Schimpfwörter. Eine semantisch-etymologische Untersuchung


Hausarbeit, 2013

38 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Unterschied zwischen Schimpfwörtern und Spottnamen

3. Wirkungsweise von Schimpfwörtern
3.1. Schimpfende und Beschimpfte

4. Forschungslage

5. Untersuchung
5.1. Vorgehensweise
5.2. Datenerhebung
5.3. Analyse

6. Exkurs: Schimpfen und kosen mit einem Wort

7. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Menschen sind soziale Tiere. Sie leben in großen Gruppen und brauchen die gesellschaftliche Interaktion. Dass dabei nicht immer eine heitere Atmosphäre herrschen kann, wird schon allein aufgrund der Masse verschiedener Individuen deutlich. Namen verleihen Individualität, sie stiften Identität und grenzen eine Persönlichkeit von einer anderen ab. Mit diesem Zeichensystem wird die Welt beschreibbar. Seidel unterscheidet dabei offizielle von inoffiziellen Personenamen: „Während offizielle Personennamen prinzipiell nur identifizieren, sollen viele inoffizielle Namen - wenn auch nicht alle - auch charakterisieren oder werten.“1

In dieser Arbeit stehen die konventionellen Schimpfwörter im Vordergrund und im zweiten Teil der Arbeit werden einige von ihnen beispielhaft etymologisch untersucht, um ihre Wortwurzel frei von pejorisierenden Sprechakten zu betrachten und um zu sehen, ob bereits dort negative oder positive Bewertungen in der Bedeutung vorhanden sind. Dadurch werden sich Unterschiede in der Beleidigungsfähigkeit, also der Stärke der Schimpfworte, zeigen. Ebenso werden einige Worte eine größere Affinität zum Funktionswandel aufzeigen. Im Fokus steht vor allem, die ursprüngliche Bedeutung der Worte herauszuarbeiten, da diese besonders bei alten Worten nicht mehr im Sprachgebrauch verankert ist. Auch dazu kommt es zum Gebrauch von Schimpfwörtern in unpassenden Kontexten und so werden speziell rassistische, antisemitische und sexistische Beschimpfungen unreflektiert übertragen, beispielsweise wenn ein unbeliebter Mensch als schwul bezeichnet wird, auch wenn die Beleidigungsabsicht gar nicht auf die Sexualität des Beschimpften abzielte.

Doch zuerst soll der Unterschied zwischen Schimpfwörtern und Spottnamen erläutert werden, da die Übergänge fließend sind und so eine Identifizierung nicht immer eindeutig ist. Dabei sollen auch die Wirkungsweisen von Schimpfwörtern und einige Ansätze erläutert werden, die den Grund für die Verletzbarkeit von Individuen angeben. Nach einem kurzen Abriss über die allgemeine Forschungslage, sollen die verschiedenen Arten von Schimpfwörtern identifiziert werden. Dabei werden die Schriften von Scheffler, Marehn und Acke/Hornscheidt/Jana/Marehn zu Grunde gelegt. Danach wird der Gebrauch der Schimpfwörter anhand konkreter Beispielwörter näher untersucht, wobei die Nutzer, die aktuelle und ursprüngliche Bedeutung und der Gebrauchszeitraum im Fokus stehen. Ein kurzer Exkurs untersucht zwei Schimpfwörter beispielhaft hinsichtlich ihrer Doppelbelegung als Spott- und Kosewort. Diese Arbeit ist durch ein Seminar zur Lexikologie und Lexikographie motiviert, im Speziellen durch die Arbeit mit etymologischen Wörterbüchern. Es interessiert die ursprüngliche Bedeutung und die Veränderung einzelner Begriffe im Verlauf der Zeit.

