Schreibprozessmodelle bei der Textproduktion im DaF-Unterricht


Forschungsarbeit, 2014
13 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Zum Schreibprozess

2. Das Modell von Rohmann und Wlecke

3. Das Modell von John Hayes und Lenda Flower

4. Das Modell von Otto Ludwig

5. Modell zum Schreiblehrprozess nach August

6. Schreiblehrprozesses am Beispiel der Textsorte Zusammenfassung

Literatur

1. Zum Schreibprozess

Im Bereich der Schreibdidaktik wurden Untersuchungen über den Schreibprozess durchgeführt mit dem Ziel, den Begriff Schreibprozess zu definieren. In diesem Sinne definiert Krings (1992) den Schreibprozess wie folgt:

„Der Schreibprozess beginnt somit mit der Wahrnehmung einer vorgegebenen oder dem Bewusstwerden einer selbst gestellten Schreibaufgabe und endet mit der ‚Verabschiedung’ des Textproduktes in einer aus der subjektiven Sicht des Textproduzenten endgültigen Form. Der Schreibprozess ist die ‚Ontogenese’ eines Textproduktes“.[1]

Im Sinne der Ausführungen von Krings erfolgt der Schreibprozess zunächst einmal mit einem Antrieb zum Schreiben und endet damit, das Schreibprodukt als abgeschlossen zu betrachten. Vielmehr bekräftigt Krings, dass das Textprodukt bestimmte Phasen unterlaufen sollte, bis es als fertig betrachtet wird. Der Lehrende sollte auch beim Schreiben mitmachen, wenn die Lernende Texte schreiben. Außerdem sollte die Entscheidungen über die Auswahl von Themen und Darstellung von Informationen nicht alleine treffen, sondern auch die Lernenden dürfen mitmachen. Der Lehrer sollte dafür sorgen, dass eine Atmosphäre des Selbstvertrauens zwischen den Lernern herrscht. Der Lehrer ist ebenfalls angehalten, Schreibstrategien und Techniken für die Lerner während des Schreibprozesses zu vermitteln. Er ist aufgefordert, Anregungen und Impulse für das Schreiben darzustellen.

2. Das Modell von Rohmann und Wlecke

Durch die angestellten Forschungen im Hinblick auf die Förderung des Schreibens sind unterschiedliche Schreibprozessmodelle entstanden. Die sämtlichen Modelle streben danach an, die verschiedenen Phasen des Schreibens zu skizzieren. In diesem Sinne haben Rahmen und Wlecke (1993) im Jahr 1964 ein Modell über den Schreibprozess angefertigt bzw. vorgelegt.[2] Dieses Modell stellte das Schreiben als eine Reihe von Stufen dar, in der sich das Schreibprodukt linear verläuft. An diesem Modell ist zu monieren, dass sich der Schreibprozess nicht auf lineare Weise verlaufen könnte, d.h. die drei Schreibstufen dürfen nicht isoliert, sondern konzentrisch durchgeführt werden. In dieser Hinsicht sollten die Schreibprozessmodelle von Hayes und Ludwig auch diese Kritik unterstützen, nach welcher der Schreibprozess nicht auf diese Weise verläuft.

3. Das Modell von John Hayes und Lenda Flower

Das Modell von John Hayes und Lenda Flower (1980, 3 ff) wurde im Jahre 1980 in den USA entwickelt. Die Abbildung 2 veranschaulicht, wie dieses Modell aussieht und welche Komponenten es in sich trägt[3]. Dieses Modell lässt sich wie folgt beschreiben: Es beinhaltet drei Hauptteile, nämlich: das Aufgabenumfeld, das Langezeitgedächtnis des Autors und den Schreibprozess. Das Aufgabenumfeld ist in zwei Komponenten unterteilt. Es geht um den Schreibauftrag und die bisher geschriebenen Textteile. Der Schreibauftrag beinhaltet das Thema, die Adressaten und die Informationen zur Motivation des Lerners. Das Langezeitgedächtnis besteht einerseits aus dem Wissen zum Thema sowie dem Wissen über die Adressaten. Neben diesen zwei Arten von Wissen schließt das Langezeitgedächtnis die vorhandenen Schreibpläne ein. Auf diese drei Parameter könnte der Schreibende zurückgreifen, um einen Text zu verfassen und in dieser Hinsicht könnte sich der Schreiber an den fünf W-Fragen orientieren. Der Schreibprozess gliedert sich in drei Teilprozesse, nämlich: das Planen, das Formulieren und das Überarbeiten. Diese Teilprozesse des Schreibens setzen die Erfüllung des Schreibauftrags voraus, damit sie durchgeführt werden können. Auf der anderen Seite gibt es die Kontroll- und Steuerungsinstanz, die den Schreibprozess kontrolliert und ordnet. An diesen Ausführungen ist jedoch zu bemängeln, dass der beschriebene Schreibprozess an Präzision im Hinblick auf diese angeführten Begriffe fehle, d.h. diese wurden nicht durch Beispiele erläutert und verdeutlicht. Hinzu lassen sich die drei Komponenten: Planen, Formulieren und Überarbeiten in weitere Teilprozesse unterteilen. Zudem sollen diese drei Komponenten erfolgreich durchgeführt werden, um der Schreibaufgabe gerecht zu werden. Auch lässt sich das Planen als Teilprozess in weitere Subprozesse unterteilen. Es geht insbesondere um das Generieren, das Strukturieren und das Zielsetzen. Die Rolle des Generierungsprozesses besteht darin, wichtige Informationen aus dem Langzeitgedächtnis abzurufen und sorgt für die Entwicklung von Ideen. Darüber hinaus besteht die Funktion des Strukturierungsprozesses darin, die abgerufenen Informationen auszusuchen bzw.

[...]


[1] Krings, Hans P. : Schwarze Spuren auf weißem Grund- Fragen, Methoden und Ergebnisse der empirischen Schreibprozessforschung im Überblick. In: Krings, Hans P. /Antos, Gerd (Hg.): Textproduktion. Neue Wege der Forschung. Trier: WVT, 1992.

[2] Rohmann und Wlecke. In: Rpmberg, Susanne: Wege Erwachsener in die Schrift. Schreibprozesse bei funktionalen Analphabeten. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1993.

[3] Hayes, John R. / Flower, Linda S.: Identifying the Organisation of Writing Processes. In: Gregg, Lee W. / Steinberg, Erwin R.: Cognitive processes in writing. Hillsdale: Lawrence Erlbaum Associates, 1980,S.3 ff.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Schreibprozessmodelle bei der Textproduktion im DaF-Unterricht
Hochschule
University of Oran
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V272417
ISBN (eBook)
9783656644149
ISBN (Buch)
9783656644125
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schreibprozessmodelle, textproduktion, daf-unterricht
Arbeit zitieren
Mag. Mohamed Chaabani (Autor), 2014, Schreibprozessmodelle bei der Textproduktion im DaF-Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272417

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