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Soziale und psychische Faktoren des Alterssuizids

Title: Soziale und psychische Faktoren des Alterssuizids

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Manuel Greune (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Wem ist diese Situation aus dem Pflegealltag völlig unbekannt? : Bei der morgendlichen Grundpflege sagt ein älterer Patient oder eine ältere Patientin Dinge wie zum Beispiel: „Hoffentlich nimmt der Herr mich bald zu sich“, „Mein Leben hat keinen Sinn mehr“ oder „wenn ich könnte hätte ich meinem Leben schon längst ein Ende gemacht“.

Ich befand mich schon häufiger in dieser Situation und natürlich lassen mich solche Aussagen nicht unberührt, trotzdem bin ich mir in solchen Situationen immer sehr unsicher, was ich den Menschen auf solche Fragen antworten soll. Häufig stellte sich mir die Frage, was gerade ältere Menschen zu derartigen Aussagen treibt, allerdings kam ich nie zu einer Antwort, da andere Dinge im pflegerischen Alltag meine komplette Konzentration und Aufmerksamkeit verlangten, bis eines Tages eine ältere Patientin (81) des mobilen sozialen Hilfsdienstes plötzlich und unerwartet verstarb.

Es stellte sich he raus, das sie ihre Medikamente über einen längeren Zeitraum nicht eingenommen hatte und dieses dann zum Tode führte.

Da die Dame für ihr Alter noch sehr selbstständig war und sich selbst um die Einnahme ihrer Medikamente kümmerte herrschte die allgemeine M einung das sie ihre Medikamente einfach nur vergessen hatte. Aber stimmte das? Einfach nur vergessen?

Auch sie äußerte des öfteren mal, des Lebens überdrüssig zu sein, und dass sie gerne sterben würde.

Die wöchentlichen TEKO Veranstaltungen gaben mir zwar einen groben Überblick über das Thema: „Alter, Tod und Sterben“, dennoch erhielt ich keine Antworten auf die Fragen, welche sich mir zur bereits oben beschriebenen Geschichte stellen. Warum sprechen alte Menschen so häufig von ihrem eigenen Tod?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

1. Definition suizidaler Verhaltensweisen

2. Alterssuizid – Eine thematische Einführung aus gerontologischer Sicht

3. Die Suizidrate in der BRD

3.1. Voraussichtliche Entwicklung der Suizidraten in bezug auf den Alterssuizid

4. Die Außenwelt- Sozialstruktur bei älteren suizidalen Menschen

5. Die Innenwelt- Die Bedeutung von psychischen und körperlichen Erkrankungen

5.1. Demenz

5.2. Alkoholismus

5.3. Körperliche Krankheiten

6. Methoden der Selbstverletzung und der Selbsttötung

7. Die Suizidalität in besonderen Einrichtungen

7.1. Die Situation in geriatrischen Kliniken

7.2. Die Situation in Heimen

7.3. Die Situation in psychiatrischen Kliniken

8. Möglichkeiten der Suizidprävention

9. Krisenintervention

10. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Alterssuizids, um Ursachen, Motive und Ansätze für den Umgang mit suizidgefährdeten älteren Menschen zu identifizieren und einen Beitrag zur Beantwortung der Frage zu leisten, warum das Lebensende im Alter gehäuft als ausweglos empfunden wird.

  • Analyse soziologischer und psychologischer Faktoren bei älteren suizidalen Menschen
  • Untersuchung der Bedeutung von körperlichen und psychischen Erkrankungen als Risikofaktoren
  • Bewertung der Suizidalität in verschiedenen institutionellen Kontexten wie Heimen und Kliniken
  • Darstellung von Ansätzen der Suizidprävention und Modellen der Krisenintervention

Auszug aus dem Buch

6. Methoden der Selbstverletzung und Selbsttötung

Es ist eine Tatsache in der in der Suizidforschung, dass bei Suiziden häufiger „harte“ Methoden eingesetzt werden, d.h. Methoden mit einem höheren Letalitätsrisiko als bei Suizidversuchen bei denen häufiger „weiche“ Methoden der Selbstverletzung zum Einsatz kommen.

Zu den „harten“ Methoden zählt man das Erhängen, Erdrosseln, Ersticken, Erschießen, Ertrinken und Stürze aus großer Höhe.

Zu den „weichen“ Methoden zählt man Vergiftungen aller Art, z.B. durch Medikamentenüberdosen, Autoabgase und andere giftige Stoffe.

Bei den Suiziden überwiegen wie bereits gesagt, „harte“ Methoden in Deutschland - besonders das Erhängen.

Männer bevorzugen vor allem „harte“ Methoden, wohingegen Frauen eher auf die „weichen“ zurückgreifen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Definition suizidaler Verhaltensweisen: Dieses Kapitel legt die terminologischen Grundlagen fest, indem Begriffe wie Suizidideen, Suizidversuche und Suizid klar voneinander abgegrenzt werden.

2. Alterssuizid – Eine thematische Einführung aus gerontologischer Sicht: Es wird die gerontologische Perspektive auf Suizid beleuchtet und eine Einteilung der suizidalen Motive in biographisch geprägte und altersspezifische Faktoren vorgenommen.

3. Die Suizidrate in der BRD: Dieses Kapitel analysiert statistische Daten zur Suizidrate in Deutschland, wobei insbesondere der Anstieg im hohen Alter und geschlechtsspezifische Unterschiede hervorgehoben werden.

3.1. Voraussichtliche Entwicklung der Suizidraten in bezug auf den Alterssuizid: Hier wird diskutiert, warum Prognosen zur künftigen Suizidrate aufgrund methodischer Fehlerquellen und der demografischen Entwicklung komplex und teils widersprüchlich sind.

