Organspende oder Organtransplantation spricht von der sogenannten „Verpflanzung“ von menschlichen Organen - das heißt: die Entnahme eines Organs aus dem Körper des Verstorbenen und die Übertragung in den lebensbedrohlich erkrankten Körper eines anderen Menschen.
Es geht um Leben und Tod. Dies ist vielen gar nicht direkt bewusst. Ist die Organspende überhaupt zu verantworten? Oder widerspricht sie dem theologisch – anthropologischen Menschenbild?
Bevor auf diese Fragestellung eingegangen wird, werden erst einige Informationen zur Organspende allgemein genannt. Weitergehend wird der Zusammenhang der Organspende mit dem Tod, und der Menschenwürde erläutert, wobei dann folgend noch auf Biblische Befunde in Bezug auf Organe und Blut eingegangen wird. Zuguterletzt, vor dem abschließenden und zusammenfassenden Fazit werden Pro und Contra Punkte aus theologisch-anthropologischer Sicht zur Organspende diskutiert.
In dieser Arbeit wurden einige Literaturquellen mit anthropologisch-theologischem Hintergrund verarbeitet unter anderem von Thomas Brust und Eberhard Fincke, jedoch auch ein großer Teil von Internetquellen, um die Aktualität der Fragestellung zu gewährleisten.
Problemstellung:
Die Organspende scheint ein Thema zu sein, welches nicht großes Interesse unter der Bevölkerung erregt. Für viele scheint es weit weg vom Alltag zu sein. Jedoch ist es ein relevantes, aktuelles Thema, und es ist wirklich empfehlenswert sich mit ihm im Vorhinein zu beschäftigen.Organspende wird oft als technischer Fortschritt angesehen. Das Organ wird ausgepflanzt, und einem Erkrankten Menschen übertragen. Ist dies machbar an einem Toten Menschen? Nein, nur an Menschen, deren Hirnfunktionen versagen, jedoch das Herz-Kreislauf-System mit Maschinen aufrecht erhalten werden kann. Ist nun die Vorstellung des Hirntodes mit dem endgültigen Tod gleichsetzbar? Oder spricht dies möglicherweise gegen die Schöpfungsvorstellung, oder auch die Entstehungslehre?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Organspende im Allgemeinen
2 Die Frage nach dem Tod
3 Die Frage nach der Menschenwürde
4 Der biblische Befund bezüglich menschlicher Organe und des Blutes
5 Pro und Contra aus theologisch-anthropologischer Sicht
6 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Organspende aus theologisch-anthropologischer Perspektive, um zu klären, ob diese medizinische Praxis mit dem christlichen Menschenbild und dem Schöpfungsgedanken vereinbar ist oder in ethische Konflikte führt.
- Grundlagen und Definition der Organtransplantation und des Hirntod-Konzepts
- Die anthropologische und ethische Problematik der Bestimmung des Todeszeitpunktes
- Die Bedeutung der Menschenwürde im Kontext der Verfügbarkeit über den menschlichen Körper
- Biblische Befunde zu Blut, Atem und der Ganzheitlichkeit des Menschen
- Abwägung von Pro- und Contra-Argumenten hinsichtlich Nächstenliebe und göttlicher Souveränität
Auszug aus dem Buch
Die Frage nach dem Tod
Einleitend ist festzuhalten, dass das Transplantationsgesetz eine Transplantation nach dem Erlöschen der gesamten Funktion des Gehirns erlaubt, also nach dem sogenannten Hirntod. Nun stellt sich die Frage, die schon seit 1968 (Definition des Hirntodes) viele andere bewegt. Kann man den Hirntod mit dem Tod gleichsetzen? Ab wann ist ein Mensch tot?
„Den endgültigen, nicht mehr behebbaren, totalen Ausfall der gesamten Hirnfunktionen von Groß- und Kleinhirn sowie des Hirnstammes bezeichnet man als „Hirntod“.“2 Auf diesen Hirntod folgt der Herzstillstand. Doch oft tritt der Herzstillstand vor dem Hirntod ein, und dies schränkt somit die Zahl der potenziellen Spender ein. Denn nur wenn der Hirntod vorausgeht, und das Herz-Kreislauf-System maschinell noch aufrecht erhalten werden kann, ist die Person für eine Organspende geeignet.
