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Luther und die Rhetorik

Titel: Luther und die Rhetorik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Stefanie Bucher (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Passen Predigt und Rhetorik überhaupt zusammen? War Luther nicht ein Mann, der seine Sprache als schlicht und volksnah beschrieb? Wie passt hier die Rhetorik ins Bild? Festzuhalten ist, dass die Rhetorik nicht zu allen Zeiten hoch geschätzt wurde. Es gab schon immer viele verschiedene Meinungen dazu, wie eine gute Rede auszusehen hat, oder was den idealen Redner ausmacht. Über die Jahre veränderten sich die Vorstellungen, Theorien wurden abgewandelt, aber auch längst verdrängt Geglaubtes wieder aufgegriffen und neu verarbeitet. So auch in der Reformationszeit. In dieser Zeit wurde der Buchdruck erfunden und die humanistische Bildung begann Früchte zu tragen. Humanistische Gelehrte gingen zurück zu den Quellen und zwar zu denen der griechischen und römischen Antike. Im Zuge dessen wurde auch die Rhetorik wiederbelebt. Aber hatte diese humanistische Gelehrsamkeit auch für einen Theologen wie Luther Bedeutung? Stand auch er in der Tradition der Rhetorik?
Die soll in der folgenden Arbeit genauer betrachtet werden. Es soll herausgearbeitet werden, wie Luthers Verhältnis zur Rhetorik war. Zuerst soll er grob in den geschichtlichen Kontext der Rhetorik eingeordnet und in den Bezug zur klassischen Rhetorik gestellt werden. Da man bei Luther nicht nur einseitig die sprachliche Komponente seines Schaffens betrachten kann, sondern immer auch die theologische Dimension eine entscheidende Rolle spielt, soll dann sein Verständnis vom Wort Gottes betrachtet werden, das die theologische Basis seiner Rhetorik bildet. Als nächstes wird betrachtet, wie sich diese Vorstellungen in Luthers Redetätigkeit dann tatsächlich auswirken. Hierbei soll vor allem die Predigt untersucht werden. Nun soll noch auf eine Besonderheit der Rhetorik in der Reformationszeit eingegangen werden, die auch Luther und seine Predigt entscheidend prägt. Hierbei spielt die ebenfalls klassische Disziplin der Dialektik eine Rolle, die schon in der Antike in einem engen Verhältnis zur Rhetorik stand, und deren Rolle zu Luthers Zeit neu gestaltet wird. Zum Schluss wird die Rolle der Rhetorik in der heutigen Zeit noch einmal ins Blickfeld rücken. Es soll hier die Verbindungslinie von Luthers, durch seine christliche Rhetorik geprägte, Predigttätigkeit zur Homiletik heute gespannt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Rhetorik in der Antike und im Mittelalter

Rhetorik bei Luther

Luther in der Tradition der klassischen Rhetorik

Luther und das Wort

Luthers Predigten

Martin Luther als Rhetoriker in dialektischem Gewand?

Rhetorik und Homiletik heute

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis Martin Luthers zur Rhetorik und geht der Frage nach, ob der Reformator, trotz seines Strebens nach volksnaher Sprache, eine bewusste rhetorische Kunstfertigkeit in seinen Predigten und Schriften einsetzte. Ziel ist es, Luthers Rhetorikverständnis im Kontext antiker Traditionen und seiner theologischen Basis zu verorten.

  • Die Einordnung Luthers in die Tradition der klassischen Rhetorik.
  • Die zentrale Bedeutung des Wortes Gottes als theologische Grundlage für Luthers Rhetorik.
  • Die Analyse der Struktur von Luthers Predigten, insbesondere die Einheit von Lehre und Ermahnung.
  • Das dialektische Verständnis von Rhetorik bei Luther und dessen Auswirkungen auf die Verkündigung.
  • Die Relevanz lutherischer Rhetorik für moderne homiletische Ansätze.

Auszug aus dem Buch

Luther und das Wort

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“26 heißt es zu Beginn des Johannesevangeliums. Mit Gottes Wort beginnt in der Bibel alles, was ist. Da Luther Theologe ist, wurzelt sein Rhetorikverständnis nicht nur in der antiken Tradition, sondern auch in der Bibel selbst. Die zentrale Bedeutung des Wortes übernimmt Luther nicht aus den philosophischen Texten, sondern vor allem aus dem, was der biblische Text hier vorgibt.