4. Die Außenwelt- Sozialstruktur bei älteren suizidalen Menschen: Die Untersuchung fokussiert auf soziale Isolation, Identitätsverlust nach dem Ausscheiden aus dem Beruf und den Einfluss sozialer Unterstützung auf das Suizidrisiko.

5. Die Innenwelt- Die Bedeutung von psychischen und körperlichen Erkrankungen: Das Kapitel erläutert den starken Zusammenhang zwischen Depressionen sowie somatischen Leiden und suizidalem Handeln im Alter.

5.1. Demenz: Hier wird die Rolle der Demenz als häufige Erkrankung im Alter und deren spezifische Auswirkungen auf soziale Isolation und suizidale Krisen erörtert.

5.2. Alkoholismus: Es wird dargestellt, inwieweit Alkoholmissbrauch bei alterssuizidalen Handlungen häufig als Begleiterscheinung anderer psychischer Belastungen auftritt.

5.3. Körperliche Krankheiten: Dieses Kapitel befasst sich mit chronischen Schmerzen und unheilbaren Krankheiten als wesentliche Risikofaktoren für Suizidhandlungen bei alten Menschen.

6. Methoden der Selbstverletzung und der Selbsttötung: Es wird zwischen „harten“ und „weichen“ Methoden der Suizidhandlung unterschieden und deren geschlechtsspezifische Präferenz aufgezeigt.

7. Die Suizidalität in besonderen Einrichtungen: Dieses Kapitel analysiert die Suizidgefahr in geriatrischen Kliniken, Heimen und psychiatrischen Kliniken unter Berücksichtigung pflegerischer Beobachtungen.

7.1. Die Situation in geriatrischen Kliniken: Die Situation in Kliniken wird als vergleichsweise wenig suizidgefährdet beschrieben, begründet durch schwere körperliche Behinderungen und ärztliche Aufsicht.

7.2. Die Situation in Heimen: Hier wird die hohe psychische Belastung durch den Umzug in ein Heim thematisiert, wobei Suizidgedanken häufiger vorkommen als tatsächliche Handlungen.

7.3. Die Situation in psychiatrischen Kliniken: Das Kapitel beleuchtet den Anstieg der Suizidraten in psychiatrischen Kontexten bei spezifischen Krankheitsbildern.

8. Möglichkeiten der Suizidprävention: Es werden präventive Ansätze nach Caplan in primäre, sekundäre und tertiäre Maßnahmen unterteilt und Strategien zur Suizidprophylaxe in der Gesellschaft diskutiert.

9. Krisenintervention: Die siebenstufige Methode nach Wedler wird exemplarisch vorgestellt, um den Umgang mit suizidalen Patienten in der Praxis zu systematisieren.

10. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass trotz vorhandener Ansätze ein dringender Handlungsbedarf besteht, Alterssuizid als gesellschaftliches Tabuthema zu brechen und die Integration alter Menschen zu fördern.

Schlüsselwörter

Alterssuizid, Suizidprävention, Krisenintervention, Gerontologie, Depression, Soziale Isolation, Lebensqualität, Demenz, Suizidrate, psychische Erkrankungen, psychosoziale Betreuung, Suizidgedanken, Altenhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des Suizids bei älteren Menschen, den Hintergründen dieser Entscheidung und den Möglichkeiten der pflegerischen und sozialen Krisenintervention.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die statistische Entwicklung der Suizidrate im Alter, die psychischen und körperlichen Risikofaktoren, soziale Strukturen im Alter sowie Strategien der Prävention.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Phänomen des Alterssuizids zu durchleuchten, um die Motive besser zu verstehen und Lösungsansätze für einen effektiveren Umgang mit suizidalen älteren Menschen im Alltag zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine interdisziplinäre Auswertung bestehender Fachliteratur aus Psychologie, Soziologie und Gerontologie, ergänzt durch pflegerische Alltagserfahrungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Risikofaktoren wie Depression, Demenz und chronische Krankheiten, untersucht die Suizidalität in verschiedenen Institutionen und stellt präventive sowie interventionelle Methoden vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Alterssuizid, Krisenintervention, Depression, soziale Isolation, Lebensqualität, Prävention und Gerontologie sind die prägenden Begriffe.

Warum ist die Dunkelziffer bei Suiziden im Alter so hoch?

Die Arbeit weist darauf hin, dass Suizid weiterhin ein gesellschaftliches Tabu ist und Suizidhandlungen bei alten Menschen oft maskiert auftreten, etwa durch die Verweigerung lebenswichtiger Medikamente oder Nahrung.

Wie unterscheidet sich die Krisenintervention bei alten Menschen von jüngeren?

Das grundlegende Vorgehen unterscheidet sich kaum, jedoch sind die Gesprächsinhalte bei Senioren spezifischer auf Sinnfragen im Zusammenhang mit dem Ruhestand, der Pflegebedürftigkeit und der Nähe zum Tod ausgerichtet.

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Details

Title
Soziale und psychische Faktoren des Alterssuizids
College
Protestant University of Applied Sciences Darmstadt
Course
Bewältigung von ALter, Tod und Sterben
Grade
1,3
Author
Manuel Greune (Author)
Publication Year
2002
Pages
25
Catalog Number
V27227
ISBN (eBook)
9783638293303
ISBN (Book)
9783656562665
Language
German
Tags
Alterssuizid Bewältigung ALter Sterben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Greune (Author), 2002, Soziale und psychische Faktoren des Alterssuizids, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27227
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