2. Unterschied zwischen Schimpfwörtern und Spottnamen

Es gibt die unterschiedlichsten Schimpfwörter. Ebenso gibt es für sie aber auch die verschiedensten Namen. So finden sich in der Literatur die Bezeichnungen Schimpfwörter, Spottnamen/-wörter, Scheltnamen/-wörter, Necknamen, Schmähnamen, Tabuwörter und weitere.2 Zwischen diesen Ausdrücken wird oft nicht weiter differenziert, doch gibt es zwei voneinander zu trennende Kategorien:

Spottnamen, genau wie Schelt-, Schmäh- und Necknamen, erhält man passiv, nur selten kann der Betroffene diese wieder abstreifen. Der individuelle Name wird „in einer Situation vollständiger Passivität“3 und in einem Zustand völliger Wehrlosigkeit erworben. Auch beschimpfende Namen erhält man passiv, man kann sich nur selten dagegen wehren; sie bleiben haften.

Spottnamen charakterisieren ein Individuum öffentlich, wobei sie es abwerten und „Persönlichkeit und Würde bedroh[en].“4 Gerade deswegen halten sich Spottnamen meist länger, da sie von der Umgebung aufgenommen und immer wieder auf eine Person projiziert werden. Ebenso müssen Spottnamen einen Wahrheitsanspruch erfüllen, um eine erfolgreiche face-Verletzung durchzuführen: „Meist handelt es sich um offensichtliche Wahrheiten, so dass ihr Aussprechen keinen informativen Zweck hat, sondern eine Verletzung intendiert oder zumindest in Kauf nimmt.“5 Zudem gibt es eine Übereinstimmung von Normen bei Sprechern eines Kulturkreises, denn „normgerechte Verhaltensweisen können dem gegenüber unbenannt bleiben, da sie als allgemeingültig, allgemein bekannt und positiv vorausgesetzt werden. Zu benennen und dadurch sprachlich abzuwerten sind demnach allein Abweichungen von dieser so gleichzeitig bestätigten Normalität.“6

Schimpfwörter (auch Spott- und Scheltwörter) hingegen sind allgemein und werden situationsabhängig gebraucht. So werden Schimpfwörter der Situation angepasst und der Assoziation, die damit verbunden ist. Dadurch, dass Schimpfwörter in allgemeinen Situationen gebraucht werden können, also Situationen, die einem Großteil von Personen widerfahren können, sind sie konventionalisiert. Hornscheidt merkt an, das gerade diese konventionalisierten Schimpfwörter oft Beleidigungen und bestimmte Muster übertragen, ohne dass der Kontext überdacht wird und so vor allem „sexistische, antisemitische, rassistische oder BeHinderung aufrufende Metaphern“7 unreflektiert gebraucht werden.

Schumann versammelt drei Funktionen von Schimpfwörter/-namen: Während beide Arten adressatenorientiert, indem sie das face des Beschimpften verletzen, und sprecherorientiert sind, dadurch dass der Beschimpfende seine Aggressionen in der Sprechhandlung löst, sind vor allem die Schimpfnamen an Dritten orientiert, da sie den Beschimpften im Beisein anderer verletzen, ohne das der Beschimpfte anwesend sein muss.8 Ein Schmähname muss seinem Träger zudem nicht unbedingt bekannt sein. „SpottN fördern die Gruppenintegration der SpottN-Kenner und -Verwender,“9 präzisiert Nübling. Ebenso weist sie auf das soziale Gefälle zwischen Beschimpften (meist sozial Höherstehende) und Beschimpfenden (sozial Tieferstehende) hin.10 Gemeinsam ist den beiden Arten auch die den Affekt auslösende Situation.11

Nun soll eine eigene Definition von Schimpfwörtern aufgestellt werden, um eine Basis für diese Arbeit zu schaffen: Ein Schimpfwort ist eine nicht individuelle, emotional-aggressive Sprechhandlung12, bei der ein Sprecher in einem situativen Kontext13, der durch einen Affekt ausgelöst wurde, das face des Beschimpften in dessen Beisein aktiv verletzt und damit eine Normabweichung kritisiert. Dabei muss die Aufrichtigkeitsbedingung14 erfüllt sein, der Wahrheitsanspruch hingegen nicht, obwohl dies die Kränkung verstärken würde. Durch die Kurzlebigkeit der Situation ist ein Schimpfwort meist assoziationsgebunden. Zudem baut der Sprecher Aggressionen ab und beschreibt ein soziales Gefälle zwischen sich und dem Beschimpften und stellt dadurch eine (verbale) Machtposition her.

