Analyse von Miguel de Cervantes Saavedras "La española inglesa"


Hausarbeit, 2012
15 Seiten, Note: 3.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Miguel de Cervantes Saavedra

3 Allgemeines zu den novelas ejemplares von Cervantes

4 La española inglesa
4.1 zeitlicher Hintergrund à elisabethanisches Zeitalter
4.2 inhaltliche Zusammenfassung und Analyse

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Diese Novelle aber kann uns lehren, wieviel die Tugend und die Schönheit

vermögen. Vereint oder auch jede für sich sind sie imstande, selbst unseren Feinden Liebe einzuflößen.“ (Cervantes 1948, 331)

Mit diesem Satz fängt der letzte Abschnitt der zu behandelnden Novelle La española inglesa an. Dieser Satz ist bereits ausschlaggebend und hinweisgebend, was Cervantes mit seinen Novellen bezweckt, und dass er immer moralische Hintergedanken beim Verfassen seiner Werke gehabt hat. Er möchte mit seinen Erzählungen sowohl unterhalten als auch belehren und unterweisen.

In dieser Hausarbeit wird es um Miguel de Cervantes gehen und seine Werke, mit besonderem Blick auf La española inglesa aus den novelas ejemplares.

Zunächst werden einleitend einige Fakten aus dem Leben Miguels erörtert, vor allem inwiefern die verschiedenen Stationen in seinem Leben ihn inspiriert und veranlasst haben, seine vielfältigen Werke zu verfassen. Im Anschluss daran wird auf die Besonderheiten und Eigenschaften im Allgemeinen von den novelas ejemplares eingegangen. Daraufhin kommt es dann zu einer Einordnung in den geschichtlichen Hintergrund der Novelle La española inglesa und anschließend zu einer inhaltlichen Zusammenfassung und Analyse dieser Novelle.

Abschließend wird festgestellt werden, inwieweit diese Novelle in den Zusammenhang seiner Novellensammlung passt.

2 Miguel de Cervantes Saavedra

Miguel ist im Jahre 1547 in Alcalá de Henares geboren und im selben Jahr auch getauft worden. Als viertes von sieben Kindern ist er in einer Familie von verarmtem Adel aufgewachsen. Sein Vater Rodrigo de Cervantes ist ein erfolgloser Chirurg gewesen und seine Mutter hieß Leonor de Cortinas. In den Jahren 1553-1563 ist er mit seiner Familie viel umhergereist, um finanziell aussorgen zu können (Vgl. Byron 1984, 584). Cervantes hat in Salamanca und Madrid Theologie studiert, aber sehr früh schon hat er angefangen zu dichten. 1568/69 ist bereits die Veröffentlichung erster Verse von ihm (Vgl.ebd., 585). 1570 beginnt dann schließlich seine militärische Laufbahn, bereits ein Jahr später wird er bei der Schlacht von Lepanto schwer verwundet, wonach seine linke Hand gelähmt bleibt. Dies bringt ihm auch den Spitznamen El manco ein. 1575 ist er von Türken gefangen genommen worden, diese Gefangenschaft hat 5 Jahre angedauert, worunter er mehrere Fluchtversuche unternommen hat, die allesamt gescheitert sind. Letztlich ist er von dem Trinitarierorden freigekauft wurden (Vgl.ebd.). Hier lässt sich bereits ein Bezug oder Zusammenhang zu der behandelnden Novelle feststellen, dazu detaillierter unter dem Punkt 4.2.

Auch über sein Privatleben ist Manches bekannt geworden. 1584 ist er eine Liebschaft mit Ana Franca de Rojas eingegangen, aus dessen Affäre auch sein einziges Kind hervorgeht, die Tochter Isabel. Im gleichen Jahr aber heiratet er dennoch eine andere Frau: die mit 19 Jahren wesentlich jüngere Catalina de Salazar (Vgl. Canavaggio 1989, 366). 1598 stirbt Ana Franca, woraufhin Cervantes´ Schwester das Kind Isabel zu sich nimmt. 1606 heiratet die Tochter von Cervantes zum ersten Mal. Mit ihrem Gatten Diego Sanz bekommt sie ein Jahr später ihr gemeinsames Kind Isabel Sanz. Schon ein Jahr darauf stirbt Diego, woraufhin Isabel ein zweites Mal heiratet: Luis de Molina. Erneut ein Jahr später stirbt Cervantes´ Enkeltochter Isabel bereits (Vgl. ebd., 367f.).

Aufgrund seine vielen Werke von großer Popularität, gilt Miguel de Cervantes als Spaniens Nationaldichter. Während seines Gefängnisaufenthalts im Jahr 1598 wegen angeblicher Veruntreuung von Staatsgeldern, fängt er mit seinem Werk Don Quijote an. Der erste Teil dieses Werkes erscheint 1605, der zweite Teil 1615. Im Jahr 1613 veröffentlicht er seine novelas ejemplares, die im folgenden Punkt 3 näher untersucht werden (Vgl. ebd., 368).

Im April 1616 stirbt Miguel de Cervantes, weiterhin verarmt, in Madrid und wird im Kloster der barfüßigen Trinitarierinnen begraben. Bis in die heutige Zeit hinein hat Cervantes weiterhin Einfluss: nach ihm wurden sowohl das Kulturinstitut Instituto Cervantes als auch der Cervantespreis, welcher der wichtigste Preis in der spanischen Literatur ist, benannt. Zudem ist auf den 10-, 20- und 50-Cent-Münzen sein Konterfei eingeprägt.