Für Luther ist die Redefähigkeit des Menschen ein entscheidendes Herausstellungs-merkmal, das ihn einzigartig und besonders macht. Diese Fähigkeit zur Sprache ist für Luther vor allem in der Beziehung des Menschen zu Gott begründet. Diese Beziehung wird nach der Bibel im Schöpfungsakt konstituiert. Die Besonderheit an der Schöpfung des Menschen besteht in der Art und Weise, wie er geschaffen wird. Der erste entscheidende Punkt ist für Luther die Schaffung des Menschen allein durch das Wort. Dies fasst er folgendermaßen in Worte: „Durch nichts anderes als durch sein Wort macht Gott uns lebendig, bringt er uns hervor, ernährt er uns, erzieht, schützt, bewahrt uns und führt uns zum ewigen Leben.“27 Betrachtet man nun den Genesis-Text, wird deutlich, dass diese Beschreibung durchaus treffend ist. Gott schafft den Menschen nicht mit den Händen oder mit Hammer und Meißel, sondern allein durch sein Wort: „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei“28. Der zweite wichtige Aspekt ist nun die Schaffung des Menschen nach dem Bild Gottes oder auch in Gottes Ähnlichkeit. In dieser Gottebenbildlichkeit begründet Luther sein Menschenbild. Diese Aspekt sagt am meisten darüber aus, was der Mensch ist. Durch die Gottebenbildlichkeit erklärt sich das Sein des Menschen und somit auch seine Fähigkeit zur Sprache.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und verdeutlicht, dass Rhetorik und Theologie bei Luther in enger Verbindung stehen.

Rhetorik in der Antike und im Mittelalter: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Rhetorik von den Anfängen in der Antike bis hin zur christlichen Adaption im Mittelalter nach.

Rhetorik bei Luther: Dieser Hauptteil analysiert die Integration der klassischen Rhetorik in das theologische Werk Luthers.

Luther in der Tradition der klassischen Rhetorik: Untersucht wird Luthers Rezeption antiker Rhetoriker und wie er sich kritisch und differenziert mit ihnen auseinandersetzt.

Luther und das Wort: Beleuchtet die theologische Fundierung der Rhetorik im Wort Gottes und dem Menschenbild Luthers.

Luthers Predigten: Analysiert Luthers Predigtpraxis unter Berücksichtigung von Adressatenbezug und rhetorischer Gestaltung.

Martin Luther als Rhetoriker in dialektischem Gewand?: Erörtert die Einheit von Dialektik und Rhetorik in der Verkündigung.

Rhetorik und Homiletik heute: Verbindet die historische Analyse mit aktuellen Diskussionen innerhalb der Homiletik.

Fazit: Fasst zusammen, dass Luther rhetorisch versiert war und Rhetorik als unverzichtbares Hilfsmittel für die Verbreitung des Wortes Gottes betrachtete.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Rhetorik, Predigt, Dialektik, Wort Gottes, Hermeneutik, Homiletik, Lehre, Ermahnung, Glaube, Antike, Reformation, Kommunikation, Redekunst, Theologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Rhetorik im Werk und in den Predigten von Martin Luther und untersucht, wie er die Kunst der Rede für seine theologischen Zwecke nutzte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die historische Einordnung der Rhetorik, die theologische Begründung der Sprache bei Luther, die Struktur seiner Predigten und die Verbindung von Dialektik und Rhetorik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Luther trotz seines Strebens nach volksnaher Einfachheit über eine ausgeprägte rhetorische Kompetenz verfügte und diese gezielt einsetzte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung von Quellen (Werkausgaben, Tischreden) und einschlägiger Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Luthers Verhältnis zur klassischen Rhetorik, die theologische Basis seines Redens (das Wort Gottes) sowie die methodische Aufteilung seiner Predigten in docere und exhortatio.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Luther, Rhetorik, Predigt, Dialektik, Wort Gottes und Homiletik.

Wie unterscheidet Luther zwischen Lehre und Ermahnung?

Luther unterteilt die Predigt in 'docere' (Lehre, Verstandesebene) und 'exhortatio' (Ermahnung, Emotionsebene), wobei er beide Aspekte als notwendig für eine wirkungsvolle Verkündigung ansieht.

Warum betont der Autor, dass Luther kein „einfach gestrickter Prediger“ war?

Der Autor argumentiert, dass Luthers Schlichtheit eine bewusste rhetorische Entscheidung zur besseren Verständlichkeit war, die jedoch auf fundiertem Wissen über Rhetorik und Dialektik aufbaute.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Luther und die Rhetorik
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Veranstaltung
HS: Luther und die deutsche Sprachgeschichte
Note
1,7
Autor
Stefanie Bucher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V272374
ISBN (eBook)
9783656645061
ISBN (Buch)
9783656645054
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Luther Rhetorik Homiletik Predigt Melanchthon
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Bucher (Autor:in), 2013, Luther und die Rhetorik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272374
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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