Die Grenze zwischen Schimpfwörtern und Spottnamen ist fließend, da einige individuelle Züge eines Spottnamens auch auf mehrere Individuen anwendet werden können, vor allem wenn es sich um körperliche Merkmale handelt. Da Menschen sich in ihrer Physiognomie sehr ähnlich sind, sind es besonders Abweichungen in diesem Bereich, die in einem kleinen sozialen Gefüge nur auf eine Person, im großen Rahmen aber auch auf mehrere Menschen angewendet werden können.

Die Beleidigungsleistung wird unterschiedlich gravierend beurteilt, je nachdem ob es sich um schwerwiegenden Schimpf oder auch scherzhaft gemeinten Spott handelt.15 Um die Grenzen zwischen spotten und schimpfen deutlich zu machen, geraten noch einmal die sprachlichen Handlungen in den Fokus. Marten-Cleef16 führt den Begriff der opponierenden Expressiva ein. Spott und Schimpf drücken dabei ein Gefühl der Differenz und Disharmonie zwischen den Sprechern aus. Ebenso liegt beiden ein konkreter Anlass zu Grunde. Während jedoch beim Spotten die Tat des Adressaten positiv bewertet wird und damit sein

„Wertverlust […] emotional akzeptiert“17 wird, kränkt und wertet der Sprecher beim Schimpfen jedoch ganz bewusst. Somit teilt Marten-Cleef die beiden Handlungen unterschiedlichen Gruppen zu und zwar den opponierenden Expressiva mit Sprecher- Präferenz (spotten) und den opponierenden Expressiva mit Sprecher-Aversion (schimpfen). Das Spotten hebt sich zudem dadurch ab, dass es eine unverfängliche Art der Adressatenabwertung ist. Begleitet wird Spott meist von einer „freudige[n] Mimik“18 und Gestik, die keine ernsthaften Sanktionen nach sich zieht. Das Schimpfen jedoch ist aufrichtig, so dass die Be- bzw. Abwertung als Angriff auf die ganze Person angenommen werden muss.

Die Unterscheidung findet sich letztendlich in der Schwere der Sprechhandlungen. Während das Spotten nicht den Adressaten abwertet, sondern das aktuelle Missgeschick, ist das Schimpfen, und damit auch die Beschimpfung19, ein aggressiver Angriff und damit eine Abwertung eines gesamten Individuums, die zudem die Frustration des Sprechers ausdrückt.

3. Wirkungsweise von Schimpfwörtern

Hornscheidt20 bewertet die Annahme „von einer den Wörtern inhärenten beleidigenden oder diskriminierenden Dimension, die sich auch in ebendieser Begrifflichkeit pejorative Lexik ebenso wiederfindet wie in dem Ausdruck Schimpfwörter“21, als fehlerhaft, denn „inwiefern und warum diese Wörter in der konventionalisierten Lesweise einer Gesellschaft als Beschimpfungen aufgefasst werden, wird dabei nicht weiter thematisiert.“22 Er sieht den beleidigenden Akt in der Pragmatik der sprachlichen Handlung: „Aus einer konstruktivisch- pragmatischen Perspektive ist es wichtig, dass eine Beschimpfung immer nur im konkreten Handlungszusammenhang zur Beschimpfung wird und nicht den Wörtern oder der Sprache an sich eine Beschimpfungsleistung oder kontextlose -dimension innewohnt.“23 Diesem wird hier nur teilweise zugestimmt. Die meisten Schimpfwörter werden unreflektiert gebraucht, da die ursprüngliche Bedeutung inzwischen nicht mehr ersichtlich ist. Ebenso ist zu beachten, dass viele Schimpfwörter auch in wertfreien Kontexten nutzbar sind, wie beispielsweise das konventionalisierte Tierschimpfwort Esel. Ungeachtet dessen „sind darunter auch Worte, die überwiegend in Beschimpfungen gebraucht werden, wie z.B. Hornochse oder Mistkerl,“24 wirft Marten-Cleef ein. Bestimmte Wörter beinhalten folglich eine höhere Beschimpfungsleistung als andere. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn bereits die ursprüngliche Bedeutung dieser Wörter negativ besetzt ist.