Der deutliche Unterschied zur jahrtausendealten Sicht des Herztodes ist, dass der Puls fühlbar, der Körper warm ist, und die Durchblutung funktioniert. Jedoch brechen sofort bei der Ausschaltung von den Geräten alle Kreisläufe zusammen.
Der Hirntod wird also mit dem Tod des Menschen gleichgesetzt. Das könnte nun aus anthropologischer Sicht problematisch werden, denn damit wäre angenommen, dass das Gehirn der Träger des Menschseins ist, und nicht dessen gesamte Leiblichkeit. Dadurch stellt sich die Frage nach der qualitativen und ethischen Gewichtung zwischen Gehirn und dem gesamten Leib.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Organspende und Formulierung der Fragestellung im Hinblick auf das christlich-anthropologische Menschenbild.
1 Organspende im Allgemeinen: Darstellung der medizinischen Grundlagen der Organtransplantation sowie der historischen Entwicklung des Hirntod-Konzepts.
2 Die Frage nach dem Tod: Analyse der ethischen und anthropologischen Problematik, ob der Hirntod dem biologischen Tod gleichzusetzen ist.
3 Die Frage nach der Menschenwürde: Reflexion über den instrumentellen Umgang mit dem menschlichen Körper unter Einbeziehung ethischer Prinzipien von Kant und biblischer Vorstellungen.
4 Der biblische Befund bezüglich menschlicher Organe und des Blutes: Untersuchung alttestamentarischer und neutestamentarischer Aussagen zu Leben, Leib und der Bedeutung des Blutes.
5 Pro und Contra aus theologisch-anthropologischer Sicht: Diskussion kirchlicher Positionen zur Nächstenliebe im Spannungsfeld zwischen anonymem Spendevorgang und individueller Gewissensentscheidung.
6 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Thematik als ethisch komplexes Dilemma, das keine einfache Lösung zulässt und eine persönliche Entscheidung erfordert.
Schlüsselwörter
Organspende, Organtransplantation, Hirntod, Theologische Anthropologie, Menschenwürde, Nächstenliebe, Schöpfung, Ethik, Christentum, Leiblichkeit, Lebensende, Gewissensentscheidung, Sterbeprozess, biblische Befunde, Medizinethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der moralischen und theologischen Einordnung der Organspende und beleuchtet, ob diese Praxis mit dem christlichen Verständnis vom Menschen als Ebenbild Gottes vereinbar ist.
Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Hirntodes, die philosophisch-ethische Bewertung der Menschenwürde, biblische Aussagen zu Körper und Blut sowie die Abwägung zwischen technischem Fortschritt und göttlicher Souveränität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die ethischen Konflikte zu schaffen, die bei der Entscheidung zur Organspende auftreten, und Argumentationshilfen aus einer theologisch-anthropologischen Sicht anzubieten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse anthropologischer und theologischer Quellen sowie auf die Einbeziehung zeitgenössischer internetbasierter Diskurse zur Aktualisierung der Fragestellung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Klärung medizinischer Begriffe wie des Hirntodes, die Auseinandersetzung mit der Würde des Menschen, die exegetische Betrachtung biblischer Texte und die kontroverse Diskussion über Nächstenliebe und Organspende.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Organspende, Hirntod, Theologische Anthropologie, Menschenwürde und christliche Ethik beschreiben.
Warum ist laut Autorin die Gleichsetzung von Hirntod und Tod anthropologisch problematisch?
Da dies impliziert, dass das Gehirn allein der Träger des Menschseins ist und die gesamte Leiblichkeit des Menschen weniger relevant für die Definition des Lebens wäre.
Welche Haltung nimmt die Arbeit zur Frage der Organspende ein?
Die Arbeit plädiert für die Freiheit der individuellen Gewissensentscheidung, da es keinen universellen "Königsweg" gibt und die Organspende sowohl als Akt der Nächstenliebe als auch als Eingriff in die göttliche Souveränität interpretiert werden kann.
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- Constanze Schröder (Author), 2014, Organspende. Eine Betrachtung der Transplantation unter dem Schöpfungsaspekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272188