Die homosexuelle Liebe zwischen Frauen oder unter Männern wird heutzutage von der Gesellschaft akzeptiert. Von der ganzen Gesellschaft? Nein! Die christlichen Kirchen stufen die gelebte Homosexualität auch heute noch als Sünde ein.
Die christlichen Kirchen agieren in fast allen unseren Lebensbereichen: Sie sind Arbeitgeber, Altenpfleger, Seelsorger und Begleiter bei freudigen, aber auch traurigen Anlässen. Weil sie in unserem Leben so stark verankert sind, hat es gesellschaftliche Auswirkungen, wie die Kirche und ihre Vertreter mit dem Thema Homosexualität umgehen.
Wie sehen katholische Theologen und die Gläubigen gleichgeschlechtliche Liebe? Wie geht die Kirche als Arbeitgeber mit homosexuellen Angestellten um? Welche Möglichkeiten haben Schwule und Lesben, wenn sie christlich heiraten möchten? Auf diese Fragen gibt dieses Buch wissenschaftlich fundierte Antworten.
Aus dem Inhalt:
• Die Haltung der katholischen Kirche zu Homosexualität
• Homosexualität in der Bibel
• Biblische Hermeneutik zur Homosexualität
• Die Rechtsquellen der Kirche
• Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
• Schwule Theologie
Inhaltsverzeichnis
„Können Christen in einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft leben?“ von Markus Kreißl, 2009
Theologische Sichtung anhand von Leitdifferenzen und unter Einbeziehung von Aussagen der EKD, der ev. luth. Landeskirche Sachsens, der LUST und der VELKD zur Frage „Können Christen in einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft leben“
Conclusio: „Ist gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft biblisch oder unbiblisch?“
Weitere Stellen der Bibel um Erotik und sexueller sowie homosexueller Lebensbeschreibung ohne besonderer Bewertung der Handlungen
Conclusio finalis
Anlagen Email-Texte und Material verschiedener Institutionen
„Homosexualität in der Literatur katholischer Moraltheologen“ von Lisa Brand, 2009
Die Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität
Stellungnahmen in aktueller Literatur
Der Artikel „Homosexualität“ im Lexikon für Theologie und Kirche
Der besondere Beitrag von Martin Steinhäuser
„Chancengleichheit? – Über den Umgang mit homosexuellen Beschäftigten in Einrichtungen der katholischen Kirche" von Jana Nitezki, 2011
Einleitung
Grundlagen & Rechtliches: Der Arbeitgeber katholische Kirche
Der Begriff „Homosexualität“
Die Einstellung der katholischen Kirche zum Thema Homosexualität
Staat und Kirche
Die Caritas als Arbeitgeber
Fallbeispiele: Beispiele für den Umgang der katholischen Kirche mit Loyalitätsverstößen
Schutz vor Diskriminierung
Zur Diskriminierung Homosexueller am Arbeitsplatz
Erfahrungsberichte zum Thema Homosexualität und Kirche
Zusammenfassung & Ausblick
„HOMOSEXUALITÄT als Herausforderung an die neutestamentliche Gemeinde“ von Sascha Schmuck, 2007
Einleitung
Begriffsdefinition
Zur Entstehung homosexueller Gefühle
Exkurs: Homosexualität und Gesundheit
Exkurs: Homosexualität in der Bibel
Stellungnahme der beiden großen Kirchen zur Homosexualität
Die Schwule Theologie
Umfrageergebnisse
Homosexualität und Seelsorge
Die Verantwortung der neutestamentlichen Gemeinde
Abschließende Worte
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Lehre christlicher Kirchen und der Lebensrealität homosexueller Menschen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie religiöse Institutionen ihre Positionen theologisch und ethisch begründen und welchen Umgang sie gegenüber homosexuell geprägten Personen – sowohl in der Gemeinde als auch als Arbeitgeber – pflegen.
- Die moraltheologische und biblische Bewertung von Homosexualität in verschiedenen christlichen Konfessionen.
- Die Auswirkungen kirchlicher Lehrmeinungen auf das Arbeitsrecht in kirchlichen Einrichtungen.
- Empirische Einblicke in Diskriminierungserfahrungen homosexueller Beschäftigter am Arbeitsplatz.
- Die Auseinandersetzung mit seelsorgerlichen Ansätzen und der „Schwulen Theologie“.
- Eine Analyse der Rolle der Kirche als Arbeitgeber unter Berücksichtigung des Tendenzschutzes und der Loyalitätspflichten.
