Auswirkungen unterschiedlicher „Startpunkte“ auf politische und ethische Meinungsverschiedenheiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu klären, ob Feldmans These, dass bei einem Dissens unter Gleichrangigen (Peers) eine Aussetzung des Urteils zwingend ist, durch seine gewählten Beispiele ausreichend gestützt wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt die Methode der analytischen Textkritik, indem sie Feldmans Gedankenexperimente aufgreift, sie in einen erweiterten Kontext stellt und auf ihre inhaltliche Konsistenz prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Kategorien „private Belege“ und „Startpunkte“ detailliert durchlaufen und an den Beispielen des „Manns im Hof“ sowie politischen Strömungen auf ihre epistemische Belastbarkeit hin diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind vernünftiger Dissens, Peers, epistemische Rechtfertigung und die kritische Distanz zur „Equal-Weight-View“.

Inwiefern beeinflusst das „Mann-im-Hof“-Beispiel Feldmans Argumentation?

Der Autor argumentiert, dass Feldman das Beispiel so einfach konstruiert hat, dass es den Raum für private Belege von vornherein künstlich einschränkt, um seine skeptische Schlussfolgerung zu erzwingen.

Warum wird Feldmans Analyse des Politik-Beispiels in Frage gestellt?

Die Arbeit kritisiert, dass Feldman einen zu engen, nicht expliziten Politikbegriff verwendet; bei einem partikularistischen Verständnis von Politik könnten die „Startpunkte“ der Diskutanten durchaus einen vernünftigen Dissens zulassen.

Fin de l'extrait de 20 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Richard Feldmans Umgang mit Beispielen in seinem Aufsatz „Epistemological Puzzles about Disagreement“
Université
Free University of Berlin  (Philosophisches Institut)
Cours
Dissense - Grundprobleme sozialer Erkenntnistheorie
Note
1,3
Auteur
Andreas Wiedermann (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
20
N° de catalogue
V272148
ISBN (ebook)
9783656643159
ISBN (Livre)
9783656643104
Langue
allemand
mots-clé
Richard Feldman Dissens Epistemologie Wissen Wahrheit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andreas Wiedermann (Auteur), 2013, Richard Feldmans Umgang mit Beispielen in seinem Aufsatz „Epistemological Puzzles about Disagreement“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272148
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint