Im Laufe dieser Hausarbeit möchte ich mich mit der Frage auseinandersetzen, welches die beste Organisationsform für Europa und somit der beste Weg für die Nationalstaaten, im besonderen Deutschland ist. Dabei unterscheide ich zwischen zwei möglichen Organisationsformen, dem Bundesstaat und dem Staatenbund. Ich habe diese Fragestellung aus gegebenem Anlass gewählt, da zurzeit das Problem der Staatsschuldenkrise im europäischen Raum ein Akutes ist und die Politik aus diesem Grund seit einiger Zeit über eine grundlegende Reorganisation der Europäischen Union und ihrer Institutionen und Gremien nachdenkt. Auf den folgenden Seiten werde ich mich mit zwei Fragen auseinandersetzen: Welche Organisationsform ist zum Erhalt der Handlungsfähigkeit der Europäischen Union die optimale und welche für den Erhalt nationaler Interessen. Des Weiteren stelle ich die Frage, ob es so etwas wie eine europäische Identität gibt oder geben kann. Die These, die ich dabei belegen möchte ist die, dass ein freiheitlicher Staatenbund mit klaren Regeln zu einem besseren Europa beitragen kann, als ein Bundesstaat. Hierzu werde ich Texte analysieren und versuchen die daraus gewonnenen Erkenntnisse zusammenzufassen und für meine These zu verwerten. Dazu mache ich eine Bestandsaufnahme des jetzigen Zustandes und der Funktionsweisen der Institutionen und Gremien der europäischen Union und schneide dabei auch die Probleme an, welche sich im Rahmen der Staatsschuldenkrise ergeben haben. Dies tue ich, da im Vorhinein der Verständlichkeit halber ein klares Bild des politischen Gebildes Europa gezeichnet werden muss und die Wechselwirkungen zwischen dem Europäischen Rat, der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament, sowie der Europäischen Zentralbank mit den Nationalstaaten dargelegt werden. Der Fokus liegt hierbei auf der Problemlösungskompetenz der Europäische Union und der Nationalstaaten. Anschließend stelle ich die Modelle Bundesstaat und Staatenbund mit ihrer jeweiligen Bedeutung für die Europäische Union und die Nationalstaaten gegenüber und wäge sowohl für die Nationalstaaten, als auch die Gremien und Institutionen der EU die Pros und Contras ab. Dabei beleuchte ich auch, welche Schritte unternommen werden müssen und wo Reformbedarf liegt, wenn man sich auf den Weg zu einem Bundesstaat begeben will. Im Anschluss daran versuche ich die eingangs vorgestellten Leitfragen zu beantworten um letzten Endes die Frage, welche der Titel meiner Hausarbeit aufwirft zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Qou vadis Europa?
3. Bundesstaat oder Staatenbund
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die optimale Organisationsform für die Europäische Union angesichts der aktuellen Staatsschuldenkrise, wobei insbesondere die Fragestellung analysiert wird, ob ein Bundesstaat oder ein Staatenbund die zukunftsfähigere Struktur für die Mitgliedsstaaten darstellt.
- Analyse der Funktionsweisen europäischer Institutionen und Gremien
- Vergleich der Modelle Bundesstaat und Staatenbund hinsichtlich ihrer Problemlösungskompetenz
- Untersuchung der Bedeutung europäischer Identität für die Integration
- Bewertung der Auswirkungen auf nationale Souveränitätsrechte
- Diskussion von Reformbedarf und demokratischer Legitimation in der EU
Auszug aus dem Buch
Bundesstaat oder Staatenbund
Nun stellen sich die Fragen, wie diese Europäische Krise bewältigt werden kann und daher ist klar, dass die EU reorganisiert und reformiert werden muss. So steht auf der einen Seite der Ruf nach einem europäischen Bundesstaat, ähnlich den Vereinigten Staaten von Amerika und auf der anderen Seite der nach einem europäischen Staatenbund. Bevor wir hier nun beleuchten, welche politischen Schritte notwendig für die Schaffung eines Bundesstaats wären und welche Bedeutung dies für die Nationalstaaten und die Wirtschaft hat, möchte ich zunächst einen gesellschaftlichen Aspekt beleuchten. Es ist die Frage nach der europäischen Identität. Gibt es sie überhaupt und wenn nicht, kann man diese überhaupt in den Köpfen der Menschen etablieren. Gerade in Zeiten der Globalisierung und des entgrenzten Raumes sehnen sich die Bürger nach einem Heimatgefühl, welches sie in erster Linie mit ihrem Heimatort, ihrer Heimatstadt oder dem Land verbinden.
Kaum ein Mensch wird erklären, darauf stolz zu sein aus einem gewissen Landkreis zu stammen, da dies eine abstrakte Verwaltungseinheit bleibt. So sieht es auch mit der Europäischen Union aus. Fragt man einen Deutschen, als was er sich fühlt, wird er in der Regel antworten als Deutscher. Dieselbe Frage wird einem Italiener gestellt und er wird sie damit beantworten, dass er Italiener ist. Kaum eine Person wird antworten, dass sie sich als Europäer fühlt. Als Beispiel ist hier die Gebietsreform in Hessen Mitte der siebziger Jahre zu nennen. Es wurden Ortschaften eingemeindet in größere Verwaltungseinheiten und Städten angegliedert. In meinem Heimatort habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein Gros der Menschen sich niemals als Dillenburger (die Kernstadt, welcher unser Ortsteil angehört) bezeichnen würde, sondern immer noch sagen, dass sie Oberschelder sind. Ein weiteres Beispiel war die Zusammenlegung der Städte Gießen und Wetzlar zur Stadt Lahn. Auch mit diesem künstlichen Konstrukt konnte sich die dort lebende Bevölkerung nicht identifizieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die beste Organisationsform für die Europäische Union zwischen Bundesstaat und Staatenbund zu eruieren und die Relevanz der europäischen Identität zu hinterfragen.
2. Qou vadis Europa?: Dieses Kapitel bietet eine Bestandsaufnahme der aktuellen politischen Situation und analysiert die Akteure sowie die Funktionsweise der zentralen Institutionen der Europäischen Union.
3. Bundesstaat oder Staatenbund: Hier erfolgt eine kritische Gegenüberstellung der beiden Organisationsmodelle, wobei gesellschaftliche Aspekte wie Identität und politische Herausforderungen der Krisenbewältigung im Zentrum stehen.
4. Fazit: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass ein Staatenbund die derzeit realistischere und sinnvollere Option für die EU darstellt, um demokratische Legitimation und Transparenz zu gewährleisten.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Bundesstaat, Staatenbund, Staatsschuldenkrise, europäische Identität, Subsidiaritätsprinzip, Souveränität, Institutionen, Europäische Zentralbank, Demokratiedefizit, Integration, Vertragsgestaltung, Krisenmanagement, Legitimationsproblem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die strukturellen Herausforderungen der Europäischen Union im Zuge der Staatsschuldenkrise und bewertet, ob eine Umgestaltung hin zu einem Bundesstaat oder die Stärkung eines Staatenbundes der richtige Weg für die Zukunft ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören das Funktionieren der EU-Gremien, das Demokratiedefizit, die Frage nach einer europäischen Identität sowie die ökonomischen und politischen Folgen einer vertieften Integration.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, welche Organisationsform – Bundesstaat oder Staatenbund – am besten geeignet ist, um die Handlungsfähigkeit der EU zu erhalten und gleichzeitig nationale Interessen sowie die Identität der Bürger zu wahren.
Welche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, Informationsbroschüren der EU sowie ökonomischen und politikwissenschaftlichen Abhandlungen, um den Ist-Zustand des politischen Systems Europas zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die institutionellen Akteure wie der Europäische Rat und die Kommission beleuchtet, bevor eine detaillierte Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von Bundesstaat und Staatenbund erfolgt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Europäische Integration, Staatsschuldenkrise, Souveränität, Subsidiarität und Legitimationsproblematik beschreiben.
Warum wird im Dokument das Beispiel der Gebietsreform in Hessen angeführt?
Das Beispiel dient dazu, die Schwierigkeit zu verdeutlichen, Identität durch rein administrative Verwaltungseinheiten künstlich zu schaffen, was als Argument gegen die schnelle Bildung eines europäischen Bundesstaates dient.
Was ist das zentrale Fazit des Autors hinsichtlich der Reform der EU?
Der Autor argumentiert, dass eine gesetzliche Reorganisation im Sinne eines Staatenbundes praktikabler ist als die komplizierte Ausarbeitung einer EU-Verfassung, da sie das Subsidiaritätsprinzip besser schützt.
- Quote paper
- Kevin Deusing (Author), 2013, Europas zukünftige Konstitution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272240