Auszug aus dem Buch
Die Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität
Der Katechismus der Katholischen Kirche macht die Einstellung zur Homosexualität deutlich: Zwar haben homosexuelle Männer und Frauen „diese Veranlagung nicht selbst gewählt“, doch sind diese Menschen „zur Keuschheit“ berufen, um sich „entschieden der christlichen Vollkommenheit an(zu)nähern.“ Auch die Verlautbarung des Apostolischen Stuhls „Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen“ erklärt, dass Homosexualität mittlerweile zwar gebilligt wird, aber nur unter der Prämisse, dass homosexuelle Partnerschaften nicht mit Ehe und Familie gleichgestellt werden. Die Kongregation für die Glaubenslehre erklärt, dass die Ehe nicht nur eine „beliebige Gemeinschaft von menschlichen Personen“ ist, sondern eine Vorrangstellung innerhalb der Schöpfungsordnung einnimmt. Diese Exklusivität zeigt sich auch in der Würde des Ehesakraments. Homosexuelle Beziehungen dagegen würden „gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen.“ Begründet wird dieser Verstoß durch die fehlende Möglichkeit der Fortpflanzung, die der eigentliche Zweck von sexuellen Handlungen sei.
Die Einstellung, dass homosexuelle Menschen zwar keine Schuld an ihrer Orientierung tragen, aber dennoch gegen die natürliche Ordnung verstoßen, ist das einmütige Urteil der katholischen Tradition. Es stellt sich jedoch die Frage, ob gegenwärtig nicht auch andere Positionen und Lehrmeinungen vertreten werden. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit Texten in aktuellen Lehrbüchern und Sammelbänden und dem Artikel „Homosexualität“ im Lexikon für Theologie und Kirche, um festzustellen, welche Tendenzen in der Diskussion um eine ethische Bewertung von Homosexualität heute erkennbar sind. Das Prädikat ‚aktuell‘ meint hier, dass alle untersuchten Texte nach 2000 erschienen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
Können Christen in einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft leben?: Das Kapitel untersucht anhand biblischer Leitdifferenzen und kirchlicher Positionen, ob eine solche Partnerschaft mit christlichen Werten vereinbar ist.
Homosexualität in der Literatur katholischer Moraltheologen: Diese Untersuchung beleuchtet aktuelle katholische Lehrtexte und Sammelbände auf ihre Tendenzen in der ethischen Bewertung von Homosexualität hin.
Chancengleichheit? – Über den Umgang mit homosexuellen Beschäftigten in Einrichtungen der katholischen Kirche: Hier werden die arbeitsrechtliche Situation, kirchenrechtliche Grundlagen sowie Diskriminierungserfahrungen in kirchlichen Betrieben detailliert analysiert.
HOMOSEXUALITÄT als Herausforderung an die neutestamentliche Gemeinde: Das Kapitel widmet sich der praktischen Theologie, biblischen Aussagen und der therapeutischen sowie seelsorgerlichen Unterstützung für homosexuelle Menschen.
Schlüsselwörter
Homosexualität, Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Arbeitsrecht, Loyalitätspflichten, Seelsorge, Sexualmoral, Bibel, Diskriminierung, Lebenspartnerschaft, Schöpfungsordnung, Kirchenrecht, Tendenzbetrieb, Identität, Christentum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theologischen, rechtlichen und ethischen Haltung christlicher Kirchen gegenüber Homosexualität und homosexuellen Menschen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themenfelder umfassen die biblische Exegese, die kirchenrechtliche Praxis als Arbeitgeber, die soziale Diskriminierung sowie seelsorgerliche Ansätze im Umgang mit homosexuellen Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Ziel ist es, ein umfassendes Bild darüber zu zeichnen, wie kirchliche Lehrmeinungen die Lebens- und Arbeitsbedingungen von homosexuellen Personen prägen und welche Konflikte dabei entstehen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Publikation kombiniert Literaturanalysen (theologisch und rechtlich) mit der Auswertung von Fallbeispielen sowie einer eigenen Internet-Umfrage zu Meinungsbildern in kirchlichen Kontexten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen kirchenamtlicher Verlautbarungen, rechtliche Rahmenbedingungen wie das Arbeitsrecht bei kirchlichen Trägern und eine Untersuchung seelsorgerlicher Modelle.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Homosexualität, Kirche, Arbeitsrecht, Loyalität, Seelsorge und Ethik beschreiben.
Wie positioniert sich die katholische Kirche laut den Ergebnissen zu Homosexualität?
Die katholische Kirche lehnt gelebte Homosexualität auf Basis ihrer Lehre vom natürlichen Sittengesetz und der Schöpfungsordnung ab, unterscheidet jedoch zwischen der (sündhaften) Handlung und der (nicht sündhaften) Veranlagung.
Welche Rolle spielt die „Schwule Theologie“ in der Diskussion?
Die „Schwule Theologie“ versteht sich als Befreiungstheologie, die versucht, Traditionen kritisch zu hinterfragen und die Identität homosexueller Menschen als von Gott gegeben und wertvoll in den christlichen Glauben zu integrieren.
- Quote paper
- Markus Kneißl (Author), Jana Nitezki (Author), Sascha Schmuck (Author), Lisa Brand (Author), 2015, Ist gleichgeschlechtliche Liebe Sünde? Christliche Kirchen und ihr Umgang mit Homosexuellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272793