Es gibt drei zu beachtende Konzepte, die die Wirkungsweise von beleidigenden Sprechakten näher beleuchten: Zum Ersten die Theorie Krämers25 der Doppelkörperlichkeit, zweitens die Theorie Goffmans26 des face, also die Verletzung des Gesichts eines Beschimpften und drittens die Theorie Debus‘27, der selbstbestimmten Benennung.

Krämer beschreibt den menschlichen Körper als zweidimensional: „[Personen] sind zugleich physisch-leiblicher wie auch sozial-symbolisch konstituierter Körper.“28 Nach der Geburt wird das Individuum durch einen Namen unverwechselbar gemacht und in das soziale Gefüge der Gesellschaft eingefügt. „Nicht nur der physische Körper nimmt im Hier und Jetzt seines Gegebenseins eine Stelle im physischen Raum ein, sondern auch der symbolische Körper hat einen durch den Namen markierten Ort im Netzwerk des sozialen Raums.“29 Diese zweifache Verortung einer Person macht sie sowohl auf der symbolischen wie auch leiblichen Ebene verwundbar. Des Weiteren beschreibt Krämer das Gespräch als das Teilen individueller Welten und indem die Sprecher gegenseitig Zutritt zu allen individuellen Gedanken und Ansichten erhalten, wird die eigene Persönlichkeit durch diese Offenheit angreifbar.30 Zum Einen liegt die Wirkungsweise von Schimpfwörtern in der Negierung einer Person innerhalb des sozialen Gefüges; zum Anderen wird aber auch die Stimme des Beschimpften herabgewürdigt bis aberkannt. „Diskriminierung und Demütigung machen die Betroffenen nicht selten stumm.“31 Mit einer verbalen Beschimpfung wird eine Person unsichtbar gemacht und das sowohl auf der symbolischkörperlichen Ebene, wie auch auf der physisch-leiblichen.

Bei Goffman ist es das face, das verletzt wird. „Jede menschliche Interaktion birgt das Risiko einer Gesichtsverletzung.“32 Dabei bezeichnet der Begriff face vor allem die Würde eines Individuums und seine Anrecht auf eine gefestigte Position im sozialen Netz, die vor allem durch „Achtung und Anerkennung“33 von Anderen hergestellt wird. „The term face may be defined as the positive social value a person effectively claims for himself by the line others assume he has taken during a particular contact. Face is an image of self delineated in terms of approved social attributes.”34

Eine weitere Position vertritt Debus. Da der Name ein Individuum kennzeichnet, ist eine Änderung des Namens gleichzeitig Abspruch der alten und Zuweisung einer neuen Identität, allerdings ohne Zustimmung des Beschimpften. „Der neue Name stiftet die neue Identität.“35 Auch damit wird die Person im sozialen Gefüge unsichtbar gemacht, sozusagen weg-verortet. Auch wenn dieser Aspekt eher bei Spottnamen zum Tragen kommt, gilt dies auch für die kurzzeitige Benennung mit einem Schimpfwort.

3.1. Schimpfende und Beschimpfte

Schimpfwörter werden in der Gesellschaft von allen Individuen gebraucht, dabei gibt es auch keine kulturellen, sozialen oder regionalen Unterschiede. Auch Männer und Frauen nutzen Schimpfwörter gleichermaßen. Cohn zeigt ausführlich, dass (Tier-) Schimpfworte bereits in der Bibel existieren und international gebraucht wurden und werden.36 Cohn stellt fest, dass es auch eine gewisse Konventionalisierung von Schimpfwörtern für bestimmte Berufsbereiche um 1910 gab, wie beispielsweise Rußwurm für Schmied.37 Allerdings stellt Scheffler deutlich dar, dass es erhebliche Unterschiede im Gebrauch der Schimpfwörter für Frauen und Männer gibt. In ihrer Wortfeldanalyse zeigt sich, dass einige Wortfelder nur mit Schimpfwörter für Frauen oder für Männer besetzt sind. Beispielhaft ist das Wortfeld Naivität + Verschlagenheit, da „dieses Verhalten […] sprachlich als typisch weibliches beschrieben [wird].“38 Ebenso lassen sich die Wortfelder Realitätsferne, Unzuverlässigkeit, Grobheit/Gewalttätigkeit und Verschrobenheit dem männlichen Geschlecht zuordnen, da „diese Verhaltensweisen in Bezug auf Frauen nicht als negativ thematisiert werden.“39 Auch sind durchaus einige Schimpfwörter geschlechtsneutral zu gebrauchen.

