Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag zur Literaturkritik, indem sie über die übliche Auswahl von Literatur hinausgeht und unterhaltende Literatur in die Kommunikation mit einbezieht. Das Ziel dieser Arbeit ist, zu zeigen, dass auch Kriminalliteratur kritikfähig ist, wenn auch hierzu teils andere Bewertungsmaßstäbe zugrunde liegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Terminologische Klärung
2.1 Kriminalliteratur
2.2 Die Aufgabe einer Rezension
2.3 Einschätzung des vorliegenden Romans
3. Doppelrezension zu „Ostfriesenmoor“
3.2 Rezension: Positiv
3.3 Rezension: Negativ
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kritikfähigkeit von unterhaltender Literatur am Beispiel des Kriminalromans „Ostfriesenmoor“ von Klaus Peter Wolf, um aufzuzeigen, dass auch solche Werke einer differenzierten literaturkritischen Bewertung unterzogen werden können, sofern geeignete Bewertungsmaßstäbe angewandt werden.
- Historische Entwicklung der Unterscheidung zwischen Hoch- und Unterhaltungsliteratur
- Die Rolle und Funktion von Rezensionen im Literaturbetrieb
- Analyse von Kriminalliteratur unter Verwendung einer Doppelrezension
- Reflektion über ästhetische Bewertungskriterien bei Unterhaltungsliteratur
- Identifikation und psychologische Charakterzeichnung in Romanen
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Aufgabe einer Rezension
Die Rezension (lat. recensio: ‚Musterung‘) ist die verbreitetste und wichtigste Textsorte der Literaturkritik. Bereits im Jahr 2000 erscheinen täglich in der deutschsprachigen Presse und dem Rundfunk über 40 Rezensionen und weit mehr als 10.000 im Jahr, darunter auch FAZ, SZ und Welt mit mehr als 1.000 Büchern jährlich. Heute werden dank des Mediums Internet allein im Rezensionsforum literaturkritik.de schon über 1.000 Rezensionen im Jahr veröffentlicht.
Bei ca. 90.000 Neuerscheinungen pro Jahr auf dem deutschen Markt leisten Kritiken eine Orientierungshilfe im Sinne eines journalistischen Gebrauchstextes für den Rezipienten. Eine Rezension liefert einen Überblick über das behandelte Buch, indem sie diesem mittels ausgewählter Kriterien einen Stellenwert in der Literatur zuweist. Nach Pfohlmanns kleinem Lexikon der Literaturkritik sind diese Kriterien: a) biografische Infos über den Autor, b) Infos über vorangegangene Werke und deren Vergleich, c) Infos über bisherige Einschätzungen des Autors, d) Vergleich des Werkes mit den Werken anderer Autoren, e) Inhalt und Thema des Buches, f) Zitate aus dem besprochenen Buch bzw. des Autors, g) Bewertung des Textes h) Interpretation. Besonders Buchhändler profitieren von Kritiken, da der boomende Online-Handel ihre Kundenzahl verringert und sich Buchhändler allein durch ihre Beratungskompetenz vom Online-Geschäft abheben können. Doch auch dieser Vorteil wird im Hinblick auf die vielen Laien-Rezensionen im Internet verschwindend gering, da vielen Kunden das Lesen einer solchen genügt, um den Kauf zu tätigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den historischen Wandel der Literaturkritik bezüglich der Einteilung in Hoch- und Unterhaltungsliteratur und legt das Forschungsziel fest, Kriminalliteratur als kritikfähiges Genre zu etablieren.
2. Terminologische Klärung: Das Kapitel definiert Kriminalliteratur durch die Differenzierung zwischen Detektivroman und Thriller und erörtert die Bedeutung sowie die Kriterien einer professionellen Rezension.
3. Doppelrezension zu „Ostfriesenmoor“: Hier werden zwei gegensätzliche Rezensionen zum Roman präsentiert, die das Werk aus einem positiven beziehungsweise einem negativen Blickwinkel beleuchten, um die Kritikfähigkeit des Romans zu demonstrieren.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Unterhaltungsliteratur durch eine fachgerechte und schichtspezifische Literaturkritik an Wert gewinnen kann und betont die Notwendigkeit, solche Werke in die literarische Kommunikation einzubinden.
Schlüsselwörter
Literaturkritik, Unterhaltungsliteratur, Kriminalliteratur, Rezension, Klaus Peter Wolf, Ostfriesenmoor, Ästhetik, Trivialliteratur, Leserverhalten, Literaturgeschichte, Detektivroman, Identifikation, literarische Bildung, Buchmarkt, Genrekonventionen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen der sogenannten Hochliteratur und der unterhaltenden Literatur, insbesondere der Kriminalliteratur.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Literaturkritik, die Einordnung von Kriminalromanen in den Literaturbetrieb und die Frage nach ästhetischen Bewertungskriterien.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es zu zeigen, dass auch unterhaltende Kriminalliteratur als kritikfähig betrachtet werden kann, sofern man die Bewertungsmaßstäbe an die jeweilige Literaturschicht anpasst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Literaturkritik sowie eine praktische Anwendung in Form einer Doppelrezension, die ein Werk aus zwei entgegengesetzten Perspektiven analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Rezension der Detektivroman „Ostfriesenmoor“ von Klaus Peter Wolf einer detaillierten Analyse unterzogen, um zu illustrieren, wie Textmerkmale subjektive und objektive Wahrnehmungen beeinflussen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Literaturkritik, Kriminalliteratur, Ästhetik, Rezension und Genrekonventionen geprägt.
Wie geht der Autor Klaus Peter Wolf mit realen Vorbildern um?
Laut den im Text zitierten Interviews nutzt Wolf reale Personen aus seinem Umfeld als Vorlagen und fiktionalisiert diese, was laut seiner Aussage zur Lebendigkeit seiner Charaktere beiträgt.
Warum ist die Identifikation mit den Figuren im Roman für die Analyse relevant?
Die Möglichkeit der Identifikation wird als zentraler Grund für den Erfolg des Romans identifiziert, da sie unterschiedlichen Lesertypen den Zugang zum Geschehen und damit eine intensivere Teilnahme ermöglicht.
- Citation du texte
- Bachelor of Arts Sabrina Talbot (Auteur), 2013, Rezensionen als Auftrag literarischer Erziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272292