Im folgenden Punkt werden, wie bereits kurz erwähnt, die novelas ejemplares von Cervantes näher beschrieben und ihre Besonderheiten und Eigenschaften hervorgehoben.

3 Allgemeines zu den novelas ejemplares von Cervantes

Einleitend lässt sich sagen, dass es sich bei den novelas ejemplares um eine Novellensammlung von zwölf Novellen handelt, die im Jahre 1613 veröffentlicht worden ist. Die Novellen von Cervantes genießen noch heute einen großen Erfolg, aber auch damals schon, wusste man seine Erzählungen zu schätzen. Nach dem Erscheinen hat es innerhalb von zehn Monaten vier Auflagen gegeben, davon auch ein Raubdruck in Pamplona und eine Fälschung in Lissabon. Das gesamte Jahrhundert hindurch ist eine enorme Begeisterung zu vermerken, in dieser Zeit haben die novelas ejemplares sogar den Don Quijote ersetzt, was sich allerdings ab dem 18. Jahrhundert wieder geändert hat. Auch im Ausland wie England oder Frankreich erfreuen sich die novelas ejemplares großer Beliebtheit (Vgl. Canavaggio 1989, 302).

Der Name der Novellensammlung gibt bereits vor, dass es sich um etwas Beispielhaftes handeln wird. Dabei ist sowohl die moralische Perspektive gemeint als auch der Bezug auf die literarische Form. In seinem Vorwort behauptet Cervantes, der Erste zu sein, der Novellen in spanischer Sprache verfasst. Alle anderen seien lediglich Übersetzungen oder sind abgekupfert worden (Vgl. Cervantes 1948, X). Er möchte mit seinen Novellen unterhalten und auch belehren. Aus jeder seiner Erzählungen sei eine Lehre für das Leben herauszuziehen, dies muss der Leser allerdings selber finden und für sich selbe deuten (Vgl. Schmauser 1996, 97). Es sind verschiedene Deutungen seiner Erzählungen möglich, und sie sollen entweder zur Nachahmung oder aber zur Warnung dienen.

Cervantes zeigt in seinen Novellen den menschlichen Alltag und die Realität, wie sie in Wirklichkeit ist, demnach eine Welt, in der man sich Lügen, Zufällen, Widrigkeiten und Kompromissen gegenübergestellt sieht. Der zu bestreitende Weg der Protagonisten ist gespickt mit Tücken, wo ihm das Gute und auch das Böse in verschiedenen Personen begegnen (Vgl. Canavaggio 1989, 301). In seinen Erzählungen greifen vor allem Zufälle und das Schicksal verändernd in das Leben der Personen ein, was zu unvorhersehbaren Wendungen innerhalb der Erzählung führt (Vgl. Byron 1984, 519).

Cervantes ist seiner Zeit damals weit voraus gewesen, indem er eine neue Erzählstruktur gebildet hat und zudem bei ihm eine Wechselwirkung vom fiktiven Charakter und der realen Welt mit seiner Gesellschaft besteht. Die Welt nimmt nicht nur Teil am Leben des Protagonisten, sondern sie greift mit ein. Die Charaktere in seinen Erzählungen können und müssen selber mit den verschiedenen Situationen umgehen und von sich aus damit zurechtkommen. Die Welt würde für die Menschen heute anderes aussehen, wenn es die novelas ejemplares nicht gegeben hätte, denn es ist zwar heutzutage normal, die reale Welt mit einzubeziehen, aber zur Zeit von Cervantes ist es eine Erneuerung und Revolutionierung in der Literatur gewesen (Vgl. ebd., 518 f.).

Es taucht bei Cervantes eine Dynamik bei den Personen auf, in der Zeit des Barock hat man angefangen, den Menschen als einen Organismus in Bewegung zu sehen. Die Auftritte der verschiedenen Personen in den Erzählungen von Cervantes treten nicht willkürlich auf, sondern es ist darin eine Bedeutung zu erkennen. Zudem sind die Geschichten von ihm geprägt durch reale Begebenheiten in Spanien bzw. dem Land, in der die Erzählung spielt, sowohl religiös als auch politisch (Vgl. Schmauser 1996, 99 f.). Dies wird in dem folgenden Punkt 4.1 im Bezug auf die Novelle La española inglesa näher gezeigt.

4 La española inglesa

Nun wird speziell auf die Novelle La española inglesa von Cervantes eingegangen. Dabei ist zunächst zu berücksichtigen, in welcher Zeit die Erzählung stattfindet und was die dementsprechenden Begebenheiten und Hintergründe gewesen sind. Dies wird unter dem Punkt 4.1 näher erläutert. Unter Punkt 4.2 werden die inhaltliche Darstellung und Interpretation dieser Novelle im Vordergrund stehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Analyse von Miguel de Cervantes Saavedras "La española inglesa"
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
3.0
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V272357
ISBN (eBook)
9783656639909
ISBN (Buch)
9783656639893
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Miguel de Cervantes Saavedra, La española inglesa
Arbeit zitieren
Johanna Wessely (Autor), 2012, Analyse von Miguel de Cervantes Saavedras "La española inglesa", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272357

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