Scheffler hat eine empirische Untersuchung durchgeführt und eine Liste von Schimpfwörtern anhand von Schimpfwörterbüchern und einer Fragebogenuntersuchung aufgestellt.40 Dabei lag ihr Fokus auf dem unterschiedlichen Schimpfwortgebrauch für Männer und Frauen. Von den hundertelf Schimpfwörtern für Frauen, die sie aufzählt, sind dreiunddreißig Ausdrücke im Neutrum und nur sieben Ausdrücke maskulin. Es zeigt sich also, dass für Frauen hauptsächlich feminine und neutrum Ausdrücke gebraucht werden. Ebenso finden sich zwölf Diminutive, davon nur eines mit dem Suffix -lein.

Bei den Schimpfwörtern die primär für Männer gebraucht werden, finden sich 151 Substantive. Davon sind 133 maskulin, nur 11 neutral und sieben feminin. Die Anzahl der maskulinen Substantive überwiegt also außerordentlich. Weiterhin finden sich auch hier zwölf Diminutive, davon sechs mit dem Suffix -i und fünf mit dem Suffix -ling. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schimpfworte dem Geschlecht nach überwiegend dem Angegriffenen entsprechen. Cohn kommt in Bezug auf Tierschimpfwörter zu demselben Schluss, denn „das grammatische Geschlecht des Tiernamens [wirkt] auf den metaphorischen Gebrauch [ein].“41 Zudem zeigt er einen weiteren Aspekt auf, nämlich die Beschimpfungen unter Kindern. Dabei stellt er fest, dass sich hier auch Tiernamen eignen, „die das junge, unerwachsene Tier bezeichnen.“42 Und weiter: „Zur Ergänzung dienen die Namen kleiner Tiergattung“43, beispielsweise Frosch oder Wurm. Verwunderlich ist aber die Anzahl der Diminutive, da eine Verniedlichung einen kränkenden Sprechakt eher abmildert. Erklären lässt sich dies aber durch den Spott. Da der Betroffene hierbei nicht ernsthaft angegriffen werden soll, eignet sich auch ein Begriff, der nicht stark verletzend wirkt.

[...]


1 Seidel, Brigitte: Mit Namen kosen, necken, spotten, schmähen. In: Praxis Deutsch. 20. Jahrgang (November 1993). S. 42.

2 Einige Autoren, unter ihnen Opelt und Marten-Cleef, unterscheiden auch noch weitere Kategorien, beispielsweise den Spott: „Der Spott gibt den anderen vor einem tatsächlichen oder imaginären Forum der Lächerlichkeit preis, ist nicht affektivisch gefärbt wie das Schimpfwort, sondern der Ausdruck und die Freude an intellektueller Überlegenheit.“ Opelt, Ilona: Die lateinischen Schimpfwörter und verwandte sprachliche Erscheinungen. Eine Typologie. Heidelberg: Carl Winter 1965. S.18. Diese feingliederigen Unterscheidungen sind aber für diese Arbeit nicht zu fokussieren. Die Differenzierung zwischen Schimpfwörtern und -namen wird hier nur vorgenommen, um eine grundlegende Definition von Schimpfwörtern für die folgende lexembasierte Arbeit aufzustellen.

3 Krämer 2007. S. 36.

4 Seidel, Brigitte: Mit Namen kosen, necken, spotten, schmähen. In: Praxis Deutsch. 20. Jahrgang (November 1993). S. 44.

5 König, Ekkehard; Stathi, Katerina: Gewalt durch Sprache: Grundlagen und Manifestationen. In: Gewalt in der Sprache. Rhetoriken verletzenden Sprechens. Hrsg. von Sybille Krämer; Elke Koch. München: Wilhelm Fink 2010. S.56.

6 Marehn, Gisa: ‚Friss einen Hund, du hässliche Hure!‘ Zur sprachlichen Konstruktion von Vorstellungen über Normalität und Abweichung. In: Schimpfwörter. Beschimpfungen. Pejorisierungen. Wie in Sprache Macht und Identitäten verhandelt werden. Hrsg. von Antje Lann Hornscheidt; Ines Jana; Hanna Acke. Frankfurt a.M.: Brandes & Apsel 2011. S. 117.

7 Lann Hornscheidt 2011. S. 17.

8 Vgl. Schumann, Hanna Brigitte: Sprecherabsicht: Beschimpfung. In: Zeitschrift für Phonetik, Sprachwissenschaft und Kommunikationsforschung. Band 43 (1990). S. 262.

9 Nübling, Damaris; Fahlbusch, Fabian; Heuser, Rita: Namen. Eine Einführung in die Onomastik. Tübingen: Narr 2012. S. 177.

10 Vgl. Nübling, Damaris; Fahlbusch, Fabian; Heuser, Rita: Namen. Eine Einführung in die Onomastik. Tübingen: Narr 2012. S. 177.

11 Opelt zählt dazu Zorn, Haß, Eifersucht, Neid, verletzte Eitelkeit, enttäuschte Liebe, Ungeduld oder plötzlichen Schrecken auf, wobei Schimpfwörter eher durch die Singularität einer solchen Situation hervorgerufen werden. Vgl. Opelt, Ilona: Die lateinischen Schimpfwörter und verwandte sprachliche Erscheinungen. Eine Typologie. Heidelberg: Carl Winter 1965. S. 12.

12 Vgl. Marten-Cleef 1991. S. 310.

13 Vgl. Marten-Cleef 1991. S. 310.

14 Vgl. Marten-Cleef 1991. S. 309.

15 Natürlich gibt es auch eine subjektive Ebene, die in dieser Arbeit kaum berücksichtigt werden kann.

16 Vgl. Marten-Cleef 1991.

17 Marten-Cleef 1991. S. 220.

18 Marten-Cleef 1991. S. 227.

19 Unteranderem Marten-Cleef unterscheiden noch einmal in Schimpfen und Beschimpfen, wobei „Beschimpfen als Bezeichnung einer Gruppe von Äußerungsformen expressiver Sprechakte“ (Marten-Cleef 1991. S.311.) zu sehen ist. Dazu zählen auch Schimpfwörter, die ganz explizit jemanden/etwas ansprechen.

20 Auch Krämer ist dieser Meinung: „Einer einzelnen Äußerung ist (zumeist) ihre verletzende Kraft gar nicht abzulesen; ihre Semantik bleibt opak gegenüber dem ihr eigenen Kränkungsgehalt. Erst die Pragmatik […] kann die Verletzungsdimension einer Rede enthüllen.“ Sie sieht dabei Beleidigungen als ein „Phänomen des kulturell eingebetteten Sprachgebrauches.“ Krämer, Sybille: Sprache als Gewalt oder: Warum verletzen Worte? In: Verletzende Worte. Die Grammatik sprachlicher Missachtung. Hrsg. von Steffen K. Herrmann; Sybille Krämer; Hannes Kuch. Bielefeld: Transcript 2007. S. 35. Im Folgenden zitiert als: Krämer 2007.

21Lann Hornscheidt, Antje: Pejorisierung. Ein konstruktuvistisches Konzept zur Analyse von Beschimpfungspraktiken. In: Schimpfwörter. Beschimpfungen. Pejorisierungen. Wie in Sprache Macht und Identitäten verhandelt werden. Hrsg. von Antje Lann Hornscheidt; Ines Jana; Hanna Acke. Frankfurt a.M.: Brandes & Apsel 2011. S. 19. Im Folgenden zitiert als: Lann Hornscheidt 2011.

22 Lann Hornscheidt 2011. S. 19.

23 Lann Hornscheidt 2011. S. 21.

24 Marten-Cleef, Susanne: Gefühle ausdrücken. Die expressiven Sprechakte. Göppingen: Kümmerle 1991. S. 317. Im folgenden zitiert als: Marten-Cleef 1991.

25 Vgl. Krämer 2007. S. 31 - 47.

26 Vgl. Goffman, Erving: On Face-work: An analysis of ritual elements in social interaction. In: The Discourse Reader. Hrsg. von Adam Jaworski; Nikolas Coupland. 2. Auflage. Abingdon; Oxfordshire: Routledge 2006. S. 299 - 310.

27 Vgl. Debus, Friedhelm: Identitätsstiftende Funktion von Personennamen. In: Friedhelm Debus. Kleinere Schriften zum 75. Geburtstag am 2. Februar 2007. Hrsg. von Hans Diether Grohmann und Anja Kühn. Hildesheim: Georg Olms 2007. S. 295 - 308.

28 Krämer 2007. S. 36.

29 Krämer 2007. S. 36f.

30 Vgl. Krämer 2007. S. 38.

31 Krämer 2007. S. 43.

32 König, Ekkehard; Stathi, Katerina: Gewalt durch Sprache: Grundlagen und Manifestationen. In: Gewalt in der Sprache. Rhetoriken verletzenden Sprechens. Hrsg. von Sybille Krämer; Elke Koch. München: Wilhelm Fink 2010. S. 49.

33 König, Ekkehard; Stathi, Katerina: Gewalt durch Sprache: Grundlagen und Manifestationen. In: Gewalt in der Sprache. Rhetoriken verletzenden Sprechens. Hrsg. von Sybille Krämer; Elke Koch. München: Wilhelm Fink 2010. S. 49.

34 Goffman, Erving: On Face-work: An analysis of ritual elements in social interaction. In: The Discourse Reader. Hrsg. von Adam Jaworski; Nikolas Coupland. 2. Auflage. Abingdon; Oxfordshire: Routledge 2006.

S. 299.

35 Debus, Friedhelm: Identitätsstiftende Funktion von Personennamen. In: Friedhelm Debus. Kleinere Schriften zum 75. Geburtstag am 2. Februar 2007. Hrsg. von Hans Diether Grohmann und Anja Kühn. Hildesheim: Georg Olms 2007. S. 298.

36 Vgl. Cohn, Hugo: Tiernamen als Schimpfwörter. Berlin: Weidmannsche Buchhandlung 1910. Im Folgenden zitiert als: Cohn 1910.

37 Vgl. Cohn 1910. S. 12. Und: Weise, Oskar: Ästhetik der deutschen Sprache. 4. Auflage. Leipzig: Teubner 1915. S. 158. Weise führt die Bezeichnung Rußwurm jedoch als Witz. Es ist also davon auszugehen, dass diese Bezeichnung eher scherzhaft bis neckend gebraucht wurde und nicht als beleidigendes Schimpfwort. Trotzdem wird der Begriff Rußwurm von außen zugeschrieben. Schon allein die Neuidentifikation von außen stellt eine Machtposition dar, die diskriminierend wirken kann.

38 Scheffler, Gabriele: Schimpfwörter im Themenvorrat einer Gesellschaft. Marburg: Tectum 2000. S. 141.

39 Scheffler, Gabriele: Schimpfwörter im Themenvorrat einer Gesellschaft. Marburg: Tectum 2000. S. 141.

40 Vgl. Scheffler, Gabriele: Schimpfwörter im Themenvorrat einer Gesellschaft. Marburg: Tectum 2000. S. 123.

41 Cohn 1910. S. 22.

42 Cohn 1910. S. 22.

43 Cohn 1910. S. 22.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Schimpfwörter. Eine semantisch-etymologische Untersuchung
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Germanistik)
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
38
Katalognummer
V272320
ISBN (eBook)
9783656638582
ISBN (Buch)
9783656638575
Dateigröße
568 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schimpfwörter, eine, untersuchung
Arbeit zitieren
BA Antonia Riedel (Autor:in), 2013, Schimpfwörter. Eine semantisch-etymologische Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272320

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